Anfang   : No. 156 [Taste y] Kommentar     No. 157   Kommentar     : No. 158  [Taste x] Kommentar   Ende
Öl   Klein   Alles        Breite No. 157     » Max     » 800 px     • 500 px      63x50 cm, Lack / Hartfaser


180 cm - 71 inch

25x20"


Nr. 157:  63x50 cm (25x20"), Lack / Hartfaser · 11.06.1974, Rückseite von » 158
     

  Kommentar   Simulation Wohnumgebung   Museumsszenario



An der Wand mit:  
» 158  » 159  » 160  » 161  » 162  » 163  » 172  » 173  » 40


  Kommentar   Simulation Wohnumgebung   Museumsszenario   No. 156   Top   No. 158

2014-06-26

157 und 158 konnten meinen inzwischen implizit formulierten Anspruch, dass Malerei der Selbsterkenntnis zu dienen habe, nicht erfüllen. *

Was sollte diese Gestalt sein? Ein Indianer? Diese Assoziation liegt nahe, durch die „Kriegsbemalung“ und die „Adlerfeder“ und das tiefschwarze, lange, glatte Haar - aber warum hat diese Figur nur ein Auge und keine Nase?

Aber das Schlimmste war für mich wohl, dass diese Figur mir Angst machte. Oder vielleicht nicht gerade Angst, aber sie war mir doch sehr unangenehm. Ich war ja nicht angetreten, um zu schockieren, ich wollte schön und ergreifende Bilder malen. Schön war das bestimmt nicht, jedenfalls konnte ich es nicht schön finden, und ergriffen war ich auch nicht.

Ich stellte mir dabei natürlich eine Art existenzieller Ergriffenheit vor, so wie die Selbstportraits von Rembrandt etwa eine Art von Ehrfurcht erzeugen. Jegliche Art von willkürlicher Provokation ist mir bis heute fremd.

In diesem Sinne hatte ich mir nichts vorzuwerfen, ich wollte nicht provozieren, aber ich muss doch erkennen, dass das Ergebnis durchaus in gewisser Weise provozierte. Es provozierte zumindest mein Verständnis von Schönheit und sicher auch von Ergriffenheit.

Da fällt mir ein Traum ein, den ich in dieser Zeit oder etwas später gehabt haben muss. Genauer habe ich zwei mal im Abstand von wenigen Tagen eine Serie von Träumen gehabt, einmal drei, einmal fünf, die ganz anders waren als alle Träume, die ich sonst in meinem Leben hatte. Ich muss mich damals schon mit » C.G. Jung beschäftigt haben, den ich durch » Erich Engelbrecht kennengelernt hatte. Diese Träume identifizierte ich als das, was er „große Träume“ nannte.

In diesen Träumen war ich gewissermaßen wach und entscheidungsfähig. In einem der Träume wurde ich ständig mit Situationen und Dingen konfrontiert, die ich entsetzlich und abstoßend fand, wo sämtliche Eingeweide in mir in Aufregung gerieten und ich nichts als Zumutung empfand. Im Laufe des Traums begriff ich allerdings, dass sich meine Gefühle in dem Moment entspannten, in dem ich die Dinger und Situationen akzeptierte, und schließlich erkannte ich, dass ich sie sogar mögen und lieben musste. In diesem Moment entstand Harmonie, Eintracht und Glückseligkeit.

Eine Situation bestand zum Beispiel in dem Besuch einer riesigen professionellen Küche, wo mir als Gast alle möglichen Gerichte gezeigt und zum Kosten angeboten wurden. Das Problem war nur, dass die Köche Exoten waren und deren Speisen entsprechend unbekannt, geradezu widerlich, sie rochen übel, sie sahen aus wie Hühnerdreck, es war einfach fürchterlich. Ich konnte mich zunächst nicht dazu durchringen, zu probieren, und habe dadurch natürlich die Köche übel beleidigt. Es war dabei nicht still, aber es wurde kein Wort gesprochen. In dem Moment, wo ich meinen Widerstand überwand und mit der Zungenspitze ein bisschen Hühnerdreck aufnahm, entspannte sich die ganze Atmosphäre und wurde wunderschön. Der Hühnerdreck schmeckte übrigens köstlich.

