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180 cm - 71 inch


Nr. 149:  60x50 cm (24x20"), Lack / Hartfaser · 15.07.1974, Rückseite von » 166
     



An der Wand mit:  
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› Ausschnitt 59 · © Copyright Werner Popken. 
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› Ausschnitt 69 · © Copyright Werner Popken. 
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Nach diesen wunderbaren warmen Farbklängen nun wieder eine kalte Dusche. Wenn ich das war, dann hatte ich doch ziemlich viel Energie und Lebenslust, oder? *

Das ist nun eigentlich nicht einer, sondern es sind drei. Wie schon in  Nummer 59, wo es vier Profile sind, oder in  Nummer 69, wo es ebenfalls drei sind, drücken die drei Profile ganz unterschiedliche Stimmungen aus.

Alle drei scheinen etwas Aufregendes zu beobachten. Der erste scheint begeistert anzufeuern, der zweite gespannt zu beobachten, der dritte ist deutlich skeptisch.

Die drei haben drei Münder und drei Kinne und teilen sich zwei Nasen und zwei Augen. Die Farbe ist offensichtlich dick und reichlich aufgetragen, wobei man ganz deutlich sieht, dass die Lackfarbe ziemlich flüssig ist. Der Kopfputz gehört allen dreien gemeinsam und wirkt für mich einigermaßen barock, genauer gesagt muten mich Kleidung, Kopfbedeckung und Charakterisierung der Köpfe so an, dass ich den » Alten Fritz damit assoziiere.

Graff: Friedrich II. mit 69
51x62cm. 1781 · © Copyright Werner Popken. 
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Graff: Friedrich II. mit 69
51x62cm. 1781


Die räumliche Situation ist ziemlich unklar. Rechts oben sieht man eine blaue Fläche, die Himmel darstellen könnte, was bedeuten würde, das die Person sich in einem Innenraum befindet und in diesen Innenraum schaut.

Links neben dem Gesicht sieht man eine grüne Fläche, die ein Fensterladen sein könnte - der müsste sich aber eigentlich nach außen öffnen, dort, wo der Himmel zu sehen ist. Die Räumlichkeit macht insgesamt einen ungepflegten, trostlosen Eindruck, als befinde man sich in einem vernachlässigten Betonbunker.

Die dreigeteilte Person scheint einen Mantel mit einem großen Kragen anzuhaben, allerdings sind Arme und Hände nicht sichtbar. Stattdessen eine nicht identifizierbare gelbgrüne gestreifte Fläche mit einem zinnoberroten Farbklecks, der sich auch in einer weißen Fläche wieder findet, die man mit etwas gutem Willen als aufgeschlagenes Buch interpretieren könnte.

Mit diesem Bild wollte ich mich gar nicht beschäftigen und tue das jetzt zum ersten Mal. Ich mochte es nicht leiden, aber jetzt merke ich, das es gar nicht so schlecht ist, dass man auch dieses Bild liebhaben kann.

Und wie macht es sich an der Wand? Wie kommt es gegen andere Bilder an? Zum Beispiel gegen seinen Vorgänger, die Sphinx?

No. 4 » 148 90x66cm, 19.04.1974  » 149 60x50cm, 15.07.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 148 90x66cm, 19.04.1974 sold/verkauft » 149 60x50cm, 15.07.1974


No. 5 » 147 80x63cm, 29.04.1974 » 149 60x50cm, 15.07.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 147 80x63cm, 29.04.1974 » 149 60x50cm, 15.07.1974


No. 6 » 146 89x70cm, 28.04.1974 » 149 60x50cm, 15.07.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 146 89x70cm, 28.04.1974 » 149 60x50cm, 15.07.1974


No. 7 » 145 80x63cm, 27.04.1974 » 149 60x50cm, 15.07.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 7 » 145 80x63cm, 27.04.1974 » 149 60x50cm, 15.07.1974


No. 8 » 149 60x50cm, 15.07.1974 » 144 124x90cm, 01.01.1974  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 8 » 149 60x50cm, 15.07.1974 » 144 124x90cm, 01.01.1974 sold/verkauft


No. 9 » 149 60x50cm, 15.07.1974 » 143 124x90cm, 01.05.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 9 » 149 60x50cm, 15.07.1974 » 143 124x90cm, 01.05.1974


No. 10 » 149 60x50cm, 15.07.1974 » 139 80x99cm, 16.04.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 10 » 149 60x50cm, 15.07.1974 » 139 80x99cm, 16.04.1974


No. 11 » 138 80x99cm, 14.04.1974 » 149 60x50cm, 15.07.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 11 » 138 80x99cm, 14.04.1974 » 149 60x50cm, 15.07.1974


No. 12 » Graff: Friedrich II. mit 69 51x62cm. 1781 » 30 40x36cm, 16.10.1973 » 149 60x50cm, 15.07.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 12 » Graff: Friedrich II. mit 69 51x62cm. 1781 » 30 40x36cm, 16.10.1973 » 149 60x50cm, 15.07.1974


Der Vergleich ist mal wieder hochinteressant. 149 ist im Vergleich mit den anderen Bildern eigenartig komplex und unruhig. Die anderen sind groß konzipiert und vorgetragen, dieses ist kompliziert und verwirrend. Sind die anderen Bilder meditativ und zurückhaltend, möglicherweise sogar harmlos, so ist dieses Bild aufrührend und unbequem.

