128 Com Werner Stürenburg Original Fine Art Originalkunst, Oeuvre Werkschau joe

180 cm - 71 inch
Werkgröße » 100x76 cm (40x30")
Referenzfigur 180 cm


Werknummer
» 128
Abmessungen
» Kommentar
» 100x76 cm (40x30")
Öl / Hartfaser
16.03.1974
Rückseite von » 126

Auflösung:
   max   800 px   200 px
oder Klick auf Bild (zyklisch)

Blättern:
links / rechts wischen
die Tasten / nutzen
auf Pfeil links / rechts klicken

Kommentar
© Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


» Engelbrecht hatte mich darauf aufmerksam gemacht, dass man verschiedene Objekte Ineinanderschachteln kann, so dass sich in der Art eines » Vexierbildes verschiedene Lesarten ergeben. Er hatte so etwas in einem der verzerrten Frauenportraits Picassos aus den vierziger Jahren entdeckt und hielt das für interessant; wer war ich, um das zu beurteilen?

Hier sitzt nun der grüne Gnom dem unschlüssigen Gelben, dem die Hände gebunden sind, sozusagen im Nacken oder am Ohr. War das nun bedeutend? Sollte es in dieser Richtung weitergehen? Schien mir nicht so. *

Bevor ich Engelbrecht kennengelernt hatte, war ich absolut isoliert. Eines Tages meinte ich, mich um Kontakte bemühen zu müssen und schaltete eine Anzeige in der Bielefelder Tageszeitung, die aber keinen Erfolg hatte:
„Picasso-Kenner gesucht zwecks Gedankenaustausch.“

So sprach ich Dr. Gmelin von der Kunsthalle Bielefeld an, den ich von meinen Besuchen in der Präsenzbibliothek dort vom Sehen kannte. Ob er nicht einen Kontakt vermitteln könnte? (Er konnte:
Das war Engelbrecht.)

Daraufhin gab er mir einen Termin und wollte Arbeitsproben sehen. Ich weiß nicht mehr, was ich ihm vorgelegt habe, aber er fragte mich, was mich an Picasso so fasziniere, und bot mir suggestiv schon gleich eine Antwort an:
Dass der seine Bilder nicht fertigmale. Das verblüffte mich, darauf war ich noch gar nicht gekommen, ich wusste im ersten Moment überhaupt nicht, was er meinte.

In diesem Sinne ist dieses Bild wohl nicht fertiggemalt. Die merkwürdigen Wurstfinger sehen aus wie direkt aus einem Bild von Picasso geklaut. Insofern hatte ich meine Lektion wohl gut gelernt.


No. 1 » 127 123x80cm, 11.03.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 » 127 123x80cm, 11.03.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974
 


Interessant, das Bild hält sich an der Wand ganz gut. Es ist mir allerdings zu trocken. Ich würde gerne ausprobieren, wie es wirken würde, wenn es gefirnisst wäre, aber ich habe keine Ahnung, wie man so etwas digital simulieren kann und bisher auch nichts darüber gefunden, nur jede Menge Tutorials für die halbdurchsichtigen Buttons, die derzeit modern sind.

Ich habe mir übrigens die Mühe gemacht und das von Engelbrecht erwähnte Bild Picassos im Katalog von Zervos in der Präsenzbibliothek der Kunsthalle Bielefeld nachzuschlagen. Ich habe es nicht auf Anhieb gefunden, weil er mir nur ungefähr sagen konnte, wann es entstanden war und wie es etwa aussah. Man konnte im Kopf der Frau (sicher eines der üblichen Dora-Maar- Portraits) einen Papagei erkennen. Ich habe das Bild gefunden, aber es beeindruckte mich nicht besonders und es hat offensichtlich auch Picasso nicht besonders beeindruckt, denn ein solches Vexierbild blieb bei ihm die Ausnahme. Engelbrecht Bilder hingegen sind Vexierbild durch und durch, insofern leuchtet es mir ein, dass er den Papagei sofort gesehen hat. Die Abbildung war natürlich schwarz-weiß und ich habe das Bild nie wieder gesehen. Vielleicht würde ich heute darüber stolpern und den Papageien wieder nicht erkennen.

Auf der Suche nach diesem Bild habe ich jetzt im » On-line Picasso Project die Jahrgänge 33-45 durchgesucht und bin verblüfft, wie oft Picasso sich wiederholt hat, wie unverdrossen er einen bestimmten Einfall durchgespielt hat. Manche Skizzenblätter laden dazu ein, ein Daumenkino zu machen. Das betreffende Bild habe ich nicht gefunden. Aber kurz darauf habe ich selber ein Bild mit Gesichtern gemacht, in denen Fische vorkommen (196), und mich gefragt, ob ich nun stolz darauf sein kann und ob es eine Errungenschaft ist. 148 ist ja auch eine Art Vexierbild, und vielleicht kam Engelbrecht deshalb darauf. Genau:
Die linke Hälfte des Gesichtes kann als eine Art Vogel mit aufgerissenem Schnabel gelesen werden.


