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Öl   Mittel   Alles        Breite No. 161     » Max     » 800 px     • 500 px      70x60 cm, Öl / Hartfaser


180 cm - 71 inch

28x24"


Nr. 161:  70x60 cm (28x24"), Öl / Hartfaser · 19.06.1974, Rückseite von » 163
     

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2014-06-26


Dieses Bild hat mir immer sehr gut gefallen und ich habe es oft stolz gezeigt, ohne dass irgendjemand besonders positiv darauf reagiert hätte. Woraus ich schließe, dass die Qualitäten, die mir so sehr zusagen, mehr mit mir als mit dem Bild zu tun haben.

Es ist die erste männliche Figur mit einem großen Ohrring. Jedenfalls ist es für mich eine männliche Figur. *

Ich sollte mich also fragen, warum mir das Bild so gefällt. Der Hauptgrund ist vermutlich, dass es so harmlos erscheint, so zahm, so heimelig, vielleicht sogar ein bisschen kitschig. Und warum gefällt mir das so gut? Vermutlich bin ich gerne der liebe Junge, der niemandem weh tun will und das auch hinkriegt, jedenfalls mit diesem Bild, das eigentlich niemandem weh tun kann.

Das Bild erinnert mich an andere harmlose Bilder von mir, beispielsweise  Nummer 146, aber auch an Bilder von Picasso, die hart an Kitsch grenzen und vielleicht gerade deshalb so beliebt sind.

Andererseits ist das Bild ja nicht so „realistisch“ wie etwa 146 - das Gesicht ist zwar ziemlich rund und weich, es sind noch keine Spuren des Lebens zu erkennen, wie übrigens in meinem eigenen Gesicht damals, die plastische Gestaltung nimmt sich aber einige Freiheiten heraus, die Zeichnung ebenfalls. So ist die Nase eine Erfindung, die nicht auf eine Nachahmung abzielt, und die Verschaffung auf der rechten Gesichtshälfte ist eigentlich ebenfalls realistisch nicht recht zu interpretieren. So gesehen ist dieses Bild also viel kühner als 146.

Vielleicht sind es diese Ungereimtheiten, die andere eher unangenehm berühren. Die zarte Behandlung, die zurückhaltende Farbgebung, die leichte Pinselführung sind vielleicht ebenfalls nicht jedermanns Geschmack. Manch einer möchte es vielleicht lieber klarer und deutlicher und kräftiger. Bei der Gegenüberstellung mit anderen Werken müsste es sich ja herausstellen, ob dieses Bild standhalten kann.


No. 1 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 160 60x65cm, 18.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 160 60x65cm, 18.06.1974
 


No. 2 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 159 60x65cm, 13.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 2 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 159 60x65cm, 13.06.1974
 


No. 3 » 158 63x50cm, 12.06.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 3 » 158 63x50cm, 12.06.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 4 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 5 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 155 63x45cm, 09.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 155 63x45cm, 09.06.1974
 


No. 6 » 154 85x63cm, 02.06.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 154 85x63cm, 02.06.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 7 » 153 53x37cm, 01.06.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 7 » 153 53x37cm, 01.06.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 8 » 151 104x123cm, 15.05.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 8 » 151 104x123cm, 15.05.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 9 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 144 124x90cm, 01.01.1974  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 9 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft
 


Das Bild hat es wirklich schwer; die Meriten werden eigentlich erst aus der Nähe deutlich. Mit einigem Abstand muss man sich schon sehr anstrengen, um Einzelheiten wahrnehmen zu können. Das können die anderen Bilder besser. Hier zeichnet sich höchstens die rechte verschattete Gesichtshälfte ab, selbst der volle, sympathische Mund ist kaum wahrzunehmen.

Auch der eigentümliche Blick geht verloren. Aus der Ferne schaut einen dieser Typ einfach nur an. Von nahem wird deutlich, dass die beiden Augen sehr unterschiedlich sind. Das rechte Auge blickt ganz deutlich nach innen, und auch das linke Auge schaut am Betrachter vorbei ins Unbestimmte, woraus sich der Eindruck ergibt, dass der junge Mann gefühlsmäßig mit sich selbst beschäftigt ist.

