180 cm - 71 inch
Work size 22×28"
Reference figure 71"
Work Data No. »62
Öl / Canvas
15.12.1973, » 55×70 cm (22×28")

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© Copyright Werner Popken. Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA







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» Peintre au travail,
1927, 19×28cm · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
» Peintre et modèle tricotant,
1927, 19x28cm · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
Nun aber wirklich: „Maler und Modell“ - als Picasso-Schüler muss das ja wohl sein. Der Maler in barocker Kostümierung, ganz souverän mit kleiner eckiger Palette, mit passendem Schnurr- und Backenbart, das Modell mit einem unpassenden Haken im Gesicht.

Anscheinend traut sie den Maler nicht ganz über den Weg - der aber nimmt sich selbst enorm wichtig. Bemerkenswert ist auch der Anschnitt der Leinwand mit Keilrahmen und Querverstrebung. *

Auch dieses Bild hat eine Menge Witz und Humor. Bei Picasso sieht man ja zuweilen sowohl das Modell als auch das Bild, und dabei hat er sich manches Mal Scherze erlaubt.

So sitzt in den Radierungen » Honoré de Balzac, Le Chef-d'œuvre Inconnu L008 (Peintre au travail) und »Honoré de Balzac, Le Chef-d'œuvre Inconnu L004 (Peintre et modèle tricotant) zwar ein Modell, der Maler produziert aber abstraktestes Drahtverhau. Hier liegt der Witz woanders: Man sieht zwar nicht das Bild, aber das Modell sieht aus, als wäre es gemalt.

Jedenfalls entspricht der rechtwinklige Haken im Gesicht nicht den Stilmitteln des übrigen Bildes, wäre aber in einem Bild, sofern es mit dem Rest zusammenpassen würde, durchaus akzeptabel. Man würde in einem solchen Bild eine geometrische Konstruktion mit mehr oder weniger deutlichen rechten Winkeln erwarten. Erst jetzt fällt mir auf, dass die waagerechte Linie, die der Augenbrauenlinie entspricht, der Kante der Palette parallel zu sein scheint.

Eine solche Vermutung meines Auges lässt sich leicht verifizieren. Dabei stellte sich heraus, dass die Begrenzung der Palette gar keine gerade Linie ist. Die Augenbrauenlinie hat einen Winkel von 109°, die braune Kante der Palette hat 104°, der dunkle Schatten hinter der Palette zwischen 104° und 112°. Da es sich bei der Kante nicht wirklich um eine Linie handelt, kann das Auge gut vermitteln und eine Parallelität konstruieren.

Um das zu überprüfen, habe ich das Bild so gedreht, dass die Augenbrauenlinie waagerecht ist. Und dann habe ich ein Rechteck eingezeichnet, und siehe da, das Auge war mit der Kante der Palette sehr zufrieden. Dann habe ich eine elegantere Methode angewandt: Ich habe die Linie in eine neue Ebene gelegt und diese dupliziert und verschoben. Und wo ich gerade dabei war, habe ich noch ein paar andere interessante Beziehungen entdeckt und auf dieselbe Weise sichtbar gemacht.

Spielerei: visuelle Bezüge im Bild · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
Spielerei: visuelle Bezüge im Bild
Solche Spielchen halte ich allerdings nicht für wirklich wichtig, aber sie sind durchaus unterhaltend. Sie zeigen, wie genau das Auge arbeitet. Ist das nicht fantastisch?

Konnte ich  Nummer 59 noch tiefere Sinnschichten abgewinnen, will mir das bei diesem Bild nicht gelingen. Wieso ist der Typ als Maler so merkwürdig kostümiert, mit kostbaren Rüschen, die sich vermutlich gar nicht wieder reinigen lassen, wenn sie mit Farbe beschmiert wurden? (Da fällt mir » Rubens ein, der sich anlässlich seiner zweiten Brautwerbung fragte, ob seine Frau wohl einen Mann haben wollte, der sich die Finger schmutzig macht.)

Warum ist die Frau nackt? Warum wird sie überhaupt portraitiert? Was soll das Bild? Das ist überhaupt nicht mein Thema! Das ist seins! Das ist mir bei diesem Bild bis heute nicht aufgefallen - später habe ich so eine Verwechslung schon bemerkt, aber bis dahin ist noch viel passiert (siehe  Nummer 113).
*   The preceding comment is the annotation from the oeuvre catalogue » Stürenburg 2007
 
 
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