Daraufhin verschwand die Küche und ich befand mich in einer Anstalt für geistig und körperlich Behinderte. Wieder wurde ich herumgeführt und sollte Bekanntschaft machen mit verschiedenen Insassen. Nun sehen Behinderte ja schon oftmals sehr eigenartig und vielleicht sogar erschreckend aus, aber diese Leute waren einfach ungeheuerlich. Da liefen sogar Leute herum, die hatten statt eines Kopfes eine Kasserole oder einen verwesenden Tierschädel - einfach ekelhaft. Wieder sträubte sich alles in mir, aber ich hatte schon etwas gelernt, und so konnte ich die unangenehme Phase verkürzen und ganz bewusst meine liebevollen Gefühle für diese armen und doch fröhlichen Geschöpfe aktivieren. Und wieder entspannte sich die Atmosphäre schlagartig und Glücksgefühle breiteten sich aus.

Dieses Gesicht habe ich nie mit den Behinderten dieses Traumes in Verbindung gebracht, aber ein bisschen Ekel könnte man schon empfinden vor diesem verunstalteten Gesicht. Nun habe ich in früheren Kommentaren schon die Formulierung verwendet: „Dieses Bild braucht einen Freund.“ Ja, auch dieses Bild braucht einen Freund. Und vielleicht kann man dieses unangenehme Gesicht doch auch mögen und lieben, genauso wie die Eltern von behinderten und veranstalteten Kindern diese aus vollem Herzen lieben.


No. 1 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 156 45x63cm, 09.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 1 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 156 45x63cm, 09.06.1974
 


No. 2 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 156 45x63cm, 09.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 2 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 156 45x63cm, 09.06.1974
 


Im Vergleich mit 156 wird die beunruhigende Qualität von 157 sehr deutlich; das vorhergehende Bild wirkt durchaus humorvoll, sogar etwas witzig, während dieses geradezu grimmig daherkommt und gar keinen Spaß zu verstehen scheint - was natürlich ganz gut zum Indianer passt.

Noch ein Unterschied: Es macht kaum etwas aus, ob man näher dran ist oder nicht, während man bei 156 das Gefühl hat, man wäre gerne noch näher dran. Bei der Nahansicht habe ich mir links die Freiheit erlaubt, die Lampen und die Pflanze weiter nach rechts zu rücken, damit der wohnliche Eindruck erhalten bleibt.

Von diesem Bild habe ich nie viel gehalten, aber ich sehe, dass ich dem Bild und mir selbst dabei Unrecht getan habe. Das hätte ich vermutlich nie erkennen können, wenn ich nicht diese Kommentare schreiben und die Bilder „aufhängen“ würde. Welch eine freudige Überraschung! Ich hatte erwartet, mich für dieses Bild schämen zu müssen, und nun sehe ich, dass ich stolz darauf sein kann.


No. 3 » 155 63x45cm, 09.06.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 3 » 155 63x45cm, 09.06.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974
 


Unglaublich! Ist der Grüne aggressiv und wuchtig, so kann der Indianer dieser Anstrengung ganz locker und gelassen widerstehen. Und in diesem Moment bekommt das Bild tatsächlich auch einen humorvollen Einschlag! Ist nicht wahr!


No. 4 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 154 85x63cm, 02.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 4 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 154 85x63cm, 02.06.1974
 


Eine kleine Übung zur Frage, was man mit Rahmen erreichen kann. Ich wollte den Rahmen für 157 genauso groß machen wie den für 154. Um den Leerraum zu strukturieren, habe ich 157 erst mit Gold gerahmt. 157 ist zwar sehr viel kleiner als 154, bekommt durch diese aufwendige Rahmung aber jetzt ein Übergewicht. 154 kann das freilich verkraften. Und nochmal ohne den Überrahmen:


No. 5 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 154 85x63cm, 02.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 5 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 154 85x63cm, 02.06.1974
 


Das gefällt mir jetzt nicht so gut, vermutlich weil sich der Rahmen mit der Feder beißt. Besser wäre es vermutlich, einen kontrastreicheren Rahmen zu nehmen.


