Es ist also das Rätsel der Kreativität, das mich umtreibt. » Sigmund Freud interessierte sich dafür, » C. G. Jung und viele andere, aber herausbekommen haben sie wenig. Freud meinte etwas über die Kreativität sagen zu können, indem er sich mit » Leonardo beschäftigte und dessen Geier-Traum analysierte, aber mehr als eine Anekdote kam dabei nicht heraus (» Anna Selbdritt, » Das geheime Leben des Leonardo da Vinci). C. G. Jung pflegte sehr ausgeprägte Träume zu haben und malte diese und führte die Technik des Malens von Träumen in seine Analytische Psychologie ein, aber ich wüßte nicht, daß dabei jemals ein Kunstwerk entstanden wäre. Die Bilder von Jung haben etwas ähnlich Dilettantisches und zutiefst Unbefriedigendes wie die von » Hermann Hesse.

Berühmt sind die Thesen des Gestaltpsychologen » Rudolf Arnheim, der in seiner Untersuchung des Entstehungsprozesses von » Guernica meinte herausfinden zu können, wie Kreativität sich vollzieht. Glücklicherweise fertigte » Picasso viele Studien an, seine Freundin » Dora Maar hielt einzelne Phasen fotografisch fest. Hat Arnheim etwas über die Kreativität herausgefunden? Ich hatte nicht den Eindruck. Er ließ sich durch Picassos Arbeitsweise inspirieren und meinte, dieser habe die Lösung durch Versuch und Irrtum gefunden, durch systematisches Testen von Bildideen, durch provozierende Überschreitungen des Gewohnten. Die Unersuchung entstand Anfang der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts und wird immer wieder neu aufgelegt, seither sind fast fünfzig Jahre vergangen. Die Kreativitätsforschung tappt immer noch im Dunkeln.

Picasso selber hegte die Vorstellung, daß man der Kreativität eines Tages auf die Schliche kommen werde. Deshalb begann er in den dreißiger Jahren, alles genau zu datieren. Wenn er mehrere Arbeiten am selben Tag vollendete, setzte er römische Ziffern hinzu. Das gefiel mir sehr gut, und deshalb habe ich dieses System Anfang der siebziger Jahre übernommen. Als ich Anfang der 80er ein Werkverzeichnis anlegte, half mir diese Datierung sehr. Interessanterweise stellte sich heraus, daß mein Gedächtnis mich im Stich gelassen hatte. Die Entwicklung vollzog sich viel sprunghafter, als ich das in Erinnerung hatte.

Natürlich mußte ich ebenfalls in die Falle laufen, der Kreativität auf die Schliche kommen zu wollen. Das war eine sehr schmerzhafte Erfahrung, und merkwürdigerweise war es ein Traum, der mir die Augen öffnete. Aber das ist wieder eine andere Geschichte. Die heutige Kreativitätsforschung geht, wenn ich das richtig sehe, davon aus, daß das Gehirn eine Art Maschine ist, in der alle möglichen Gefühle und Erlebnisse und Erkenntnisse und Eindrücke abgelegt sind. Kreativität entsteht demnach dann, wenn aus diesen Rohmaterialien durch ungewöhnliche Assoziationen neue Zusammenhänge entstehen. Daher leiten sich aus dieser Vorstellung entsprechende Techniken ab, etwa » Brainstorming. Merkwürdig nur, daß so wenig Kreatives dabei entsteht. Wenn die Forscher genauer hinschauen würden, kämen sie nicht auf die Idee, so etwas Primitives zu verkünden. Es gibt genug Zeugnisse auch von Wissenschaftlern, die belegen, daß Kreativität eben gerade nicht so entsteht, sondern vielmehr von irgendwo anders her, ganz plötzlich, dem angeblich Kreativen als etwas Fremdes gegenübertritt.

