Papier Max Werner Stürenburg Original Fine Art Originalkunst, Oeuvre Werkschau joe
 
Home   Fotos   Galerie   Manifest   Credo   Texte   Blog   Bücher   Altar      English

Sortierung     Aktuell       Chronologisch       Update   Letztes Update: 09.12.2015 14:47

Öl       Papier       Skulpturen       Drucke       Alles       Winzig       Klein       Mittel       Groß       Riesig      

 
213 Works
Page 1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24  25  26  27

8 per page ·  16 ·  32 ·  64 ·  128 ·  256    sold    available

 
 Thumbs Drawings        Listview   • Max      800 px      500 px      

   Width No. 11      Max      800 px      500 px  


180 cm - 71 inch

17x12"
Nr. 11:  42x30 cm (17x12"), Kugelschreiber, Gouache / Papier · 06.09.1972
     

  Comment   Simulation living environment   Museum scenario

  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Top  

2014-06-27

Ein Selbstportrait mit Kugelschreiber. Wer hätte das nach den Anfängen in Berlin gedacht?

In meiner Krise erinnerte ich mich endlich an mein Selbststudium der Fotografie. Schließlich war ich nicht der erste, der ein gutes Foto machen wollte, und ich war schon gar nicht der erste, der ein gutes Gemälde malen wollte. Also studierte ich die Kunstgeschichte, so wie ich die Fotografiegeschichte studiert hatte: Ich lieh mir Bücher aus öffentlichen Bibliotheken und betrachtete die Bilder, ließ sie auf mich wirken, versuchte zu verspüren, was daran gut war und warum und ließ die Texte weit gehend außer acht.

Ich erinnere mich noch an Herzrasen, als ich einmal nicht schlafen konnte und mitten in der Nacht wieder aufstand, ein Buch in die Hand nahm und ein Bild von » Jackson Pollock betrachtete. Das war eine starke körperliche Reaktion, sehr merkwürdig. So etwas habe ich nie wieder erlebt. War das dieser Ausnahmesituation geschuldet?

Schließlich stieß ich auf fünf barocke Gemälde unterschiedlicher Maler zu demselben Thema: Madonna mit Jesuskind, dargestellt auf einer Doppelseite. Selbstverständlich waren das alles Meisterwerke, sonst hätte man sie gar nicht erst abgebildet. Merkwürdigerweise schien mir evident, dass eines dieser Meisterwerke wirklich gut zu sein schien, wesentlich besser als die anderen vier. Woran konnte das liegen?

Nach einer Weile kam mir eine Ahnung. Alle fünf Bilder waren mit Meisterschaft gemalt, eines jedoch mit Herzblut.

Ach du lieber! Was sollte das denn heißen? War ich nicht ein Kind der Moderne, aufgeklärt, abgeklärt, agnostisch? Es half aber nichts. Besser konnte ich es nicht erklären. Wenn dem aber so war, dass der Künstler seinen Teil dazugeben musste, was wäre es denn, was ich zu geben hätte? Was war mir wichtig?

Auf diese Frage konnte ich keine Antwort geben, obwohl ich das von mir erwartet hätte. Das war ein Schock, der mich mehrere Wochen belastete. Ich wusste nicht, was mir wichtig war! Und das in diesem Alter! Schließlich war ich schon 24 Jahre alt! Endlich meldete sich nach etwa einer Woche eine Idee. Hatte ich nicht immer einen doppeläugige Spiegelreflex besitzen wollen, um vernünftige Selbstportraits machen zu können?


Ich setzte mich vor den großen Spiegel im Schlaf- und Arbeitszimmer (zu sehen links in  Nummer 36) und zeichnete. Natürlich konnte ich gar nicht mehr zeichnen, ich war ja schon viele Jahre aus der Übung. Es dauerte aber nicht lange, da ging es wieder sehr gut. Alle Selbstportraits zeigen den angestrengten Blick in den Spiegel und wirkten deshalb auf meine Freunde etwas fremd, nicht nur wegen der Spiegelverkehrtheit.

Hier erscheint erstmals die Signatur joe, die damals durchaus nahelag. Schließlich war ich als Student allgemein so bekannt. Anscheinend hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt auch schon ausgiebig mit Picasso beschäftigt, von dem ich die Gewohnheit übernahm, alle Werke zu datieren, und gegebenenfalls zu nummerieren. Dies ist das zweite Blatt vom Tage, wie die römische Ziffer zeigt.

Es gefällt mir nach wie vor sehr gut. An manchen Stellen wirkt es ein bisschen verkrampft, an anderen ist es aber wieder sehr locker. Die Farbe sagt noch sehr wenig, doch die Intensität des Ausdrucks ist erstaunlich. Der junge Mann ist offen, unerschrocken, zuversichtlich, neugierig. Er ist nackt - soweit ich mich erinnere, habe ich mich allerdings nicht ausgezogen. Der Unterkiefer ist korrigiert, aber das stört nicht.

Im Nachhinein fand ich es sehr interessant, dass ich den Kugelschreiber gewählt hatte. Damit war eine Korrektur völlig ausgeschlossen. Jeder Strich musste auf Anhieb sitzen. Keine Ahnung, warum ich das wollte. Als Kunsterzieher habe ich diesen Kniff später öfters eingesetzt, um die Blockade der Schüler zu überwinden, die im Bewusstsein der späteren Korrigierbarkeit nicht etwa freier arbeiten, sondern gehemmter, und beim Zeichnen schon an das Radieren denken. Wenn aber jeder Strich sitzen muss, muss man sich wohl oder übel ein Herz nehmen und ins tiefe Wasser springen.

Dies war ein Schritt in die richtige Richtung. Es blieb nicht bei einem Selbstportrait. Einige weitere sind ins Werkverzeichnis aufgenommen worden. Was das mit der Kunst zu tun hatte und mit dem, was mir wichtig war, wurde mir dadurch allerdings nicht klar. *


  Kommentar   Simulation Wohnumgebung   Museumsszenario   Kommentar   No. 12   Top   No. 10



Nachtrag Wohnungsszenario, 06.08.2011


No. 1 » 11 42x30cm, 06.09.1972  Siehe zu dieser Umgebung auch  » Nummer 15,  » Nummer 22,  » Nummer 78.Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 » 11 42x30cm, 06.09.1972
 
Siehe zu dieser Umgebung auch  » Nummer 15,  » Nummer 22,  » Nummer 78.
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Ein Bild im Badezimmer eines » kreativen Menschen - im Original ist hier das viktorianische Portrait einer Katzendame mit origineller Fellzeichnung im Silberrahmen zu sehen, der im Spiegel gut erkennbar ist.


No. 4 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 11 42x30cm, 06.09.1972  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 4 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 11 42x30cm, 06.09.1972
 
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Auf den ersten Blick beeindruckend, auf den zweiten eher ärmlich - üppige Pflanzen sind natürlich immer beeindruckend. Die beiden kleinen Bilder an der schmalen Wandfläche habe ich ersetzt; die Gouache kommt natürlich auch über große Entfernungen, aber selbst von der Kugelschreiberzeichnung kann man noch mehr erkennen als von den ursprünglichen Bildern.


No. 7 » 11 42x30cm, 06.09.1972  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 7 » 11 42x30cm, 06.09.1972
 
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Dies könnte ein Hotelzimmer sein - nur die vielen Bücher wollen nicht so recht dazu passen.