No. 6 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 154 85x63cm, 02.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 6 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 154 85x63cm, 02.06.1974
 


Ist o.k., nicht berauschend, aber in Ordnung.


No. 7 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 153 53x37cm, 01.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 7 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 153 53x37cm, 01.06.1974
 


No. 8 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 150 89x70cm, 13.05.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 8 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 150 89x70cm, 13.05.1974
 


No. 9 » 148 90x66cm, 19.04.1974  » 157 63x50cm, 11.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 9 » 148 90x66cm, 19.04.1974 sold/verkauft » 157 63x50cm, 11.06.1974
 


Ein trauriger Krieger. Ein verwirrter Indianer. Ein armer Mann.

Mal sehen, was die Kollegen dazu sagen.


No. 10 » Gogh: Selbstbildnis (étude à la bougie) 81x60cm. 1888 » 157 63x50cm, 11.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 10 » Gogh: Selbstbildnis (étude à la bougie) 81x60cm. 1888 » 157 63x50cm, 11.06.1974
 


Ja, hier sieht man, was mir noch fehlt. Obwohl der » van Gogh unvollendet ist, hat er doch eine ungeheure Wucht. Mein Bild wirkt vergleichsweise zahm, flächig, plakativ, langweilig.

Dann aber sieht man auch wieder, welche Freiheiten sich die Malerei inzwischen erobert hat. Van Gogh musste in den Spiegel gucken oder ins Zimmer oder in die Landschaft. Ich schaue nie in die Landschaft oder ins Zimmer und bis auf ganz wenige Ausnahmen am Anfang auch nie in den Spiegel. Natürlich gab es auch schon vor van Gogh Maler, die nicht unbedingt vor Augen haben mussten, was sie malten - » William Blake zum Beispiel, aber sie malten doch etwas, was man im Prinzip hätte sehen können.


No. 11 » Blake: Adam benennt die wilden Tiere 83x73cm. 1810 » 157 63x50cm, 11.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 11 » Blake: Adam benennt die wilden Tiere 83x73cm. 1810 » 157 63x50cm, 11.06.1974
 


Dies ist die einzige Arbeit Blakes mit Maßangaben, die groß genug für eine Gegenüberstellung war; die anderen, für die er bekannt ist, sind alle sehr klein. Blake illustriert, auch wenn er Visionen malt. Mein Bild ist keine Illustration. Man wüsste nicht zu sagen, was es illustrieren soll. Natürlich gibt es auch unter den Illustrationen, wie bei jeder beliebigen Hervorbringung, bessere und schlechtere Arbeiten, aber recht eigentlich sind Illustrationen eher dem Kunstgewerbe als der Kunst zuzurechnen.


No. 12 » Corinth: Selbstbildnis mit Skelett 66x86cm. 1896 » 157 63x50cm, 11.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 12 » Corinth: Selbstbildnis mit Skelett 66x86cm. 1896 » 157 63x50cm, 11.06.1974
 


No. 13 » Corinth: Selbstbildnis mit Tiroler Hut 81x60cm. 1913 » 157 63x50cm, 11.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 13 » Corinth: Selbstbildnis mit Tiroler Hut 81x60cm. 1913 » 157 63x50cm, 11.06.1974
 


» Lovis Corinth ist immer so schrecklich direkt und plump, so ganz Oberfläche, große Geste, aber ich habe immer das Gefühl, es steckt nichts dahinter. Nein, für Corinth kann ich mich nicht erwärmen. Da gefällt mir mein bescheidenes Bild besser. Es will nicht mehr sein, als es ist. Das ist es aber ganz. Es muss sich nicht anstrengen, es ist einfach da.