Die Skizzen Picassos tragen das ihre dazu bei, diese Vorstellung zu untermauern. Denn ganz offensichtlich hat Picasso immer wieder versucht, sich selbst zu überraschen, indem er ganz bewußt neue Wege gegangen ist. Das kann man zum Beispiel an den Skizzen zu Guernica sehen, wenn er etwa ein zusammenbrechendes Pferd naturalistisch zeichnet und im nächsten Augenblick eine primitive Gerüstskizze eines Pferdes hinlegt, die eines Vierjährigen würdig wäre. Oder er zeichnet ein ganzes Blatt voller Augen, wobei er ständig kleine Variationen vornimmt, in der Hoffnung, auf diese Weise eine perfekte Form zu finden. Klappt natürlich nicht, es bleiben banale Fingerübungen, beeindruckend, weil sie zeigen, daß auch ein Genie arbeitet, aber nicht, weil sie die Kreativität zum Vorschein bringen, im Gegenteil. Sie zeigen, daß man auf diese Weise eben gerade nicht kreativ wird.

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"Das muß man doch sagen und schreiben!” hatte ich in meinem letzten Beitrag vor ein paar Tagen formuliert. Aber inzwischen denke ich darüber anders. Man muß überhaupt nicht darüber urteilen, wenigstens nicht öffentlich. Jeder bildet sich sowieso sein Urteil selbst, und wer heute nicht drauf kommt, sieht es vielleicht morgen, oder auch gar nicht. Warum sollte er auch? Im Gegenteil, er kann doch das hervorragend finden, was ich für völlig unmöglich halte, oder?

Es wäre außerdem denkbar, daß das von mir verworfene Werk eine Qualität enthält, die ich nicht wahrnehmen kann. Möglicherweise liegt diese völlig außerhalb meiner Möglichkeiten, oder aber ich könnte sie mir erschließen, wenn ich denn Zeit hätte und eine Gelegenheit sich ergäbe und ich genug Interesse aufbringen könnte. Ging es mir denn mit der Musik von » Miles Davis nicht ebenso? Hatte ich nicht mit seinen Werken Anfang der 70er Jahre, die ich heute für seine besten halte, anfangs die größten Probleme?

Vor ein paar Tagen habe ich es noch einmal mit » last.fm probiert und sie spielten zufällig ein mir wohlbekanntes Stück aus einem Fillmore-Album (» Black Beauty: Miles Davis at Fillmore West - ich glaube, es war » Spanish Key/The Theme). Das war die Musik, die damals hörte, und ich genoß sie wieder einmal sehr.

Anschließend habe ich mir bei Amazon angeschaut, was die Experten dazu sagen. Es ging wie Kraut und Rüben durcheinander. Manche fanden es schlecht, manche gut, die meisten fanden manches gut und vieles schlecht, und insbesondere der Saxophonist Steve Grossman wurde stark kritisiert. Ich konnte das nicht nachvollziehen, für mich war die Musik eigentlich jenseits der Kritik, einfach nur gut, so wie sie war. Der letzte Beitrag versucht ein bißchen zu vermitteln:

Steve Grossman’s playing isn’t so bad as other’s have made out though it does sound a little thin after hearing Wayne Shorter blow his tenor to pieces on the Fillmore East release. […] It is interesting to hear Chick encourage him on Directions, the opening track. When Grossman seems to stall, you can hear Corea chime in and start some dialog with him and get his solo moving again.

» all reviews


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Die Radierung "Raffael und die Fornarina XXII” ist die erste Illustration zum Artikel "Die späten Grafiken Picassos: Existenzbeweise, tausendfach” von Dr. Frank Laukötter, wissenschaftlicher Mitarbeiter am » K20, abgedruckt im Heft Nr. 01/07 von » Vernissage. Der Aufsatz wird damit eingeleitet, daß die schiere Fülle an Werken in den letzten zehn Jahren seines Lebens herausgestrichen wird. Während er bis zum 80. Geburtstag alle zwei Tage ein neues Werk fertigstellte, war die Frequenz danach doppelt so hoch. Das wird mit der zunehmenden Todesangst erklärt, wie schon im Titel angedeutet; er wird aber auch dahingehend zitiert, daß er zwar weniger Zeit, aber mehr zu sagen habe.