  Kommentar   Simulation Wohnumgebung   Museumsszenario


  Museumsszenario   No. 12   Top   No. 10 Nachtrag Museumsszenario, 16.12.2012


No. 10 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 617 96x145cm, 14.11.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 10 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 617 96x145cm, 14.11.1985
 


No. 11 » 245 81x70cm, 29.11.1977  » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 614 80x54cm, 18.10.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 11 » 245 81x70cm, 29.11.1977 sold/verkauft » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 614 80x54cm, 18.10.1985
 


No. 12 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 194 99x79cm, 08.09.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 12 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 194 99x79cm, 08.09.1974
 


No. 13 » 559 70x60cm, 18.01.1985 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 549 80x60cm, 08.01.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 13 » 559 70x60cm, 18.01.1985 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 549 80x60cm, 08.01.1985
 


No. 14 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 14 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 225 78x65cm, 12.05.1976
 


No. 15 » 550 100x80cm, 11.01.1985 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 372 100x80cm, 18.07.1983  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 15 » 550 100x80cm, 11.01.1985 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 372 100x80cm, 18.07.1983 sold/verkauft
 


No. 16 » 229 100x80cm, 21.10.1976  » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 298 100x80cm, 29.03.1983 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 16 » 229 100x80cm, 21.10.1976 sold/verkauft » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 298 100x80cm, 29.03.1983
 


No. 17 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 17 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 289 146x130cm, 30.11.1982
 


No. 18 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 18 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft
 


No. 19 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 259 131x100cm, 08.10.1980 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 19 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 259 131x100cm, 08.10.1980
 


No. 20 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 11 42x30cm, 06.09.1972 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 20 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 11 42x30cm, 06.09.1972
 


No. 21 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 21 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 217 129x103cm, 29.04.1975
 


No. 22 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 22 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 214 103x130cm, 14.02.1975
 


No. 23 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 23 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 213 103x129cm, 04.02.1975
 


No. 24 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 24 » 11 42x30cm, 06.09.1972 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft
 


  Kommentar   Simulation Wohnumgebung   Museumsszenario   Museumsszenario   No. 12   Top   No. 10




  Top    



   Width No. 11      Max      800 px      500 px  


   Width No. 12      Max      800 px      500 px  


180 cm - 71 inch

12x9"
Nr. 12:  30x21 cm (12x9"), Kugelschreiber, Gouache / Papier · 06.09.1972
     

  Comment   Simulation living environment   Museum scenario

  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Top  





Sorry, not translated yet. Please try » Google Translate (you may need to allow Firefox to redirect to another page)





2014-06-26

Nachdem ich lange Zeit diese Arbeiten für wenig bedeutend gehalten hatte, sehe ich sie heute mit anderen Augen. Ich bin verblüfft über die Präsenz, über die Ausdrucksstärke, die Integrität des jungen Mannes, der sich selbst anschaut und nicht weiß, was er tut und warum er es tut. *

Bei diesem Bild traue ich mich, Farbe zu bekennen. Aber es ist nicht die Farbe, die hier besonders beeindruckt, es ist der Blick. Dieser Typ schaut den Betrachter so intensiv an, dass man geneigt ist, sich selbst zu fragen: Wer bin ich, was will ich, was soll ich?

Im ersten Selbstportrait schaut die Figur in eine unbestimmte Ferne, etwas himmelwärts, der Betrachter bekommt dadurch eine gewisse Distanz zugewiesen, er wird Beobachter, hier jedoch ist er Ansprechpartner. Was will der Bursche vom Betrachter?

Der Oberkörper ist leicht gedreht und stößt fast an die Bildkante, der Kopf scheint fast aus dem Bild herauszuragen, die Distanz zum Betrachter wirkt nah. Der rückt einem sozusagen auf die Pelle, er will es wissen.

Der Blick ist offen und ernst. Er fragt nach dem Wesentlichen. Wer bist du? Das vorherige Bild hat demgegenüber etwas Sakrales, der Dargestellte könnte ein Betender sein. Dieses Bild hingegen ist nüchtern und abgeklärt.


  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Comment   No. 13   Top   No. 11



Followup Living environment, 06.08.2011


No. 1 » 12 30x21cm, 06.09.1972 Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 » 12 30x21cm, 06.09.1972
 
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. Eine Zeichnung in der Dusche - warum nicht? Man muss sie nur wasserdicht verpacken und gleichzeitig dafür sorgen, dass man später auch noch mal wieder dran kommt. Das müsste sich machen lassen.


No. 4 » 12 30x21cm, 06.09.1972 Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 4 » 12 30x21cm, 06.09.1972
 
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. Oder neben dem Foto - auch nicht schlecht.


No. 7 » 12 30x21cm, 06.09.1972  For this environment, see also  » Nummer 26.Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 7 » 12 30x21cm, 06.09.1972
 
For this environment, see also  » Nummer 26.
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. » Sonniger, südlicher Kalifornien-Stil, so wurde diese Wohnung klassifiziert: Hier kommt die Zeichnung gut zur Geltung - das ist nämlich eigentlich was für die Nahdistanz, auch wenn eine Fernwirkung durchaus vorhanden ist. Diese Stelle an der Wand neben dem großen Bild war frei, und da macht sich die Zeichnung gut. Mit Hilfe der Farbe des Passepartout kann man beliebige Akzente setzen.


  Comment   Simulation living environment   Museum scenario


  Museum scenario   No. 13   Top   No. 11 Followup Museum scenario, 16.12.2012


No. 10 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 617 96x145cm, 14.11.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 10 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 617 96x145cm, 14.11.1985
 
No. 11 » 245 81x70cm, 29.11.1977  » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 614 80x54cm, 18.10.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 11 » 245 81x70cm, 29.11.1977 sold/verkauft » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 614 80x54cm, 18.10.1985
 
No. 12 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 194 99x79cm, 08.09.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 12 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 194 99x79cm, 08.09.1974
 
No. 13 » 559 70x60cm, 18.01.1985 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 549 80x60cm, 08.01.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 13 » 559 70x60cm, 18.01.1985 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 549 80x60cm, 08.01.1985
 
No. 14 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 14 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 225 78x65cm, 12.05.1976
 
No. 15 » 550 100x80cm, 11.01.1985 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 372 100x80cm, 18.07.1983  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 15 » 550 100x80cm, 11.01.1985 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 372 100x80cm, 18.07.1983 sold/verkauft
 
No. 16 » 229 100x80cm, 21.10.1976  » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 298 100x80cm, 29.03.1983 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 16 » 229 100x80cm, 21.10.1976 sold/verkauft » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 298 100x80cm, 29.03.1983
 
No. 17 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 17 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 289 146x130cm, 30.11.1982
 
No. 18 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 18 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft
 
No. 19 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 259 131x100cm, 08.10.1980 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 19 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 259 131x100cm, 08.10.1980
 
No. 20 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 12 30x21cm, 06.09.1972 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 20 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 12 30x21cm, 06.09.1972
 
No. 21 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 21 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 217 129x103cm, 29.04.1975
 
No. 22 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 22 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 214 103x130cm, 14.02.1975
 
No. 23 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 23 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 213 103x129cm, 04.02.1975
 
No. 24 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 24 » 12 30x21cm, 06.09.1972 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft
 
  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Museum scenario   No. 13   Top   No. 11




  Top    



   Width No. 12      Max      800 px      500 px  


   Width No. 14      Max      800 px      500 px  


180 cm - 71 inch

17x12"
Nr. 14:  42x30 cm (17x12"), Ölkreide / Papier · 10.11.1972
     

  Comment   Simulation living environment   Museum scenario



At the wall with:  
» 45


  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Top  





Sorry, not translated yet. Please try » Google Translate (you may need to allow Firefox to redirect to another page)





2014-06-26

Ich sitze wieder vor dem Spiegel und probiere eine neue Technik aus: Ölkreide. Ich hatte damit gar keine Erfahrungen und mir einen schönen, professionellen Holzkasten gekauft, den ich heute noch besitze. Diesmal habe ich ein Hemd an, man sieht im offenen Kragen sogar das Unterhemd. Merkwürdigerweise habe ich hier einen Seitenscheitel; vielleicht sind die Haare an diesem Tag gerade so gefallen.

