Gesamtwerk-1-2 Werner Stürenburg Original Fine Art Originalkunst, Oeuvre Werkschau joe


Gesamtwerk 1/2
337 Seiten, Format, durchgängig Vollformat-Abbildungen


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Lulu-Text

Band eins der zweibändigen Ausgabe des Gesamtwerks mit 330 Werken des Künstlers Werner Popken Stürenburg. Dieser Band zeigt lückenlos die Entwicklung von den Anfängen bis zur ersten Ausstellung "Werner Stürenburg" im Leopold-Hoesch-Museum Düren 1983 und etwas darüber hinaus: Zeichnungen, Radierungen, Holzschnitte, Skulpturen, Aquarelle, Gemälde. Besonders bemerkenswert der stimulierende Einfluß Picassos. Vollflächige Farbabbildungen, zwei Aufsätze von Dr. Dorothea Eimert und Klaus Flemming.




Rückentext

Die Entwicklung des Malers Werner Popken Stürenburg entzündete sich nach anfänglicher Kritik an der Moderne zunächst am Spätwerk Picassos, dessen Energie und Unbekümmertheit ihn ermutigte, selbst Grenzen zu überschreiten und Möglichkeiten auszuloten. Dabei wurde erstaunlicherweise sofort eine Distanz zum großen Spanier sichtbar, die sich bald durchsetzte.

Eine abenteuerliche Fahrt ins Ungewisse begann, die dem rational Erzogenen und als Mathematiker Ausgebildeten durchaus Unbehagen bereitete, hätte er doch gern verstanden, was er zutage förderte. So blieb es unvermeidlich, daß er versuchte, dem Schöpferischen mit technischen Mitteln, nämlich der Fotografie, auf die Schliche zu kommen. Das freilich erwies sich als unmöglich und wurde eine prägende Lektion. Malerei war nur möglich, wenn die Rationalität, die Absicht, das Kalkül ganz außen vor blieb.

Dabei erscheinen die Werke nichts weniger als willkürlich, im Gegenteil: Sie sind von einer zwingenden Prägnanz, die auf einen bewußten Willen schließen läßt. Es ist aber nicht sein Wille, denn für den Künstler sind die Werke genauso rätselhaft wie für den Betrachter. Dem entspricht ein Schöpfungsprozeß, der völlige Hingabe erfordert und keinerlei willkürliche Eingriffe toleriert. So wird der Künstler direkt mit dem Geheimnis des Schöpferischen konfrontiert.

Also stellt sich die Frage: Wer malt? Es ist nicht der Künstler selbst, jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinne, da er dem Werkprozeß demütig dient und ihn nicht selbstherrlich kontrolliert. Und was sagen die Werke? So bedeutsam wie sie wirken, so verschlossen geben sie sich. Sporadische Versuche der Selbstinterpretation ergaben lediglich ein schales intellektuelles Vergnügen und die Einsicht, daß die Wirklichkeit der Werke jenseits der Worte liegt und desto augenfälliger wird, je mehr sich die Worte vergeblich abmühen. Das Werk spricht deutlich und von selbst und entzieht sich der Deutung gleich welchen Ansatzes.

Sowohl Nr. 245 (Titel) als auch Nr. 222 (Rückseite) illustrieren diesen Sachverhalt sehr gut. Auf der inhaltlichen Ebene lassen diese Werke kaum Fragen offen. Es handelt sich um klar erkennbare Personen, wie fast immer, wobei in der Regel je mehr Körperlichkeit erscheint, je mehr Platz zur Verfügung steht. Das kleine Format Nr. 245 (81x 70 cm) zeigt wenig mehr als zwei Köpfe, das größere (131x 161 cm) drei Ganzfiguren. In der Regel sind die Menschen nicht realistisch gefaßt. Die Freiheit der Darstellung von der bloßen Erscheinung, von den Kubisten erstmals wieder erobert, dient hier allein dem Ausdruck.

Die Kunst diente seit jeher dazu, Unaussprechliches sichtbar zu machen, und war in dieser Aufgabe für ein paar hundert Jahre durch den Versuch der Wiedergabe des Sichtbaren abgelenkt. Freilich geht man davon aus, daß die Künstler sich immer dessen bewußt waren, was in die Realität hereinzuholen war, etwa religiöse Gewißheiten. Wenn Kunstwerke sich dem Verständnis verschließen, dann lediglich, weil dem Betrachter entscheidende kulturelle Zusammenhänge und Hintergründe abgehen. Daß Kunstwerke Botschaften jenseits dieser Gewißheiten darstellen können, wird gemeinhin nicht in Betracht gezogen. Beide hier beispielhaft diskutierten Werke sprechen ganz offensichtlich mit dem Betrachter, ohne daß der Gehalt auslotbar wäre, obwohl sämtliche Kenntnisse vorhanden sind.

Das Gesamtwerk umfaßt zur Zeit etwa 750 Werke. 660 davon sind fotografisch erfaßt und im Internet unter der Adresse stuerenburg.com präsentiert. Dies ist Band eins einer zweibändigen Gesamtausgabe dieser 660 Werke. Das Werkverzeichnis setzt recht früh ein und umfaßt einen Teil der Arbeiten des Jugendlichen, um die kontinuierliche Entwicklung zu verdeutlichen und nachvollziehbar zu machen. Insofern entblößt sich der Künstler ganz ohne Scheu und gestattet einen Blick in die Werkstatt. Die Anregung durch die moderne Kunst, die zu Beginn des Studiums einsetzt, führt lediglich zu spöttischen Kommentaren. Das ist es offenbar nicht.

Die Beschäftigung mit Picasso kommt einer Initialzündung gleich und entfacht ein Feuerwerk, das ohne Ermüdung und Unterlaß abbrennt. Bezeichnenderweise gibt es keinerlei Studien, keine Versuche, kein Tasten. Selbst einfache Zeichnungen mit dem Kugelschreiber, bekanntlich nicht zu korrigieren, sitzen auf Anhieb und sprechen Bände. Von Beginn an ist ein hohes Maß an Virtuosität zu beobachten, das sich im Laufe der Jahre immer mehr entfaltet. Dabei gibt es nie ein Zögern; nur wenige Werke sind nicht vollendet, anscheinend weil der Maler erschrak und diesen Weg nicht weitergehen wollte. Auch diese Arbeiten sind dokumentiert und in ihrer Weise vollgültig.

Band eins umfaßt den Teil des Werks, das in seiner ersten Ausstellung "Werner Stürenburg" im Leopold-Hoesch-Museum Düren Anfang 1983 präsentiert worden ist (bis Nr. 289) und reicht bis etwa Mitte 1983.





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