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Öl   Klein   Alles        Breite No. 58     » Max     » 800 px     • 500 px      60x40 cm, Öl / Leinwand


180 cm - 71 inch

24x16"


Nr. 58:  60x40 cm (24x16"), Öl / Leinwand · 08.12.1973 - 13.12.1973
     

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2013-06-23

» Delacroix: Die Frauen von Algier, 1834, 180×229cm · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
 
» Picasso: Les femmes d
 
Dies ist die zweite Person, die ich aus meinem kläglich gescheiterten Versuch zu den » Frauen von Algier herausgeschnitten habe (siehe  Nummer 57).

Picasso hatte sich ausschließlich auf die linke Figur konzentriert und den Rest des Personals als Schablonen irgendwie verteilt, wobei er sich nur lose an den originalen Positionen orientierte. Die linke Frau, die bei » Delacroix noch nicht einmal bis zur Hälfte des Bildes aufragt, nimmt bei Picasso die gesamte Höhe des Bildes ein und stößt sogar um an.

Auch die schwarze Dienerin kann man bei ihm wiedererkennen, während sich die vorne unmotiviert nackt herumliegende Frau mit den erhobenen Beinen bei » Delacroix nicht findet, und auch die vierte, die hinten im Türrahmen, der im Original geschlossen ist, ebenfalls nackt erscheint, ist nicht von Delacroix.

»  Die Frauen von Algier, Ausschnitt · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
 
Die Dienerin wiederum hat er vom Vordergrund rechts in den Mittelgrund verschoben, weiter nach links. Die Wasserpfeife, die bei Delacroix der rechten der drei Haremsdamen zugeordnet ist, findet sich bei Picasso vor der linken.

Wie » John Berger in » Glanz und Elend des Malers Pablo Picasso anmerkt, ist nicht zu erkennen, warum diese gravierenden Eingriffe vorgenommen wurden und was sie bewirken (siehe Zitat in der Anmerkung zu  Nummer 57). Meine Änderungen sind zwar nicht so gravierend, aber die von Berger gestellten Fragen sind berechtigt.

Warum habe ich überhaupt diese » Paraphrase in Angriff genommen? Und was wollte ich damit erreichen? Offensichtlich war ich durch das Studium Picassos angeregt und wollte mich prüfen, weiterbilden, herausfinden, was man mit Picassos Methode erreichen kann. Dabei habe ich mich allerdings nicht wie bei der Paraphrase  Nummer 32 zu dem » Frühstück im Grünen an Picasso orientiert, sondern an dessen Vorlage. Ich sah anscheinend keinen Grund, an der grundsätzlichen Komposition etwas zu ändern und auch nicht an der Inszenierung der Personen. So sind meine beiden Frauen ähnlich gelagert und halten sich ähnlich wie beim Vorbild.

Da es leider kein Zustandsfoto der ursprünglichen Fassung gibt und mein Gedächtnis mich hier auch im Stich lässt, kann ich nur spekulieren, dass ich entweder die dritte Haremsdame weggelassen habe, was erklären würde, warum die zweite ihren Kopf nicht nach rechts neigt wie bei Delacroix, wo die beiden Haremsdamen rechts miteinander im Gespräch sind, und auch die Stellung der Wasserpfeife, die im Original ja weiter rechts platziert ist, oder ich habe mir doch Freiheiten erlaubt; immerhin hält die erste Haremsdame ihren Kopf bei mir auch anders.

Auf jeden Fall war es nicht so, wie selbst gestandene Kunsthistoriker sich das vorstellen, dass ich zunächst eine Vorstellung entwickelt hätte, die es dann umzusetzen galt, nach dem Motto: Was wollte der Künstler uns sagen? Wäre es so, wäre der Künstler lediglich der Illustrator seiner Gedanken. (Dass ich es selbst einmal so versucht hatte, belegt  Nummer 9.)

Diese Vorstellung ist so hartnäckig, dass sie sich sogar durchsetzt, wenn die Tatsachen dagegensprechen. Ich erinnere mich noch gut an meine Empörung über die Aussage von Friedhelm Wilhelm Fischer in » Max Beckmann. Symbol und Weltbild. Grundriß zu einer Deutung des Gesamtwerkes (1972), dass » Beckmann auf spekulativem Wege zu seinen Bildinhalten gekommen sei, nur weil er im Zuge seiner Habilitation durch ein Stipendium dessen nachgelassene Bibliothek einsehen konnte und dort esoterisches Material gefunden hatte, über das er manche rätselhaften Symbole in dessen Bildern zuordnen konnte. Dabei hat er im selben Buch den Maler zitiert, der in seinem Tagebuch lapidar festgehalten hatte: „Wenn ich male, denke ich nicht.“ - und dieses Zitat sogar als Motto eines Kapitels gewählt.

Diese Aussage fand ich natürlich interessant, weil sie meiner eigenen Erfahrung entsprach, und ich meinte, Fischer auf seinen Irrtum hinweisen zu müssen. Er war daran aber gar nicht interessiert und ließ meinen Brief durch seine Sekretärin abwimmeln. Abgesehen davon hatte ich nicht den Eindruck, dass sich die Bilder Beckmanns dadurch erhellen lassen, dass man bestimmte Symbole im Umkreis der » Gnosis ebenfalls findet. Das Interessante für mich ist ja gerade, dass sich durch das Verfahren der Malerei Inhalte offenbaren können, die dem Denken gar nicht zugänglich sind. So weit war ich aber damals natürlich noch nicht. Ich tappte vollkommen in Dunkeln, verstand meine eigenen Antriebe nicht und versuchte das Beste aus der Situation zu machen.

