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Öl   Mittel   Alles        Breite No. 99     » Max     • 800 px     » 500 px      84x65 cm, Öl / Spanplatte


180 cm - 71 inch

34x26"


Nr. 99:  84x65 cm (34x26"), Öl / Spanplatte · 29.01.1974, Rückseite von » 102
     

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An der Wand mit:  
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2013-06-23

Jetzt bin ich mir sicher: Ich war pleite. Dieses Bild ist auf eine weißbeschichtete Spanplatte gemalt - wie man sieht, geht das auch. Der gute Mann sieht auch entsprechend ratlos aus. Wie soll das nur weitergehen? *

Inzwischen kümmere ich mich um realistische Proportionen schon lange nicht mehr. Dieser Typ ist so locker hingeschmiert, wie ich das von Picasso gelernt hatte. Und leider kommt dabei auch nicht viel mehr raus. Ich spare nicht nur einmal Grund, sondern auch an der Farbe - auf beschichteter Spanplatte braucht man besonders wenig.

Immerhin traue ich mich, ich fülle die Fläche, die Linien haben Schwung, werden sicher gesetzt, hinsichtlich der Farben und Flächen mache ich mir keine großen Sorgen, und wenn ich so weiter gemacht hätte, wäre ich vielleicht Fließbandmaler geworden, wie der alte Picasso, dessen Alterswerk ich nach wie vor als Gipfel seiner Kunst ansehen musste.

Wie denn auch nicht - konnte es denn sein, dass der größte Künstler des Jahrhunderts im Alter schlechter werden würde? Dass er seinen eigenen Untergang herbeimalen würde? Dass all seine Erfahrung, all sein Können, seine gesamte Erfindungskraft ihn im Stich lassen oder in die Irre leiten könnte? War denn nicht auch Tizian im Alter zur größten Form aufgelaufen? Sollte Picasso die große Ausnahme sein? Oder war hier nicht eine große Lektion zu lernen, deren Größe ich einfach noch nicht begreifen konnte?

Je hinfälliger er wurde, desto größer wurden die Leinwände, desto plakativer die Farben, desto hastiger füllte er die Flächen mit verlegenen Kringeln und Schlenkern. So wie ich bei diesem Bild. Einen Teil des Malgrundes lasse ich sogar noch frei, eine Freiheit, die er sich sein Leben lang genommen hatte.

Nehme ich den Mund ein bisschen voll? Kann sich dieses Bild wirklich mit einem Picasso sehen lassen? Das wollen wir doch mal sehen!

No. 1 »Buste de matador IV 89x64,5cm » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 67 42x30cm, 23.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 »Buste de matador IV 89x64,5cm » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 67 42x30cm, 23.12.1973
 


 
No. 2 » 99 84x65cm, 29.01.1974 »Buste de matador IV 89x64,5cm » 67 42x30cm, 23.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 2 » 99 84x65cm, 29.01.1974 »Buste de matador IV 89x64,5cm » 67 42x30cm, 23.12.1973
 


 
No. 3 »Tête d
No. 3 »Tête d'homme (pour Jacqueline) II 92x73cm » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 67 42x30cm, 23.12.1973
 


 
No. 4 » 99 84x65cm, 29.01.1974 »Tête d
No. 4 » 99 84x65cm, 29.01.1974 »Tête d'homme (pour Jacqueline) II 92x73cm » 67 42x30cm, 23.12.1973
 


 
Na ja, geht so. Das Bild wird auch nicht besser, wenn man es mit einem schlechten Picasso vergleicht und aufwendig rahmt.

Aber rechts neben den beiden großen Bildern fehlte noch was; da habe ich es mal mit  Nummer 67 probiert. Der Rahmen ist natürlich fantastisch und verleiht dem Bild eine dämonische Aura. Hervorragend! So langsam kriege ich ein Gefühl für Rahmen. Im Vergleich wirken meine Experimente zu  Nummer 92 jetzt geradezu ärmlich. Das ist der beste Beweis für den Fortschritt.

Na, dann muss Nummer 92 aber auch nochmal ran:

No. 5 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 67 42x30cm, 23.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 67 42x30cm, 23.12.1973
 


 
Unglaublich, was man mit Rahmen machen kann! Zu den abschließenden Verschönerungen gehört übrigens auch der Firnis, der in der Modernen Malerei verpönt war. Ich habe zwar auch mal mit Firnis experimentiert, es dann aber wieder sein lassen. Zwar wirken die Farben etwas tiefer, aber gleichzeitig entsteht ein Glanz, der da eigentlich nicht hingehört. Was mich aber am meisten gestört hat, war vermutlich die Veränderung gegenüber dem Zustand, den ich für den endgültigen hielt. Man kann ohne riesigen Aufwand einen Firnis nicht wieder abnehmen - ich traue mir das jedenfalls nicht zu. Die Entscheidung ist also endgültig. Man kann es vorher nicht wissen und hinterher nicht mehr korrigieren.

Andererseits lagert sich auf den Bildern natürlich Staub und sonstiger Dreck ab, insbesondere Zigarettenqualm, was die Bilder zweifellos ebenfalls verändert. Ein Firnis würde das Bild durchaus schützen; man könnte es leichter reinigen, ohne es zu beschädigen. » Max Beckmann hat sicher in seiner Anfangszeit auch ordentlich gefirnisst, später jedoch darauf verzichtet und soll sauer gewesen sein, wenn ein Käufer sein Bild gefirnisst hat. Darf der das? Es ist ja schließlich sein Eigentum. Darf der beispielsweise sein Eigentum vernichten?