Was das denn nun sei, müßte doch die Hauptfrage sein. Aber genau diese Frage kann nicht beantwortet werden. Statt dessen werden Anekdoten erzählt. Der Leser bleibt ratlos zurück. Picasso wird als Übergenie geschildert, der jenseits aller Kritik steht. Das tut ihm natürlich nicht gut. Schon zu Lebzeiten hatte » John Berger bedauert, daß man die offensichtlichen Aussagen nicht hören wollte, die Augen verschlossen hat vor den Hilferufen des Künstlers, der ja nun wirklich sein Innerstes nach außen gekehrt und seine Not jedermann kundgetan hat (» Glanz und Elend des Malers Pablo Picasso). Berger wird von der Kunstkritik natürlich nicht ernstgenommen.

Da ich nun einmal herumstöberte, erwarb ich auch den » Ausstellungskatalog zum hundertsten Geburtstag, Werke aus der Sammlung Marina Picasso. Darin findet sich der Aufsatz "Picassos Kubismus 1907-1922″ von Reinhold Hohl. Auf Seite 67 schreibt er:

Die Analyse von Picassos kubistischer "écriture” (so heißt im Moment das Schlagwort) ist modischer Tribut des Zeitgeistes an das bildnerische Phänomen "Kubismus” - genauso wie die eine Zeitlang im Schwang gewesene materialistisch-dialektische Betrachtungsweise (von Max Raphael) oder die soziologisch-biographischen Aperçus (von John Berger) und auch die aktuellen feministischen und die pseudo-psychoanalytischen Perspektiven (wonach etwa das Gemälde Les Demoiselles d’Avignon ein gegen die Frauen allgemein und die dominierende Mutter sowie die nachgeborene Schwester Lola besonders gerichteter Akt der Hexenaustreibung gewesen sei, und der ganze Kubismus überhaupt eine Manifestation von Picassos, des Malersohns, Oedipus-Komplex… - wir verschweigen Autorennamen). Das alles beweist, daß davor siebzig Jahren ein Riesen Berge in die Landschaft der Malerei Geschichte gestellt worden ist, der noch immer - von immer anderen Ausgangspunkten her und mit immer neuer Ausrüstung - zu Erstbesteigungen verlockt.


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Die meisten Menschen haben vermutlich Probleme, die Gemälde aus Picassos Spätzeit zu schätzen. Es ist ja nicht nur so, daß diese Bilder einfach schnell gemalt sind, wie Werner Spies meint; das ist beileibe nicht der Kern. Man kann mit dem Bleistift oder der Radiernadel in weniger als einer Sekunde ein Meisterwerk hinlegen. Es gibt davon eine ganze Menge im Werk Picassos, und das zeichnerische Werk des Alters zeigt ja auch, daß er immer noch im Vollbesitz seiner Möglichkeiten war.

Ich schlage zum Beispiel willkürlich den » Vernissage-Katalog 01/07 auf, der die Ausstellung in Düsseldorf (Malen gegen die Zeit) begleitet hat, und sehe auf den Seiten 40/41 eine Radierung in leichter Vergrößerung, nämlich Blatt 317 aus der Suite 347 vom 8. September 1968 (II), betitelt "Raffael und die Fornarina XXII”.

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In diesem Jahr wollte ich mir mal wieder einige Ausstellungen ansehen, in Düsseldorf das Spätwerk Picassos, in Osnabrück die Reproduktion von Guernica, in Münster das Picasso Museum Vallauris, in Amsterdam Max Beckmann, im van Gogh-Museum.

Das Spätwerk Picassos in Düsseldorf habe ich verpaßt (Picasso - Malen gegen die Zeit, 3.2.-10.6.2007, Katalog » Painting against Time). Schade, oder? Meine Beschäftigung mit Picasso fing noch zu seinen Lebzeiten an. Die erste Übersicht in Buchform erschien 1971, » Picasso Laureatus von Klaus Gallwitz, ich glaube, ich habe es mir 1974 gekauft und versucht zu verstehen, was er da machte. Es war mir ähnlich fremd wie die neueste Musik von Miles Davis, die ich aber mit einiger Anstrengung schätzen gelernt hatte.