Die malerischen Feinheiten, etwa die Behandlung der Feder, des Hutes, des Ohres, des Ohrrings, des Gesichts sind nur zu erahnen. Die Schwächen des Bildes, namentlich die Halskrause, die im Vergleich zum Hut weniger überzeugt, aber auch der vergleichsweise konventionelle Hals kommen hingegen auch aus der Ferne gut zur Geltung. Dabei kann man dem Bild eigentlich nicht vorwerfen, flach zu sein. Immerhin ist der Ernst des Ausdrucks vergleichbar mit denen der anderen Bilder - da muss 161 nicht zurückstecken.

Mal sehen, wie es sich in einer intimeren Situation anfühlt.


No. 10 » Gauguin: Selbstbildnis »près du Golgotha« 76x64cm. 1896 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 10 » Gauguin: Selbstbildnis »près du Golgotha« 76x64cm. 1896 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 11 » Gauguin: Selbstbildnis »près du Golgotha« 76x64cm. 1896 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 11 » Gauguin: Selbstbildnis »près du Golgotha« 76x64cm. 1896 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


Donnerwetter! Das hätte ich nun nicht erwartet. 161 stellt den » Gauguin leicht in den Schatten! Der Gauguin wirkt durch den Rahmen richtig benachteiligt. Dem muss ich abhelfen.


No. 12 » Gauguin: Selbstbildnis »près du Golgotha« 76x64cm. 1896 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 12 » Gauguin: Selbstbildnis »près du Golgotha« 76x64cm. 1896 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 13 » Gauguin: Selbstbildnis »près du Golgotha« 76x64cm. 1896 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 13 » Gauguin: Selbstbildnis »près du Golgotha« 76x64cm. 1896 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 14 » Gauguin: Selbstbildnis »près du Golgotha« 76x64cm. 1896 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 14 » Gauguin: Selbstbildnis »près du Golgotha« 76x64cm. 1896 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 15 » Gauguin: Selbstbildnis »près du Golgotha« 76x64cm. 1896 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » Gauguin: Selbstbildnis »près du Golgotha« 76x64cm. 1896 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


Es bleibt so: Der Gauguin tritt trotz der enormen Farbigkeit, der stärkeren Kontraste und des größeren Formats hinter diesem Bild zurück, und das liegt nicht am Rahmen.

Ich war so verblüfft, dass ich nochmal die Gegenüberstellungen mit meinen Bildern oben überprüft habe, wo 161 ja ein durchaus schwaches Bild abgeliefert hatte und ich nun Anlass zur Vermutung hatte, ich hätte mich getäuscht, aber auch diese Beobachtung bestätigte sich wieder. Höchst eigenartig!


No. 16 » Baargeld: Typische Vertikalverklitterung als Darstellung des Dada Baargeld 37x31cm. 1920 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 17 » Baargeld: Typische Vertikalverklitterung als Darstellung des Dada Baargeld 37x31cm. 1920 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » Baargeld: Typische Vertikalverklitterung als Darstellung des Dada Baargeld 37x31cm. 1920 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 19 » Baargeld: Typische Vertikalverklitterung als Darstellung des Dada Baargeld 37x31cm. 1920 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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Der » Baargeld war das einzige frei verfügbare » Dada-Bild, das ich auftreiben konnte. Es ist natürlich ein bisschen klein, deshalb habe ich es rahmenmäßig etwas aufgemöbelt. Aus der Nähe kann man es ja ganz gut beurteilen.

Was soll das? Ich finde solche Sachen noch nicht einmal witzig. Es wundert mich nicht, dass Baargeld irgendwann die Kunst an den Nagel gehängt und sich ernsthaften Sachen zugewandt hat.


No. 20 » Modigliani: Die Jüdin 55x46cm. 1908 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » Modigliani: Die Jüdin 55x46cm. 1908 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 21 » Modigliani: Die Jüdin 55x46cm. 1908 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 21 » Modigliani: Die Jüdin 55x46cm. 1908 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 22 » Modigliani: Die Jüdin 55x46cm. 1908 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 22 » Modigliani: Die Jüdin 55x46cm. 1908 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 23 » Modigliani: Die Jüdin 55x46cm. 1908 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » Modigliani: Die Jüdin 55x46cm. 1908 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


161 hält es auch neben dem » Modigliani aus. Erstaunlich.