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Nachtrag Wohnungsszenario, 27.11.2011

No. 6 » 99 84x65cm, 29.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 99 84x65cm, 29.01.1974
 
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» Nachher/vorher: einblenden. Es ließ mir keine Ruhe; immer wieder stolperte ich über den großen Picasso in der Wohnung des New Yorker Finanzexperten, und je öfter ich dieses Bild sah, desto weniger gefiel es mir.

»Mousquetaire à la pipe I (13.10.1968) ist ziemlich groß: 146x97cm, mein Bild viel kleiner, aber durch den sehr breiten Rahmen kompensiere ich den Unterschied, so dass 99 hier ebenso repräsentativ wirken kann.

Das Foto entstammt dem Artikel » Michael S. Smith Decorates a Grand Manhattan Home (The interior designer shapes the decor of a New York City apartment to make the most of the museum-quality art collection on view) aus dem Magazin Architectural Digest (siehe auch Kaminzimmer  92, Wohnzimmer  92, Vorzimmer  91, Küche  93) und trägt den Untertitel:

» Michael S. Smith designed the interiors of this apartment-renovated by architect » Peter Pennoyer-on Manhattan's Sutton Place for a financier and his wife. Works by Pablo Picasso and Henry Moore draw the eye from the entrance hall toward the gallery; the light fixture is by Hervé Van der Straeten from » Ralph Pucci International.

Picasso hat sein Gemälde anscheinend für ein Meisterwerk gehalten, denn es ist noch im selben Jahr als Farblithographie in einer Auflage von 300 herausgekommen. Es ist die einzige Reproduktion der Gemälde dieses Jahres, muss für ihn oder für die Produzenten also eine besondere Bedeutung gehabt haben.

Die Amerikaner pflegen zu sagen: »Kunst liegt im Auge des Betrachters«, will sagen: Es ist alles beliebig - wenn's gefällt, wird's schon in Ordnung sein. So einfach darf man es sich aber nicht machen.

Wer ein bisschen sensibilisiert ist, hat dies wahrscheinlich seinem Training zu verdanken. Es gibt nur eine Methode, zu einem Urteil zu gelangen: Sich immer wieder der Erfahrung und dem Vergleich auszusetzen. Und so leid es mir tut, dieses Picasso-Gemälde besteht den Test nicht. Der » Moore ist auch kein Geniestreich, aber ganz o.k., eben das, was man von Moore erwarten kann.

No. 9 » 99 84x65cm, 29.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 9 » 99 84x65cm, 29.01.1974
 
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» Nachher/vorher: einblenden. Das vertäfelte » Wohnzimmer von der anderen Seite, ursprünglich mit Blick auf den grell-scheußlichen » Severini.

Hier kann man 99 auch aufhängen. Ich bin nach wie vor überrascht, wie wacker sich meine frühen Bilder schlagen. Und wie lieb ich sie gewinnen kann, nachdem ich sie über 30 Jahre lang missachtet habe.

Aber: Möchte man so wohnen? Kommt so die Kunst optimal zur Geltung?

Was sollen die großen Spiegel? Hatten die keine vernünftigen Kunstwerke mehr, die man da hätte aufhängen können? Die bringen doch nur Unruhe ins Bild. Die Holzvertäfelung ist einfach nur geschmacklos, gewissermaßen Altdeutsche Eiche Ausführung New York.

No. 12 » 99 84x65cm, 29.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 12 » 99 84x65cm, 29.01.1974
 
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» Nachher/vorher: einblenden. » Angelika Taschen hatte in ihrem Domizil in Berlin Besuch: » The Selby is in your place (siehe auch  100). Wohnt die da oder tut die nur so? Und hat die wirklich Gefallen an dem Ding, das da in Wirklichkeit hängt?

Mein Typ schaut da sehr betroffen; er hält das alles wohl für sehr bedenklich. Vor 10 Jahren, als sie noch mit » Benedikt Taschen verheiratet war, behaupteten die beiden in einem » Spiegel-Interview, sie hätten sehr viel Spaß. Wenn man sich die Wohnung und die Frau darin anschaut, kann man das kaum glauben. Irgendwie ist zumindest der Spaß heute auch nicht mehr das, was er früher einmal war, scheint mir. Von der Kunst ganz zu schweigen. Schlägt die sich nicht aufs Gemüt? Oder spiegelt die Kunst die Innenwelt?


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  Museumsszenario   No. 100   Top   No. 98 Nachtrag Museumsszenario, 29.11.2012

No. 15 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982
 


 
No. 16 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 16 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft
 


 
No. 17 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 99 84x65cm, 29.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 17 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 99 84x65cm, 29.01.1974
 


 
No. 18 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976
 


 
No. 19 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 19 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975
 


 
No. 20 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975
 


 
No. 21 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 21 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975
 


 
No. 22 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 22 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973
 


 
No. 23 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973
 


 
No. 24 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 24 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974
 


 
No. 25 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 25 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973
 


 
No. 26 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 26 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973
 


 
No. 27 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 27 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973
 


 
No. 28 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 28 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973
 


 
No. 29 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 29 » 99 84x65cm, 29.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft
 


 
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