178 Com 200 Werner Stürenburg Original Fine Art Originalkunst, Oeuvre Werkschau joe

180 cm - 71 inch
Werkgröße » 79x100 cm (32x40")
Referenzfigur 180 cm


Werknummer
» 178
Abmessungen
» Kommentar
» 79x100 cm (32x40")
Lack / Hartfaser
21.08.1974 - 12.09.1974
Rückseite von » 179
durch Freund veruntreut

Auflösung:
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Kommentar
© Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


Ein Tisch mit drei Beinen und fünf Ecken. Eine Schale, genauer gesagt eine Etagere, vier Äpfel oder so. Ein Spiegel oder ein Bild an der Wand. Dieses Bild hat eine enorme Präsenz, ich liebe es sehr, aber es ist so gut wie gar nicht zu reproduzieren. Schade. Und ich wundere mich wieder, dass ich die Qualität eines Stilllebens schätzen kann, wo die Botschaft eines solchen Bildes doch nicht weltbewegend sein kann. *

Vielleicht geschieht noch ein Wunder und ich komme eines Tages wieder in den Besitz dieses Bildes; das würde mich sehr freuen. Aber möglicherweise lässt sich durch eine Simulation sogar die ursprüngliche Wirkung rekonstruieren. Ich bin mal sehr gespannt, was sich bei meinen Experimenten ergeben wird.

Nun habe ich dieses Bild seit 35 Jahren nicht mehr gesehen und muss mich auf mein Gedächtnis verlassen. Die Stimmung dieser fast einheitlich gleichmäßig aufgetragenen Farben ist außerordentlich delikat und geradezu beglückend. Damals habe ich freilich die Größe dieses Bildes nicht würdigen können.

Ich komme nicht umhin, zu bemerken, dass es sich um vier Äpfel handelt und nicht etwa um fünf oder um drei. Das liegt natürlich nur daran, dass » Erich Engelbrecht mir mit den Vorstellungen von » C.G. Jung eine unvermeidliche Assoziation vermacht hat, die die Zahl 4 mit Vollständigkeit, Ganzheit assoziiert. In diesem Sinne interpretierte Jung die » Trinität als unvollständig und kritisierte die katholische Kirche, die nach seiner Meinung Maria als Ergänzung, als weiblichen Teil hinzunehmen müsse, was das fromme Volk ja schon seit Jahrhunderten längst vollzogen habe. Ich erinnere mich nur ganz dunkel, aber die Zahl 5 hat er wiederum mit alchemistischischen Vorstellungen verknüpft, für die ich mich auch nicht erwärmen kann. Mit der Alchemie habe ich es nun wirklich nicht, das kann ich sagen, weil ich versucht habe, Jung in dieser Hinsicht zu lesen.

Natürlich war ich - oder vielleicht ist das gar nicht so natürlich? - jedenfalls war ich interessiert daran zu erfahren, was ich da eigentlich male, und natürlich auch, warum mich das so fasziniert. Der Kommentar aus dem Katalog bringt ja ganz deutlich zum Ausdruck, dass mich das insbesondere bei diesem Stillleben wundert. Und tatsächlich ist es ja nach wie vor so, dass ich gerne wissen würde, was die Kunst ist und warum dieses oder jenes Bild so wirkt, obwohl doch alles dafür spricht, dass das gar nicht möglich ist, und man lieber mit dem Geheimnis leben sollte, ja dass vielleicht gerade das Geheimnis das Interessante ist, nicht die Art von Kunst, die man intellektuell auseinandernehmen und verstehen kann.

*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung
aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007

 

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