© Copyright Werner Popken. 
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Hinsichtlich der malerischen Qualitäten brauche ich mich nicht zu wiederholen und verweise auf meine diesbezüglichen Ausführungen zu  Nummer 57. Hier habe ich offensichtlich statt der Fleischfarbe Weiß verwendet, was die Sache aber nicht besser macht, da außer im Gesicht kaum Modulation zu erkennen ist. Der Raum ist wiederum kubistisch in die Fläche geklatscht, wobei ich mich der simplen und wirkungsvollen Ornamentik bedient habe, die man bei Picasso und auch bei » Matisse häufig findet. Die Hände sind ziemlich verunglückt, bei der Kleidung habe ich mir wieder Freiheiten erlaubt, und der Gesichtsausdruck ist ebenso wie die Kopfhaltung völlig verschieden vom Original.

Dieses Gesicht allerdings ist nicht schlecht. Die Persönlichkeit dieser Frau wird ziemlich deutlich, sie weiß, was sie will. Das ist mit Sicherheit keine Haremsdame, die sich ergeben in ihr Schicksal fügt und versucht, das Beste daraus zu machen. Sie wirkt zwar ein bisschen verloren, aber doch so entschlossen, als würde sie ohne weiteres von dem Messer Gebrauch machen, das man sich in ihrer Faust vorstellen kann. Bei Delacroix hat die dritte Haremsdame das Mundstück der Wasserpfeife in der Hand; hier steht die Wasserpfeife unbenutzt herum. Diese Frau sieht auch nicht so aus, als wollte sie sich betäuben.

Das ist auch keine Schönheit - sie hat etwas Schmutziges, Wüstenmäßiges an sich, und ist trotzdem nicht ohne Reiz, vielleicht sogar hübsch in manchen Augen. Sie kann aber vermutlich nur schwer erotische Fantasien erregen, was man ihrem Vorbild jedoch sofort abnimmt. Die Szene bei Delacroix atmet eine deutliche Schwüle und offenbart sich dadurch als Projektion europäischer Männer, die sich einen Harem als eine Art Privatbordell vorstellten, wo der Pascha die schönsten Frauen versammelte und kostenlos jederzeit zugreifen konnte.

In Wirklichkeit waren die Frauen im Harem Mitglieder einer großen Familie und in der Regel pausenlos tätig. Sie lagen keineswegs müßig herum und warteten darauf, für ihren Gebieter die Beine breitmachen zu dürfen. Der Gipfel an Lüsternheit wurde ca.1876 mit » Une piscine dans le harem (74x62cm) von » Jean-Léon Gérôme präsentiert.

Entsprechende Fantasien über den Harem gibt es in der modernen Malerei vor allem bei Matisse, der unzählige » Odalisken gemalt hat, und auch bei auch bei Picasso, zum Beispiel schon aus der Rosa Periode, wo er nach vielen Vorstudien einen Eunuchen hinzugesellt (»Le harem (Nus roses), 1906, 154x110cm, Abb. » The Harem, 160x120cm, wo der Bezug zu » Jean-Auguste-Dominique Ingres und dessen » Le Bain turc, 1862, 108x110cm, ausgestellt auf dem Herbstsalon 1905, hergestellt wird). So lebt denn die Malerei von der Malerei. Siehe auch Alexandra A. Jopp: » The East, the West, Delacroix and Picasso.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 13.08.2011

No. 5 » 57 49x40cm, 08.12.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973  Siehe zu dieser Umgebung auch  » Nummer 57.Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 57 49x40cm, 08.12.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973
 
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No. 8 » 58 60x40cm, 08.12.1973  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 8 » 58 60x40cm, 08.12.1973
 
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  Museumsszenario   No. 59   Top   No. 57 Nachtrag Museumsszenario, 09.12.2012

No. 11 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 194 99x79cm, 08.09.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 11 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 194 99x79cm, 08.09.1974
 


 
No. 12 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 12 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 225 78x65cm, 12.05.1976
 


 
No. 13 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 13 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 289 146x130cm, 30.11.1982
 


 
No. 14 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 14 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft
 


 
No. 15 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 259 131x100cm, 08.10.1980 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 259 131x100cm, 08.10.1980
 


 
No. 16 » 245 81x70cm, 29.11.1977  » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 16 » 245 81x70cm, 29.11.1977 sold/verkauft » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 22 70x43cm, 28.09.1973
 


 
No. 17 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 58 60x40cm, 08.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 17 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 58 60x40cm, 08.12.1973
 


 
No. 18 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 217 129x103cm, 29.04.1975
 


 
No. 19 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 19 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 214 103x130cm, 14.02.1975
 


 
No. 20 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 213 103x129cm, 04.02.1975
 


 
No. 21 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 21 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 36 100x79cm, 04.11.1973
 


 
No. 22 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 22 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 37 80x60cm, 07.11.1973
 


 
No. 23 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 33 95x81cm, 27.10.1973
 


 
No. 24 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 24 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 20 66x131cm, 20.08.1973
 


 
No. 25 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 25 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft
 


 
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