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Ursprünglich 1998 erschienen als  Weekly Work Nr. 41

› Weekly Work Nr. 41: 608, nur zu, Johann · © Copyright Werner Popken

 Weekly Work Nr. 41: 608, nur zu, Johann

In dieser Woche feiere ich unseren wohlbekannten Künstler Joe. Joe Doe wurde als Künstler des Monats November durch ArtQuest ausgezeichnet. ArtQuest verschenkt ein Gemälde des ausgezeichneten Künstlers. In diesem Fall ist es Werk Nr. 608, und deshalb also auch unser Gemälde der Woche. Bei dieser Gelegenheit werde ich einige andere Arbeiten von ihm ebenfalls vorstellen.

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jUrsprünglich 1998 erschienen als  Weekly Work Nr. 40

› Weekly Work Nr. 40: 571, wir kommen · © Copyright Werner Popken

 Weekly Work Nr. 40: 571, wir kommen

In der letzten Woche habe ich über die Nanas und den Tarot-Garten von Niki de St.Phalle geschrieben und konnte darüber nichts im Internet finden. Das ließ mir keine Ruhe. Im Monday Magazine können Sie lesen, wie ich schließlich herausfand, daß Niki selbst eine Seite über den Tarot-Garten eingerichtet hat ( Nanas Celebrate The Secrets Of Life, Entwurf).

Komischerweise fand ich über einen Business Newsletter namens Silicon Valley Tarot ein weiteres Tarot. Im Gegensatz zu Nìkis Tarot, kann man sich diesem Tarot nicht recht aussetzen, und der künstlerische Wert ist ebenfalls ziemlich gering. Aber man kann es benutzen, obwohl man es nicht zu ernst nehmen darf.

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Ursprünglich erschienen 1998 als  Weekly Work Nr. 39

› Weekly Work Nr. 39: 568, viel Glück · © Copyright Werner Popken

 Weekly Work Nr. 39: 568, viel Glück

In der letzten Woche habe ich über esoterische Astrologie und Psychologie gesprochen, um die merkwürdige Drachenpuppe in Gemälde Nr. 292 zu verstehen. Ich versuchte, Ihnen zu vermitteln, daß ich genauso Schwierigkeiten habe, dieses Gemälde zu verstehen, wie Sie. Ich kenne das Gemälde vorher nicht, es entwickelt sich unter meinen Händen, und wenn es vollendet ist, lasse ich es wirken. Wie kann man das in Bezug auf das obige Bild verstehen?

Wir haben in der letzten Woche gelernt, daß Menschen als Bündel von Charakteren verstanden werden können, wie sie im Kasperletheater auftreten, wobei alle gleichzeitig in derselben Person zur gleichen Zeit wirksam sind, gewissermaßen eine multiple Persönlichkeit. Drei von diesen waren Teil des Gemäldes, König, Räuber und Krokodil.

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Ursprünglich erschienen 1998 als  Weekly Work Nr. 39

› Weekly Work Nr. 39: 568, viel Glück · © Copyright Werner Popken

 Weekly Work Nr. 39: 568, viel Glück

In der letzten Woche habe ich über esoterische Astrologie und Psychologie gesprochen, um die eigenartigen Puppen in Gemälde Nr. 292 zu verstehen. Ich versuchte, Ihnen zu vermitteln, daß ich genau wie Sie Schwierigkeiten habe, dieses Gemälde zu verstehen. Ich kenne das Bild vorher nicht, es entwickelt sich unter meinen Händen, und wenn es vollendet ist, lasse ich es wirken. Wie kann man das in Bezug auf das obige Bild verstehen?

Wir haben in der letzten Woche gelernt, daß Menschen als Bündel von Charakteren verstanden werden können, wie sie im Kasperletheater auftreten, wobei alle gleichzeitig in derselben Person zur gleichen Zeit wirksam sind, gewissermaßen eine multiple Persönlichkeit. Drei von diesen waren Teil des Gemäldes, König, Räuber und Krokodil.

