180 cm - 71 inch
Werkgröße 104×80cm
Referenzfigur 180cm
Werkdaten Nr. »133
Lack / Hartfaser
01.04.1974, » 104×80 cm (41×31")
Rückseite von » 135

» Kommentar

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Kommentar
© Copyright Werner Popken. Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


Auch dieses Bild profitiert von den neuen Umgang mit der Farbe. Die Aussage bleibt wiederum rtselhaft, wenn man nicht wiederum mit freudschen Kriterien herangehen wollte, was mir zuwider war. *

Mit dieser Bemerkung meinte ich beispielsweise die undifferenzierte Gleichsetzung aller Gegenstnde, die lnglich sind, mit dem Penis, was in diesem Falle darauf hinausliefe, die Blume als so genanntes » Phallussymbol zu verstehen, was durch die beiden Bltter, die man wohlfeil mit den Hoden assoziieren knnte, durchaus naheliegt.

Man mag sich natrlich auch fragen, warum ich mich gegen eine solche Assoziation strube. Ganz objektiv gesehen handelt es sich beim Phallus ja um ein ganz wunderbares Organ mit schwer zu durchschauender Eigenwilligkeit. Ohne dieses Organ wre Fortpflanzung nicht mglich und wir wrden aussterben.

Dieses Bild hat ja auch gar nichts Schlpfriges an sich, was meine Prderie htte reizen knnen. Im Gegenteil behandelt diese Frau die Pflanze mit groer Sorgfalt und liebevolle Zuwendung.

Es wird ja auch nicht nur der Stngel und die beiden Bltter dargestellt, sondern eine Blte, die man freilich wiederum mit dem weiblichen Geschlechtsorgan assoziieren knnte, und nicht nur das, sondern ein Blumentopf mit Erde, aus dem diese Blume entspriet.


Ein solcher Blumentopf ist das zentrale Thema von  Nummer 147, und als ich den » Erich Engelbrecht zeigte, assoziierte er den Rand des Blumentopfes mit der Erde als Auge. Ob das zulssig ist und was bringt, wei ich freilich nicht.

Auf jeden Fall werden hier nicht einfach plump Symbole prsentiert, schon gar nicht soll dieses Bild provozieren. Es stellt sich vielmehr die Frage, worber diese Frau nachsinnt und was ihr Herz bewegt. Denn dass sie von starken Emotionen angerhrt wird, scheint mir offensichtlich.

Besonders auffallend sind natrlich die riesigen Augen, die den Betrachter nicht anblicken, sondern sich irgendwo im Unbestimmten verlieren. Ja, wenn ich mir vorstelle, als Betrachter vor diesem Bild zu stehen, dann drfte diese Frau ihren Blick auf meine Genitalgegend richten. Insofern wre die oben ausgefhrte Assoziation also durchaus passend.

Wir leben heute in der Trivialkultur die primitive Sexualitt in den Vordergrund zu stellen; tatschlich aber verbinden Mann und Frau ja die Fhigkeit und die Mglichkeit, neues Leben zu schaffen. Und wenn diese Fhigkeit fehlt, wenn sich die Mglichkeit nicht in Wirklichkeit bersetzen lsst, aus welchen Grnden auch immer, dann kann daraus sehr viel Leid entstehen.

Viele Frauen und auch Mnner sehnen sich nach eigenen Kindern. Wenn diese Sehnsucht nicht gestillt werden kann, beginnt fr viele Paare ein Leidensweg. Ich werde nie » Thomas Manns eingehende Schilderung der Leiden Jakobs und Rahels in seiner Tetralogie » Joseph und seine Brder vergessen, da » Rahel zunchst unfruchtbar war.

Wer blickt mir da also entgegen? Die Fruchtbarkeit muss ja auch nicht unbedingt nur leiblich verstanden werden, wie ja auch der von » Freud geprgte, von » C.G. Jung erweiterte allgemeine Ausdruck » Libido zunchst einfach nur psychische Energie meint. Wer malt, schreibt, musiziert, setzt „Kinder“ in die Welt, fhlt mit seinem Werk, kmmert sich darum, sorgt sich um dessen Wohlergehen.


No. 1 » 133 104x80cm, 01.04.1974 » 132 80x100cm, 31.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork  CC BY-SA
No. 1 » 133 104x80cm, 01.04.1974 » 132 80x100cm, 31.03.1974
 


No. 2 » 133 104x80cm, 01.04.1974 » 132 80x100cm, 31.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork  CC BY-SA
No. 2 » 133 104x80cm, 01.04.1974 » 132 80x100cm, 31.03.1974
 


No. 3 » 210 160x52cm, 09.01.1975 » 133 104x80cm, 01.04.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork  CC BY-SA
No. 3 » 210 160x52cm, 09.01.1975 » 133 104x80cm, 01.04.1974
 


No. 4 » 129 123x96cm, 18.03.1974 » 133 104x80cm, 01.04.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork  CC BY-SA
No. 4 » 129 123x96cm, 18.03.1974 » 133 104x80cm, 01.04.1974
 


Diese Hartfaserplatte ist grundiert, und wenn mich nicht alles tuscht, msste es sich um die glatte Seite handeln. Die Farbigkeit ist bei 133 recht eingeschrnkt, da ich wesentlich weniger Lackfarben als lfarben zur Verfgung habe, aber wie man sieht, kann man auch damit ganz gut klarkommen. Das war ja der erste Versuch, und spter habe ich nie das Gefhl gehabt, in meinen Mitteln eingeschrnkt zu sein. Bei 129 sieht man, dass ich ebenfalls eine recht eingeschrnkte Palette benutzt habe, obwohl es sich um lfarben handelt.

Die drngende Bekmmertheit dieser Frau ist auffllig. Diese Blume, dieser Blumentopf haben anscheinend eine enorme Bedeutung.


No. 5 » 135 104x80cm, 07.04.1974 » 133 104x80cm, 01.04.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork  CC BY-SA
No. 5 » 135 104x80cm, 07.04.1974 » 133 104x80cm, 01.04.1974
 


Das sind Vorder- und Rckseite zusammen - ein enormer stilistischer Kontrast. Von der modellierenden Malweise bin ich zur Flchenmalerei gekommen. Ob das mit dem Lackfarben zu tun hat? Oder mit dem Einfluss von Engelbrecht, der seinerseits flchig malte?
*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007
 
 
hnliche Rahmen knnen bei » Kunstkopie, » artoko und anderswo erworben werden.

 

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