Der Blick ist ernst und intensiv - wieder schaut der Portraitierte den Betrachter genau an. Man hat nicht so sehr den Eindruck, dass der Maler sich selbst anschaut, als vielmehr, dass die Person im Bild den Betrachter fixiert. Im Gegensatz zu  Nummer 12 ist hier die Selbstgewissheit, die Zuversicht, die fordernde Haltung, die dort ganz rein auftrat, hier sehr stark überlagert von Selbstzweifeln und Angst. So ähnlich hätte auch » Vincent van Gogh schauen können.

Die Selbstportraits von Vincent gehören zu den stärksten Arbeiten, die er hinterlassen hat. Merkwürdigerweise hat er immer außen gesucht, was nur drinnen zu finden ist. Vielleicht hat das mit seinem christlichen Elternhaus zu tun: So wollte er ja gerne die anderen retten, wo es doch nur darum geht, sich selbst zu retten. Da kann man vielleicht auch noch was erreichen, während die anderen sich ja gar nicht erretten lassen wollen.

Aber ich habe gut reden. Ich saß da vor dem Spiegel und wusste auch nicht, worum es ging. Dabei hatte ich es direkt vor meiner Nase. Was war mir wichtig? Nichts fiel mir ein, aber es war doch sonnenklar: Ich selbst musste mir wichtig sein, wer denn sonst? Für mein Leben war ich selbst verantwortlich und nur ich allein, niemand konnte mir das abnehmen. Ich musste alles daransetzen, dieses Leben fruchtbar zu machen. Aber was sollte das heißen?

Es war noch gar nicht so lange her, dass ich Abitur gemacht hatte. Als Schulsprecher hielt ich die Abiturrede. Ich beklagte mich darüber, dass ich mich für das Leben gar nicht gerüstet fühlte. Kurz danach saß ich mit einer Freundin zusammen und wir fragten uns, was uns im Leben erwarte. Vor ein paar Jahren gab sie mir den Brief zurück, den wir damals schrieben. Es war mir peinlich, meinen Lebensentwurf zu lesen - wie naiv ich war!

Und nun war ich unversehens erwachsen geworden - jedenfalls musste man das wohl annehmen. Ich war volljährig, lebte seit ein paar Jahren in wilder Ehe mit einer Frau, die ich nach besten Kräften liebte, hatte ein Mathematikstudium erfolgreich beendet und bereitete mich auf den nächsten Schritt in der professionellen Entwicklung vor, die Promotion. Aber doch schien irgendwo der Zweifel zu wohnen. Ich konnte so etwas wohl machen, aber keine Leidenschaft für die Mathematik empfinden. War das nötig? Konnte man nicht ein ganz gewöhnliches Leben führen und einfach seine Pflicht tun? Warum musste ich mich vor den Spiegel setzen und mich selbst zeichnen? Irgendetwas quälte mich, und das wird in diesem Portrait sichtbar. Der Mann fühlt sich nicht wohl in seiner Haut.


  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Comment   No. 15   Top   No. 13



Followup Living environment, 06.08.2011


No. 1 » 14 42x30cm, 10.11.1972  Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 » 14 42x30cm, 10.11.1972
 
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. Eine armselige Wohnung, vielleicht eine Studentenbude.


No. 4 » 14 42x30cm, 10.11.1972  Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 4 » 14 42x30cm, 10.11.1972
 
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. Ein Blickfang. Die Küche besitzt jetzt einen Schmuck.


  Comment   Simulation living environment   Museum scenario


  Museum scenario   No. 15   Top   No. 13 Followup Museum scenario, 15.12.2012


No. 7 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 617 96x145cm, 14.11.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 7 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 617 96x145cm, 14.11.1985
 
No. 8 » 245 81x70cm, 29.11.1977  » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 614 80x54cm, 18.10.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 8 » 245 81x70cm, 29.11.1977 sold/verkauft » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 614 80x54cm, 18.10.1985
 
No. 9 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 194 99x79cm, 08.09.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 9 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 194 99x79cm, 08.09.1974
 
No. 10 » 559 70x60cm, 18.01.1985 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 549 80x60cm, 08.01.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 10 » 559 70x60cm, 18.01.1985 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 549 80x60cm, 08.01.1985
 
No. 11 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 11 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 225 78x65cm, 12.05.1976
 
No. 12 » 550 100x80cm, 11.01.1985 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 372 100x80cm, 18.07.1983  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 12 » 550 100x80cm, 11.01.1985 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 372 100x80cm, 18.07.1983 sold/verkauft
 
No. 13 » 229 100x80cm, 21.10.1976  » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 298 100x80cm, 29.03.1983 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 13 » 229 100x80cm, 21.10.1976 sold/verkauft » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 298 100x80cm, 29.03.1983
 
No. 14 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 14 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 289 146x130cm, 30.11.1982
 
No. 15 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 15 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft
 
No. 16 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 259 131x100cm, 08.10.1980 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 16 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 259 131x100cm, 08.10.1980
 
No. 17 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 14 42x30cm, 10.11.1972 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 17 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 14 42x30cm, 10.11.1972
 
No. 18 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 18 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 217 129x103cm, 29.04.1975
 
No. 19 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 19 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 214 103x130cm, 14.02.1975
 
No. 20 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 20 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 213 103x129cm, 04.02.1975
 
No. 21 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 21 » 14 42x30cm, 10.11.1972 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft
 
  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Museum scenario   No. 15   Top   No. 13




  Top    



   Width No. 14      Max      800 px      500 px  


   Width No. 15      Max      800 px      500 px  


180 cm - 71 inch

17x12"
Nr. 15:  42x30 cm (17x12"), Ölkreide, Gouache / Papier · 10.11.1972
     

  Comment   Simulation living environment   Museum scenario



At the wall with:  
» 11  » 121


  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Top  





Sorry, not translated yet. Please try » Google Translate (you may need to allow Firefox to redirect to another page)





2014-06-26

»  Portrait de Jacqueline Roque aux mains croisées, Vallauris. 03.05.1954, 116x89 cm. Musée Picasso, Paris. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
»  Portrait de Jacqueline aux fleurs. Vallauris. 02.05.1954, 100x81 cm. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
Wieder vor dem Spiegel, fast dieselbe Haltung, diesmal wieder nackt und etwas kühner. Hier wirken natürlich die großen Farbflächen und schwarzen Balken im Hintergrund, die zweifellos von Picassos » Portrait mit gekreuzten Händen seiner letzten Geliebten und Ehefrau » Jacqueline Roque beeinflusst sind. Der Bezeichnung mit den römischen Ziffern lässt sich ebenfalls entnehmen, dass ich von der konsequenten Datierung Picassos, die dieser in den dreißiger Jahren begonnen hatte, beeindruckt war. *

Wieder trage ich einen Seitenscheitel, was mich stutzen lässt: Vielleicht entsprach das sogar der Realität - ein Blick auf die anderen Selbstportraits zeigt, dass ich damals offenbar schwankte: Manchmal trage ich ein Mittelscheitel, manchmal einen Seitenscheitel. Der Mittelscheitel hat dann gewonnen. Bis zum Abitur trug ich immer Seitenscheitel.

Das Picasso-Bild von 1954 war Anschauungsunterricht in der Schule, eines der Beispiele für die Moderne Kunst, für die unser Kunsterzieher anscheinend nicht allzu viel übrig hatte, jedenfalls konnte er uns nicht wirklich den Wert dieser Arbeiten nahebringen.

