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437 Werke

 8 ·  16 ·  32 ·  64 ·  128 ·  256 ·  512    verkauft    verfügbar

 
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   Breite No. 96     » Max     » 800 px     » 500 px      63x88 cm, Öl / Wellpappe
© Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA

180 cm - 71 inch

Nr. 96:  63x88 cm (25x35"), Öl / Wellpappe · 24.01.1974
     

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An der Wand mit:  
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18.02.2011

© Copyright Werner Popken. 
Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA
Noch ein Bild auf Wellpappe; die Materialstruktur ist deutlich zu erkennen. Sehe ich richtig (ich glaube, ich habe noch nie richtig hingeschaut), so hat diese Maske drei Augenlöcher. Der Blickwinkel ist so gewählt, dass die beiden Löcher für die normalen Augen hintereinanderliegen. Es bleibt das Auge über der Nasenwurzel.

Allerdings scheint das eher ein weiteres Augenpaar zu sein, denn so sieht es doch mehr wie eine Bohrung durch die Nasenwurzel aus als wie ein einzelnes Auge. Außerdem gibt es ja noch eine zweite Nase, jedenfalls einen entsprechenden Winkelhaken.

Das Teil tut realistisch und dreidimensional, aber so ganz koscher ist es doch nicht. *

Auch dieses Bild verdankt viel dem Lehrer Picasso, unter anderem die Bildgegenstände. Im Gegensatz zu vielen Jugendlichen, die es einmal mit einer Gitarre versucht haben, habe ich zu diesem Instrument keinerlei Beziehung. Das Bild gefällt mir von der Farbgebung her und von der Malweise, es sind wunderschöne Farbklänge und die Pinselführung ist entschlossen, kräftig und energiegeladen.

Trotzdem kann ich mich mit dem Bild nicht so recht anfreunden, denn es scheint mir doch einigermaßen absurd zu sein. Einfach nur schöne Malerei ist mir zu wenig. Warum nur? Stillleben haben meistens keine zusätzliche Bedeutungsebene, und wenn, dann ist diese oft einfach nur banal. Die umgestürzte, erloschene Kerze als Hinweis auf die Endlichkeit des Lebens, die Unvermeidlichkeit des Todes, der Spiegel als Hinweis auf die Torheit der Eitelkeit und was dergleichen lexikonartigen Beziehungen gehandelt werden - es wird einfach nicht interessanter, sondern meistens sogar schaler.

Bedeutung kann man eben nicht konstruieren. Im Kommentar zum letzten Bild,  Nummer 95, habe ich das Portrait des Jan Six von Rembrandt gebracht, das mich nach wie vor sehr beeindruckt. In diesem Portrait wird gar nicht erst versucht, Bedeutung zu konstruieren. Der Mann steht einfach so da, als sei er mitten in einer Bewegung unterbrochen worden, als wollte er gerade das Haus verlassen. Der viel gerühmte » Denker von » Rodin ist eigentlich nur lächerlich - denken kann man in dieser Haltung sowieso nicht, und von einem Muskel Menschen würde man das auch gar nicht erwarten.

So gesehen müsste ich mich doch eigentlich über Stillleben ohne tiefere Bedeutung freuen - aber das würde heißen, dass mein Argument missverstanden wurde. Die Wirkung des Rembrandt-Portraits kommt ja nicht nur dadurch zustande, dass er darauf verzichtet, gewollt eine Bedeutung darzustellen, sondern etwas Neues, Tiefes tritt hinzu, eben die Würde und Größe eines bedeutenden Menschen - sonst müssten ja die unzähligen Bilder, die ebenfalls auf eine solche künstliche Bedeutung verzichten, gleichfalls großartig sein.

Das Stillleben  Nummer 55 hat mir ja gut gefallen, ich habe es immer wieder einmal aufgehängt, während ich dieses Bild noch nie aufgehängt habe, auch das Stillleben  Nummer 40 nicht. Dabei kann ich eigentlich gar keinen Grund dafür angeben. Wird vielleicht Zeit, es einmal zu versuchen.


No. 1 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 1 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974


Sieht ja gar nicht schlecht aus, jedenfalls sehr dekorativ. Mal sehen, wie sich zwei Stillleben machen.