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Ursprünglich erschienen 1998 als  Weekly Work Nr. 37

› Weekly Work Nr. 37: 291, brennende Kerze · © Copyright Werner Popken

 Weekly Work Nr. 37: 291, brennende Kerze

Sie wissen ja, meine Muttersprache ist Deutsch (in aller Bescheidenheit). Letzte Woche stellte ich einige Fragen, aber es gab so gut wie keine Antworten. Na ja, damit kann ich leben - weiter im Text.

In dieser Woche habe ich Nr.  291 ausgewählt, ein großes Gemälde, das ich gern und oft an verschiedenen Wänden in meinem Büro und zu Hause aufgehängt habe. Als ich meine erste Ausstellung im Leopold Hoesch-Museum Düren hatte, nahm ich Kontakt zum Radiojournalisten Friedrich Riehl auf, der auch Fotograf ist. Er machte ein improvisiertes Interview mit mir ohne Probe, das genau so gesendet wurde, ohne Wiederholung oder Korrektur.

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Ursprünglich 1998 veröffentlicht als  Weekly Work Nr. 36

› Daily Drawing Nr. 36: 282, Mit grüner Jacke · © Copyright Werner Popken

 Daily Drawing Nr. 36: 282, Mit grüner Jacke

Erstens: Meine Muttersprache ist Deutsch. Erfahrene Marketingleute meinen, daß ich Sie informieren sollte. Zweitens: In der letzten Woche war ich mit Förderung und E-Mails beschäftigt, aber jetzt bin ich mit meinem Streßlevel wieder auf normaler Höhe. Und niemand beschwerte sich über die Reduktion der Frequenz. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Für meine anderen Journale habe ich ein Vorwort; da sage ich:

Für Sie und alle großen Meister tue ich das, und ich hoffe, Sie werden es genießen.

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Ursprünglich veröffentlicht 1998 als  Weekly Work Nr. 35

› Daily Drawing Nr. 35: 361, Freunde · © Copyright Werner Popken

 Daily Drawing Nr. 35: 361, Freunde

Zunächst: Seien Sie nachsichtig mit meinem deutschen Englisch. Außerdem: Es hat sich etwas geändert… Seit mehr als drei Wochen schreibe ich diese Beiträge, dieser hätte am 31. August geschrieben werden sollen. Was ist passiert?

Es begann so: Heute startet eine neue Woche, ich hatte zwei Tage von Daily Drawing Pause gemacht, aber nicht vom Computer… Ich informierte Sie über die Probleme, die ich mit dem Listenserver bei makelist.com von FindMail.com hatte. Heute morgen habe ich einen neuen Test gemacht, unmoderiert, und das Daily Drawing von Freitag verschickt, was bei mir gut angekommen ist.

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Ursprünglich erschienen 1998 als  Daily Drawing Nr. 34

› Daily Drawing Nr. 34: 564, große Mutter · © Copyright Werner Popken

 Daily Drawing Nr. 34: 564, große Mutter

Große Mutter ist nicht ganz das, was einem zu diesem Bild einfällt… Ich wählte dieses Bild heute, weil ich etwas Einfaches haben wollte und außerdem ist dieses Gemälde ebenfalls Beckmann verpflichtet, so wie das gestrige. Es ist eine Frau, und sie ist eine reife Person, aber es ist nicht ersichtlich, ob sie eine Mutter ist. Ich schätze, sie ist das, was die Römer eine Matrone nennen (mein WordWeb Thesaurus/Wörterbuch - sehr zu empfehlen - sagt: verheiratete Frau (üblicherweise mittleren Alters mit Kindern), gesetzt und würdevoll).

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Ursprünglich veröffentlicht 1998 als  Daily Drawing Nr. 33

› Daily Drawing Nr. 33: 547, Ehrung für Max · © Copyright Werner Popken

 Daily Drawing Nr. 33: 547, Ehrung für Max

Etwas Nettes heute. Ein Stilleben. Nicht sehr häufig in meinem Werk. Zu Weihnachten 1984 schenkte mir meine Frau Max Beckmanns Tagebuch. Da er einer meiner Favoriten ist, faszinierte mich die Lektüre. Er malte eine Reihe von Landschaften und Stilleben, und wie sich herausstellte, schätzte er diese Arbeiten nicht besonders hoch ein. Er schien sie hauptsächlich für den Verkauf zu machen, aber trotzdem sind sie hervorragend.

