Gesamtwerk-1-3 Werner Stürenburg Original Fine Art Originalkunst, Oeuvre Werkschau joe


Gesamtwerk 1/3
227 Seiten, Format, durchgängig Vollformat-Abbildungen


  Kataloge als Hard- und Softcover und   Kalender 





Lulu-Text

Band eins der dreibändigen Ausgabe des Gesamtwerks mit 220 Werken des Künstlers Werner Popken Stürenburg. Dieser Band zeigt lückenlos die Entwicklung von den Anfängen bis kurz vor der ersten Ausstellung "Werner Stürenburg" im Leopold-Hoesch-Museum Düren 1983: Zeichnungen, Radierungen, Holzschnitte, Skulpturen, Aquarelle, Gemälde. Besonders bemerkenswert der stimulierende Einfluß Picassos. Vollflächige Farbabbildungen, zwei Aufsätze von Dr. Dorothea Eimert und Klaus Flemming.




Rückentext

Die Entwicklung des Malers Werner Popken Stürenburg entzündete sich nach anfänglicher Kritik an der Moderne zunächst am Spätwerk Picassos, dessen Energie und Unbekümmertheit ihn ermutigte, selbst Grenzen zu überschreiten und Möglichkeiten auszuloten. Dabei wurde erstaunlicherweise sofort eine Distanz zum großen Spanier sichtbar, die sich bald durchsetzte.

Eine abenteuerliche Fahrt ins Ungewisse begann, die dem rational Erzogenen und als Mathematiker Ausgebildeten durchaus Unbehagen bereitete, hätte er doch gern verstanden, was er zutage förderte. So blieb es unvermeidlich, daß er versuchte, dem Schöpferischen mit technischen Mitteln, nämlich der Fotografie, auf die Schliche zu kommen. Das freilich erwies sich als unmöglich und wurde eine prägende Lektion. Malerei war nur möglich, wenn die Rationalität, die Absicht, das Kalkül ganz außen vor blieb.

Dabei erscheinen die Werke nichts weniger als willkürlich, im Gegenteil: Sie sind von einer zwingenden Prägnanz, die auf einen bewußten Willen schließen läßt. Es ist aber nicht sein Wille, denn für den Künstler sind die Werke genauso rätselhaft wie für den Betrachter. Dem entspricht ein Schöpfungsprozeß, der völlige Hingabe erfordert und keinerlei willkürliche Eingriffe toleriert. So wird der Künstler direkt mit dem Geheimnis des Schöpferischen konfrontiert.

Also stellt sich die Frage: Wer malt? Es ist nicht der Künstler selbst, jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinne, da er dem Werkprozeß demütig dient und ihn nicht selbstherrlich kontrolliert. Und was sagen die Werke? So bedeutsam wie sie wirken, so verschlossen geben sie sich. Sporadische Versuche der Selbstinterpretation ergaben lediglich ein schales intellektuelles Vergnügen und die Einsicht, daß die Wirklichkeit der Werke jenseits der Worte liegt und desto augenfälliger wird, je mehr sich die Worte vergeblich abmühen. Das Werk spricht deutlich und von selbst und entzieht sich der Deutung gleich welchen Ansatzes.

Auf dem Titel dieses Bandes ist Werk Nr. 27 abgebildet. Es ist ein kleines Selbstportrait, aber was für eins! Die kunstgeschichtlichen Bezüge zu Picasso und van Gogh sind offensichtlich, aber sowohl in der Tiefe der Aussage als auch in der Virtuosität der Ausführung steht dieses Werk entsprechenden Arbeiten der Kollegen in nichts nach. Die Frage nach dem Selbst wird sogar noch wesentlich deutlicher. Damit ist sozusagen das Grundthema angerissen. Wer bin ich, was will ich hier, was soll ich hier?

Die Rückseite zeigt Werk Nr. 176, von durchaus beeindruckendem Format, als Grisaille ausgeführt, eine Szene in unbestimmtem Freiraum, von der Stimmung der durchaus vergleichbar mit den berühmten Gauklerbildern der Rosa Periode. Es sind aber keine Gaukler, sondern junge Erwachsene. Wiederum wird etwas Typisches überdeutlich vorgeführt: Die Szene ist so klar wie nur möglich dargestellt, ohne daß sich irgendwie ergeben könnte, worum es sich handelt. Ist es eine Hochzeit oder eine Beerdigung oder keins von beiden?





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