144 Com Werner Stürenburg Original Fine Art Originalkunst, Oeuvre Werkschau joe

180 cm - 71 inch
Werkgröße » 124x90 cm (49x36")
Referenzfigur 180 cm


Werknummer
» 144
Abmessungen
» Kommentar
» 124x90 cm (49x36")
Lack / Hartfaser
01.01.1974
Rückseite von » 143
durch unsachgemäße Lagerung zerstört

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Kommentar
© Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


Als Engelbrecht dieses Bild sah, scherzte er, ich solle es nicht zeigen, denn sonst würden alle Damen der Gesellschaft sich so portraitieren lassen wollen. *

Was sollte ich mit dieser Bemerkung anfangen? Heute denke ich, dass » Erich Engelbrecht einfach nur geistreich sein wollte. In der Tat hatte er etwas Großspuriges, Lärmendes an sich, so dass ich nie wusste, was er ernstnahm - und das bezog sich durchaus auch auf mich.

Nun stand ich ja überhaupt nicht in der Gefahr, zum Gesellschaftsmaler zu werden. Viel eher hätte es mich interessiert, ob dies ein gutes Bild ist oder nicht, und wenn nein, warum.

Ich fand das Bild schon schön, aber auch merkwürdig. Die Frau wirkt sehr angenehm und präsent, ehrlich und authentisch, ein bisschen distanziert und abwartend, ihr Blick und der Gesichtsausdruck zeugen auch davon, dass sie auf der Hut ist, weil sie schon betrogen wurde und Leid erfahren hat.

Besonders ins Auge fallen natürlich die zeichnerischen Elemente, die nicht ganz dem Augenschein entsprechen, etwa die leichte Aufteilung in Profilansicht und Frontalansicht oder die Betonung der Augen. Eigenartigerweise stört es nicht sehr, dass die Haut vollkommen weiß ist.

Zum Zeitpunkt der Aufnahme scheint das Bild nicht gerahmt gewesen zu sein und die Kanten sind links unten und rechts oben etwas bestoßen. Ich male ja immer bis zum Rand, und deshalb möchte ich die Bilder auch bis zum Rand zeigen, was aber bei meiner Konstruktion zur Stützung der Hartfaserplatten und zur doppelseitigen Präsentation nicht möglich war. Die Platten laufen in einem Falz oder besser gesagt in Schienen, die ringsherum etwa 3,5 mm wegnehmen. Auf diese Weise verschwinden dann auch die hier sichtbaren Fehlstellen.


No. 1 » 143 124x90cm, 01.05.1974 » 144 124x90cm, 01.01.1974  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 1 » 143 124x90cm, 01.05.1974 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft
 


No. 2 » 144 124x90cm, 01.01.1974  » 143 124x90cm, 01.05.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 2 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft » 143 124x90cm, 01.05.1974
 


No. 3 » 144 124x90cm, 01.01.1974  » El Greco:<br /> Franz von Assisi und Fra Leone meditieren über den Tod. 109x67cm. 1596-1601 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 3 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft » El Greco:
Franz von Assisi und Fra Leone meditieren über den Tod.
109x67cm. 1596-1601
 


No. 4 » 144 124x90cm, 01.01.1974  » Graff:<br /> Selbstporträt mit dem grünen Augenschirm. 65x51cm. 1813 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft » Graff:
Selbstporträt mit dem grünen Augenschirm.
65x51cm. 1813
 


No. 5 » 144 124x90cm, 01.01.1974  » Gauguin:<br /> Kleine Bretoninnen am Meer. 93x74cm. 1889 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft » Gauguin:
Kleine Bretoninnen am Meer.
93x74cm. 1889
 


No. 6 » 144 124x90cm, 01.01.1974  » Gauguin:<br /> Junges Mädchen mit Fächer. 92x73cm. 1902 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft » Gauguin:
Junges Mädchen mit Fächer.
92x73cm. 1902
 


No. 7 » 142 122x81cm, 24.04.1974 » 144 124x90cm, 01.01.1974  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 7 » 142 122x81cm, 24.04.1974 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft
 


No. 8 » 144 124x90cm, 01.01.1974  » 142 122x81cm, 24.04.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 8 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft » 142 122x81cm, 24.04.1974
 


Ja, dieses Bild macht mächtig was her. Das liegt natürlich neben der Persönlichkeit der Frau auch an dem lebendigen roten Hintergrund und der leuchtenden, kunstvollen Frisur.

Aber es kommt noch etwas hinzu:
Obwohl sie doch ein denkbar schlichtes Kleid ohne Schmuck trägt und ein undefiniertes Etwas über die Schulter gelegt hat, einen Schal oder ein Jäckchen, wirkt sie doch sehr vornehm. So könnte sie wohl direkt in die Oper gehen oder auf einen offiziellen Empfang.


No. 9 » 144 124x90cm, 01.01.1974  » van Gogh:<br /> Bildnis Patience Escalier. 69x56cm. 1888 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 9 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft » van Gogh:
Bildnis Patience Escalier.
69x56cm. 1888
 


Ein kleinformatiger Druck dieses » van Gogh-Gemäldes hing in meinem Jugendzimmer an der Wand. Ich werde wohl etwa 10 Jahre alt gewesen sein, als ich dieses Bild bekommen habe. Vielleicht war es auch eine Variante - er hat ja manche Motive mehrfach behandelt.