Ein bezeichnendes Erlebnis auf der bedeutenden Kölner Kunstmesse in den Neunzigern blieb mir haften. Ich wanderte stundenlang und sah Tausende von Arbeiten und war ziemlich schnell müde. Dann kam ich an den Stand einer New Yorker Galerie. Sie hatten überall hervorragende Arbeiten hängen, aber eine sehr kleine Innenansicht von Max Beckmann ragte deutlich heraus. Ich bin zweimal zurückgekehrt, um diese Arbeit zu sehen. Sie war wirklich klein, etwa wie das heutige Gemälde (20×40cm), überstrahlte aber den ganzen Stand. Ich hatte sie nie zuvor gesehen und auch später nie wieder. Sie war besser als alles andere, was sie zu verkaufen hatten. Ich bin da nicht nahe herangegangen, es war schon aus einiger Entfernung wunderbar.

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Ursprünglich erschienen als  Daily Drawing Nr. 32

› Daily Drawing Nr. 32: 617, mit einem Engel · © Copyright Werner Popken

 Daily Drawing Nr. 32: 617, mit einem Engel


Gestern waren wir in der Menge, heute, noch ein paar Nummern zurück in der Zeit, sind wir mit zwei Männern konfrontiert. Das Gemälde ist mittelgroß, 96×146cm, also sind die Gesichter mehr als lebensgroß. Die Farben meines alten Scanner sind ein bißchen zu warm, ich sollte das Bild neu einscannen, aber ich habe keine Zeit. Wie auch immer, Farben sind ein Problem, nicht nur auf dem Monitor, auch in Büchern, und wir werden immer besser. Ich wundere mich, wie schön man das heute schon machen kann, und wie billig es ist. Nehmen Sie irgendein Buch aus den fünfziger Jahren, dann sind die Farben einfach sehr merkwürdig, und in den Dreißigern war alles in schwarzweiß. Wir leben in herrlichen Zeiten.

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Ursprünglich 1998 publiziert als  Daily Drawing Nr. 31

› Daily Drawing Nr. 31: 621, In der Menge · © Copyright Werner Popken

 Daily Drawing Nr. 31: 621, In der Menge


Und noch einmal ein Werk zurück. Dies wurde unmittelbar vor dem gestrigen Bild gemalt. Die Leinwand ist übervölkert. Ein sehr steiles Hochformat. Vielleicht können Sie es nicht erkennen, aber eine Schlange ringelt sich um den Kopf des Helden und ein dunkelgrünes Biest sitzt auf seiner Schulter. Es wird von der jungen Blonden liebkost und ist kein Drache, kein Teufelshund, es ist eine Katze.

Die Katze sind wirklich katzenmäßig aus. Das ist eines der Wunder dieser Welt: Alles ist extrem eigenartig in seiner Erscheinungsform, man weiß sofort, was es ist, oder besser gesagt: Die rechte Gehirnhälfte weiß es.

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Ursprünglich veröffentlicht 1998 als  Daily Drawing Nr. 30

› Daily Drawing Nr. 30: 622, Teufelshund · © Copyright Werner Popken

 Daily Drawing Nr. 30: 622, Teufelshund


Dieser hier ist nicht so süß… Die Werknummer verrät, daß dieses Gemälde direkt vor dem letzten angefertigt wurde. Es gibt auch einige Ähnlichkeiten, aber die Unterschiede springen mehr ins Auge. Dieses ist grob, brutal, aber … wenn Sie es eine Weile betrachten, ist es einfach schön und großartig!

Es hängt in der Wohnung meiner Familie an der Wand, und wenn man mit einem Gemälde lebt, fühlt man seine Gegenwart, aber meistens wird man es nicht direkt anschauen. Man merkt das, wenn man von einer Reise zurückkehrt oder wenn man es abhängt. Man vermißt es.

