Gesamtwerk-2-2 Werner Stürenburg Original Fine Art Originalkunst, Oeuvre Werkschau joe


Gesamtwerk 2/2
337 Seiten, Format, durchgängig Vollformat-Abbildungen


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Lulu-Text

Band zwei der zweibändigen Ausgabe des Gesamtwerks mit 330 Werken des Künstlers Werner Popken Stürenburg. Dieser Band zeigt neben kleinen und größerformatigen Zeichnungen und Gemälden vor allem drei Triptychen und ein komplexes Altarwerk sowie zahlreiche Paraphrasen über das eigene Werk. Vollflächige Farbabbildungen, zwei Aufsätze von Dr. Dorothea Eimert und Klaus Flemming.




Rückentext

Band zwei der zweibändigen Werkausgabe präsentiert ausschließlich Werke, die seit der ersten Ausstellung "Werner Stürenburg" im Leopold-Hoesch-Museum Düren Anfang 1983 entstanden sind. Ausgesprochenen Höhepunkte sind die drei Triptychen (Nrs. ), das vierflügelige, fünfzehnteilige Altarwerk (Nrs. ) und die Paraphrasen über eigene Werke, die in einem gesonderten Katalog zusammengefaßt sind (Paraphrasen I). Die meisten Skulpturen und Zeichnungen sind in diesem Band zu finden.

Ein gutes Beispiel für die zeichnerische Sicherheit und Erfindungskraft stellt Nr. 390 dar, eine Zeichnung mit Bleistift, Farbstift und Aquarell auf Papier im Format 30x 40 cm (12x14"), die wie viele Werke auf den ersten Eindruck eine Illustration sein könnte, wobei eine Deutung als Illustration jedoch scheitert, weil jeglicher Kontext fehlt. Der Stil ist präzise und entbehrt nicht gewisser karikaturistischer Übertreibungen, ohne jedoch eine Karikatur zu sein. Auch in der Zusammenschau wird das Geheimnis nicht gelüftet. Die Fülle an visuellen Informationen wird lediglich größer.

Allerdings kristallisieren sich doch gewisse Muster heraus. Das beginnt mit der Beobachtung, daß es sehr viele Einzelköpfe gibt, die meistens männlich und im besten Erwachsenenalter sind. Dann fällt auf, daß es ebenfalls sehr häufig Doppelporträts gibt, oder genauer gesagt: Einzelköpfe mit einer Begleitfigur, die auf diese bezogen ist, wobei die Begleitfigur in der Regel zurückhaltend, aber überlegen erscheint. Zuweilen wird unübersehbar, daß diese Begleiter einer anderen Sphäre angehören, wie etwa in Werk Nr. 390, das die Titelseite ziert.

In dieser Kombination wird deutlich, daß auch in der Rückschau das Thema des Selbstporträts, das ja auch das Thema der Selbstentwicklung beinhaltet, das gesamte Werk durchdringt, was im ersten Band sicher noch nicht so ganz deutlich werden konnte. Die ausgesprochenen Selbstporträts sind ja relativ selten und nur zu Anfang gehäuft aufgetreten.

In Kombination mit den phantastischen, schwer zu deutenden Bilderfindungen, die sich auf eine meist männliche Zentralfigur beziehen, liegt die Parallelen zum Traumerleben nahe. Seit den Surrealisten und der Deutung des Frühwerks Picassos durch den Züricher Psychoanalytiker C. G. Jung ist der Rückbezug der Bilderfindungen auf die schöpferische Tätigkeit der Seele im Traum nichts Neues. Freilich hat diese Verbindung bisher keine wesentlichen Einsichten erbracht, aber eine besondere Parallele bekommt im Werk Stürenburgs ein besonderes Gewicht.

Es ist nämlich niemand seines Traumes Schöpfer. Träume stoßen dem Träumer zu, er erlebt sie wie ein Außenstehender, wie ein Filmzuschauer, nicht wie der Regisseur oder gar der Drehbuchautor. Genauso erlebt Stürenburg die schöpferische Tätigkeit. Er erfindet die Bilder nicht, er verarbeitet darin nicht Einsichten, die er anderweitig gewonnen hat, er spekuliert nicht bewußt über Thesen, er versetzt sich nicht mit Hilfe von Drogen oder anderen Praktiken in Zustände, die vermeintliche schöpferische Energien freisetzen, sondern bleibt nüchtern und arbeitet im Grunde ganz rational, läßt sich jedoch vollständig von seiner Intuition leiten.

Was das nun wiederum sei, läßt sich bis heute nicht feststellen. Seit Anfang der siebziger Jahre weiß man allerdings, daß beide Gehirnhälften unterschiedlich arbeiten und insbesondere die rechte Gehirnhälfte für Empfindungen und Wahrnehmungen zuständig ist, die gemeinhin eher dem künstlerischen Bereich zugeordnet werden, aber auch der Erkenntnisgewinnung in den Wissenschaften, eben der Intuition. Eine amerikanische Pädagogin hat diese Zusammenhänge systematisch untersucht (Edwards, Betty: Garantiert zeichnen lernen. Das Geheimnis der rechten Hirn-Hemisphäre und die Befreiung unserer schöpferischen Gestaltungskräfte.), allerdings die Frage nach der Kunst vollständig ausgeklammert.

Bilderfindungen sind eine Sache, die Kunst eine andere. Was ist Kunst, was soll Kunst, was gibt Kunst? Diese Fragen bewegen jedermann, sind schwer zu beantworten, aber keineswegs nebensächlich oder willkürlich. Nach Jahrzehnten, spätestens Jahrhunderten ist man sich einig, was Kunst ist und was nicht, was bedeutend ist und was nebensächlich. Die linke Gehirnhälfte, vornehmlich repräsentiert durch die Sprache, ist dabei nur bedingt hilfreich. Die Urteile werden rechts gefällt und notdürftig mit Hilfe der Sprache kommuniziert. Um urteilen zu können, muß man allerdings Erfahrungen sammeln, die notwendig, aber nicht hinreichend sind. Sobald man jedoch urteiltsfähig ist, besteht am Urteil selbst ebenso wenig Zweifel wie an einem mathematischen Beweis.





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