No. 2 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 40 60x80cm, 16.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 2 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 40 60x80cm, 16.11.1973


Hier habe ich den eben geschilderten Trick angewandt und zwei gleich große Rahmen gewählt, in denen verschieden große Bilder untergebracht sind. Diese werden wiederum durch eine dünne blaue Linie hervorgehoben, die von meinem Standardrahmen herrührt. Das gefällt mir nicht. Es war aber keine Lösung, diese blaue Umrandung anders einzufärben - das sah alles noch schlimmer aus. Schließlich probierte ich, den schwarzen Rand hell zu färben, und das gefiel mir.

Die beiden gleichgroßen Rahmen sehen aber ein bisschen langweilig aus, und zwei Stillleben sind vielleicht auch ein bisschen viel.


No. 3 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 63 64x79cm, 16.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 3 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 63 64x79cm, 16.12.1973


Das ist mir jetzt ein bisschen trist, da fehlt noch was.


No. 4 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 63 64x79cm, 16.12.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 63 64x79cm, 16.12.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973


Donnerwetter! Da kann man mal sehen, was ein Rahmen ausmacht! Für 65 habe ich den Trick mit zwei Rahmen verwendet. Macht wirklich was her!


No. 5 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 31 54x51cm, 19.10.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 31 54x51cm, 19.10.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973


Das gefällt mir wirklich gut. Durch den großen Rahmen bekommt 31 ein enormes Gewicht. Der Rahmen erschlägt fast das Bild. Ganz allgemein wirken die Rahmen dekorativ bereichernd, lehnten allerdings sehr vom Kunstwerk ab, zu dem man sich gewissermaßen erst vorarbeiten muss. Ist das gut oder schlecht?

Bilder an der Wand sind ja erst einmal Dekoration, sie verschönern die Umgebung. Die eigentliche Wirkung des Kunstwerks braucht Zeit und muss sich entfalten. Wenn der Rahmen des Kunstwerk in die Umgebung integriert und dieses angenehm präsentiert, kann das für das Kunstwerk eigentlich nur positiv sein. Bei einer schnellen Betrachtung allerdings gerät das Kunstwerk in Gefahr, unterzugehen.


No. 6 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 31 54x51cm, 19.10.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 31 54x51cm, 19.10.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973


Ist der kleinere Rahmen jetzt besser und angemessener? Schwer zu sagen. Vielleicht sollte ich nochmal einen Kompromiss ausprobieren.


No. 7 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 31 54x51cm, 19.10.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 7 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 31 54x51cm, 19.10.1973 » 65 42x30cm, 23.12.1973


Jetzt ist der Rahmen von 31 exakt so groß wie der von 96. Diese Variante gefällt mir noch am wenigsten; ein Verschieben von 31 nach links bessert die Situation ein wenig. Das ist alles sehr interessant. Ich glaube, die erste Variante gefällt mir am besten.

Obwohl 96 sich durchaus behaupten kann, ist doch nicht zu übersehen, dass dieses Bild vergleichsweise dünn ist. Es ist also kein Wunder, dass ich kein Stilllebenmaler geworden bin. Mein Thema ist der Mensch und nicht der Gegenstand.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 19.11.2011


No. 8 » 96 63x88cm, 24.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 8 » 96 63x88cm, 24.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Eigenartige Architektur, merkwürdiger Raum. Wie kriegt man den gemütlich? Mein Bild kommt da aber gut raus; es hat mit dem Raum keine Probleme. War das früher eine Fabrikhalle?


No. 11 » 96 63x88cm, 24.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 11 » 96 63x88cm, 24.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. » Kaminzimmer in einem Wochenendhaus im Staat New York, eingerichtet als minimalistisches Refugium (minimalist retreat) von » Francis D’Haene für Vincent Herbert, CEO von » Le Pain Quotidien (siehe auch Ruth Schneeberger, Süddeutsche: » Le Pain Quotidien Unser tägliches Brot, 29.09.2010). Mit kahlen Wänden - da knallt mein Bild richtig rein. Noch ein bisschen kahl für meinen Geschmack.