Nun gut. Was soll mein Bild? Es ist offenbar ein tumber Tor, ein unbedarfter Held, ein reiner Jüngling, ein unschuldiger » Parzival, ein jugendlicher Unwissender und somit nach » C.G. Jung ein typisches Bild für den Beginn der Seele auf der Suche nach sich selbst - wenn ich das richtig verstanden habe. Vielleicht mag ich das Bild deshalb so gerne, weil meine liebe Seele sich damit identifiziert.

Von Parzival habe ich erst jetzt durch die Wikipedia einen Begriff bekommen und gesehen, wie sich diese Gestalten durch die Literaturgeschichte ziehen. So hatte ich beispielsweise die Geschichte » Klingsors letzter Sommer von » Hermann Hesse gelesen (möglicherweise damals schon), ohne von den Beziehungen zu wissen.


No. 24 » Malewitsch: Schwarzes Quadrat 79x79cm. 1915 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 24 » Malewitsch: Schwarzes Quadrat 79x79cm. 1915 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 25 » Malewitsch: Schwarzes Quadrat 79x79cm. 1915 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 25 » Malewitsch: Schwarzes Quadrat 79x79cm. 1915 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 26 » Malewitsch: Schwarzes Quadrat 79x79cm. 1915 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 26 » Malewitsch: Schwarzes Quadrat 79x79cm. 1915 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 27 » Malewitsch: Schwarzes Quadrat 79x79cm. 1915 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 27 » Malewitsch: Schwarzes Quadrat 79x79cm. 1915 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


Die Wikipedia-Reproduktion des » schwarzen Quadrats von » Malewitsch zeigt etwa in der Mitte eine weiße Struktur, meines Erachtens eine deutliche Fehlstelle; die Reproduktion scheint vom Original abgenommen zu sein, wie ich an der Struktur rechts unten meine erkennen zu können, die ich als Sammlerstempel deuten würde, aber vielleicht ist es auch nur ein Wasserschaden. Allerdings wundert es mich, dass niemand diese Fehlstelle beseitigt hat, wenn es sich um eine solche handeln sollte.

Bei » Olga’s Gallery sieht man wiederum ganz deutlich » Krakelüre in erheblichem Umfang, was bei Schwarz nicht ganz überrascht. Auf jeden Fall ist an dieser betreffenden Stelle nichts zu sehen, was die Fehlstelle in der Wikipedia-Reproduktion erklären würde - aber vielleicht handelt es sich gar nicht um dasselbe Objekt, denn Malewitsch soll mehrere solche Quadrate gemacht haben.

Da Malewitsch mit Sicherheit eine einheitlich schwarze Fläche haben wollte, dürfte die bei Olga gezeigte ursprünglich sicher einheitlich schwarze Fassung - die allerdings überhaupt nicht immateriell wirkt, sondern im Gegenteil die materiellen Bestandteile der Farbe ganz deutlich zeigt, und das vermutlich auch schon vor der Entstehung der Krakelüre - seiner ursprünglichen Intention am ehesten entsprechen. Ich habe mir daher erlaubt, die Fehlstelle zu retouchieren (falls Sie jetzt noch weiße Pünktchen sehen sollten, handelt es sich vielleicht um Staub auf Ihrem Monitor).

Die Wikipedia weist noch auf eine ZEIT-Kunstkritik von Petra Kipphoff vom 1.4.2007 hin: » Schwarzer Stoff: Kasimir Malewitsch, das »Schwarze Quadrat« und seine Folgen – eine Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle. Darin zitiert diese den Künstler, der anscheinend sehr eifrig bemüht war, sein Schaffen durch schriftstellerische Aktivitäten zu überhöhen und seinen Ruhm zu mehren:

Malewitsch, 1927: »Die Welt als Empfindung der Idee, unabhängig vom Bild – das ist der wesentliche Inhalt der Kunst. Das Quadrat ist nicht das Bild. So, wie der Schalter und der Stecker auch nicht der Strom sind.«
a.a.O.