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Ursprünglich 1998 veröffentlicht als  Daily Drawing Nr. 29

› Daily Drawing Nr. 29: 623, der Drache kommt · © Copyright Werner Popken

 Daily Drawing Nr. 29: 623, der Drache kommt


Nun ein Blick auf dieses… Und wieder all diese Tiere… Erinnern Sie sich an die lebhaften Vögel der gestrigen Auswahl? Und jetzt dieser kleine Drache, ist er nicht süß? Die Tauben turteln auf dem Kopf des Helden, der keines dieser Tiere zu bemerken scheint. Haben Sie die gefährliche rote Schlange entdeckt, die sich um seinen Hals windet?

Der Held sieht gar nicht heldenmäßig aus. Kein Sylvester Stallone-Typ. Nicht einmal ein Crocodile Dundee-Typ. Oder Indiana Jones oder James Bond, oder wie sie alle heißen. Moderne Filme sind voll von Helden. Unsere Seele scheint ihrer zu bedürfen. Dieser Typ ist überhaupt kein Held. Er zögert. Er schaut nicht in die Welt, um ihr seinen Stempel aufzudrücken, er schaut nach innen.

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Ursprünglich 1998 veröffentlicht als  Daily Drawing Nr. 28

Daily Drawing Nr. 28: 692, ausgebrannt · © Copyright Werner Popken

Daily Drawing Nr. 28: 692, ausgebrannt


Es ist Zeit, diese alten Zeiten zu verlassen… Das ist lange her… Damals war ich ein junger Mann…. Nostalgische Gefühle, wenn ich zurückblicke…

Etwas Neues: Dies ist eine recht neue Zeichnung. Hohe Nummer. Und wieder ein Selbstportrait.

Damit kein Mißverständnis entsteht: Ich sitze niemals vor einem Spiegel. Aber ich kann es nicht ändern, es ist immer ich selbst. Ich habe es allerdings nicht gemerkt. Damals in den Siebzigern, als meine erste Frau noch bei mir war, malte ich ein Bild mit einer tanzenden Frau und einem Mann, der sie offensichtlich bewundert.

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Ursprünglich publiziert 1998 als  Daily Drawing Nr. 27

Daily Drawing Nr. 27: 36, Weißgesicht · © Copyright Werner Popken

Daily Drawing Nr. 27: 36, Weißgesicht


Noch ein Selbstporträt. Allerdings ohne Spiegel. Offensichtlich waren die Selbstporträts Ausgangspunkt für mich. Ich weiß nicht, wann ich das letzte gemacht habe, es muß etwa 1973 gewesen sein. Und ich glaube nicht, daß ich nochmal eins machen werde.

Rembrandt und Beckmann sind berühmt für die Selbstporträts, die sie ihr gesamtes Leben lang immer wieder angefertigt haben, und andere auch. Picasso ist wiederum berühmt dafür, sehr selten Selbstporträts gemacht zu haben, die meisten davon in seiner Jugend.

Als ich jung war, hatte ich durchaus Schwierigkeiten herauszufinden, worum es bei der Kunst eigentlich geht. Als ich 12 oder 14 Jahre alt war, schenken mir meine Eltern Ölfarben zu Weihnachten, und ich kopierte van Goghs. Dann hörte ich mit der Malerei auf, ich war die guten Kommentare leid, und als ich mit 18 mein Elternhaus verließ, nahm ich die Farben mit, um endlich tun zu können, was ich wollte.

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Ursprünglich erschienen 1998 als  Daily Drawing Nr. 26

Daily Drawing Nr. 26: 18, aufgerissene Augen · © Copyright Werner Popken

Daily Drawing Nr. 26: 18, aufgerissene Augen


Der Künstler als junger Mann… Die Augen ohne besonderen Grund weit aufgerissen. Ich habe es noch nicht einmal bemerkt. Meine Freunde wunderten sich, warum es nicht so ähnlich war, wie es sein sollte. Irgend etwas stimmte nicht. Und dann fanden sie es heraus - die Augen waren weit aufgerissen. Vom Starren auf den Spiegel. Normalerweise sind meine Augen natürlich eher halb geschlossen als so weit aufgerissen.

