118 500 Com Werner Stürenburg Original Fine Art Originalkunst, Oeuvre Werkschau joe

180 cm - 71 inch
Werkgröße » 80x123 cm (32x49")
Referenzfigur 180 cm


Werknummer
» 118
Abmessungen
» Kommentar
» 80x123 cm (32x49")
Öl / Hartfaser
04.03.1974
Rückseite von » 127

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Kommentar
© Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


Noch ein größeres Gemälde mit Ölfarben, das sich nicht recht entscheiden kann, ob es ein Stillleben sein will oder was. Gab es nicht schon genug dummes Zeug auf Leinwand?  Nummer 113 hatte ich als „Gerümpel am Meeresgrund empfunden“; und was sollte dies nun sein? Ich war tief unzufrieden. *

Im Vergleich zu  Nummer 111 ist der Stilllebencharakter hier weniger deutlich. Was für ein Stillleben sollte das sein? Gut, links finden wir ein Ei, das so tut, als wäre es ein Globus, der nun wiederum Mensch spielt - eine Figur, wie sie in einer politischen Karikatur vorkommen könnte. Gegenüber findet sich ein sehr markantes Profil, das diesen Eierkopf anzusprechen scheint, worauf in der Eierkopf seine Augen gen Himmel verdreht. Dieses Profil ist fast so etwas wie ein Janus-Kopf, allerdings hat die Gegenseite so gut wie keine Ähnlichkeit mit einem Profil:
Man muss sich schon sehr anstrengen, wenn man darin ein solches erkennen will.

Diese beiden Figuren sind am kräftigsten gemalt, der Eierkopf steht in einer relativen dunklen Fläche, aber den meisten Raum nimmt eine Figur ein, die zu zerfließen scheint, eine Art Zapfen mit Gesicht, wenn man die linke Seite ins Auge fasst, während die rechte Seite eher ans Meer gemahnt, was durch den goldenen Fisch, der unter dem Kragen dieser Figur herauskommt, plausibel erscheint, obwohl auch dieser Fisch wieder merkwürdig ist, weil er zwar Maul, Augen und Seitenlinie hat, aber keine Flossen.

Von oben fällt ein goldener Tropfen aus dem nirgendwo auf diesen unförmigen Kerl, der so extrem grinst, dass seine Mundwinkel fast die Augen berühren. Seine Augen sind weit aufgerissen, erscheint auf etwas zu starren, was dem Betrachter zu Füßen liegt.

Der rechte obere Teil wird durch eine undifferenzierte blaugrüne Scheibe eingenommen, die wie die Sonne über dem Horizont emporsteigt; dann aber wieder klettert an dieser Scheibe ein Wesen empor, dessen Körper aus Segmenten zu bestehen scheint, aus denen dann ein entfernt menschenähnlicher Kopf entspringt, der sich gewissermaßen zärtlich an die Scheibe anschmiegt. Dessen Auge und Ohr sind durch simple, gekreuzte Striche angegeben, Nase und Mund sind ebenfalls einfache Striche.

Gegenständlich ist also einiges los; links oben findet sich noch eine hellgelbe Fläche, die mit Linien überzogen ist, wie wir sie vom Globus her kennen; rechts und links vom goldenen Tropfen finden sich ebenfalls lineare Zeichen, Wellenlinien auf der linken, ein gebogenes Raster auf der rechten Seite, und dann kann man auch noch rechts oben in der unförmigen Gestalt eine fast kreisförmige Linie erkennen, die offenbar eher ein Fehler ist und nicht zum Bild dazugehört, aber auch wegen der dünnen Malweise nicht kaschiert werden konnte. Zumindest wurde kein Versuch gemacht.

Vielleicht deshalb, weil ich an dieser Stelle abgebrochen habe aus Einsicht, dass daraus nichts werden kann? Oder hat mich hier der Mut verlassen? Es ist ja schwer zu beurteilen, ob daraus nicht noch etwas hätte werden können, oder vielleicht ist daraus ja auch etwas geworden und ich will es nur nicht wahrhaben? Auf jeden Fall habe ich dieses Bild immer mit Befremden angeschaut und mich nicht damit anfreunden können. Mal sehen, wie es sich an der Wand macht.


