Der Kerl ist gespalten. Sowohl die rote als auch die weiße Hälfte stehen einigermaßen unter Druck. Und anscheinend kommt dieser nicht aus der Außenwelt. Es handelt sich wohl eher um grundsätzliche Fragen.
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Diese Art von „Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“-Spaltung ist nicht neu, weder in meinen Bildern noch im allgemeinen Leben. Das Zitat aus
» Goethes
» Faust I meint aber etwas anderes:
Diese Zeilen deuten an, daß es um den Konflikt zwischen Wissensdurst und Welterkenntnis auf der einen Seite und Sinnenlust und Egoismus auf der anderen Seite geht. Im Zuge des Dramas wird versucht, diese Andeutung mit Leben zu füllen, aber trotz reichlichem Einsatz von Magie und Zauberei will das nicht recht gelingen. Faust bleibt eine Witzfigur, weder in der einen Welt noch in der anderen gelingt ihm Bedeutendes und Bleibendes, und dafür nimmt er auch noch gewaltige Schuld auf sich.
Das Thema dieses Bildes ist viel bescheidener. Es wird ein Konflikt sichtbar, der sich in allgemeiner Unzufriedenheit und Betroffenheit äußert. Eine bleiche und eine rote Gesichtshälfte sind überdeutlich herausgestellt, wobei sich der Ausdruck der beiden Hälften nur unwesentlich unterscheidet. Der Rote scheint eher betroffen und beschämt, der Weiße eher unzufrieden und traurig zu sein.
Dabei schauen die beiden weniger nach innen als vielmehr auf einen unbestimmten Punkt unten links. Was immer sich da befindet, scheint aber keine unmittelbare Bedeutung, höchstens die Besinnung ausgelöst zu haben. Der junge Mann ist glattrasiert, trägt dichte Locken und ein altertümliches Gewand mit Spitzenkragen, so als handele es sich um einen Pagen.
Handelt es sich nun um einen oder um zwei? Isoliert man die beiden Hälften, so scheint es sich um zwei verschiedene Personen zu handeln, betrachtet man das Gesicht insgesamt, ist es eine Person. Mit anderen Worten: Beide passen zusammen und ergeben ein Bild. Die Intensität dieses Bildes ist ziemlich hoch. Wodurch dieser Eindruck entsteht, lässt sich vermutlich nicht herausarbeiten. Auf jeden Fall wirkt dieser Kopf nicht absurd, sondern authentisch, er lässt nicht kalt, macht betroffen.
Dabei mag man durchaus mit Gefühl entwickeln, aber man spürt, daß man diesem Menschen nicht helfen kann. Es ist ein Konflikt, den er mit sich selbst ausfechten muß, eine vermutlich unvermeidliche menschliche Erfahrung, die ihn gereifter zurücklassen wird.
Diese Person macht auch nicht den Eindruck, als wollte sie dem Konflikt ausweichen, im Gegenteil wird ja gerade vermittelt, daß sie sich diesem Gefühl und Problem stellt und die volle Schwere des Schicksals aushalten will. So findet sich kein Zug von Weinerlichkeit oder Abwehr, Selbstmitleid oder Bedauern.
Ich bin auf die Gegenüberstellung mit dem Kopf von
» Ernst Ludwig Kirchner gespannt, den ich kürzlich entdeckt hatte. Zuvor aber möchte ich wissen, wie es sich mit den geometrischen Kennlinien in diesem Bild verhält.
 | Diagonalen (grün), 45°-Winkel (rot), Halbierende (gelb), Goldene Schnitte (blau)
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Inzwischen bin ich ja schon daran gewöhnt, daß alle Linien und signifikanten Bestandteile an geometrisch herausragenden Stellen sitzen. Aber irgendwas fehlte mir hier noch. Die Schulter wurde durch diese Linien überhaupt nicht berücksichtigt. Sollte es sich dabei nicht auch um eine „richtige“ Stelle handeln? Ich entschied mich, einen Drittelung anzutesten und lag damit genau richtig:
 | Drittelung (violett)
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Oder sollte es sich hierbei um einen Zufall handeln? Mal sehen, was sich bei einer Fünftelung ergibt:
 | Fünftelung (türkis)
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Ist ja unglaublich! Und was ist mit einer Viertelung?
 | Viertelung (gelb)
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Hm. Da bin ich platt. Das sind irgendwie ein bisschen zu viele Zufälle, um an Zufall zu glauben. Alles Magie und Zauberei! Da führt jemand die Hand, der mehr weiß.
| | | |  | | No. 9 | | » 164 52x37cm, 02.07.1974 | | » 168 37x30cm, 26.07.1974 | | » 161 70x60cm, 19.06.1974 |  | |
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Ich bin sehr zufrieden. Gefällt mir.
Nachtrag, 20.04.2012
» Nachher/vorher: einblenden. Ich glaube, ich mag einfach keine kahlen Wände.
» Nachher/vorher: einblenden. Von
» retrouvius und
» Stiff+Trevillion Architects aufgearbeitete
» Villa in
» Hampstead Heath: „
» Sam Roddick of
» Coco de Mer fame has recently revamped her Hampstead home.“
Sie tritt gewissermaßen in die Fußstapfen ihrer Mutter
» Anita Roddick, Gründerin von
» The Body Shop und Pionierin des ethischen Einzelhandels, die für ihre Verdienste (
Caring capitalism,
» Children on the Edge) mit dem
» Order of the British Empire geadelt worden ist (
» Dame). Wie man sieht, wohnt sie vergleichsweise einfach. Siehe auch
» Sam Roddick: Coco De Mer (Inspiring Entrepreneur).
» Nachher/vorher: einblenden. Aus
» Hus & Hem - natürlich steht die prächtige Tagesdecke im Mittelpunkt.
05.05.2011
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