Aber dies ist nicht einer der typischen Fehler, über die ich in Creative Journal 1.3. geschrieben habe. Abgesehen von wenigen Formalien, die ich von meinem alten Lehrer in der Schule lernte, habe ich keine formale Ausbildung in Kunst, aber ich kannte den Trick, Proportionen mit ausgestrecktem Arm und Pinsel zu nehmen. Ich schaue also und sehe die Proportionen und male, was ich sehe, deshalb ist das Bild insgesamt ziemlich realistisch, abgesehen von den aufgerissenen Augen, die als solche aber ebenfalls korrekt gesehen sind.

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Ursprünglich 1998 veröffentlicht als  Daily Drawing Nr. 25

Daily Drawing Nr. 25: 263, wir zwei Beiden · © Copyright Werner Popken

Daily Drawing Nr. 25: 263, wir zwei Beiden


Noch ein Bild aus der Reihe der Doppelköpfe. Erinnern Sie sich an die blauen Köpfe der letzten Woche? Hier eine völlig andere Stimmung.

Viele Leute meinen, daß Bilder etwas beschreiben müssen. Es muß eine Geschichte erzählt werden. Möglichst persönlich. Welche Geschichte steckt dahinter? Was wollte der Maler damit sagen?

Bei einem solchen Frau/Mann-Bild wird gern angenommen, daß dies eine Art Portrait sein müsse, eine Illustration der persönlichen Geschichte des Künstlers und seiner Frau, um genau zu sein. Ich fürchte, damit kann ich nicht dienen.

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Ursprünglich 1998 publiziert als  Daily Drawing Nr. 24

Daily Drawing Nr. 24: 256, wirklich groß · 100×147cm, Öl/Leinen, öffentlicher Besitz · © Copyright Werner Popken

Daily Drawing Nr. 24: 256, wirklich groß · 100×147cm, Öl/Leinen, öffentlicher Besitz




Im Februar 1983 hatte ich meine erste Ausstellung. Gleich in einem Museum. Toller Start. Einzelausstellung. War ursprünglich nicht so geplant, aber der andere Künstler wollte nicht mit einem "Amateur” zusammen ausstellen, also bekam ich meine eigene Ausstellung. Ich hängte viel zu dicht, trotzdem war es kein Problem für mich, die Räume zu füllen. Die Museumsdirektorin wollte ein Gemälde kaufen. Eine Zeichnung hätte vom Preis her gepaßt, wäre aber in einer Schublade verschwunden. Also mußte es ein Gemälde sein. Das Wunschgemälde war aber zu teuer. Deshalb war dies die zweite Wahl, der Handel perfekt. Mein erstes Gemälde eines Museumsbesitz. Ein einziger großer Kopf, 100×147cm. Nicht zu geheimnisvoll. Keine komplizierte Geschichte. Leopold Hoesch-Museum, Düren.




Siehe auch den neuen Scan  256





Ursprünglich 1998 publiziert als  Daily Drawing Nr. 23

Daily Drawing Nr. 23:  519, könnte Pablo sein · © Copyright Werner Popken

Daily Drawing Nr. 23: 519, könnte Pablo sein


Etwas Neues! Eine Skulptur, als animiertes Gif. Öffnen Sie das Bild in Ihrem Browser, wenn es sich nicht bewegt. Es ist eine Diashow, die die Skulptur von verschiedenen Seiten zeigt.

Normalerweise werden Skulpturen nur von einer Seite gezeigt. Das ist schlecht. Denn schließlich handelt es sich ja um ein dreidimensionales Ding. Als Michelangelo die berühmte antike Skulptur "Laokoon und seine Söhne” entdeckte, diskutierten die Kenner das Werk sehr kontrovers. Es wirkt am besten nur von vorn, und daher kann man argumentieren, daß es eher ein Relief als eine Skulptur ist. Eine Skulptur sollte aus jeder Blickrichtung interessant aussehen.

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Ursprünglic