125 Com Werner Stürenburg Original Fine Art Originalkunst, Oeuvre Werkschau joe

180 cm - 71 inch
Werkgröße » 45x70 cm (18x28")
Referenzfigur 180 cm


Werknummer
» 125
Abmessungen
» Kommentar
» 45x70 cm (18x28")
Öl / Hartfaser
08.03.1974
Rückseite von » 120

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Kommentar
© Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


Nun hatte ich aber wohl genug; dies ist ein Bild, das zwar der Zerstörung entgangen ist, das aber durch die beiden Striche deutlich entwertet wurde. Auch eine Aussage.

Später habe ich diese Aktion wieder bedauert. Wie sagte Goethe einmal in Bezug auf ein Gelegenheits Gedicht? Sinngemäß oder auch wörtlich:
„Es muss ja nicht alles vom Feinsten sein.“ *

Warum war ich unzufrieden? Hier taucht zum zweiten Mal der lebendige Kopf auf, der eine Skulptur ist - das erste Mal bei  Nummer 96, der noch bei  Nummer 132.

Diese Skulptur ist aber merkwürdig flach und daher als Skulptur überhaupt nicht überzeugend. Es ist ganz eindeutig ein Selbstportrait oder besser gesagt:
Ich halte dieses Gesicht für hinreichend ähnlich dem meinen, um davon sprechen zu können.

Die Vase ist eigentlich ganz kubistisch-überzeugend, der Tisch ebenfalls, bis auf die Stelle rechts vor der Skulptur, die ein bisschen unmotiviert erscheint. Ein Schatten ist es nicht, was sonst? Der Helm der Figur ist auch nicht gerade beeindruckend, aber vielleicht hätte daraus noch etwas werden können. Keine Ahnung, warum mich der Mut verlassen hat.

Nun kann man ja mal versuchen, ob das Bild auch mit den Strichen noch was taugt.


No. 1 » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 124 49x60cm, 08.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 124 49x60cm, 08.03.1974
 


No. 2 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 125 45x70cm, 08.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 2 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 125 45x70cm, 08.03.1974
 


No. 3 » 123 45x52cm, 08.03.1974 » 152 40x36cm, 23.05.1974  » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 124 49x60cm, 08.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 3 » 123 45x52cm, 08.03.1974 » 152 40x36cm, 23.05.1974 sold/verkauft » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 124 49x60cm, 08.03.1974
 


Na ja, mit viel Gold und Trara mag es ja gehen.

Und wiederum wird es weniger das Malerische gewesen sein, was mich gestört hat, als vielmehr die unklare Botschaft. Schon bei  Nummer 96 hatte ich mich ja vollkommen unwohl gefühlt.


No. 4 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 152 40x36cm, 23.05.1974  » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 152 40x36cm, 23.05.1974 sold/verkauft » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 123 45x52cm, 08.03.1974
 


Schön warm-bunt, so richtig nach dem Geschmack des Innenarchitekten, vermute ich mal. Die Striche gehören jetzt irgendwie zum Bild dazu.


No. 5 » 148 90x66cm, 19.04.1974  » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 152 40x36cm, 23.05.1974  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 148 90x66cm, 19.04.1974 sold/verkauft » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 152 40x36cm, 23.05.1974 sold/verkauft
 


Merkwürdig, das Bild ist stärker, als ich dachte. Oder umgekehrt, die Bilder, die ich dazuhänge, sind nicht so stark wie ich annahm.


No. 6 » 148 90x66cm, 19.04.1974  » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 76 47x37cm, 01.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 148 90x66cm, 19.04.1974 sold/verkauft » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 76 47x37cm, 01.01.1974
 


Irgendwie ist dieses Bild nicht kaputtzukriegen. Vielleicht sollte ich doch nochmal genauer hinschauen.

Das Gesicht dieser „Skulptur“ ist eigenartig lebendig und frisch, sensibel, nicht unerfahren, besitzt Ernst und Tiefe. Die Vase, an der es vorbeischaut, hat weibliche Qualitäten und ist ebenfalls höchst vital und lebendig. Selbst der Tisch besitzt Würde und Bodenständigkeit.