No. 14 » 72 37x27cm, 31.12.1973 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 81 52x41cm, 05.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 14 » 72 37x27cm, 31.12.1973 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 81 52x41cm, 05.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Ok, besser. Wie können Innenarchitekten kahle Wände aushalten? Was hat ein Weihnachtsbaum und eine südafrikanische Plastik, was haben Kissen, Blumen und flauschige Teppiche mit Minimalismus zu tun? Hätte man die nicht auch noch weglassen müssen? (Siehe auch Esszimmer  97.)


No. 17 » 96 63x88cm, 24.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 17 » 96 63x88cm, 24.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Noch ein kahles, etwas düsteres Zimmer; immerhin hing ein Bild über der Anrichte, wenn auch ein scheußliches. Wie soll man sich in solchen Räumen wohlfühlen?


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  Museumsszenario   No. 97   Top   No. 95 Nachtrag Museumsszenario, 30.11.2012


No. 20 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982


No. 21 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 21 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft


No. 22 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 96 63x88cm, 24.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 22 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 96 63x88cm, 24.01.1974


No. 23 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976


No. 24 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 24 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975


No. 25 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 25 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975


No. 26 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 26 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975


No. 27 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 27 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973


No. 28 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 28 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973


No. 29 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 29 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974


No. 30 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 30 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973


No. 31 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 31 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973


No. 32 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 32 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973


No. 33 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 33 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973


No. 34 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 34 » 96 63x88cm, 24.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft


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   Breite No. 106     » Max     » 800 px     » 500 px      81x123 cm, Öl / Hartfaser
© Copyright Werner Popken. 
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180 cm - 71 inch

Nr. 106:  81x123 cm (32x49"), Öl / Hartfaser · 11.02.1974, Rückseite von » 111
     

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26.02.2011

© Copyright Werner Popken. 
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Die erste Katze, und was für eine! Prinzipiell gehört ja eher ein Kater als eine Katze zu einer Wahrsagerin und Kartenlegerin, aber wiederum weiß ich gar nicht genau, wie sich Katze und Karte rein optisch unterscheiden.

Später habe ich eine ganze Reihe von Katzen gehabt und auch Kater, meistens waren die aber wohl kastriert. Es könnte nämlich sein, dass rund um die Geschlechtsteile so viel Haare sind, dass man das Geschlecht auf den ersten Blick nicht erkennen kann.

Bei jungen Katzen ist es jedenfalls sehr schwierig, das weiß ich wohl. Wie auch immer, diese Katze ist weder ganz Katze noch ganz Kater, dafür aber bewegt unternimmt sie sich ganz katzenmäßig. Wieder frage ich mich, wie ich diese typische Haltung habe zaubern können.

Drei Karten liegen auf dem Tisch, aber es sind keine bekannten Spielkarten, er speziell erfundene Wahrsagekarten. Das Bild ist wieder aus einem Guss, bis auf die merkwürdige Schmutzstelle unter dem Auge. Ob ich da wohl korrigiert habe? Sie stört nicht besonders, macht aber auch nicht viel Sinn.

Wäre das Bild langweilig ohne den Fleck? Mit Hilfe der elektronischen Bildbearbeitung lässt sich diese These sehr leicht prüfen. Die Antwort ist nein. Das Bild kann gut ohne den Fleck auskommen.


 Vergleich: manipuliert (links) und Original (rechts) · © Copyright Werner Popken. 
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Diese Einzelheit ist deshalb auch besonders erwähnenswert, weil sich an vielen anderen Stellen auch in diesem Bilde belegen lässt, dass der erste Strich sitzt und nicht korrigiert worden ist, ganz im Gegensatz zu der Arbeitsweise vieler bekannter Maler.

Bei » Matisse ist ein Bild bekanntlich eine Summe von Versuchen. Der letzte Zustand sieht zwar vielleicht so aus, als sei er gerade hingeworfen, aber in Wirklichkeit ist es das Ergebnis eines zähen Ringens.

