31 Com Werner Stürenburg Original Fine Art Originalkunst, Oeuvre Werkschau joe

180 cm - 71 inch
Werkgröße » 54x51 cm (22x21")
Referenzfigur 180 cm


Werknummer
» 31
Abmessungen
» Kommentar
» 54x51 cm (22x21")
Öl / Weichfaser
19.10.1973

Auflösung:
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Kommentar
© Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


Was ist das? Wieder ein Selbstportrait! Aber was fange ich damit an?

Vor wenigen Jahren fand ich ein Buch im modernen Antiquariat mit dem Titel:
Der Grüne Mann. Wie bitte? Es stellt sich heraus dass der » Grüne Mann in der Terminologie von » C.G. Jung als » Archetyp verstanden werden muss, der durch die Jahrhunderte immer wieder auftaucht, zum Beispiel an sakralen Gebäuden oder auch in der Literatur.

Natürlich hatte ich noch nie davon gehört oder einen solchen gesehen, aber das spielt laut Jung gar keine Rolle, weil die Archetypen sich angeblich selbst durchsetzen. Er war der Meinung, dass kulturelle Sachverhalte sich irgendwann auch irgendwie vererben beziehungsweise vom Individuum aus dem kollektiven Unbewussten übernommen werden, was immer das nun wieder ist. In diesem Licht handelt es sich bei diesem Bild eindeutig um einen grünen Mann. Grüne Männer haben etwas Wildes, Ungezähmtes an sich - soviel habe ich behalten. *

»  Der Grüne Mann im Foyer des Lübecker Rathauses · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
Da der grüne Mann vorwiegend an Kirchengebäuden gefunden wird, nimmt man an, dass diese Figuren auf heidnische Vorstellungen zurückgehen. Der grüne Mann ist üblicherweise umwuchert von Blättern, die insbesondere seine Haare und seinen Bart darstellen und auch aus seinem Mund herauswachsen. Oft handelt es sich lediglich um den Kopf, aber es gibt auch Ganzdarstellungen, und vielleicht ist das übliche Kostüm des » Papageno aus Mozarts » Zauberflöte ebenfalls eine Reminiszenz an diese naturgöttliche Vorstellung der Germanen oder Kelten.

In meinem Fall allerdings handelt es sich nicht um Blätter, sondern allenfalls um Gräser. Insofern ist zweifelhaft, ob man die Parallele zu dieser kunst- und kulturgeschichtlichen Figur ziehen darf. Wenn man das Bild als solches wirken lässt, so kristallisiert sich zumindest der Eindruck eines ernsten jungen Mannes heraus, der ganz deutlich nach innen schaut und nicht etwa den Betrachter anblickt, wie man bei dem Frontalportrait annehmen könnte. Die grüne Farbe bezieht sich ja auch nicht nur auf die Haare, sondern auf die Augenbrauen, den Bart und die Haut. Lediglich die Augen sind braun und die Unterlippe rosa.


Eine grüne Gesichtsfarbe wird allgemein als Ausdruck von Angst gedeutet:
„Du bist ja ganz grün im Gesicht!“ Insofern könnte dieses Bild als Bestätigung der vorhergehenden  Nummer 30 gelten. Sofern dieser junge Mann Angst hat, möchte er es sich doch nicht anmerken lassen und der Herausforderung unerschrocken in die Augen sehen. Da er aber nach innen schaut, ist diese vielleicht dort zu suchen.

Für mein Gefühl ist dieser junge Mann ausgesprochen hübsch, im Gegensatz zur hässlichen Gestalt zuvor. Das überlieferte Foto (siehe  Nummer 18) beweist, dass mein Gesicht breiter und weicher und vor allem unbedarfter war - dieser junge Mann ist also hübscher als ich es damals war. Es ist gewissermaßen eine Adonisdarstellung, also eine Überhöhung des Individuellen ins Typische.

Natürlich ist dieses Bild wieder nicht vor dem Spiegel entstanden, sondern frei aus der Vorstellung. Es ist besser, als ich dachte, wie ich fast 30 Jahre nach seiner Entstehung anlässlich der Entdeckung des genannten Buches feststellte. Damals habe ich es für einige Zeit aufgehängt und geprüft und war doch recht zufrieden.

*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung
aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007

 

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