Ich erinnere mich noch an ein weiteres »Portrait Picassos derselben Frau aus demselben Jahr (damals „Madame Z.“ genannt), das wir ebenfalls im Unterricht betrachtet haben. Besonders bei der Haltung der beiden Hände auf diesem Bild ließ der Lehrer durchblicken, dass er nicht allzu viel von solcher Kunst hielt. Gleichzeitig musste er uns natürlich eintrichtern, dass die Moderne Kunst etwas ganz Großes und Bedeutendes ist, unser höchstes Kulturgut, fast schon ein Heiligtum. Wie sagt » Robert Pirsig in » Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten? Erziehung ist Massenhypnose. Wir wurden gut hypnotisiert.


In diesem Bild blickt uns wieder ein sehr zuversichtlicher und selbstbewusster junger Mann an, der anscheinend keine Angst, dafür Humor hat und gerne lebt, mit Freuden. Beide Blätter sind am selben Tag entstanden. Habe ich mich gefragt, was diese Bilder mir sagen? Ich glaube nicht. Ich habe sie einfach gemacht und wollte ein überzeugendes Bild haben, das vor allen Dingen ähnlich ist. In dieser Hinsicht konnte ich noch nicht zufrieden sein. Es lag mir fern, anzunehmen, diese Bilder könnten mir etwas erzählen, was ich noch nicht weiß, womöglich über mich.

Auch diesmal ist der Blick wieder sehr intensiv, was merkwürdig ist, da zumindest die Pupille seines linken Auges etwas undeutlich ist, aber das stört überhaupt nicht. Die Einfassung des Kopfes durch die vier schwarzen Strahlen hebt diesen natürlich hervor.

Viele Jahre später wird der Kopf des Helden ebenfalls hervorgehoben, meistens durch eine Art » Heiligenschein (Beispiel:  Nummer 461). Die Einteilung des Hintergrunds in intensivfarbige Flächen, die durch Stege getrennt sind, erinnert auch an die Ästhetik der Kirchenfenster. Die Welligkeit des Papiers an einigen Stellen, hervorgerufen durch die Wasserfarbe, trägt dazu bei, da die Färbung des Glases in der Regel nicht gleichmäßig ist.

Merkwürdig, dass mir die gelbe Färbung der Haut gar nicht besonders ins Auge sticht. Dabei ist sie doch das Auffälligste an diesem Bild. Aber irgendwie stört sie nicht, sondern scheint dazu zu gehören. Wenn man sich vorstellen möchte, die Haut hätte eine andere Farbe, will das nicht gelingen. Also habe ich ein Bildbearbeitungsprogramm zu Hilfe genommen und ein wenig experimentiert. Interessant: Es kamen Effekte heraus wie bei » Andy Warhol, der ja bekanntlich bei seinen Portraits die Farben ebenfalls willkürlich gewählt hat (siehe » Malen wie Andy Warhol).


  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Comment   No. 16   Top   No. 14



Followup Living environment, 05.08.2011


No. 3 » 15 42x30cm, 10.11.1972  For this environment, see also  » Nummer 11,  » Nummer 22,  » Nummer 78.Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 3 » 15 42x30cm, 10.11.1972
 
For this environment, see also  » Nummer 11,  » Nummer 22,  » Nummer 78.
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. Kunst im Bad - für den » kreativen Menschen eine klare Sache, das Auge will leben und genießen! Die Wand ist im Original leer.


No. 6 » 15 42x30cm, 10.11.1972  Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 6 » 15 42x30cm, 10.11.1972
 
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. Out of focus.


No. 9 » 15 42x30cm, 10.11.1972  For this environment, see also  » Nummer 19,  » Nummer 20,  » Nummer 21,  » Nummer 22,  » Nummer 37,  » Nummer 76,  » Nummer 79,  » Nummer 80.Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 9 » 15 42x30cm, 10.11.1972
 
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. Man kann ein Papierbild ja auch auf Leinen oder Holz aufziehen und dann wie ein Gemälde rahmen. » Heim in den Hügeln von Hollywood mit freiem Blick auf Los Angeles. Im Original hängt an dieser Stelle nichts.


  Comment   Simulation living environment   Museum scenario


  Museum scenario   No. 16   Top   No. 14 Followup Museum scenario, 15.12.2012


No. 12 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 617 96x145cm, 14.11.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 12 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 617 96x145cm, 14.11.1985
 
No. 13 » 245 81x70cm, 29.11.1977  » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 614 80x54cm, 18.10.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 13 » 245 81x70cm, 29.11.1977 sold/verkauft » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 614 80x54cm, 18.10.1985
 
No. 14 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 194 99x79cm, 08.09.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 14 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 194 99x79cm, 08.09.1974
 
No. 15 » 559 70x60cm, 18.01.1985 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 549 80x60cm, 08.01.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 15 » 559 70x60cm, 18.01.1985 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 549 80x60cm, 08.01.1985
 
No. 16 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 16 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 225 78x65cm, 12.05.1976
 
No. 17 » 550 100x80cm, 11.01.1985 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 372 100x80cm, 18.07.1983  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 17 » 550 100x80cm, 11.01.1985 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 372 100x80cm, 18.07.1983 sold/verkauft
 
No. 18 » 229 100x80cm, 21.10.1976  » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 298 100x80cm, 29.03.1983 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 18 » 229 100x80cm, 21.10.1976 sold/verkauft » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 298 100x80cm, 29.03.1983
 
No. 19 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 19 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 289 146x130cm, 30.11.1982
 
No. 20 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 20 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft
 
No. 21 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 259 131x100cm, 08.10.1980 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 21 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 259 131x100cm, 08.10.1980
 
No. 22 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 15 42x30cm, 10.11.1972 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 22 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 15 42x30cm, 10.11.1972
 
No. 23 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 23 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 217 129x103cm, 29.04.1975
 
No. 24 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 24 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 214 103x130cm, 14.02.1975
 
No. 25 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 25 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 213 103x129cm, 04.02.1975
 
No. 26 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 26 » 15 42x30cm, 10.11.1972 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft
 
  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Museum scenario   No. 16   Top   No. 14




  Top    



   Width No. 15      Max      800 px      500 px  


   Width No. 16      Max      800 px      500 px  


180 cm - 71 inch

17x12"
Nr. 16:  42x30 cm (17x12"), Kohle / Papier · 12.11.1972
     

  Comment   Simulation living environment   Museum scenario



At the wall with:  
» 98


  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Top  





Sorry, not translated yet. Please try » Google Translate (you may need to allow Firefox to redirect to another page)





2014-06-26

Frontalportrait in Kohle - nun war ich zufrieden, so erkannte ich mich wieder. Sicherheitshalber ließ ich bei der zentralen Kopierstation in der Universität Bielefeld eine Fotokopie anfertigen. Merkwürdigerweise ist diese heute verschollen. Ein mir entfernt bekannter Professor stand zufällig hinter mir in der Schlange und fragte: „Haben Sie das gemacht?“ Anscheinend war er beeindruckt. Ich bildete mir dennoch nicht allzu viel darauf ein, denn im Grunde war ich wieder unzufrieden. Das war es ebenfalls nicht, was ich suchte. * Was war es dann?

Diese Zeichnung ist fünf Tage später entstanden als die vorige und war die zweite vom selben Tage. Anscheinend habe ich viel aus dieser Produktion vernichtet, denn das erste Blatt dieses Tages beispielsweise ist heute nicht mehr auffindbar. Es ist ein Wunder, dass das Original einigermaßen unbeschädigt erhalten geblieben ist - Kohlezeichnungen sind extrem empfindlich. Irgendwann habe ich diese auf eine Holzspanplatte aufgezogen (vermutlich wenig fachgerecht) und mit einem zarten Naturholzrahmen versehen.