No. 14 » Marc: Selbstbildnis in bretonischer Tracht 99x61cm. 1904 » 157 63x50cm, 11.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 14 » Marc: Selbstbildnis in bretonischer Tracht 99x61cm. 1904 » 157 63x50cm, 11.06.1974
 


Von » Macke führt Zeno merkwürdigerweise gar kein Selbstportrait, von » Franz Marc nur dieses, bei dem man eigentlich gar nicht von einem Selbstportrait reden kann, nicht einmal von einem Portrait, denn das Gesicht, der eigentliche Brennpunkt, ist so weit abgewandt, dass man diesen Menschen niemals wiedererkennen würde. Die Farbklänge blau-grün-orange sind schön zusammen mit dem Weiß und dem Schwarz, aber doch ein bisschen wenig für ein gutes Bild.

Mein Bild ist in Wirklichkeit nicht ganz so plakativ wie es in der Reproduktion scheint. Die Lackfarbe ist relativ satt aufgetragen und wirkt als solche schon sinnlich; die Hautpartie ist auch nicht ganz so einförmig, wie es den Anschein hat. Vielleicht sollte ich probieren, noch einmal näher ranzugehen.


No. 15 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » Rembrandt: Christus in Emmaus. 37x42cm. 1628 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 15 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » Rembrandt: Christus in Emmaus. 37x42cm. 1628
 


Oder noch näher?


No. 16 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » Rembrandt: Christus in Emmaus. 37x42cm. 1628 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 16 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » Rembrandt: Christus in Emmaus. 37x42cm. 1628
 


Noch näher?


No. 17 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » Rembrandt: Christus in Emmaus. 37x42cm. 1628 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 17 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » Rembrandt: Christus in Emmaus. 37x42cm. 1628
 


Oder etwas näher zusammengerückt:


No. 18 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » Rembrandt: Christus in Emmaus. 37x42cm. 1628 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 18 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » Rembrandt: Christus in Emmaus. 37x42cm. 1628
 


Was Rembrandt wohl dazu sagen würde, dass ich mein Bild neben seins hänge? Auf jeden Fall mache ich keinen Scheiß. Aus meinem Bild spricht derselbe Ernst wie aus seinem.

Die Feder hängt eigentlich falsch herum. Was soll das denn bedeuten? Ist da links außen noch jemand? Das Gesicht könnte mit einiger Fantasie auch als Fisch gelesen werden, worüber sich » C.G. Jung beziehungsweise » Erich Engelbrecht eigentlich freuen müssten. Mal sehen, wie überzeugend das ist, wenn man das Bild dreht:


No. 19 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » Rembrandt: Christus in Emmaus. 37x42cm. 1628 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 19 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » Rembrandt: Christus in Emmaus. 37x42cm. 1628
 


Nein, das überzeugt mich nicht. Wenn das ein Fisch sein soll, ist der ziemlich missglückt. An diesem Fisch gibt es allerhand zu kritisieren. Da habe ich bessere Fische gemacht.

Andersherum ist es auch nicht besser:


No. 20 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » Rembrandt: Christus in Emmaus. 37x42cm. 1628 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 20 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » Rembrandt: Christus in Emmaus. 37x42cm. 1628
 


Es ist wie bei  Nummer 153: Man glaubt dem Bild die Orientierung nicht, man hat das Gefühl, das Bild müsste andersherum hängen. Ist das nicht merkwürdig? Angeblich soll ja » Kandinsky die abstrakte Malerei dadurch entdeckt haben, dass er von einem Spaziergang nach Hause kam und eines seiner Bilder nicht wiedererkannte, aber sehr schön fand, obwohl oder weil es auf dem Kopf stand.

Die Anekdote ist natürlich gut genug, um sie im Schulunterricht unterzubringen, aber eigentlich hat sie wenig für sich. Die Technik, ein Bild auf den Kopf zu drehen und dann in aller Ruhe zu betrachten, war wahrscheinlich schon Rembrandt bekannt. Damit beurteilt der Maler nämlich die allgemeine Harmonie des Bildes, die Verteilung der Lichter und Schatten, der Farben, der Gewichte, und weil er durch die falsche Orientierung keine gegenständliche Bedeutung vornimmt, fällt diese Beurteilung leichter als in der richtigen.

