180 cm - 71 inch
Werkgröße 51×41cm
Referenzfigur 180cm
Werkdaten Nr. »18
Öl / Weichfaser
30.07.1973, » 51×41 cm (20×16")

» Kommentar

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Kommentar
© Copyright Werner Popken. Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


In der Rckschau hatte ich Werk  Nummer 17 als groen Durchbruch in der Erinnerung, als erstes in einer ununterbrochenen langen Reihe von Bildern, bei denen ich nichts wollte und einfach nur geschehen lie. In Wirklichkeit hatte ich jedoch nichts begriffen, obwohl mir diese Erfahrung doch so eindrcklich gewesen war.

Als ich etwa 10 Jahre spter mein Werk systematisch ordnete, stellte sich diese Erinnerung dank der konsequenten Datierung als groer Irrtum heraus. Am nchsten Tag setzte ich mich nmlich im Keller vor einen zu diesem Zweck extra dort angebrachten Spiegel und malte mich in l, realistisch, spontan und ohne Vorbung, so gut ich es konnte, indem ich meine Augen und mein Talent nach Krften gebrauchte.

Gerade erst hatte ich eine Brille bekommen und kurze Zeit spter wrde ich sie fr immer wieder absetzen, bis heute jedenfalls. Aus dieser kurzen Phase existiert glcklicherweise ein fotografisches Portrait unserer Freunde » Hanni und Jrg Raasch.

Es ist eine Raritt: Weder habe ich mich selbst oft fotografiert noch bin ich oft fotografiert worden; die beiden hatten damals gerade angefangen, sich fr die Fotografie zu interessieren, die fr mich schon wieder erledigt war, und ebenfalls ein Schwarzweilabor eingerichtet, wo sie diesen Abzug hergestellt hatten. Seither fotografieren sie leidenschaftlich bis heute.

Raasch: Joe 1972 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork  CC BY-SA
Joe 1972
     
Gespiegelt · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork  CC BY-SA
So kannte ich mich vom Spiegel
Bercksichtigt man, dass Selbstportraits spiegelverkehrt sind (ich trug den Scheitel immer links, in der Betrachtersicht war der also rechts), kann mein Versuch als recht realistisch gelten. Dabei ist das Bild ganz locker flockig in durchaus virtuoser Manier gemalt. *

 Nummer 16 zeigt, da ich damals mit dem Mittelscheitel experimentierte, den ich seither trage. Im Vergleich zum Foto reie ich die Augen unnatrlich weit auf, weil ich so angestrengt in den Spiegel schaue - es war mir nicht bewusst, dass ich bei der Augenpartie htte aufpassen mssen. Auerdem sieht man die starken Schatten der verwendeten Schreibtischlampe - im Foto sind die Schatten der Brille weniger auffllig.

Und wieder enttuscht das Bild, obwohl es doch technisch gesehen gar nicht so schlecht ist. Es gibt einfach nichts her, es ist flach und nur Oberflche, man sprt nur mein Bemhen, die Aufgabe zu bewltigen.

Was hatte ich mir damit bewiesen? Lediglich, dass mir die realistische Malerei, das Malen nach der Natur, keine wirklichen Probleme bereitet. Dieses Bild war ebenfalls nach etwa zwei Stunden fertig.

Es war allerdings nicht in altmeisterlicher Manier gemalt, sondern alla prima, direkt von der Palette auf den Bildtrger. Merkwrdig, dass mir jetzt dieser Ausdruck einfllt. Ganz dunkel steigt mir die Erinnerung auf, dass ich als Oberstufenschler ein Buch zum Thema lmalerei besessen haben muss, aus dem ich diesen Ausdruck habe.

Ich erinnere mich sogar noch an die Abbildung eines akademischen Malers aus diesem Buch, angetan mit einem langen weien Kittel, ausgerstet mit einer riesigen Palette (eine solche habe ich irgendwann auch einmal angeschafft, sie aber als unpraktisch verworfen, schleppe sie aber immer noch mit mir herum) und vor einem Palettenwagen stehend (war es » Leo von Knig?). Eine Palette war mir wohl schon bekannt, aber ein Palettenwagen war mir neu. Als ich dann ein eigenes Atelier hatte, habe ich mir selbst einen gebaut und fand ihn sehr praktisch.
*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007

 

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