Manches an dieser Zeichnung ist virtuos angehaucht, beispielsweise das Hemd, und es wird deutlich, welche technischen Finessen ich hätte entwickeln können, wenn ich gewollt hätte; andere Partien zeugen von meiner Ängstlichkeit, die aus mangelnder Erfahrung resultiert - Kohle ist ja nun nicht gerade einfach zu handhaben. Soweit ich mich erinnern kann, ist dies die einzige Kohlezeichnung, die ich nach der Schulzeit angefertigt habe.

Natürlich hatte ich Respekt vor der Technik und mir schon damals in Berlin überlegt, mein Problem könnte vielleicht sein, dass ich die Kunst nicht studiert hatte. Da ich aber das Mathematikstudium nicht abbrechen wollte und auch nie ernsthaft daran dachte, mich an einer Kunstakademie einzuschreiben, stellt sich die Frage, ob ich überhaupt angenommen habe, man könne die Produktion von Kunst an einer solchen Einrichtung lernen. Vermutlich nicht. Außerdem wollte ich ja auch gar nicht Künstler werden.

Ich zog einen anderen Schluss aus meinem Dilemma: Vermutlich sei ich eher handwerklich begabt und sollte mich deshalb der Fotografie widmen, was ich dann ja auch drei Jahre lang getan habe. Aber die Fotografie war es auch nicht, wie ich durch diese Erfahrung feststellen konnte.

 Fertigkeitsniveau zum Ende des Portraitzeichenkurses · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
Dass Technik nicht nur für mich kein Problem ist, sondern ganz generell, habe ich später im Kunstunterricht der Oberstufe erfahren, wo ich 1979 am » Ulrichsgymnasium Norden als Studienrat innerhalb eines Semesters einem ganz normal zusammengesetzten Kurs ohne weiteres beibringen konnte, realistische Portraitzeichnungen anzufertigen, die sich überall sehen lassen können, wo nur noch die konsequente Übung fehlte, um den Prozess schneller ablaufen zu lassen: Dann hätten diese jungen Leute sich sogar ein Taschengeld auf dem Montmartre verdienen können. Dabei hatte ich es doch selber gar nicht gelernt!

Im Grunde kann das nicht verwundern, denn noch vor 200 Jahren gehörte es zur bürgerlichen Grundbildung, vernünftig zeichnen zu können, es wurde von jedem erwartet. Selbstredend hat Goethe seine » Christiane gezeichnet. Man zeichnete genauso selbstverständlich wie man schrieb, las, sang oder musizierte. Heute verlangt man lediglich die Fähigkeit zum Lesen und Schreiben, die aber von jedem, der nicht gerade hochgradig behindert ist. Das ist eindeutig ein Verlust an kulturtechnischen Leistungen, der nicht zuletzt dem Wandel in der Kunstauffassung durch die Moderne Kunst geschuldet ist.


Interessanterweise wurde dieser Kurs „Portraitzeichnen und Körperstudien“ von den Schülern gewünscht und vom Schülervertreter vorgetragen, der dem Ausschuss der Lehrer angehörte. Man denke! Die Schüler möchten so etwas lernen, aber keiner meiner Kollegen traute sich einen solchen Kurs zu, vermutlich weil sie es selbst nicht konnten. Was sagt uns das über den modernen Kunstunterricht? Ich dagegen erklärte mich gern bereit und habe viel Freude daran gehabt. Gerne hätte ich auch selbst gezeichnet, aber leider konnte ich mich nur nur einmal für 20 Minuten hinsetzen, weil ich sonst immer Hilfestellungen geben musste. Diese Zeichnung habe ich sogar ins Werkverzeichnis aufgenommen:  Nummer 260.

Die Nasenpartie ist in einem Frontalportrait besonders problematisch und mir hier recht gut gelungen, während die Schatten unter dem Kinn beziehungsweise die Kinnlinie etwas zu wünschen übrig lassen, jedenfalls auf der Reproduktion. Die Augenpartien sind etwas schwach, besonders die linke, aber vermutlich waren sie auch noch ganz jung und frisch, gar nicht zu vergleichen mit ihrem jetzigen Zustand, der zeichentechnisch vermutlich wenig Probleme bereiten würde.

Beeindruckend finde ich immer noch die Präsenz dieses Portraits, die neben den Augen vor allem dem Mund geschuldet ist. Der Blick ist wieder einmal bemerkenswert, und eine gewisse Traurigkeit ist spürbar. Je länger ich mir das Gesicht anschaue, desto mehr gefällt es mir (im Moment habe ich gerade die maximale Auflösung, ich sehe also nur einen Teil der Zeichnung, nur das Gesicht).

Dieser junge Mann schaut aus dem Spiegel heraus und weiß nicht, warum er überhaupt hineinschaut. Es mangelt ihm an Selbsterkenntnis, was er aber nicht weiß, und er weiß auch nicht, dass dies der Grund ist, weshalb er in den Spiegel schaut. Er möchte wissen, wer er ist. Aber immerhin spürt er, dass er auf diese Weise nicht weiterkommen wird. Es dauert allerdings noch eine Weile, bis ihm diese Erkenntnis dämmert. Für mehr als ein halbes Jahr stellte ich die Produktion ein und wandte mich wieder dem Studium der Kunstgeschichte zu. Die Erkenntnismöglichkeiten dieses Weges hatte ich anscheinend ausgeschöpft.


  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Comment   No. 17   Top   No. 15



Followup Living environment, 05.08.2011


No. 2 » 16 42x30cm, 12.11.1972 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 2 » 16 42x30cm, 12.11.1972
 
Perfekt: So kommt selbst meine kleine Kohlezeichnung zu Ehren! Macht sich gar nicht so schlecht in dem riesigen Raum, hat durchaus Fernwirkung. (Phänomen entdeckt im Zuge der Diskussion von  Nummer 172)


No. 3 » 131 169x66cm, 22.03.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 » 16 42x30cm, 12.11.1972  Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 3 » 131 169x66cm, 22.03.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 » 16 42x30cm, 12.11.1972
 
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. Welch ein Ambiente! Im Original hängt hier nichts. Vermutlich möchte jemand ein Sofa verkaufen, oder Kissen. Schöne Fernwirkung! Das Originalfoto zeigt kahle Wände.


No. 6 » 16 42x30cm, 12.11.1972  Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 6 » 16 42x30cm, 12.11.1972
 
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. Auch die Küche braucht Kunst! Das Originalfoto hat eine kahle Wand.