Beim letzten Vergleich wird offensichtlich, welchen Weg die moderne Kunst zurückgelegt hat. Ich glaube nicht, dass man das bedauern muss. Die Fortschritte sind offensichtlich. Mit der modernen Kunst ist es möglich, in das Innere der Seele vorzudringen. » Rembrandt konnte das zwar auch schon, aber er war die Ausnahme. Selbst sein berühmter Zeitgenosse » Rubens ist weitgehend ungenießbar, und auch nicht alle Bilder von Rembrandt sind vom Feinsten.

Ein großer Teil der Kunst bestand in zweckgebundenen Bildwerken und war mehr oder weniger Handwerk. Nur selten entwickelte sich mal ein Meister in Sphären, die seelische Inhalte sichtbar werden ließen. Warum war das so? Musik und Poesie haben schon immer die Seele sprechen lassen. Noch im Mittelalter war die Kunst der Seele gewidmet, dem Seelenheil.

Ein wichtiger Hinderungsgrund war sicherlich die Fähigkeit der Kunst, Sichtbares festzuhalten. Damit wurde der Künstler zunächst verleitet, Sichtbares wiederzugeben, was letzten Endes auf eine Profanisierung hinauslief. Wenn Jesus und seine Jünger so aussahen wie du und ich, wurde das Heilige herabgewürdigt und seiner Kraft beraubt. » Caravaggio mag verblüffen, bekehren kann er nicht. Schließlich wurde der Künstler mit dem Aufstieg des Bürgertums auch noch auf die Rolle des Chronisten festgelegt. » Holbein ist großartig, aber kalt.

Die Fotografie und der Film haben der Kunst nicht den Garaus gemacht, sondern sie aus dieser Knechtschaft befreit. Künstler wie » Blake und » van Gogh haben sich schon vorher von diesen Fesseln befreit. Freiheit ist aber immer Freiheit wozu. Was will man mit der Freiheit anfangen? Mit dieser Frage waren die Künstler schnell überfordert. Blödsinn und Absurditäten, Verstiegenes und Verkopftes verdrehte den Leuten die Köpfe. Bis heute.

No. 13 » 129 123x96cm, 18.03.1974 » 149 60x50cm, 15.07.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 13 » 129 123x96cm, 18.03.1974 » 149 60x50cm, 15.07.1974


No. 14 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 149 60x50cm, 15.07.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 14 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 149 60x50cm, 15.07.1974


No. 15 » Böcklin: Odysseus und Kalypso. 104x150cm. 1883 » 149 60x50cm, 15.07.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » Böcklin: Odysseus und Kalypso. 104x150cm. 1883 » 149 60x50cm, 15.07.1974


No. 16 » Courbet: Die Badende. 65x54cm. 1868 » 149 60x50cm, 15.07.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 16 » Courbet: Die Badende. 65x54cm. 1868 » 149 60x50cm, 15.07.1974


Obwohl 149 so spröde ist, kann das Bild es doch mit » Böcklin und » Courbet aufnehmen - erstaunlich.

Nach wie vor tue ich mich mit dem Bild schwer. Ich sehe zwar, dass es interessant ist und vielleicht sogar gut, aber ich mag es nicht, es ist mir unangenehm, im Gegensatz zu  Nummer 148, das ich ausgesprochen gern mag, sehr gern sogar. Diese Abneigung oder Zuneigung ist natürlich schwer zu begründen, aber leicht zu verstehen. Die Farben und Formen von 148 sind höchst angenehm, die von 149 in demselben Maße unangenehm.

Aber hier merke ich, dass ich nur mit Worten spiele. Was soll denn nun wieder unangenehm heißen? Damit wird doch nichts erklärt.




Nachtrag, .02.2012

No. 17 » 149 60x50cm, 15.07.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 17 » 149 60x50cm, 15.07.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. » Todd Selby zu Hause bei » Cindy Greene (siehe auch » 146, » 145). Nippes für Leute, die Nippes verachten.

No. 20 » 149 60x50cm, 15.07.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » 149 60x50cm, 15.07.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Aus  http://loftlifemag.com/mu/?p=31; Beitrag und Titel beziehen sich auf das Buch » Thad Hayes: The Tailored Interior (siehe auch » 146, » 153). Über dem Kamin hängt im Original nichts.

No. 23 » 149 60x50cm, 15.07.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 149 60x50cm, 15.07.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Aus einem Artikel » Möchten Sie eine benutzerdefinierte Bibliothek? der französischsprachigen Zeitschrift » Art & Décoration. Allzu viele Bücher gibt es auf diesem Bild aber nicht zu sehen. Kann man da schon von einer Bibliothek sprechen? Oder ist es nicht einfach nur ein Bücherregal, oder genauer ein Regal, in dem auch Bücher stehen?

Immerhin sieht das schon eher so aus, als würde hier jemand wohnen. Mein Bild knallt natürlich ganz anders als die zahme Landschaft, die ich abgehängt habe.


23.03.2011


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