180 cm - 71 inch
Werkgröße 27×37cm
Referenzfigur 180cm
Werkdaten Nr. »70
Öl / Leinwand
30.12.1973, » 27×37 cm (11×15")

» Kommentar

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Kommentar
© Copyright Werner Popken. Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


Dies ist das erste Bild in einer Reihe gleichgroßer grober Leinwände. Eine schlafende Frau, so lese ich dieses Bild, vielleicht träumt sie süß. Die mit so einfachen Mitteln erreichte Innigkeit, ja Seligkeit ist erstaunlich. So etwas könnte ich natürlich nie erfinden, und warum sollte ich auch? *

An diesem Bild kann man sehr schön die unregelmäßige Leinenstruktur erkennen. Außerdem sieht man, wie jungfräulich dieses Gemälde ist. Die Lippen sind ohne Farbe - das ist das Weiß der Grundierung. Die Linien und Flächen sind ohne Korrekturen und im wesentlichen ohne Modulation.

Auch hier wundere ich mich wieder, wie wenig ich mich auf dieses Bild eingelassen habe. Es ist eigentlich sehr schön, aber vermutlich habe ich mich doch mehr geschämt, weil es so einfach zu sein scheint.

Und vielleicht auch, weil es so einfach entstanden zu sein scheint - muss der Maler nicht kämpfen und schwitzen? Kann es ein Kunstwerk sein, wenn es ohne Anstrengung entstanden ist? Von Tänzern und Musikern erwartet man, dass ihre Aufführung mühelos erscheint, aber man weiß ja, dass sie jahre- oder jahrzehntelang hart dafür haben arbeiten müssen, damit es so leicht und mühelos aussieht. Aber auch hier ist die Sache nicht ganz so einfach. Beethoven hat anscheinend gekämpft und geschwitzt, aber Mozart wohl eher nicht.

Vielleicht ist der Vergleich nicht ganz fair - Mozart hat natürlich ebenfalls von klein auf geübt und Erfahrungen gesammelt. Trotzdem geht mir die Bemerkung von » Friedrich Gulda nicht aus dem Kopf, der behauptete, nie geübt zu haben. Ich begreife diese Aussage als ein Eingeständnis der Erfahrung, dass die Kunst an der Kunst nicht durch Übung hervorgerufen wird, sondern einfach so entsteht. Ohne Übung geht es nicht, aber die Übung alleine macht es auch nicht. Und wenn es nur die Übung wäre, könnte es ja jeder, der nur diszipliniert genug ist.

Vielleicht schläft sie aber gar nicht - wenn sie nicht schläft, wie kann sie dann so selig lächeln? Was ist ihr Geheimnis?
*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007

 

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