  Comment   Simulation living environment   Museum scenario


  Museum scenario   No. 17   Top   No. 15 Followup Museum scenario, 15.12.2012


No. 9 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 617 96x145cm, 14.11.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 9 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 617 96x145cm, 14.11.1985
 
No. 10 » 245 81x70cm, 29.11.1977  » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 614 80x54cm, 18.10.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 10 » 245 81x70cm, 29.11.1977 sold/verkauft » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 614 80x54cm, 18.10.1985
 
No. 11 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 194 99x79cm, 08.09.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 11 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 194 99x79cm, 08.09.1974
 
No. 12 » 559 70x60cm, 18.01.1985 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 549 80x60cm, 08.01.1985 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 12 » 559 70x60cm, 18.01.1985 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 549 80x60cm, 08.01.1985
 
No. 13 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 13 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 225 78x65cm, 12.05.1976
 
No. 14 » 550 100x80cm, 11.01.1985 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 372 100x80cm, 18.07.1983  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 14 » 550 100x80cm, 11.01.1985 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 372 100x80cm, 18.07.1983 sold/verkauft
 
No. 15 » 229 100x80cm, 21.10.1976  » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 298 100x80cm, 29.03.1983 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 15 » 229 100x80cm, 21.10.1976 sold/verkauft » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 298 100x80cm, 29.03.1983
 
No. 16 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 16 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 289 146x130cm, 30.11.1982
 
No. 17 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 17 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft
 
No. 18 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 259 131x100cm, 08.10.1980 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 18 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 259 131x100cm, 08.10.1980
 
No. 19 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 16 42x30cm, 12.11.1972 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 19 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 16 42x30cm, 12.11.1972
 
No. 20 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 20 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 217 129x103cm, 29.04.1975
 
No. 21 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 21 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 214 103x130cm, 14.02.1975
 
No. 22 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 22 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 213 103x129cm, 04.02.1975
 
No. 23 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 23 » 16 42x30cm, 12.11.1972 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft
 
  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Museum scenario   No. 17   Top   No. 15




  Top    



   Width No. 16      Max      800 px      500 px  


   Width No. 41      Max      800 px      500 px  


180 cm - 71 inch

12x17"
Nr. 41:  30x42 cm (12x17"), Kugelschreiber / Papier · 23.11.1973
     

  Comment   Simulation living environment   Museum scenario

  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Top  





Sorry, not translated yet. Please try » Google Translate (you may need to allow Firefox to redirect to another page)





2014-06-26

Dies ist die erste einer ganzen Serie bemerkenswerter Zeichnungen. Vielleicht habe ich sie begonnen, um die kreative Hemmung zu überwinden, die in den vorhergehenden Arbeiten deutlich wird. So ein Stillleben konnte mich nicht wirklich befriedigen, und die Auseinandersetzung mit dem Kubismus natürlich auch nicht.

Ein Kugelschreiber ist schnell und verzeiht nichts. Es wäre tödlich, die Zeichnung kontrollieren zu wollen. Mit sehr viel Übung könnte bestenfalls Routine herauskommen. So aber könnte man den Ansatz als eine Technik begreifen, das Schöpferische zum Vorschein zu bringen.

Habe ich mir das vorher überlegt? Ich weiß es nicht. Als ich später mit den Radierungen begann, war mir bewusst, das ich in einer schöpferischen Krise war, und stellte schnell fest, dass ich durch eben diese Schnelligkeit und Unmöglichkeit der Korrektur automatisch produktiv wurde.

Diesen Kugelschreiberzeichnungen habe ich damals keinen besonderen Wert beigemessen und sie in irgend einer Mappe verschwinden lassen. Dabei ist die Ausdruckskraft der Linien und die Innigkeit der dargestellten Personen und Situationen sehr bemerkenswert und durchaus vergleichbar mit den berühmten antikisierenden Strichzeichnungen Picassos aus den zwanziger Jahren, die vergleichsweise seltsam transformiert und unpersönlich wirken.

Übrigens war Erika zwar Tänzerin, aber sie tanzte natürlich niemals vor mir wie eine Salome. Ob ich ihr damals vorgelesen habe, weiß ich ebenfalls nicht, aber später habe ich das oft gemacht. Das Motiv des Vorlesens in den folgenden Blättern hat also ebenso wenig wie das des Tanzens einen realen Bezug. *

Merkwürdig ist, dass sich bei einer so schnellen Zeichnung überhaupt reale Bezüge einstellen. Die üblichen Kritzeleien beim Telefonieren etwa sehen völlig anders aus. Die Zeichnung ist weitgehend als Umrisslinie ausgeführt, und zwar mehr oder weniger ohne abzusetzen, wie dies Picasso ebenfalls gelegentlich tat.

Carsten-Peter Warncke hat in seinem zweibändigen Werk über » Picasso herausgestellt, dass dieser schon im Studium zu solchen Übungen angehalten wurde. Auch ich wurde in meinem Kunst- oder Werkunterricht damit konfrontiert; eine Ente, aus einem einzigen Draht gebogen und als Wandschmuck wegen der Schattenwirkung mit Abstand auf eine Platte montiert, zeugte davon. Ich weiß noch, dass der Lehrer mir nicht glauben wollte, dass ich sie selbst so gebogen hatte.

Sowohl der Mann als auch die Frau füllen die Fläche aus, wobei die Größenverhältnisse eigentlich zu einer starken visuellen Irritation führen mussten, dies aber merkwürdigerweise nicht tun. Eine räumliche Wirkung kommt nicht zustande, obwohl sowohl der Größenunterschied der sitzenden und stehenden Person wie auch der den Bildrand berührende Fuß dies auslösen müssten.

Trotz der schlabberigen Beine, des ins Bild geklappten Hinterns, des verdrehten Fußes wirkt die Tänzerin nicht lächerlich. Das liegt wohl an der ersten Stimmung der beiden Personen, die durch sparsamste Mittel erreicht wird. Die Frau schaut etwas melancholisch weg vom Mann und in sich hinein, der wiederum macht einen bestürzten Eindruck, wobei unklar ist, ob er auf das Buch oder in sich hineinschaut. Die Frau scheint er jedenfalls nicht anzublicken.

Im weitesten Sinne könnte man die Frisuren als Hinweise auf uns beide verstehen, und das habe ich wohl, obgleich der Mann keinen Schauzbart trägt, mit dem ich mich bis dahin zu identifizieren pflegte. Wie auch nicht? Sollten nicht meine Werke mit mir zu tun haben?


  Comment   Simulation living environment   Comment   No. 42   Top   No. 40



Followup Living environment, 01.08.2011


No. 1 » 41 30x42cm, 23.11.1973  For this environment, see also  » Nummer 26,  » Nummer 28,  » Nummer 38b.Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 » 41 30x42cm, 23.11.1973
 
For this environment, see also  » Nummer 26,  » Nummer 28,  » Nummer 38b.
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. » Kleine Wohnung: altmodisch und modern, ausgesucht französisch. Hier dieselbe Situation wie bei  » Nummer 26; statt des kräftigen, großen Gemäldes eine kleine, zarte Zeichnung.




  Top    



   Width No. 41      Max      800 px      500 px  


   Width No. 42      Max      800 px      500 px  


180 cm - 71 inch

12x17"
Nr. 42:  30x42 cm (12x17"), Kugelschreiber / Papier · 23.11.1973
     

  Comment   Simulation living environment   Museum scenario

  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Top  





Sorry, not translated yet. Please try » Google Translate (you may need to allow Firefox to redirect to another page)





2014-06-26

Hier sind sie wieder, der Mann noch näher am Rand, die Frau sitzt jetzt ebenfalls und hört anscheinend zu. Nun ist der Mann ganz eindeutig auf das Buch fixiert, ein finsterer Typ, fanatisch, unerbittlich - kein Wunder, dass die Frau sich ebenso eindeutig unwohl fühlt, in die Enge getrieben, bedrängt, verwirrt.

Unglaublich, dass ein paar schnelle Striche eine solche Aussagekraft haben können! Die beschwingte Leichtigkeit des  vorigen Blattes, vor allem durch die Tänzerin hervorgebracht, fehlt hier völlig. Obwohl die Formen der Frau recht geschlossen und rund sind, dazu noch das Herzmotiv variieren, will sich doch keine Wohligkeit einstellen.

Was wird hier gespielt? Das möchte man doch gar zu gerne wissen!