Ähnlich bei Picasso; es gibt viele Bilder, die sind so stark überarbeitet, dass sie völlig tot sind. Dann hat er das Ergebnis frisch auf eine neue Leinwand übertragen, was dann natürlich den Eindruck einer spontanen Erfindung macht. Die Quälerei des vorherigen Bildes ist ja nicht zu sehen. *

War das letzte Bild sehr ernst und vielleicht auch ein wenig traurig, so ist dieses Bild wieder sehr humorvoll und lustig. Ein Wechselbad der Gefühle! Was habe ich mit einer Katze und einer Wahrsagerin zu tun? Können Sie sich vorstellen, wie rätselhaft mir diese ganze Produktion sein musste?

Wir Menschen sind doch stolz darauf, rationale Wesen zu sein und mit Hilfe unseres Verstandes uns die Welt Untertan gemacht zu haben, all die schöne Wissenschaft und Technik entwickelt zu haben und zu wissen, dass dieser Fortschritt kein Ende haben wird, dass wir die materiellen Bedingungen unserer Existenz schon in nächster Zukunft in ungeahnte Höhen getrieben haben werden, wenn auch der absolute Fortschrittsglaube, der in meiner Jugend Mitte des letzten Jahrhunderts die Fantasie beflügelte, inzwischen einige Dämpfer bekommen hat.

Das Internet ist ein wunderbares Beispiel für diese Überraschungen, die man sich hatte nicht ausdenken können. Die Erweiterung der technischen Möglichkeiten hinsichtlich der Bandbreiten oder Speicherkapazitäten ist demgegenüber vergleichsweise berechenbar und auch ein bisschen langweilig. Wenn wir jetzt 32 GB in der Größe einer Briefmarke unterbringen können, dann wird es nicht besonders überraschen, wenn wir in fünf Jahren 10 Terrabyte in einem Bruchteil dieser Größe bekommen würden.

Und dann gibt es dieses Unerklärliche, das sich nicht mit technischen Methoden fassen lässt: » Computer: "Da ist niemand zu Hause". Dieses Unerklärliche ist es aber, was uns Menschen ausmacht, was Kreativität in jeder Hinsicht bedeutet, ob es sich nun um Poesie oder Wissenschaft handelt. Machen wir da Fortschritte? Nicht das ich wüsste. Wir haben das Phänomen noch nicht einmal ins Auge gefasst. Die allenthalben angepriesenen Kreativitätstrainings

Ich habe immer wieder auf den berühmten Vortrag von » Henri Poincaré Ende des 19. Jahrhunderts vor der neu gegründeten Psychologischen Gesellschaft in Paris hingewiesen, wo der seinerzeit berühmtesten Mathematiker der Welt über die Gehirntätigkeit referieren sollte. Er bestätigte, was man auch von selbst Aussagen anderer Wissenschaftler schon wusste: Er hatte keine Ahnung, woher seine wesentlichen Einsichten kamen. Diese wiederum unterschied er sehr deutlich von der mehrhandwerklichen Tätigkeit des Beweisens, die lediglich Geduld und Fleiß, Fertigkeiten und Kenntnisse erfordert.

Mit der Malerei war ich nun ganz unmittelbar mit diesem rätselhaften Kreativen konfrontiert, von dem ich bis dahin in meinem Leben und auch im Mathematikstudium nur wenig kennengelernt hatte. Konnte mir das gefallen? Natürlich nicht! Auch wenn mir die Bilder gefielen, die Botschaft blieb mir verschlossen, und sehr häufig auch bis heute.

Dieses Bild gefällt mir schon, aber ist es (große) Malerei, ist es Kunst? Ich weiß es nicht.


No. 2 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 24 67x51cm, 04.10.1973 » 30 40x36cm, 16.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 2 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 24 67x51cm, 04.10.1973 » 30 40x36cm, 16.10.1973


Gefällt mir gut. 24 sieht ganz prächtig aus, und auch 30 kann sich sehen lassen.

Was will mir 106 sagen? Die Wahrsagerin - anders kann man diese Frau wohl nicht verstehen - sagt die Zukunft voraus. Eine Karte zeigt ein Herz, eine ein Pik, die dritte ist verdeckt. Das Herz wird wohl mit der Liebe in Verbindung stehen, laut Wikipedia ist » Pik ein umgedrehtes Herz mit Stiel, das eine Waffe, die » Pike, symbolisieren soll.

