180 cm - 71 inch
Work size 17×12"
Reference figure 71"
Work Data No. »66
Öl / Chipboard
23.12.1973, » 42×30 cm (17×12")

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nWeitermalen ist leicht gesagt, denn diese Gestalten erschrecken mich in gewisser Weise. Eines war ja nicht zu übersehen: Alle diese Bilder besitzen eine große Intensität und Präsenz. Sie sind nicht die Liebig, sie lassen nicht kalt. Merkwürdig. *

Dieser Kopf lässt keine Anklänge an ein Selbstportrait erkennen. Der Typ hat zwar lange Haare, aber keinen Bart, und möglicherweise hat er eine Glatze. Diese Assoziation ist merkwürdig: Vermutlich kommt sie daher, dass mich dieses Gesicht an einen Mitschüler erinnert, der als Mitglied einer Rockband, die im Zuge der Beatles-Manie entstand, sich die Haare länger wachsen ließ und später schnell alle Haare verlor.

In der Verkleinerung wirkt die Augenpartie dunkler und der Ausdruck wird dadurch dämonischer. Bei einer größeren Ansicht wirkt das Gesicht durchaus offen und fragend, auch leicht verletzlich. Merkwürdigerweise ist das „Weiß“ der Augen dunkelblau. Die Gesichtsfarbe wechselt zwischen grün und blau, die Augenhöhle ist dunkelbraun, Wimpern sind ganz deutlich in grün ausgeführt

Eine deutlich sichtbare Korrektur zwischen Nase und Mund könnte vermuten lassen, dass hier ursprünglich ein Schnurrbart vorhanden war, aber bei genauer Betrachtung erkennt man, dass damit lediglich die angedeutete Nase-Mund-Furche übermalt wurde. Der Mund ist ebenfalls übermalt, und zwar mit Wellenlinien, die Bezug nehmen auf die Stirnfurchen. Diese sind offensichtlich später hinzugefügt worden, genauso wie die Übermalung des Mundes.

Diese Übermalung des Mundes hat mich immer irritiert, aber so habe ich das Bild stehenlassen. Man darf ja nicht vergessen, dass ein Bild sich ständig verändert, von der jungfräulichen Malfläche bis zum Endergebnis. Der Maler muss also im richtigen Moment aufhören können. Man kann ein Bild nämlich auch totmalen.

Die Struktur der Malfläche kommt auch hier wieder zum Vorschein, und zwar dort, wo ein Mann Bartwuchs zeigt. Ich weiß nicht, ob ich diesen Effekt vorsätzlich herbeigeführt oder zufällig genutzt, ob ich es überhaupt bemerkt habe. Ich konnte es nicht lassen und habe ein bisschen herumgespielt - schwer zu sagen. Der Mund hätte genauso spontan gesetzt werden müssen wie der Rest des Bildes, und das kann ich digital nicht nachvollziehen. Die Manipulationen waren unbefriedigend. Auf jeden Fall bekommt das Bild durch diese Übermalung des Mundes eine zusätzliche rätselhafte Komponente, rätselhafter als beispielsweise die Farbe des Augapfels oder der Augenhöhle.

In der Verkleinerung bekommen die Glanzlichter auf der Iris einen deutlich melancholischen Zug, der wohl auch in der größeren Fassung wahrnehmbar ist; wenn man sich diese daraufhin anschaut, wirken die Glanzlichter übertrieben und fremd. Sie sind wohl auch etwas zu groß geraten, aber auch hier stellt sich wieder die Frage, ob die Gesamtwirkung sich nicht wesentlich verändern würde, wenn man hier manipulierte. Man muss das Bild wohl so nehmen, wie es ist. Armer Teufel!
*   The preceding comment is the annotation from the oeuvre catalogue » Stürenburg 2007

 

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