An diesem Vergleich ist ziemlich viel schief. Aber besonders störe ich mich an seiner Erklärung, was der wesentliche Inhalt der Kunst sein soll. Der Mann hätte den Mund nicht so voll nehmen sollen. Außer dem Quadrat, für das er berühmt geworden ist und das immerhin als extreme Auslotung eines theoretischen Konzepts gelten kann, hat er nach meinem Dafürhalten sein Leben lang nur ausgemachten Schrott produziert. Den sieht man normalerweise nicht, und auch die Wikipedia zeigt nur einen kleinen Teil davon, der aber schon ausreicht, ihn als Maler zu disqualifizieren. Olga zeigt dafür umso mehr, fast 200 Werke: » Kazimir Malevich. Nein, Malewitsch ist nur groß in seinem Anspruch, und den haben andere nur allzu gern übernommen, um damit ihre eigenen Ansprüche zu untermauern, bis hin zur Ausstellung von 2007. Die Absichten sind wirklich sehr durchsichtig.

»Ich habe die nackte Ikone meiner Zeit gemalt… das Königliche in seiner Wortkargheit«, schrieb Malewitsch, der in umfangreichen Schriften in diktatorischer Deutlichkeit oder auch pathetischer Konfusion immer wieder seinen messianischen Anspruch formulierte, 1918 in einem offenen Brief an Alexander Benois. Und wenn man auf das Bild zugeht, dann entfaltet das Schwarze Quadrat auch seine königlich wortkarge, ikonische Wirkung. Nichts ist auf dieser intensiv und leicht holperig bemalten Leinwand zu erblicken, aber gerade in dieser gegenstandslosen Erregung (ein Wort, das, genauso wie »Empfindung«, von Malewitsch oft verwendet wird) ist jede Erkenntnis möglich.
a.a.O.

Wie bitte? Welchen Erkenntnisbegriff hat denn diese Frau? Sprechen wir dieselbe Sprache? Und was will sie uns mit dem Ausdruck „pathetische Konfusion“ sagen? Findet sie ihn konfus oder nimmt sie ihn ernst? Ich fürchte, die Frage darf man gar nicht stellen; sie liefert eine Arbeit ab, wie sie im Bereich der Kunst und des Feuilleton erwartet wird: Konfus und nichtssagend. Gediegene Schaumschlägerei.

Zwei Leserkommentare sind dazu abgegeben worden; ein Künstler, ein Namensvetter, von dem ich noch nie etwas gehört hatte, ergriff die Gelegenheit, wortreich und konfus sein eigenes Süppchen zu kochen, wobei offen bleibt, ob er die zitierten Passagen der Kritikerin bewundert oder verhöhnt, der zweite Kommentator lehnt diese Art von Kunst rundweg ab. Laut Wikipedia soll die Ausstellung ein großer Publikumserfolg gewesen sein.

Das schwarze Quadrat ist zwar plakativ wirksam - wie könnte es auch anders sein? - aber tödlich langweilig. Manche Leute sollen bei solchen Sachen freilich direkt in Ekstase geraten - wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Art Zen-Technik, wobei die Erleuchtung dadurch herausgefordert wird, dass der Geist mit tödlicher Langeweile gequält wird. Eine verwitterte, pittoreske Mauer tut es aber auch, ohne dass man dafür dann gleich den Kunstbegriff bemühen müsste. Es ist wie mit den Drogen. Man kann Drogen benutzen, um sein Gehirn zu vernebeln oder zu verdrehen, man kann dasselbe aber auch durch die Manipulation des Atems erreichen. In jedem Fall findet das Theater im Kopf statt.

So etwa 1970 haben wir ein grafisches Spiel von Freunden geerbt. Es bestand aus einer quadratischen schwarzen Blechplatte, vielleicht in der Größe des Quadrats von Malewitsch, die wie ein Bild an der Wand zu befestigen war, und einer Sammlung von weißen und roten geometrischen Plastikfiguren, die auf kleine Magnete montiert waren, Dreiecke, Kreise, Rechtecke, Kreisscheibensegmente, irgendetwas in dieser Art. Damit konnte man auf dieser Platte beliebig Figuren legen und sich somit jeden Tag oder jede Stunde ein neues Kunstwerk konstruieren, wie ein senkrechtes » Tangram in bunt. Ohne alles war es das Schwarze Quadrat.