Wie nicht anders zu erwarten, ist die Zukunft ungewiss. Die Kartenlegerin schaut ernst und bedeutungsvoll, ihre Hände berühren sich mit den Fingerspitzen, wirken fast wie Katzenpfoten, deren Form durch das rote Busentuch wiederholt wird, die riesige Katze weiß mehr und freut sich hinterhältig wegen des bunten, wechselvollen, schweren Lebens, das zu erwarten ist - was denn sonst? Die Karten werden es nicht verraten und auch nichts ändern können.

» Le chat à  l
Ich habe zwar die in der Primitivität versteckten Virtuosität erkennen können und mich darüber gefreut, aber schätzen konnte ich dieses Bild eigentlich eher nicht und wunderte mich deshalb, dass eine Mitarbeiterin später ausgerechnet dieses Bild für ein paar Jahre ausgeliehen hat.

Leider kann ich den Konflikt nicht auflösen. Ich finde das Bild faszinierend, aber dann auch wieder unzureichend. Und wenn ich mich frage, was fehlt, finde ich nichts, stattdessen freue ich mich über all die Einzelheiten, die ich entdecke.

Dabei habe ich selbst die Katze in den berühmten Bild aus der Sammlung » Ganz bewundert, deren Rücken in doppelter Form dargestellt ist, einmal durchgebogen und einmal gewölbt, und hielt die für meisterhaft. Dass meine eigene Katze noch viel katzentypischer ist, habe ich gar nicht gesehen. Picassos Katze ist ja eine Projektion und macht aus dem Tier ein Monster.

Merkwürdig. Tolles Bild (wird besser, wenn man näher dran ist)! Und wenn man will, kann man sogar zwischen den beiden Katzen eine gewisse Ähnlichkeit entdecken.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 15.01.2012


No. 4 » 106 81x123cm, 11.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 106 81x123cm, 11.02.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. » A Modern Villa in Brazil; Architekt Isay Weinfeld verbindet natürlichen Materialien und ausgesuchte Gewebe für das Heim einer jungen Familie in São Paulo. Sessel von Harvey Probber aus den 60ern im Wohnzimmer. Mit den natürlichen Materialien ist anscheinend auch der nackte Beton gemeint. Über das Gemälde, das ich abgehängt habe, erfahren wir nichts.


No. 7 » 106 81x123cm, 11.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 7 » 106 81x123cm, 11.02.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Eigentlich hängt ein Gemälde von Luiz Zerbini auf der dunklen Wand der Eingangshalle desselben Hauses. Möchte man an diesen Haken vorbeigehen? Möchte man dieses blaue Ding sehen? Oje, ich sehe es ein: Es ist nicht einfach, ein schönes Haus zu bauen und einzurichten.


No. 10 » 106 81x123cm, 11.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 10 » 106 81x123cm, 11.02.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. » The Selby is in your place! Diesmal bei den Gründern von » Shipley & Halmos. So wohnen erfolgreiche Jungunternehmer, Modemacher ihres Zeichens! Ein Kalender ist ihnen Wandschmuck genug.


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No. 13 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 13 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982


No. 14 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 14 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft


No. 15 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975


No. 16 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 17 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 105 122x94cm, 08.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 105 122x94cm, 08.02.1974


No. 19 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 106 81x123cm, 11.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 19 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 106 81x123cm, 11.02.1974


No. 20 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974


No. 21 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 21 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973


No. 22 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 22 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974


No. 23 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973


No. 24 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 24 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973


No. 25 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 25 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973


No. 26 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 26 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973


No. 27 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 27 » 106 81x123cm, 11.02.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft


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   Breite No. 93     » Max     » 800 px     » 500 px      28x56 cm, Öl / Pappe
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180 cm - 71 inch

Nr. 93:  28x56 cm (12x23"), Öl / Pappe · 21.01.1974
     

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An der Wand mit:  
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16.02.2011

© Copyright Werner Popken. 
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Ein erstes Bild in Blau. * Auch dieses Bild ist auf einen Verpackungskarton gemalt, allerdings nicht Wellpappe, sondern einfach nur grauen Karton.

