Kommentar
Simulation Wohnumgebung
Museumsszenario
Kommentar
No. 16
Top
No. 14
18.12.2010
Wieder vor dem Spiegel, fast dieselbe Haltung, diesmal wieder nackt und etwas kühner. Hier wirken natürlich die großen Farbflächen und schwarzen Balken im Hintergrund, die zweifellos von Picassos
» Portrait mit gekreuzten Händen seiner letzten Geliebten und Ehefrau
» Jacqueline Roque beeinflusst sind. Der Bezeichnung mit den römischen Ziffern lässt sich ebenfalls entnehmen, dass ich von der konsequenten Datierung Picassos, die dieser in den dreißiger Jahren begonnen hatte, beeindruckt war.
*
Wieder trage ich einen Seitenscheitel, was mich stutzen lässt: Vielleicht entsprach das sogar der Realität - ein Blick auf die anderen Selbstportraits zeigt, dass ich damals offenbar schwankte: Manchmal trage ich ein Mittelscheitel, manchmal einen Seitenscheitel. Der Mittelscheitel hat dann gewonnen. Bis zum Abitur trug ich immer Seitenscheitel.
Das Picasso-Bild von 1954 war Anschauungsunterricht in der Schule, eines der Beispiele für die Moderne Kunst, für die unser Kunsterzieher anscheinend nicht allzu viel übrig hatte, jedenfalls konnte er uns nicht wirklich den Wert dieser Arbeiten nahebringen.
Ich erinnere mich noch an ein weiteres
»Portrait Picassos derselben Frau aus demselben Jahr (damals „Madame Z.“ genannt), das wir ebenfalls im Unterricht betrachtet haben. Besonders bei der Haltung der beiden Hände auf diesem Bild ließ der Lehrer durchblicken, dass er nicht allzu viel von solcher Kunst hielt. Gleichzeitig musste er uns natürlich eintrichtern, dass die Moderne Kunst etwas ganz Großes und Bedeutendes ist, unser höchstes Kulturgut, fast schon ein Heiligtum. Wie sagt
» Robert Pirsig in
» Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten? Erziehung ist Massenhypnose. Wir wurden gut hypnotisiert.
In diesem Bild blickt uns wieder ein sehr zuversichtlicher und selbstbewusster junger Mann an, der anscheinend keine Angst, dafür Humor hat und gerne lebt, mit Freuden. Beide Blätter sind am selben Tag entstanden. Habe ich mich gefragt, was diese Bilder mir sagen? Ich glaube nicht. Ich habe sie einfach gemacht und wollte ein überzeugendes Bild haben, das vor allen Dingen ähnlich ist. In dieser Hinsicht konnte ich noch nicht zufrieden sein. Es lag mir fern, anzunehmen, diese Bilder könnten mir etwas erzählen, was ich noch nicht weiß, womöglich über mich.
Auch diesmal ist der Blick wieder sehr intensiv, was merkwürdig ist, da zumindest die Pupille seines linken Auges etwas undeutlich ist, aber das stört überhaupt nicht. Die Einfassung des Kopfes durch die vier schwarzen Strahlen hebt diesen natürlich hervor.
Viele Jahre später wird der Kopf des Helden ebenfalls hervorgehoben, meistens durch eine Art
» Heiligenschein (Beispiel:
› Nummer 461). Die Einteilung des Hintergrunds in intensivfarbige Flächen, die durch Stege getrennt sind, erinnert auch an die Ästhetik der Kirchenfenster. Die Welligkeit des Papiers an einigen Stellen, hervorgerufen durch die Wasserfarbe, trägt dazu bei, da die Färbung des Glases in der Regel nicht gleichmäßig ist.
Merkwürdig, dass mir die gelbe Färbung der Haut gar nicht besonders ins Auge sticht. Dabei ist sie doch das Auffälligste an diesem Bild. Aber irgendwie stört sie nicht, sondern scheint dazu zu gehören. Wenn man sich vorstellen möchte, die Haut hätte eine andere Farbe, will das nicht gelingen. Also habe ich ein Bildbearbeitungsprogramm zu Hilfe genommen und ein wenig experimentiert. Interessant: Es kamen Effekte heraus wie bei
» Andy Warhol, der ja bekanntlich bei seinen Portraits die Farben ebenfalls willkürlich gewählt hat (siehe
» Malen wie Andy Warhol).
Kommentar
Simulation Wohnumgebung
Museumsszenario
Kommentar
No. 16
Top
No. 14
Nachtrag Wohnungsszenario, 05.08.2011
» Nachher/vorher: einblenden. Kunst im Bad - für den
» kreativen Menschen eine klare Sache, das Auge will leben und genießen! Die Wand ist im Original leer.
» Nachher/vorher: einblenden. Out of focus.
» Nachher/vorher: einblenden. Man kann ein Papierbild ja auch auf Leinen oder Holz aufziehen und dann wie ein Gemälde rahmen.
» Heim in den Hügeln von Hollywood mit freiem Blick auf Los Angeles. Im Original hängt an dieser Stelle nichts.
Kommentar
Simulation Wohnumgebung
Museumsszenario
Museumsszenario
No. 16
Top
No. 14 Nachtrag
Museumsszenario, 15.12.2012  | | No. 12 | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 617 96x145cm, 14.11.1985 |  | |
|
|  | | No. 13 | | » 245 81x70cm, 29.11.1977  | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 614 80x54cm, 18.10.1985 |  | |
|
|  | | No. 14 | | » 610 72x100cm, 14.10.1985 | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 194 99x79cm, 08.09.1974 |  | |
|
|  | | No. 15 | | » 559 70x60cm, 18.01.1985 | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 549 80x60cm, 08.01.1985 |  | |
|
|  | | No. 16 | | » 558 70x50cm, 17.01.1985 | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 225 78x65cm, 12.05.1976 |  | |
|
|  | | No. 17 | | » 550 100x80cm, 11.01.1985 | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 372 100x80cm, 18.07.1983  |  | |
|
|  | | No. 18 | | » 229 100x80cm, 21.10.1976  | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 298 100x80cm, 29.03.1983 |  | |
|
|  | | No. 19 | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 289 146x130cm, 30.11.1982 |  | |
|
|  | | No. 20 | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 282 130x114cm, 15.10.1982  |  | |
|
|  | | No. 21 | | » 201 108x80cm, 31.10.1974 | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 259 131x100cm, 08.10.1980 |  | |
|
|  | | No. 22 | | » 226 79x159cm, 17.05.1976  | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 |  | |
|
|  | | No. 23 | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 217 129x103cm, 29.04.1975 |  | |
|
|  | | No. 24 | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 214 103x130cm, 14.02.1975 |  | |
|
|  | | No. 25 | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 213 103x129cm, 04.02.1975 |  | |
|
|  | | No. 26 | | » 15 42x30cm, 10.11.1972 | | » 4a 210x130cm, 01.12.1968  |  | |
|
|
|
Kommentar
Simulation Wohnumgebung
Museumsszenario
Museumsszenario
No. 16
Top
No. 14
No. 16
Top
No. 14