No. 2 » 148 90x66cm, 19.04.1974  » 128 100x76cm, 16.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 2 » 148 90x66cm, 19.04.1974 sold/verkauft » 128 100x76cm, 16.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974
 


No. 3 » 196 99x79cm, 30.09.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 3 » 196 99x79cm, 30.09.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974
 


No. 4 » 196 99x79cm, 30.09.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 4 » 196 99x79cm, 30.09.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974
 


No. 5 » 196 99x79cm, 30.09.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 5 » 196 99x79cm, 30.09.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974
 


Die Farbstimmung von 196 ist extrem schwierig wiederzugeben (sehen Sie die Fische in den Gesichtern?). Ich habe da ziemlich dran rumgefummelt, aber ein zufriedenstellendes Ergebnis habe ich nicht erreicht. Die Farbstimmung des Originals ist sehr schön. Das ist natürlich kein Trost.

Der grüne Bursche mit dem Käppi hat kein Kinn; oder anders gesagt, das gelbe Kinn könnte mit etwas Gewalt zugleich als Kinn des Grünen gelesen werden. Die orangene Fläche könnte ein Tisch sein, aber was ist dann die dunkle Fläche, aus der die Hände herauskommen? Am Kinn des Gelben findet sich eine Art Kinnbart, der fast wie eine Wirbelsäule wirkt. Die dunkelblaue Fläche, die in seine Nase ausläuft, ist nach oben offen und suggeriert für mich eine Art priesterlichen Hut - ich weiß nicht warum.

Der Grüne mit dem roten Käppi wiederum scheint kleingewachsen, die Schultern hochzuziehen, jedenfalls sehe ich die braune Fläche als Oberkörper des Grünen, während der Oberkörper des Gelben durch die blaue Fläche gegeben wird. Wenn man die braune Fläche eines Unterarm des Gelben ansieht, wird aus dem Tisch eine große Zange, die die beiden Hände gefangenhält.

Der Grüne macht einen verschlagenen, hinterhältigen Eindruck und scheint intensiv auf den Gelben einwirken zu wollen, während dieser unentschlossen wirkt, verträumt, sogar leicht abwehrend. Mir fällt da gerade der große Kampf aus der » Bhagavad Gita ein, wo » Krishna im Vorfeld » Arjuna ermahnt, sich dem Kampf zu stellen. Wie sich herausstellt, geht es um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse Inhalt jedes Menschen. In diesem Sinne könnte der Grüne die bösen Einflüsterungen repräsentieren, die Versuchungen, mit denen sich die gute Seite auseinandersetzen muss und deren sie sich zu erwehren hat. Damals kannte ich dieses Epos allerdings noch nicht.

So einleuchtend und interessant diese Assoziation ist, erkenne ich darin aber keinen innerseelischen Konflikt. Mit bösen Einflüsterungen habe ich mein Lebtag so gut wie nichts zu tun gehabt. Das ist anscheinend nicht mein Thema in diesem Leben. Damals war ich bei diesem Bild ebenfalls völlig ratlos. Ich war nicht stolz darauf, ich konnte es nicht gelungen finden, allenfalls mich damit abfinden und es respektieren und weiter aufbewahren.


No. 6 » 126 100x76cm, 10.03.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 6 » 126 100x76cm, 10.03.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974
 


Das sind Vorder- und Rückseite zusammen - virtuell ist das kein Problem. Ich habe immer davon geträumt, dass man die doppelseitig bemalten Bildträger trennen und beide einzeln betrachten (und verkaufen) kann. Bisher habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, aber natürlich auch noch nicht richtig gesucht. Es ist sicher alles nur eine Frage des Geldes. Mit meinen Mitteln kann ich die beiden Seiten jedenfalls nicht voneinander trennen. Darüber habe ich mir damals natürlich keine Gedanken gemacht, ich war froh, dass ich die Kosten reduzieren konnte.

*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung
aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007
 
 
Ähnliche Rahmen können bei » Kunstkopie, » artoko und anderswo erworben werden.

 

Öl    Papier    Skulpturen    Drucke    Alles

Winzig    Klein    Mittel    Groß    Riesig





search Suche nach



server time used 0.0924 s