Die Freunde hatten das Spiel wohl ziemlich schnell satt und es deshalb an uns weitergereicht. Aber auch wir hatten bald keine Lust mehr auf dieses banale Spiel. Im Gegensatz zur guten Kunst, die mit zunehmender Beschäftigung immer besser und interessanter und vergnüglicher wird, egal ob es sich um Gemälde oder Literatur oder Musik handelt, wird hier der Umgang sehr schnell schal. Es geht eben nichts über die Praxis - man muss dann nicht mehr diskutieren.

Keine Ahnung, wo das Spiel inzwischen gelandet ist. Kunst sollte das Ding laut Hersteller wohl nicht genannt werden, aber Kreativitätsförderung war sicher eingebaut. Was man eben so Kreativität nennt. Vermutlich führen gerade die Leute das Wort am liebsten im Munde, die gar nicht wissen, was das ist.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 04.04.2012


No. 28 » 161 70x60cm, 19.06.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 28 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 
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» Nachher/vorher: einblenden. Wohnzimmer, » Nantucket. Hier kann ich mich beim Rahmen nicht recht entscheiden:


No. 31 » 161 70x60cm, 19.06.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 31 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 
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» Nachher/vorher: einblenden.

No. 34 » 161 70x60cm, 19.06.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 34 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 
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» Nachher/vorher: einblenden. Ich glaube, die mittlere Lösung gefällt mir am besten.


No. 37 » 161 70x60cm, 19.06.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 37 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 
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» Nachher/vorher: einblenden. » Gästezimmer aus » sköna hem. Ich glaube, das Geheimnis dieses Rahmens gefunden zu haben: Durch den fast schwarzen Rahmen bekommt der schwarze Hintergrund des Bildes eine besondere Tiefe.


No. 40 » 131 169x66cm, 22.03.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 40 » 131 169x66cm, 22.03.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974
 
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» Nachher/vorher: einblenden. Aus homedit: » The Expression of Beauty in one place:a Loft, ursprünglich erschienen in » micasa, Reportage über ein Loft in » A Coruña.

Diese Gegenüberstellung ist irritierend: 157 kommt nach vorne, 161 links weicht zurück. Der Indianer wirkt brutal, lässt aber kalt, der Harlekin ist weich und eher unscheinbar, fasziniert aber doch, wenn man sich auf ihn einlässt.


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  Museumsszenario   No. 162   Top   No. 160 Nachtrag Museumsszenario, 16.11.2012


No. 43 » 158 63x50cm, 12.06.1974 » 154 85x63cm, 02.06.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 155 63x45cm, 09.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 43 » 158 63x50cm, 12.06.1974 » 154 85x63cm, 02.06.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 155 63x45cm, 09.06.1974
 


No. 44 » 151 104x123cm, 15.05.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 44 » 151 104x123cm, 15.05.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 45 » 148 90x66cm, 19.04.1974  » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 147 80x63cm, 29.04.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 45 » 148 90x66cm, 19.04.1974 sold/verkauft » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 147 80x63cm, 29.04.1974
 


No. 46 » 140 123x150cm, 18.04.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 46 » 140 123x150cm, 18.04.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


No. 47 » 136 90x52cm, 07.03.1974  » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 122 90x52cm, 07.03.1974  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 47 » 136 90x52cm, 07.03.1974 sold/verkauft » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 122 90x52cm, 07.03.1974 sold/verkauft
 


No. 48 » 133 104x80cm, 01.04.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 135 104x80cm, 07.04.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 48 » 133 104x80cm, 01.04.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 135 104x80cm, 07.04.1974
 


No. 49 » 134 80x99cm, 02.04.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 132 80x100cm, 31.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 49 » 134 80x99cm, 02.04.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 132 80x100cm, 31.03.1974
 


No. 50 » 115 123x96cm, 28.02.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 129 123x96cm, 18.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 50 » 115 123x96cm, 28.02.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 129 123x96cm, 18.03.1974
 


No. 51 » 127 123x80cm, 11.03.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 51 » 127 123x80cm, 11.03.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974
 


No. 52 » 119 130x122cm, 05.02.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 116 130x122cm, 01.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 52 » 119 130x122cm, 05.02.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 116 130x122cm, 01.03.1974
 


No. 53 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 112 101x123cm, 20.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 53 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 112 101x123cm, 20.02.1974
 


No. 54 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 105 122x94cm, 08.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 54 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 » 105 122x94cm, 08.02.1974
 


No. 55 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 55 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 161 70x60cm, 19.06.1974
 


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