96 Com Werner Stürenburg Original Fine Art Originalkunst, Oeuvre Werkschau joe

180 cm - 71 inch
Werkgröße » 63x88 cm (25x35")
Referenzfigur 180 cm


Werknummer
» 96
Abmessungen
» Kommentar
» 63x88 cm (25x35")
Öl / Wellpappe
24.01.1974

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Kommentar
© Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


Noch ein Bild auf Wellpappe; die Materialstruktur ist deutlich zu erkennen. Sehe ich richtig (ich glaube, ich habe noch nie richtig hingeschaut), so hat diese Maske drei Augenlöcher. Der Blickwinkel ist so gewählt, dass die beiden Löcher für die normalen Augen hintereinanderliegen. Es bleibt das Auge über der Nasenwurzel.

Allerdings scheint das eher ein weiteres Augenpaar zu sein, denn so sieht es doch mehr wie eine Bohrung durch die Nasenwurzel aus als wie ein einzelnes Auge. Außerdem gibt es ja noch eine zweite Nase, jedenfalls einen entsprechenden Winkelhaken.

Das Teil tut realistisch und dreidimensional, aber so ganz koscher ist es doch nicht. *

Auch dieses Bild verdankt viel dem Lehrer Picasso, unter anderem die Bildgegenstände. Im Gegensatz zu vielen Jugendlichen, die es einmal mit einer Gitarre versucht haben, habe ich zu diesem Instrument keinerlei Beziehung. Das Bild gefällt mir von der Farbgebung her und von der Malweise, es sind wunderschöne Farbklänge und die Pinselführung ist entschlossen, kräftig und energiegeladen.

Trotzdem kann ich mich mit dem Bild nicht so recht anfreunden, denn es scheint mir doch einigermaßen absurd zu sein. Einfach nur schöne Malerei ist mir zu wenig. Warum nur? Stillleben haben meistens keine zusätzliche Bedeutungsebene, und wenn, dann ist diese oft einfach nur banal. Die umgestürzte, erloschene Kerze als Hinweis auf die Endlichkeit des Lebens, die Unvermeidlichkeit des Todes, der Spiegel als Hinweis auf die Torheit der Eitelkeit und was dergleichen lexikonartigen Beziehungen gehandelt werden - es wird einfach nicht interessanter, sondern meistens sogar schaler.

Bedeutung kann man eben nicht konstruieren. Im Kommentar zum letzten Bild,  Nummer 95, habe ich das Portrait des Jan Six von Rembrandt gebracht, das mich nach wie vor sehr beeindruckt. In diesem Portrait wird gar nicht erst versucht, Bedeutung zu konstruieren. Der Mann steht einfach so da, als sei er mitten in einer Bewegung unterbrochen worden, als wollte er gerade das Haus verlassen. Der viel gerühmte » Denker von » Rodin ist eigentlich nur lächerlich - denken kann man in dieser Haltung sowieso nicht, und von einem Muskel Menschen würde man das auch gar nicht erwarten.

So gesehen müsste ich mich doch eigentlich über Stillleben ohne tiefere Bedeutung freuen - aber das würde heißen, dass mein Argument missverstanden wurde. Die Wirkung des Rembrandt-Portraits kommt ja nicht nur dadurch zustande, dass er darauf verzichtet, gewollt eine Bedeutung darzustellen, sondern etwas Neues, Tiefes tritt hinzu, eben die Würde und Größe eines bedeutenden Menschen - sonst müssten ja die unzähligen Bilder, die ebenfalls auf eine solche künstliche Bedeutung verzichten, gleichfalls großartig sein.

Das Stillleben  Nummer 55 hat mir ja gut gefallen, ich habe es immer wieder einmal aufgehängt, während ich dieses Bild noch nie aufgehängt habe, auch das Stillleben  Nummer 40 nicht. Dabei kann ich eigentlich gar keinen Grund dafür angeben. Wird vielleicht Zeit, es einmal zu versuchen.


No. 1 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974
 


Sieht ja gar nicht schlecht aus, jedenfalls sehr dekorativ. Mal sehen, wie sich zwei Stillleben machen.


No. 2 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 40 60x80cm, 16.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 2 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 40 60x80cm, 16.11.1973
 


Hier habe ich den eben geschilderten Trick angewandt und zwei gleich große Rahmen gewählt, in denen verschieden große Bilder untergebracht sind. Diese werden wiederum durch eine dünne blaue Linie hervorgehoben, die von meinem Standardrahmen herrührt. Das gefällt mir nicht. Es war aber keine Lösung, diese blaue Umrandung anders einzufärben - das sah alles noch schlimmer aus. Schließlich probierte ich, den schwarzen Rand hell zu färben, und das gefiel mir.

Die beiden gleichgroßen Rahmen sehen aber ein bisschen langweilig aus, und zwei Stillleben sind vielleicht auch ein bisschen viel.


No. 3 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 63 64x79cm, 16.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 3 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 63 64x79cm, 16.12.1973
 


Das ist mir jetzt ein bisschen trist, da fehlt noch was.


No. 4 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 63 64x79cm, 16.12.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 63 64x79cm, 16.12.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973
 


Donnerwetter! Da kann man mal sehen, was ein Rahmen ausmacht! Für 65 habe ich den Trick mit zwei Rahmen verwendet. Macht wirklich was her!


No. 5 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 31 54x51cm, 19.10.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 31 54x51cm, 19.10.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973
 


Das gefällt mir wirklich gut. Durch den großen Rahmen bekommt 31 ein enormes Gewicht. Der Rahmen erschlägt fast das Bild. Ganz allgemein wirken die Rahmen dekorativ bereichernd, lehnten allerdings sehr vom Kunstwerk ab, zu dem man sich gewissermaßen erst vorarbeiten muss. Ist das gut oder schlecht?

Bilder an der Wand sind ja erst einmal Dekoration, sie verschönern die Umgebung. Die eigentliche Wirkung des Kunstwerks braucht Zeit und muss sich entfalten. Wenn der Rahmen des Kunstwerk in die Umgebung integriert und dieses angenehm präsentiert, kann das für das Kunstwerk eigentlich nur positiv sein. Bei einer schnellen Betrachtung allerdings gerät das Kunstwerk in Gefahr, unterzugehen.


No. 6 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 31 54x51cm, 19.10.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 31 54x51cm, 19.10.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973
 


Ist der kleinere Rahmen jetzt besser und angemessener? Schwer zu sagen. Vielleicht sollte ich nochmal einen Kompromiss ausprobieren.


No. 7 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 31 54x51cm, 19.10.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 7 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 31 54x51cm, 19.10.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973
 


Jetzt ist der Rahmen von 31 exakt so groß wie der von 96. Diese Variante gefällt mir noch am wenigsten; ein Verschieben von 31 nach links bessert die Situation ein wenig. Das ist alles sehr interessant. Ich glaube, die erste Variante gefällt mir am besten.

Obwohl 96 sich durchaus behaupten kann, ist doch nicht zu übersehen, dass dieses Bild vergleichsweise dünn ist. Es ist also kein Wunder, dass ich kein Stilllebenmaler geworden bin. Mein Thema ist der Mensch und nicht der Gegenstand.

*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung
aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007

 

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