180 cm - 71 inch
Werkgröße 126×153cm
Referenzfigur 180cm
Werkdaten Nr. »187
Lack / Hartfaser
29.08.1974 - 18.09.1974, » 126×153 cm (50×60")
Rückseite von » 200

» Kommentar

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Kommentar
© Copyright Werner Popken. Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


Dies ist eines der wenigen Bilder, die ich nachträglich umgearbeitet habe. In zwei Fällen ist es gutgegangen, in einem Fall vollkommen daneben. Nicht, dass es nötig gewesen wäre oder die Bilder besser geworden wären - ich habe mich einfach nur von anderen verunsichern lassen. Der Körper der linken Figur in diesem Bild ist überarbeitet, und vor dem Original kann man es auch erahnen. Leider habe ich in allen drei Fällen den vorherigen Zustand nicht dokumentiert. Bei diesem Bild faszinierte mich besonders die mittlere Figur, die ich als Tod glaubte identifizieren zu müssen. Engelbrecht fiel die merkwürdige Fußbekleidung auf, woraufhin er Oedipus assoziierte. Als ich verständnislos blickte, erläuterte er, daß dieser doch bekanntlich behindert gewesen sei und Oedipus einfach nur 'Schwellfuß' heiße. Das Bild beeindruckte mich sehr, aber wieder konnte ich keinen intellektuellen Zugang finden. Als ich viele Jahre später Bilder im Internet zeigte, schrieb jemand: 'Ich fühle mich wie in einem Film ohne Ton. Es sind schöne Bilder, aber ich verstehe nichts.' So ging es mir auch, und das war mir unangenehm. *

07.11.2012

Dieser Zugang » Engelbrechts zu Bildern kam nicht von ungefähr - er war durch die » Archetypen-Theorie bedingt. Engelbrecht hatte die Bekanntschaft eines Mediziners gemacht, der sich am » C.G. Jung-Institut hatte ausbilden lassen, und auch eine kurze Therapie bei ihm genossen. Daraufhin hatte er die Schriften Jungs sehr intensiv studiert und sie mir eindringlich ans Herz gelegt.

Aber ich konnte mich dafür nicht wirklich erwärmen. Selbst neulich, als ich die ehrfürchtige Schilderung eines gestandenen Mathematikers las, die die Beziehung zwischen Jung und » Pauli zum Thema hatte, konnte ich nicht folgen. Aber vermutlich liegt das nur an mir. Angeblich sollen die beiden Phänomenen auf der Spur gewesen sein, die die Wissenschaft vielleicht erst in 50 Jahren angemessen würdigen wird (» Günter Ewald: » Synchronizität – Zur Deutung des Pauli-Jung-Dialogs, Ev. Akademie Bad Godesberg 2010).

Die Fußbekleidung ist ja nun leider geopfert worden. Stattdessen hat diese Figur nun etwas Plastisches angenommen, das sie außerhalb des Bildes stellt - was nicht unbedingt schlecht ist, da sie ja tatsächlich außerhalb steht. Immerhin hat der Tod ja ebenfalls sehr eigenartige Füße, die durch Lappen verhüllt sind.

Ob die linke Figur anfangs ebenfalls nackt war, weiß ich auch nicht mehr, aber jetzt scheint sie außer der merkwürdigen Kopfbedeckung, die ja durchaus etwas helmmäßiges und daher einen kriegerischen Anklang hat, nichts anzuhaben.

Heute finde ich in der Wikipedia unter der Überschrift „Schon gewusst?“ einen Hinweis auf die Erzählung » Caliban über Setebos von » Arno Schmidt. Anfang der Siebzigerjahre hatte ich mich mit Schmidt beschäftigt, diese Erzählung kannte ich aber nicht. Mittlerweile ist mir Schmidt sehr unsympathisch, aber damals fand ich ihn fortschrittlich und schick.

Wenn man so belesen ist wie Schmidt, kann man leicht Spuren legen, und wie Schmidt selber an irgendeiner Stelle sagt, ist verschlüsseln sehr leicht, entschlüsseln hingegen manchmal sehr schwierig. Der Wikipedia-Artikel zeigt, wie Schmidt und » Joyce gearbeitet haben. Ich finde das mittlerweile sehr langweilig und Schmidt einfach nur verschroben und mächtig eingebildet.

Der Hinweis auf den mir unbekannten Begriff » Thyrsos in diesem Artikel weckte aber meine Aufmerksamkeit, insbesondere die Beschreibung:

Ebenso ist der Schaft in den Darstellungen manchmal eindeutig als Fenchelstängel zu identifizieren, manchmal offenbar ein Holzstab, manchmal ein roher Stecken, ein andermal ein sorgfältig geglätteter, mit Bändern umwundener Stab.

» Thyrsos

Leider zeigte keine der Abbildungen in der Wikipedia einen solchen rohen Stecken, wie ihn ja die linke Figur überdeutlich präsentiert. Was hat es damit auf sich?
*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007

 

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