180 cm - 71 inch
Werkgröße 80×63cm
Referenzfigur 180cm
Werkdaten Nr. »145
Lack / Hartfaser
27.04.1974, » 80×63 cm (31×25")
Rückseite von » 147

» Kommentar

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Kommentar
© Copyright Werner Popken. Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


Bei diesem Bild wachte ich auf. Das war ich, aber in welchem Zustand befand ich mich? Wieso musste ich mich so rüsten? Hatte ich Angst?

So konnte man sich doch gar nicht verteidigen. Das fand ich interessant. Dieses Bild erzählte mir etwas über mich, was mir nicht bewusst war. *

Natürlich hat der Typ Angst, aber er demonstriert Entschlossenheit, äußerste Entschlossenheit. Die drückt sich vor allem durch seinen Mund und die Augen aus, und sein Helm mit Drachenverzierung soll das wohl unterstützen. Der Drache scheint Feuer zu speien, aber das Feuer ist kalt, es ist noch nicht einmal heiße Luft.

Genauso widersprüchlich ist seine Rüstung. Die lässt den Hals und das Dekolletee frei. Das Schwert ist vielleicht brauchbar, aber nicht wenn man es so anfasst. In Wirklichkeit fühlt sich dieser Mann wohl der Situation gar nicht gewachsen, daher seine Angst. Wer sich verteidigen kann und zuversichtlich ist, dass diese Verteidigung erfolgreich ist, muss keine Angst haben.

Wer greift ihn an? Wer will was von ihm? Wer will was von ihm, das so ans Leben geht? Denn es muss wohl um Leben und Tod gehen, sonst müsste man sich nicht so rüsten. Er scheint seinen Gegner mit den Augen zu fixieren - der muss also gegenwärtig sein, vielleicht auf Armabstand. Wenn der aber so nahe ist, dann muss der neben dem Betrachter stehen.

Da fällt mir eine Geschichte von » Carlos Castaneda ein, dem großen Lügner, der Millionen fasziniert hat, die er seinen fiktiven Lehrer und Zauberer Don Juan in den Mund legt: Der Tod sei ein ständiger Begleiter und stehe direkt hinter einem, schräg hinter der rechten (oder linken?) Schulter. Sobald dieser einem auf die Schulter tippe, müsse man sterben. Man solle sich deshalb stets bewusst sein, dass der Tod jederzeit sein Zeichen geben könne. Von Castaneda habe ich allerdings erst 1976 gehört, und zwar von meinem Doktorvater, als der von seinem einjährigen Aufenthalt am MIT zurückkehrte und dessen Bücher mitbrachte, die in aller Munde waren.

Aber diese Geschichte gehört hier ja eigentlich nicht hin, denn so wie ich sie verstanden habe, hat jeder seinen eigenen Tod als Begleiter, und der Tod des Betrachters könnte diesem Krieger nichts anhaben. Man könnte diesen intensiven Blick auch dahingehend deuten, dass er versucht, die Bedrohung durch Blickkontakt zu bannen.


No. 1 » 144 124x90cm, 01.01.1974  » 145 80x63cm, 27.04.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft » 145 80x63cm, 27.04.1974
 
No. 2 » 145 80x63cm, 27.04.1974 » 144 124x90cm, 01.01.1974  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 2 » 145 80x63cm, 27.04.1974 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft
 
No. 3 » 145 80x63cm, 27.04.1974 » van Gogh: Bildnis Patience Escalier. 69x56cm. 1888 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 3 » 145 80x63cm, 27.04.1974 » van Gogh: Bildnis Patience Escalier. 69x56cm. 1888
 
No. 4 » 145 80x63cm, 27.04.1974 » van Gogh: Porträt des Briefträgers Joseph Roulin. 81x65cm. 1888 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 145 80x63cm, 27.04.1974 » van Gogh: Porträt des Briefträgers Joseph Roulin. 81x65cm. 1888
 
No. 5 » 145 80x63cm, 27.04.1974 » van Gogh: L’Arlésienne (Porträt der Mme Ginoux). 90x72cm. 1888 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 145 80x63cm, 27.04.1974 » van Gogh: L’Arlésienne (Porträt der Mme Ginoux). 90x72cm. 1888
 
No. 6 » 145 80x63cm, 27.04.1974 » van Gogh: Der Zuave. 81x65cm. 1888 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 145 80x63cm, 27.04.1974 » van Gogh: Der Zuave. 81x65cm. 1888
 
No. 7 » van Gogh: Bildnis einer Frau mit rotem Haarband. 153x127cm. 1885 » 145 80x63cm, 27.04.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 7 » van Gogh: Bildnis einer Frau mit rotem Haarband. 153x127cm. 1885 » 145 80x63cm, 27.04.1974
 
Wie hat » John Berger formuliert? „... ein mit großer innerer Bewegung gemaltes Portrait ...“ Vielleicht meint er damit genau dasselbe wie ich mit meinem Ausdruck Herzblut.

Hat 145 Herzblut? Zweifellos. Die Farbigkeit ist wieder sehr unangenehm, düster, kalt, aber dem Thema wohl durchaus angemessen. Wenn man sich vorstellt, dass hier mit bunten, schreienden Farben gearbeitet worden wäre, wird sofort klar, dass das Bild eine völlig andere Aussage bekäme. Dann wäre der Typ voller Energie und nicht gelähmt und blockiert. Dieser Krieger wirkt wie in die Ecke gedrängt, obwohl er doch in einem unbestimmten Raum steht, als könnte er nicht zurück und nicht zur Seite, sondern nur vorwärts, und dieser Weg ist versperrt, den müsste er sich freikämpfen, und dazu hat er nicht den Mumm.

Armer Kerl. Wirkt eigentlich ganz sympathisch, integer, authentisch, verlässlich, ernsthaft, belastbar - warum ist er nur so erstarrt?


No. 8 » 145 80x63cm, 27.04.1974 » van Gogh: Porträt des Oberwärters der Irrenanstalt Saint-Paul, Trabuc. 61x46cm. 1889 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
Diese Gegenüberstellung gefällt mir gut. Die beiden passen zusammen.
*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007
 
 
hnliche Rahmen knnen bei » Kunstkopie, » artoko und anderswo erworben werden.

 

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