Es war wohl » Sedlmayr, wenn ich mich recht erinnere, der darauf hingewiesen hat, dass die abstrakte Malerei viel eher aus der allgemeinen Zeittendenz zur Purifizierung zu verstehen ist, des Wahns, man könnte zum Eigentlichen dadurch besser vordringen, wenn man alles Überflüssige über Bord wirft. So entsteht dann die reine Malerei, die reine Architektur, die dann nur noch aus Würfeln, Kugeln und Pyramiden besteht. So was konnte man damals teilweise noch gar nicht bauen, aber im 20. Jahrhundert wurden tatsächlich Kugelhäuser errichtet.

Diese Ideologie entstand zumindest in der Architektur noch vor der französischen Revolution und ist also viel älter als die moderne Kunst und insbesondere die abstrakte Malerei. Die französische Revolution versuchte ja auch, eine Menge anderer Zöpfe abzuschneiden und legte fest, dass es fortan 10 Monate im Jahr, 10 Stunden am Tag und in der Nacht und dergleichen geben solle, und das einzige, was meines Wissens von dieser Radikalität übrig geblieben ist, ist das Urmeter, und selbst das ist inzwischen längst überholt.

Im Rückblick wird sehr deutlich, dass dieser Monumentalarchitektur die geistige Vaterschaft der Architektur des Faschismus und Kommunismus zugestanden werden muss, weil sich die totalitäre Gesellschaft in dieser Gigantomanie perfekt spiegeln konnte. Der Mensch ist nichts, das Prinzip alles, und deshalb kann der Mensch mit Leichtigkeit dem Prinzip geopfert werden.

Bei diesen Betrachtungen wird mir deutlich, dass die abstrakte Malerei - jedenfalls dort, wo sie sich nicht primitiv-schmierend, auf Sandkastenniveau regredierend, sondern geometrisch-perfektionistisch gibt - ebenfalls diesen Hang zur Unerbittlichkeit und Kälte, zur Prinzipienreiterei und Gefühllosigkeit besitzt.

An dieser Stelle habe ich nun kurz bei Wikipedia nachgeschaut und stieß wieder auf kryptische Hinweise zu dem berühmten » Darmstädter Gespräch 1950; eine » Suche bei Google brachte mich zu einer Vorlesung „Aspekte der Kunst nach 1945“ von » Wolfgang Ullrich (als Word-Dokument: » Teil 3, als » Google-Kopie).

Diese Lektüre nun ist höchst köstlich und sei jedem anempfohlen, der sich für Kunst interessiert. Ullrich berichtet, dass Sedlmayr in seinem Abschlussvortrag von „Herzkraft“ spricht - das hört sich ja nun fast an wie mein „Herzblut“! Donnerwetter! Ullrich war mir bisher noch nicht untergekommen, aber wie es scheint, hat der Mann sehr interessante Ideen und Einsichten: » Nur nicht einschüchtern lassen!


  Kommentar   Simulation Wohnumgebung   Museumsszenario   Kommentar   No. 158   Top   No. 156



Nachtrag Wohnungsszenario, 02.08.2011


No. 21 » 157 63x50cm, 11.06.1974  Siehe zu dieser Umgebung auch  » Nummer 23,  » Nummer 37,  » Nummer 38,  » Nummer 74,  » Nummer 77,  » Nummer 82.Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 21 » 157 63x50cm, 11.06.1974
 
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Heim seit 20 Jahren für eine Mutter mit drei inzwischen erwachsenen Kindern.


  Kommentar   Simulation Wohnumgebung   Museumsszenario


Nachtrag Wohnungsszenario, 05.03.2012


No. 22 » 157 63x50cm, 11.06.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 22 » 157 63x50cm, 11.06.1974
 
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. » Todd Selby sucht » Michael Haney and Brooke Cundiff in » New York City heim; hier ein Teil der Bibliothek (siehe auch » 152).