Genau:
» Zeno hat zwar nur dieses Exemplar, aber über die Bildsuche von Google finde ich noch eine » Zeichnung und ein weiteres » Gemälde. Dieses hat jedoch einen blauen Hintergrund und zeigt keine Hände. Die Zeichnung ist offenbar eine Vorzeichnung dazu, und auch zu der Version mit den Händen scheint es eine » Vorzeichnung zu geben. Nein, es muss also diese Version gewesen sein, die mit den Händen.

Der Druck war relativ klein, vielleicht in der Größe eines A4-Blattes, und ich habe ihn mir nie genau angeschaut. Jedenfalls nicht so, wie das jetzt im Internet möglich ist. Wenn man sich die » größte Version bei Zeno anschaut, blickt einem der alte Gärtner direkt in die Augen - ein äußerst intensiver Blick, von Seele zu Seele. Absolut großartig!


No. 10 » 144 124x90cm, 01.01.1974  » van Gogh:<br /> Porträt des Briefträgers Joseph Roulin. 81x65cm. 1888 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 10 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft » van Gogh:
Porträt des Briefträgers Joseph Roulin.
81x65cm. 1888
 


No. 11 » 144 124x90cm, 01.01.1974  » van Gogh:<br /> L’Arlésienne (Porträt der Mme Ginoux). 90x72cm. 1888 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 11 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft » van Gogh:
L’Arlésienne (Porträt der Mme Ginoux).
90x72cm. 1888
 


No. 12 » 144 124x90cm, 01.01.1974  » van Gogh:<br /> Der Zuave. 81x65cm. 1888 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 12 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft » van Gogh:
Der Zuave.
81x65cm. 1888
 


No. 13 » van Gogh:<br /> Bildnis einer Frau mit rotem Haarband. 153x127cm. 1885 » 144 124x90cm, 01.01.1974  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 13 » van Gogh:
Bildnis einer Frau mit rotem Haarband.
153x127cm. 1885
 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft
 


Auch mit van Gogh schägt sich 144 ganz tapfer, obwohl es mit dem letzten einige Probleme hat:
Der Blick fällt immer erst auf die Frau mit dem roten Haarband. Überraschung:
Ich hätte nie gedacht, dass der ein dermaßen großes Bild gemalt hat, und dann auch nur ein Brustportrait, also überlebensgroß - für van Gogh wirklich sehr erstaunlich.

Im Gesicht scheint er eine Fertigmischung benutzt zu haben. Im Vergleich mit den vorigen Bildern, die ja nur wenige Jahre später entstanden sind, ist die Entwicklung einfach atemberaubend. Was hätte aus ihm noch alles werden können! In kürzester Zeit hat er Spitzenwerke produziert, mit denen sich Picasso 70 Jahre später unvorteilhaft vergleichen lassen musste.

» John Berger hat das Problem in seinem 1963 veröffentlichten Buch The Success and Failure of Picasso (deutsch » Glanz und Elend des Malers Pablo Picasso) mit Hilfe einer Gegenüberstellung eines Portraits von Picasso (» Portrait de madame Hélène Parmelin sur fond vert, 146x97cm. 1952) zu einem Portrait von van Gogh (» Porträt des Oberwärters der Irrenanstalt Saint-Paul, Trabuc, 61x46cm. 1889) zu verdeutlichen versucht:


 Abb. 75 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
 Abb. 76 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
Welcher Künstler wäre nicht hin und wieder einmal eitel oder würde sich nicht gehenlassen? Doch später, nach 1945, wurde ein großer Teil von Picassos Werk immer manierierter. Die Ursache für diesen Manierismus ist stets die gleiche:
der Mangel an Themen, so daß der Künstler schließlich seine eigene Kunst zu seinem Thema wählt.

Das ‹Portrait von Madame H. P.› [Abb. 75] ist ein typisches späteres Beispiel. Der Stil ist zwar anders, doch nicht das Ausmaß der Manieriertheit. Vom rein malerischen Standpunkt betrachtet ist das Bild voller Bewegung - das Haar wie ein Wasserstrudel, Beine und Hände mit Furiosität gemalt, das Gesicht mit seinen seltsamen, unvermittelten Hieroglyphen des Ausdrucks - doch wozu fügt sich das alles zusammen? Was übermittelt es uns von dem Modell, außer dass es langes Haar hat? Was behandelt diese ganze aufwendige Inszenierung? Unglücklicherweise das Glück, von Picasso gemalt zu werden. Und das ist Manierismus in seinem höchsten Extrem, wie es der extremen Lage eines Genies entspricht, das nichts hat, dem es sich mit ganzer Kraft widmen kann.

Um zu zeigen, wieviel ein mit großer innerer Bewegung gemaltes Portrait auszusagen vermag, verweise ich - ohne Kommentar - auf ein Portrait von van Gogh. [Abb. 76]

a.a.O., Seite 185-187 (Abbildungen im Buch Schwarzweiß)

*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung
aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007
 
 
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