Wie es im Leben so geht: Soeben entdecke ich zufällig Notizen, die ich anlässlich meines geplanten Picasso-Buchs angelegt und vergessen hatte. Darunter ein Zitat, mit dem ich erst einmal nicht so viel anfangen konnte:

But the deeper imagining I have in mind is spontaneous--it comes to you, like a wild animal, or animal power, as I say in the book.
Aber die tiefere Vorstellungskraft, die ich im Sinn habe, ist spontan - sie kommt zu dir, wie ein wildes Tier, oder eine animalische Kraft, wie ich in dem Buch ausführe.
» An Interview with Daniel C. Noel

Was mochte damit gemeint sein? Es geht um » Carlos Castaneda, der mich zwei Jahre später ebenfalls beschäftigen sollte, und um » C.G. Jung und dessen Würdigung der Imagination.

Jung said the unconscious reaches God knows where--we don't know where it ends. The same applies to the imagination: we may participate with it close up, but its nether reaches are beyond ego, beyond even self, it may be, stretching into mystery.
Jung sagte, das Unbewusste reicht bis Gott weiß wohin - wir wissen nicht, wo es endet. Das gleiche gilt für die Vorstellungskraft: wir können uns direkt mit ihr verbünden, aber ihre Wurzeln reichen bis jenseits des Egos, jenseits auch des Selbst, und erstreckt sich vielleicht ins Geheimnisvolle.
a.a.O.

Bei diesen Notizen findet sich auch die Übersetzung des Artikels in der Neuen Züricher Zeitung, die Jung anlässlich der großen Ausstellung verfasst hatte: » Jung’s 1932 Article on Picasso:

Non-objective art draws its contents essentially from 'inside.' This 'inside' cannot correspond to consciousness, since consciousness contains images of objects as they are generally seen, and whose appearance must therefore necessarily conform to general expectations. [...] In contrast to objective or 'conscious' representations, all pictorial representations of processes and effects in the psychic background are symbolic. They point, in a rough and approximate way, to a meaning that for the time being is unknown. It is, accordingly, altogether impossible to determine anything with any degree of certainty in a single, isolated instance. One only has the feeling of strangeness and of a confusing, incomprehensible jumble. One does not know what is actually meant or what is being represented. The possibility of understanding comes only from a comparative study of many such pictures. [...] the neurotic searches for the meaning and for the feeling that corresponds to it, and takes pains to communicate it to the beholder. The schizophrenic hardly ever shows any such inclination; rather, it seems as though he were the victim or this meaning. It is as though he had been overwhelmed and swallowed up by it, and had been dissolved into all those elements which the neurotic at least tries to master. [...]
Nichtobjektive Kunst schöpft ihre Inhalte im wesentlichen aus dem 'Inneren'. Dieses 'Innere' kann nicht mit dem Bewusstsein in Verbindung stehen, da das Bewusstsein Bilder der Objekte enthält, wie sie allgemein gesehen werden, und deren Erscheinung also notwendigerweise den allgemeinen Erwartungen entsprechen muss. [...] Im Gegensatz zu objektiven oder bewussten Darstellungen sind alle bildlichen Umsetzungen von Prozessen und Wirkungen im psychischen Umfeld symbolisch. Sie alle weisen in einer groben und ungefähren Weise auf eine Bedeutung, die zu diesem Zeitpunkt unbekannt ist. Es ist daher vollkommen unmöglich, etwas mit hinreichender Bestimmtheit über ein einzelnes, isoliertes Phänomen herauszubekommen. Man hat das Gefühl einer Fremdheit und eines verwirrenden, unverständlichen Durcheinanders. Man weiß nicht, was wirklich gemeint ist oder was dargestellt wird. Die Möglichkeit eines Verständnisses ergibt sich höchstens durch das vergleichende Studium vieler solcher Bilder. [...]der Neurotiker sucht nach der Bedeutung und dem Gefühl, das ihm entspricht, und gibt sich die Mühe, das dem Betrachter zu vermitteln. Der Schizophrene zeigt so gut wie nie eine solche Absicht; stattdessen sieht es aus, als ob er das Opfer oder die Bedeutung sei. Es scheint, als sei er davon überwältigt und verschlungen und habe sich in all diese Elemente aufgelöst, die der Neurotiker wenigstens zu bewältigen sucht. [...]
a.a.O., Rückübersetzung durch mich - das Original ist mir nicht zugänglich

Bei der vergeblichen Suche nach dem Originaltext bin ich auf eine weitere Perle gestoßen:

"The artist is not a person endowed with free will who seeks his own ends, but one who allows art to realize its purposes through him. As a human being he may have moods and a will and personal aims, but as an artist he is "man" in a higher sense - he is "collective man," a vehicle and moulder of the unconscious psychic life of mankind." (from 'Psychology and Literature', 1930)
Der Künstler ist nicht eine Person mit einem freien Willen, die ihre eigenen Zwecke verfolgt, sondern jemand, der der Kunst erlaubt, ihre Zwecke durch ihn zu verwirklichen. Als menschliches Wesen mag er seine Launen und seinen Willen und seine persönlichen Ziele haben, aber als Künstler ist er "man" in einem höheren Sinne - er ist der "allgemeine Mensch", ein Instrument und Gestalter des unbewussten psychischen Lebens der Menschheit.
» Carl Gustav Jung (1875-1961)

Ansonsten gibt es zur Zeit sehr viele Hinweise auf diesen Artikel, da die ursprüngliche Ausstellung (die erste Museumsausstellung Picassos überhaupt) gerade zum 100. Geburtstag des Kunsthauses weitgehend rekonstruiert worden ist - aber selbst in einem Sammelband der zeitgenössischen Commente zur damaligen Ausstellung ist Jungs Text nicht abgedruckt (» Die vielen Stimmen zu den vielen Gesichtern: Eine Publikation verrät, was bei Picassos Auftritt 1932 in Zürich die Gemüter bewegte).

Die aktuellen Commente sind allesamt hochgradig ignorant; Picasso wird wie üblich über den grünen Klee gelobt und Jung als Idiot hingestellt (Beispiel: » Retrospektive in Zürich: Das System Picasso, siehe auch » OPP-Suche: Jung). Höchstwahrscheinlich hat sich niemand die Mühe gemacht, sich den Artikel genau durchzulesen.

Jung hat als Psychologe natürlich alle Menschen klassifiziert; irgendein anrüchiges Etikett bekommt jeder. Für mich ist seine Beobachtung sehr aufschlussreich. Sie erklärt, warum ich nach der Bedeutung frage, Picasso jedoch nicht. Ich nehme ihm die Klassifizierung als Neurotiker natürlich nicht übel; die Frage ist allerdings, was dadurch gewonnen wird. Andere Psychologen benutzen andere Systeme; nach » Alexander Lowen beispielsweise bin ich angeblich schizoid, was immer das sein mag.

Das ist das Problem mit den Psychologen: Die angeblichen Erklärungen erklären nichts. Das eint sie mit den Kunsthistorikern.


  Comment   Simulation living environment   Comment   No. 43   Top   No. 41



Followup Living environment, 10.08.2011


No. 1 » 42 30x42cm, 23.11.1973  Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 » 42 30x42cm, 23.11.1973
 
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. In Originalfoto hängt hier ein großes Bild hinter Glas, von dem gar nichts zu erkennen ist; es könnte sich um ein weißes Blatt handeln. Soll wohl ein Loft bezeichnen: Nackte Wände, viel Platz, wenig Möbel (siehe auch » 142, » 48).


No. 4 » 42 30x42cm, 23.11.1973  For this environment, see also  » Nummer 56e.Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 4 » 42 30x42cm, 23.11.1973
 
For this environment, see also  » Nummer 56e.
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. Besser; die Wand oben ist mir zu groß für das Bild, zu kahl. Dies ist intimer; im Originalfoto hängt hier nichts.