No. 1 » 118 80x123cm, 04.03.1974 » 117 52x45cm, 03.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 » 118 80x123cm, 04.03.1974 » 117 52x45cm, 03.03.1974
 


Der erste Versuch gefällt mir noch nicht. Der Rahmen ist zwar sehr schön, aber er harmoniert nicht so recht mit dem Bild. Da werde ich wohl noch etwas Besseres finden können.


No. 2 » 118 80x123cm, 04.03.1974 » 117 52x45cm, 03.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 2 » 118 80x123cm, 04.03.1974 » 117 52x45cm, 03.03.1974
 


Schon etwas besser, aber auch nicht wirklich gut.


No. 3 » 118 80x123cm, 04.03.1974 » 117 52x45cm, 03.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 3 » 118 80x123cm, 04.03.1974 » 117 52x45cm, 03.03.1974
 


Noch besser. Und jetzt versuche ich mal, dem Bild mehr Saft zu geben.


No. 4 » 118 80x123cm, 04.03.1974 » 117 52x45cm, 03.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 4 » 118 80x123cm, 04.03.1974 » 117 52x45cm, 03.03.1974
 


Naja, wo nicht viel drin ist, kann man auch nicht viel rausholen.

Natürlich wirkt es von nahem besser als von weitem, aber was mich vor allem stört, ist die inhaltliche Verdauungsstörung. Man kann ja vieles malen und alles durcheinanderwürfeln, aber was soll dabei herauskommen? Dada? Blödsinn? Hatten wir doch alles schon mal und es kommt immer wieder, siehe » Leipziger Schule. Bei einem » Rebus weiß man immerhin noch, das es eine sinnvolle Auflösung geben muss.

Man läuft ja schließlich auch nicht jedem Traum hinterher. Die Traumdeuter der » analytischen Psychologie reden von „großen Träumen“, die bedeutungsvoll sind. Diesen Ausdruck hatte » C.G. Jung in Afrika gelernt, wo er sich nach den Träumen der Neger erkundigte hatte, die glattweg abstritten, überhaupt Träume zu haben - bei denen würde nur der Schamane träumen, beteuerten sie, und der habe die großen Träume, die bedeutsam seien für die Gemeinschaft. Das beeindruckte Jung außerordentlich. Und wie das so ist:
Weil Träume in der Therapie dieser Schule so wichtig sind, beginnen die Klienten auch sofort, bedeutsame Träume zu haben, sobald die Behandlung anfängt.

In diesem Sinne ist das Bild eben kein bedeutsamer Traum, sondern ein unverständlicher, wirrer, vermutlich sogar sinnloser. Das schließt nicht aus, dass jemand dieses Bild ins Herz schließt und über die Maßen liebt. Wenn es bei ihm etwas auslöst und anregt, ist das vollkommen in Ordnung. Man muss Bilder und deren Wirkmechanismen ja nicht verstehen. Für mich aber taugt das Bild nichts. Und das ist wiederum merkwürdig, denn ich habe es ja gemacht, und die Linien und Farben sind nicht weniger pointiert und bestimmt als bei anderen Bildern auch. Womit sich die Frage stellt, unter welchen Bedingungen der Maler „große“ Bilder malt.

Diese Frage war offensichtlich ungeklärt. Dass es sich hier nicht um ein großes Bild handelt, war mir allerdings sofort klar. Da helfen auch keine Tricks, etwa Kunstfertigkeit, Virtuosität, koloristischer Geschmack, zeichnerischer Schwung und was dergleichen benennbare Qualitäten sind. Ich wollte mich ja nicht selbst betrügen, sondern herausfinden, was Kunst ist und wie man ein großartiges Kunstwerk schaffen kann.

*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung
aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007
 
 
Ähnliche Rahmen können bei » Kunstkopie, » artoko und anderswo erworben werden.

 

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