180 cm - 71 inch
Werkgröße 80×80cm
Referenzfigur 180cm
Werkdaten Nr. »59
Öl / Leinwand
12.12.1973 - 14.12.1973, » 80×80 cm (31×31")

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Kommentar
© Copyright Werner Popken. Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


Eines der wenigen quadratischen Bilder. Der einsame Maler, ebenfalls von Picasso geerbt und auf seine Manier verarbeitet.

Sein Atelier ist eine kahle, enge Zelle, ohne Fenster und Tageslicht. Er aber ist ganz verzückt, ganz Auge, wobei die vier verschiedenen Profile - ebenfalls eine Erfindung des alten Picasso - immer älter und immer reifer werden.

Der alte Maler bei Picasso ist ja ein ganz armes Schwein, dieser hier nicht. Die Malerei mag für Picasso stärker gewesen sein als er selbst, aber sie half ihm nicht, während für diesen Maler die Malerei ein Weg ist, der ihn zum Ziel bringt.

Das sage ich heute, 34 Jahre nach der Entstehung dieses Bildes. Damals (und bis vor kurzem) habe ich mich für dieses Bild eher geschämt. Aber wenn ich recht sehe, ist das Bild fantastisch, fantastisch gut! Auf jeden Fall aber sehr komisch. *

Die verschiedenen Profile werden nicht nur älter, sondern auch im Ausdruck verhaltener. Während das erste triumphiert, das zweite ein bisschen Mutwillen zeigt, ist das dritte gespannt und neugierig, das vierte bedächtig und gelassen. Es ist erstaunlich, wie wenig ich mich mit diesem Bild beschäftigt habe - die differenzierte Ausführung dieser vier Profile habe ich nie richtig wahrgenommen, nur zur Kenntnis genommen, eben oberflächlich hingeschaut.

Der Raum ist kubistisch verwirrt; besonders der Fußboden suggeriert unterschiedliche Eindrücke, je nach fixiertem Bildausschnitt. Es kann ein leichter Drehschwindel entstehen, der möglicherweise die Konzentration und Verzückung des Malers verständlich macht, für den die Welt draußen nicht mehr existiert, den deshalb der gefängnisartige Charakter des Raumes auch nicht stört. Bis auf die unangenehme Fleischfarbe, die mich bis heute stört, ist das Bild sehr lebendig und frisch gemalt, mit viel Kraft und Schwung. Gefällt mir doch sehr.
*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007

 

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