No. 25 » 27 32x24cm, 13.10.1973 » 155 63x45cm, 09.06.1974 » 152 40x36cm, 23.05.1974  » 153 53x37cm, 01.06.1974 » 30 40x36cm, 16.10.1973 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 65 42x30cm, 23.12.1973  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 25 » 27 32x24cm, 13.10.1973 » 155 63x45cm, 09.06.1974 » 152 40x36cm, 23.05.1974 sold/verkauft » 153 53x37cm, 01.06.1974 » 30 40x36cm, 16.10.1973 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 65 42x30cm, 23.12.1973
 
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. » Todd Selby sucht » Hitochi Uchida heim - in » Kamakura, ca. 50 km südwestlich von Tokio am Pazifik gelegen (siehe auch » 152).


No. 28 » 157 63x50cm, 11.06.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 28 » 157 63x50cm, 11.06.1974
 
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. » Todd Selby sucht » Christoph Niemann in » Berlin heim. » Christoph Niemann ist Illustrator, Grafiker und (Mit-)Autor verschiedener Bücher.


  Kommentar   Simulation Wohnumgebung   Museumsszenario


  Museumsszenario   No. 158   Top   No. 156 Nachtrag Museumsszenario, 17.11.2012


No. 31 » 121 63x49cm, 06.03.1974 » 154 85x63cm, 02.06.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 155 63x45cm, 09.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 31 » 121 63x49cm, 06.03.1974 » 154 85x63cm, 02.06.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 155 63x45cm, 09.06.1974
 


No. 32 » 151 104x123cm, 15.05.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 32 » 151 104x123cm, 15.05.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974
 


No. 33 » 148 90x66cm, 19.04.1974  » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 147 80x63cm, 29.04.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 33 » 148 90x66cm, 19.04.1974 sold/verkauft » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 147 80x63cm, 29.04.1974
 


No. 34 » 140 123x150cm, 18.04.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 34 » 140 123x150cm, 18.04.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974
 


No. 35 » 136 90x52cm, 07.03.1974  » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 122 90x52cm, 07.03.1974  · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 35 » 136 90x52cm, 07.03.1974 sold/verkauft » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 122 90x52cm, 07.03.1974 sold/verkauft
 


No. 36 » 133 104x80cm, 01.04.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 135 104x80cm, 07.04.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 36 » 133 104x80cm, 01.04.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 135 104x80cm, 07.04.1974
 


No. 37 » 134 80x99cm, 02.04.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 132 80x100cm, 31.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 37 » 134 80x99cm, 02.04.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 132 80x100cm, 31.03.1974
 


No. 38 » 115 123x96cm, 28.02.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 129 123x96cm, 18.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 38 » 115 123x96cm, 28.02.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 129 123x96cm, 18.03.1974
 


No. 39 » 127 123x80cm, 11.03.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 39 » 127 123x80cm, 11.03.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 128 100x76cm, 16.03.1974
 


No. 40 » 119 130x122cm, 05.02.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 116 130x122cm, 01.03.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 40 » 119 130x122cm, 05.02.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 116 130x122cm, 01.03.1974
 


No. 41 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 112 101x123cm, 20.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 41 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 112 101x123cm, 20.02.1974
 


No. 42 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 105 122x94cm, 08.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 42 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 » 105 122x94cm, 08.02.1974
 


No. 43 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974 · © Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
No. 43 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 157 63x50cm, 11.06.1974
 


  Kommentar   Simulation Wohnumgebung   Museumsszenario   Museumsszenario   No. 158   Top   No. 156




  No. 156   Top   No. 158  



Anfang   : No. 156 [Taste y] Kommentar     No. 157     : No. 158  [Taste x] Kommentar   Ende
Öl   Klein   Alles        Breite No. 157     » Max     » 800 px     • 500 px      63x50 cm, Lack / Hartfaser



 
5 Werke
Seite 1

Öl       Papier       Skulpturen       Drucke       Alles       Winzig       Klein       Mittel       Groß       Riesig      

 
Home   Fotos   Galerie   Manifest   Credo   Texte   Blog   Bücher   Altar      English   Top


Suche nach search

 

Der gewöhnliche Hansel auf seinem langen Weg zu Gott.
Signatures joe
Werner Stürenburg: Entwicklung seiner Signatur

server time used 0.1394 s