Die Darstellung eines lebendigen Gesichtes als Skulptur ist merkwürdig. Bei dem Kopf im Vordergrund des berühmten Gemäldes » Guernica, bei dem man auch im Zweifel gelassen wird, ob es eine Skulptur ist oder der abgeschlagene Kopf eines Kriegers, handelt es sich um einen durchsichtigen Kunstgriff, um das Gemälde zu verunklaren und zu vergeheimnissen. Ist das hier nur ein Trick?

Zumindest kann ich behaupten, dass ich mir diese Analogie nicht ausgedacht habe, so wie Picasso das » Françoise Gilot anhand seiner Stillleben mit Totenschädel erklärt hat; da die Leute gekreuzte Knochen erwarten würden, ersetzte er diese durch gekreuzte Lauchstängel und fand das vielleicht auch noch witzig.

Im Prinzip ist es das natürlich auch, die Bedeutungsverschiebung, die Ersetzung des einen durch etwas anderes ist eine schon von » Sigmund Freud gut untersuchte Technik des Traumes und des Witzes. So gesehen muss eine solche Projektion gar nicht bewusst vorgenommen werden, sie kann sich auch einfach so ereignen. Wie auch immer, das Bild muss sich bewähren, egal ob man es versteht, jetzt und heute, und wenn ich mich nicht täusche, hat es das eigentlich, trotz der Schwächen.


No. 7 » 556 80x60cm, 18.01.1985 » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 76 47x37cm, 01.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 7 » 556 80x60cm, 18.01.1985 » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 76 47x37cm, 01.01.1974
 


Davor habe ich jetzt schon lange Bange gehabt:
Eines der späteren Bilder, zu denen mir nun wirklich auch nichts einfällt, ins Auge zu fassen. Aber das Experiment ist interessant. 556 ist farblich schwierig, um es vorsichtig zu sagen, grell, verfügt nur über eine ganz eingeschränkte Palette, nutzt kaum malerische Effekte, ist eigentlich reine Zeichnung ohne Zwischentöne, wie mit dem Fasermaler, und gibt auch thematisch so gut wie nichts her. Da schaut einen ein nackter junger Mann scharf an, der voll kontrollierte Energie zu stecken scheint, er steht wie in Flammen, und dennoch steckt dieses Bild die andern beiden locker in die Tasche.

Das ist gut, denn wenn es keinen Fortschritt gegeben hätte, müsste das ja als bedenklich gelten, aber es ist äußerst unbefriedigend für mich, denn ich kann es mir nicht erklären.


No. 8 » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 76 47x37cm, 01.01.1974 » 556 80x60cm, 18.01.1985 » 148 90x66cm, 19.04.1974  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 8 » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 76 47x37cm, 01.01.1974 » 556 80x60cm, 18.01.1985 » 148 90x66cm, 19.04.1974 sold/verkauft
 


No. 9 » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 76 47x37cm, 01.01.1974 » 148 90x66cm, 19.04.1974  » 556 80x60cm, 18.01.1985 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 9 » 125 45x70cm, 08.03.1974 » 76 47x37cm, 01.01.1974 » 148 90x66cm, 19.04.1974 sold/verkauft » 556 80x60cm, 18.01.1985
 


Nun konnte ich mir den Test mit 148 nicht verkneifen; die Wand ist dadurch brechend voll, aber nicht uninteressant. Ich fürchte, in späterer Zeit ist mir viel von der Naivität der Frühzeit verloren gegangen. Außerdem merkt man schon wieder den Materialmangel, den Zwang zum Sparen. Bei 148 habe ich in dieser Hinsicht aus dem Vollen geschöpft, ich habe ja mit Lack gearbeitet, und das war gut. Verglichen damit sind die späteren Erfindungen, etwa 556, dürftig und einfallslos. Der Wechsel zur Professionalität war also möglicherweise nicht unbedingt und in jeder Hinsicht positiv.

Jedenfalls kann 125 sich auch in diesem Zusammenhang sehen lassen, und das wollte ich ja herausbekommen.

*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung
aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007
 
 
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