  Top    



   Width No. 42      Max      800 px      500 px  


   Width No. 43      Max      800 px      500 px  


180 cm - 71 inch

12x17"
Nr. 43:  30x42 cm (12x17"), Kugelschreiber / Papier · 23.11.1973
     

  Comment   Simulation living environment   Museum scenario

  Comment   Simulation living environment   Museum scenario   Top  





Sorry, not translated yet. Please try » Google Translate (you may need to allow Firefox to redirect to another page)





2014-06-26

Und noch einmal eine Variante - hier hat sich die Frau entspannt, sie liegt auf der Seite, schaut den Vorleser aber nicht an, sondern wendet den Blick ab ins Leere. Der Mann ist hier ebenfalls entspannter, wirkt weicher, und scheint ganz auf das Buch konzentriert und in seine Tätigkeit versunken zu sein.

Die Linien sind extrem einfach, schwung- und ausdrucksvoll. Der Ausdruck der beiden Gesichter ist mit minimalen Mitteln sehr präzise gesetzt. Die Linien erzeugen gleichzeitig Volumina, und zwar sowohl der Personen als auch des umgebenden Raumes. Der Mann sitzt vorne, die Frau etwas weiter hinten. Die Linienführung ist so virtuos, dass man jahrelange Übung vermuten könnte. Dabei habe ich nur losgelassen.

Es war gewissermaßen ein Trick, um mich selbst zu überlisten. Hatte ich zuvor verzweifelt um ein Thema gerungen und verschiedene Richtungen ausgelotet, die mir alle nicht zugesagten, hatte ich hier nichts zu verlieren. So ein Blatt Papier ist zwar auch nicht umsonst, aber doch so billig, dass man über den Verbrauch nicht nachdenken muss. Und Zeit hatte ich ohnehin, ich hätte sie mir jedenfalls genommen, und da diese Zeichnungen in Sekundenschnelle entstanden sind, konnte ich einen Haufen davon anfertigen.

Ich habe keine Ahnung, wie viele ich gemacht habe, aber es sind nur wenige erhalten. Möglicherweise gibt es gar nicht mehr, vielleicht habe ich aber auch einen Teil weggeworfen. Jedenfalls habe ich dieser ganzen Angelegenheit damals nicht viel Bedeutung zugemessen.

Ein paar Jahre später, als ich am Gymnasium Kunst unterrichtete, habe ich diesen Trick einmal in der Oberstufe angewandt, um die Schüler zu lockern. Ich habe ihnen alte Zeitungen hingeworfen, die noch weniger wert sind als unbeschriebenes Papier, und tatsächlich ließen sich die Schüler nach einer Weile darauf ein. Es dauerte gar nicht lange, bis interessante Bilder entstanden, die sie sich sicherlich nicht hätten ausdenken können. Man muss sich einfach fallenlassen und loslegen.

 Edwards: Garantiert zeichnen lernen. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
Das sagt sich so leicht, ist aber nicht wirklich einfach. » Betty Edwards hat in ihrem Buch » Garantiert zeichnen lernen. Das Geheimnis der rechten Hirn-Hemisphäre und die Befreiung unserer schöpferischen Gestaltungskräfte ebenfalls eine Reihe von Tricks entwickelt, um die Blockade durch die linke Gehirnhälfte zu überwinden und die rechte Gehirnhälfte übernehmen zu lassen, die genau weiß, wie es geht.

Die rechte Gehirnhälfte ist von Geburt an im Training. Wir erfassen unmittelbar Formen und Farben und ordnen diese Gegenständen, Stimmungen und Bedeutungen zu. Ohne diese Fähigkeit könnten wir unsere Umwelt nicht einschätzen, unsere Mitmenschen nicht verstehen, nicht mit ihnen fühlen, nicht auf sie eingehen. Die Fähigkeiten der rechten Gehirnhälfte sind höchst erstaunlich: Schon auf große Entfernungen erkennen wir bekannte Personen, minimalste Änderungen der Mimik und Gestik können präzise erfasst und verstanden werden, und zwar schon von kleinen Babys.

Um die rechte Gehirnhälfte mit ihren unglaublichen Fähigkeiten zum Zuge kommen zu lassen, wendet Betty Edwards unter anderem Tricks an. Sie nimmt beispielsweise ein Foto einer bekannten Persönlichkeit, die von jedermann sofort erkannt wird, und dreht diese auf den Kopf. Damit ist das Zusammenspiel zwischen linker und rechter Gehirnhälfte gestört. Die rechte kann das Foto nicht zuordnen und die linke hat infolgedessen keinen Begriff dafür. Die rechte sieht jetzt nur noch Formen und gegebenenfalls Farben. Will man das nun kopieren, gelingt einem das ohne weiteres, weil jetzt die linke Gehirnhälfte, die für diese unbekannten Formen keine Begriffe hat, nicht stören kann. Die rechte erfasst diese amorphen Phänomene sehr genau, ohne das üben zu müssen. Heraus kommt dann ein ziemlich ähnliches Porträt der bekannten Person, wenn man das Ergebnis wieder dreht.

Aus demselben Grunde empfiehlt sie, nicht die bekannten Begriffe zu malen, etwa ein Auge, sondern die Formen, die sich dadurch implizit ergeben, für die aber gar kein Begriff existiert, in diesem Fall das Weiße im Auge. Da diese Form die Negativform der Augenlider und der Iris ist, ergibt sich dadurch dieselbe Form, nunmehr aber wunderbar exakt. Es ist also sehr einfach, naturalistisch zu zeichnen, wenn man weiß, wie es geht: Man überlässt sich einfach der rechten Seite und lässt diese machen. Die weiß schon, wie die Formen auszusehen haben und hinterlässt ein ungutes Gefühl, wenn etwas nicht stimmt.

Soweit diese Theorie die realistische Wiedergabe betrifft, leuchtet sie ein. Was aber, wenn die Zeichnung gar nicht realistisch ist? Auch dort gibt es die klare Unterscheidung zwischen Ergebnissen, die ein ungutes Gefühl verursachen und solchen, die Wohlgefallen erregen. Soweit ich weiß, hat die Autorin sich mit nichtrealistischer Kunst nicht beschäftigt. Die Frage kann man sogar allgemeiner stellen: Wie ist es möglich, dass Abstraktionen überhaupt existieren können? Dass ein Strichmännchen für einen Menschen stehen kann, wäre mit Vergröberung erklärbar: Die wesentlichen Einzelheiten stehen für das Ganze. Die Abstraktion wird mit dem Konkreten assoziiert, das bekannt ist und dessen Bedeutung erfahren wurde. Das wäre also ein Akt der Erinnerung. Aber wie wird hier die Qualität beurteilt?


  Comment   Simulation living environment   Comment   No. 44   Top   No. 42



Followup Living environment, 10.08.2011


No. 2 » 43 30x42cm, 23.11.1973  Click on the image to see the original photo. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 2 » 43 30x42cm, 23.11.1973
 
Click on the image to see the original photo.
» After/before: display. Ich werde immer besser: Wo es schon bei Zeichnung sehr schwierig ist, habe ich wenigstens die Simulation des Passepartout und des Rahmens verbessert. Im Originalfoto hängt über dem Stuhl eine Silhouette in einem schmalen Rahmen.




  Top    



   Width No. 43      Max      800 px      500 px  


 Thumbs Drawings        Listview   • Max      800 px      500 px      

Oils       Drawings       Sculptures       Prints       All       Tiny       Small       Middle       Large       Huge      

 
Home   Fotos   Galerie   Manifest   Credo   Texte   Blog   Bücher   Altar      English   Top


Search for search

 

The average Joe on his long way to God.
Signatures joe
Werner Stürenburg: Development of his signature

server time used 0.2728 s