114 Com Werner Stürenburg Original Fine Art Originalkunst, Oeuvre Werkschau joe

180 cm - 71 inch
Werkgröße » 63x49 cm (25x20")
Referenzfigur 180 cm


Werknummer
» 114
Abmessungen
» Kommentar
» 63x49 cm (25x20")
Öl / Hartfaser
28.02.1974
Rückseite von » 121

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Kommentar
© Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA


Der Mann dreht sich ein wenig weg, so als würde er sich umschauen, als würde Gefahr von dort drohen, als müsste er auf der Hut sein. Trotz der summarischen Malweise besitzt der Kopf Individualität, Persönlichkeit, Charakter. Links hinter ihm ist eine Frau wahrnehmbar; sie ist allerdings weitgehend verdeckt. *

Auch dieses Bild ist in Brauntönen gehalten und mit sehr dünner Farbe gemalt, diesmal jedoch auf der glatten Seite, wodurch die Farbe nicht sofort einsinkt, sondern ein bisschen flüssig auf der Oberfläche steht, ein Effekt, der ganz deutlich zu sehen ist.

Heute finde ich dieses Bild ganz außerordentlich und sehr beeindruckend; auch der alte Picasso hätte es vermutlich gut gefunden, aber als junger Maler war ich nicht sehr beeindruckt. Ich konnte einfach nicht erkennen, wo der Unterschied liegt. Hätte ich gleich diese Vergleiche angestellt, die ich mir jetzt zum Vergnügen gönne, wäre ich vielleicht auch damals schon drauf gekommen.

Aber vermutlich doch eher nicht, denn ich neigte nicht zur kritischen Betrachtung, sondern eher zum Tun, was ja auch nicht verkehrt war, denn durch reines Nachdenken und Wirkenlassen werden keine neuen Werke produziert. Andererseits hätte es mir sicherlich gut getan, wenn ich mir über den Wert dessen, dass ich da produzierte, eher klargeworden wäre.

Man muss keine großen Worte machen, wenn man zu einem Urteil kommen werde. Es reicht, zwei vergleichbare Bilder nebeneinanderzuhängen, um sofort zu einem Urteil zu kommen.


No. 1 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974
 


Die Rahmen gefallen mir noch nicht so recht, der linke ist ein wenig zu klein, aber der Qualitätsunterschied zwischen beiden Gemälden fällt sofort ins Auge. Das rechte Bild ist zwar auch nicht ohne Ernst und Würde, aber doch ein rechtes Leichtgewicht gegenüber dem linken, das eine erhebliche Wucht besitzt.


No. 2 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 2 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974
 


Vielleicht sollte ich auch noch die Reihenfolge verändern:



No. 3 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 3 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974
 


Merkwürdig, wie sich die Wirkung ändert - ich kann noch gar nicht sagen wie. Jedenfalls habe ich jetzt den Eindruck, dass der Rahmen des linken Bildes kleiner ist. Und das stimmt auch.


No. 4 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 4 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974
 


Diese beiden Rahmen sind gleich hoch. Wieso habe ich den Eindruck, dass das rechte Bild jeweils größer ist? Das stimmt nicht:



No. 5 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974
 


Wenn ich mir jetzt die erste Variante noch einmal anschaue, kann ich auch nicht mehr nachvollziehen, warum ich das Gefühl hatte, der Rahmen sei zu klein. Aber vielleicht ist der Rahmen einfach nicht angemessen. Es stellte sich überraschenderweise als schwierig heraus, einen vernünftigen Rahmen zu finden. Schließlich habe ich beide gleich gerahmt:



No. 6 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 6 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974
 


Das ist sehr merkwürdig. Die beiden Rahmen sind absolut identisch, gleich hoch, allerdings verschieden breit, und sie enthalten unterschiedliche Bilder. Allein durch die unterschiedliche Breite wirken die beiden Rahmen leicht unterschiedlich.


No. 7 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 7 » 114 63x49cm, 28.02.1974 » 109 63x53cm, 15.02.1974
 


Der Effekt ergibt sich auch mit dem anderen Rahmen. Sehr eigenartig.

Abgesehen von der eingeschränkten Palette ist die Malerei interessant und lebendig. Besonders auffallend sind natürlich die eiförmigen Augen und insbesondere die linke Pupille, deren ausgefranste Struktur sogar auf die Entfernung erkennbar ist. An einigen Stellen könnte man meinen, kubistische Kunstgriffe wiederzuerkennen, aber das Bild insgesamt wirkt keineswegs kubistisch. Die im Hintergrund erkennbare Frau erinnerte mich irgendwie immer an » Max Beckmann, obwohl man ja fast nichts von ihr sieht.

Oben sprach ich von der Wucht dieses Bildes - sie kommt zum einen zustande durch die Betroffenheit, die sich angesichts der Reife dieses Mannes, seiner Präsenz und latenten Bedrohtheit einstellt, zum anderen aber durch das offensichtliche Schielen dieses Mannes. Sein rechtes Auge, dessen Pupille einem verunglückten Stern gleicht, schaut aus dem Bild heraus am Betrachter vorbei, sein linkes Auge schaut dem Betrachter aber an, und zwar mit einem durchbohrenden Blick.

Das ist merkwürdig, denn Augen sehen eigentlich ganz anders aus. Überhaupt sieht alles mögliche ganz anders aus, die Lippen zum Beispiel und das Kinn. Das ist sehr wirksam, aber ganz unklar gemalt, als ob es vielleicht durch ein Halstuch überdeckt wäre. Der Mund wiederum sitzt in einer Fläche, die eine Maske sein könnte, und besteht aus zwei wurstförmigen Strichen, die sich zu einem Mund fügen, wobei zwei weitere Striche oberhalb und zur Seite eigentlich sachlich nicht gedeutet werden können, dem Eindruck aber keinen Abbruch tun.

Auf mich bezogen, könnte dieses Bild darauf hindeuten, dass der Druck zunimmt. Für Anhänger der analytischen Psychologie ist die Frau im Hintergrund zweifellos die sogenannte » Anima, die, soweit ich das verstanden habe, vermittelnde Funktionen im seelischen Geschehen übernimmt.

*   Der vorstehende Kommentar ist die Anmerkung
aus dem Werkkatalog » Stürenburg 2007
 
 
Ähnliche Rahmen können bei » Kunstkopie, » artoko und anderswo erworben werden.

 

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