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No. 146
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No. 144
19.03.2011
Bei diesem Bild wachte ich auf. Das war ich, aber in welchem Zustand befand ich mich? Wieso musste ich mich so rüsten? Hatte ich Angst?
So konnte man sich doch gar nicht verteidigen. Das fand ich interessant. Dieses Bild erzählte mir etwas über mich, was mir nicht bewusst war.
*
Natürlich hat der Typ Angst, aber er demonstriert Entschlossenheit, äußerste Entschlossenheit. Die drückt sich vor allem durch seinen Mund und die Augen aus, und sein Helm mit Drachenverzierung soll das wohl unterstützen. Der Drache scheint Feuer zu speien, aber das Feuer ist kalt, es ist noch nicht einmal heiße Luft.
Genauso widersprüchlich ist seine Rüstung. Die lässt den Hals und das Dekolletee frei. Das Schwert ist vielleicht brauchbar, aber nicht wenn man es so anfasst. In Wirklichkeit fühlt sich dieser Mann wohl der Situation gar nicht gewachsen, daher seine Angst. Wer sich verteidigen kann und zuversichtlich ist, dass diese Verteidigung erfolgreich ist, muss keine Angst haben.
Wer greift ihn an? Wer will was von ihm? Wer will was von ihm, das so ans Leben geht? Denn es muss wohl um Leben und Tod gehen, sonst müsste man sich nicht so rüsten. Er scheint seinen Gegner mit den Augen zu fixieren - der muss also gegenwärtig sein, vielleicht auf Armabstand. Wenn der aber so nahe ist, dann muss der neben dem Betrachter stehen.
Da fällt mir eine Geschichte von
» Carlos Castaneda ein, dem großen Lügner, der Millionen fasziniert hat, die er seinen fiktiven Lehrer und Zauberer Don Juan in den Mund legt: Der Tod sei ein ständiger Begleiter und stehe direkt hinter einem, schräg hinter der rechten (oder linken?) Schulter. Sobald dieser einem auf die Schulter tippe, müsse man sterben. Man solle sich deshalb stets bewusst sein, dass der Tod jederzeit sein Zeichen geben könne. Von Castaneda habe ich allerdings erst 1976 gehört, und zwar von meinem Doktorvater, als der von seinem einjährigen Aufenthalt am MIT zurückkehrte und dessen Bücher mitbrachte, die in aller Munde waren.
Aber diese Geschichte gehört hier ja eigentlich nicht hin, denn so wie ich sie verstanden habe, hat jeder seinen eigenen Tod als Begleiter, und der Tod des Betrachters könnte diesem Krieger nichts anhaben. Man könnte diesen intensiven Blick auch dahingehend deuten, dass er versucht, die Bedrohung durch Blickkontakt zu bannen.
 | | No. 1 | | » 144 124x90cm, 01.01.1974  | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | |  | |
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|  | | No. 2 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 144 124x90cm, 01.01.1974  | |  | |
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Wie hat
» John Berger formuliert?
„... ein mit großer innerer Bewegung gemaltes Portrait ...“ Vielleicht meint er damit genau dasselbe wie ich mit meinem Ausdruck
Herzblut.
Hat
145 Herzblut? Zweifellos. Die Farbigkeit ist wieder sehr unangenehm, düster, kalt, aber dem Thema wohl durchaus angemessen. Wenn man sich vorstellt, dass hier mit bunten, schreienden Farben gearbeitet worden wäre, wird sofort klar, dass das Bild eine völlig andere Aussage bekäme. Dann wäre der Typ voller Energie und nicht gelähmt und blockiert. Dieser Krieger wirkt wie in die Ecke gedrängt, obwohl er doch in einem unbestimmten Raum steht, als könnte er nicht zurück und nicht zur Seite, sondern nur vorwärts, und dieser Weg ist versperrt, den müsste er sich freikämpfen, und dazu hat er nicht den Mumm.
Armer Kerl. Wirkt eigentlich ganz sympathisch, integer, authentisch, verlässlich, ernsthaft, belastbar - warum ist er nur so erstarrt?
Diese Gegenüberstellung gefällt mir gut. Die beiden passen zusammen.
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Nachtrag Wohnungsszenario, 23.02.2012
» Nachher/vorher: einblenden.
» Todd Selby sucht
» Alexandre Hercovitch heim (die Serie gibt es auch als Buch:
» The Selby Is in Your Place). Die Leute, deren Wohnungen und Geschmack, die dieser Fotograf beliebt festzuhalten, sind nicht mein Fall. Selbst bei Berühmtheiten wundere ich mich, wie die hausen. Hauptsache schrill.
Auch die Qualität der Fotos ist im allgemeinen sehr gering. Aber das gilt in diesen Kreisen vermutlich als Ausweis extremer Kreativität. Dieser Rahmen ist natürlich viel zu dick, zu pompös. Für diese Umgebung aber ganz passend.
» Nachher/vorher: einblenden. Selby zu Hause bei
» Wolfgang Joop - man hält es nicht für möglich! So wohnt der - Kitsch as Kitsch can!
» Nachher/vorher: einblenden. Selby zu Hause bei
» Cindy Greene. Die Gegenüberstellung mit dem Portrait aus dem neunzehnten Jahrhundert ist interessant. Das kann man auf sich wirken lassen (siehe auch
» 146,
» 149).
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No. 144 Nachtrag
Museumsszenario, 19.11.2012  | | No. 18 | | » 140 123x150cm, 18.04.1974 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 |  | |
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|  | | No. 19 | | » 136 90x52cm, 07.03.1974  | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 122 90x52cm, 07.03.1974  |  | |
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|  | | No. 20 | | » 133 104x80cm, 01.04.1974 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 135 104x80cm, 07.04.1974 |  | |
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|  | | No. 21 | | » 134 80x99cm, 02.04.1974 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 132 80x100cm, 31.03.1974 |  | |
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|  | | No. 22 | | » 115 123x96cm, 28.02.1974 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 129 123x96cm, 18.03.1974 |  | |
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|  | | No. 23 | | » 127 123x80cm, 11.03.1974 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 128 100x76cm, 16.03.1974 |  | |
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|  | | No. 24 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 119 130x122cm, 05.02.1974 |  | |
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|  | | No. 25 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 116 130x122cm, 01.03.1974 |  | |
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|  | | No. 26 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 112 101x123cm, 20.02.1974 |  | |
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|  | | No. 27 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 105 122x94cm, 08.02.1974 |  | |
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|  | | No. 28 | | » 100 69x169cm, 29.01.1974 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 |  | |
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|  | | No. 29 | | » 92 85x65cm, 20.01.1974 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 99 84x65cm, 29.01.1974 |  | |
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|  | | No. 30 | | » 19 80x60cm, 01.08.1973 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 37 80x60cm, 07.11.1973 |  | |
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|  | | No. 31 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 20 66x131cm, 20.08.1973 |  | |
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|  | | No. 32 | | » 145 80x63cm, 27.04.1974 | | » 4a 210x130cm, 01.12.1968  |  | |
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