Das Bild ist ja recht klein, wirkt aber trotzdem ganz monumental. Wie bei Picasso gelernt, sind die meisten Formen gegenständlich deutbar, jedoch ziemlich frei gestaltet. So wird aus der Frau eine Art Insekt, das sich verpuppt hat.

Deutlich kann man den aufgestützten Arm links, den Kopf, die Brüste, den anderen Arm, die beiden Hände, ein Bein und einen Fuß erkennen. Die linke Hälfte ist bis auf den Kringel in der Mitte oben, der gegenständlich nicht zu deuten ist, einfach zu lesen. Problematisch wird das Bild in der rechten Hälfte.

Die Formen sind ja klar genug. Bei aller Freiheit der Gestaltung fällt es jedoch schwer, die hintere dunkle Form, die als Hüftschwung zu lesen sein müsste, so zu verstehen. Das schräg liegende spitze Oval mit der deutlichen Kerbe wäre allenfalls als extrem vergrößerte » Vulva zu deuten. Vollends unverständlich bleibt die scherenartige Form dahinter.

Nun hat der Kopf der Frau hier einen sprechenden Ausdruck. Zwar scheint sie ganz entspannt zu liegen und ihren Kopf aufzustützen, ja ihren Leib geradezu zu präsentieren, das Gesicht drückt aber deutliche Abwehr gegen etwas oder jemanden aus, der von rechts zu kommen scheint. Nehmen wir an, die Lesart Vulva wäre korrekt, so könnte die Vergrößerung im Auge des Betrachters liegen, der die Frau darauf nicht gerade reduziert, aber diesen unscheinbaren Körperteil über die Maßen betont.

Das ist alles spontane Interpretation; ich habe mich mit diesem Bild nie beschäftigt. Es fällt mir aber dazu eine Grafik ein, die einen ähnlichen Sachverhalt verdeutlicht, nämlich die unterschiedliche Gewichtung des Wahrgenommenen durch das Bewusstsein. Mal sehen, ob ich sie finde.

 Penfields Gehirnkarte · © Copyright Werner Popken. 
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 Homunculus · © Copyright Werner Popken. 
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» Jean Fouquet: Maria mit Kind
1452-1455, 95x86cm · © Copyright Werner Popken. 
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Das Internet ist wunderbar! Ich wusste nicht, wie dieses Bild heißt, wer es gezeichnet hat, in welchem Zusammenhang es gefunden werden könnte, aber es dauerte nicht lange, da hatte ich mittels geeigneter Begriffe das Bild und dazugehörige Artikel gefunden.

Ich kannte nur den rechten Teil der Grafik (alternative Darstellung: » Sensory Homunculus) und erinnerte mich auch nur ganz dunkel daran, eben an den Sachverhalt, der damit illustriert wird: Dass bestimmte Bereiche unserer Aufmerksamkeit weit mehr in Anspruch nehmen als andere, was sich ja beispielsweise auch in den typischen „Fehlern“ beim Zeichnen von Gesichtern äußert.

Der Aufsatz » Rechte versus linke Gehirnhälfte? war für mich besonders interessant, weil ich erstmals Hinweise bekam, warum die Erkenntnisse bezüglich der unterschiedlichen Fähigkeiten unserer Gehirnhälften, die ich ja immer wieder im Zusammenhang mit dem Rätsel der Kreativität anführe, in der wissenschaftlichen Diskussion keine Rolle spielt.

Interessant fand ich auch folgende Beurteilung des Forschers, der diese Gehirnkarte entwickelt hatte:

Auf die eine oder andere Art ist die Frage nach der Natur des Geistes ein elementares Problem, vielleicht das schwierigste und bedeutendste aller Probleme. Ich habe mein ganzes Leben als Wissenschaftler damit verbracht, zu erforschen, wie das Gehirn das Bewusstsein steuert. Nun muss ich in dieser abschließenden Zusammenfassung meiner Ergebnisse überrascht feststellen, dass die Hypothese des Dualismus (der Geist existiert getrennt vom Gehirn) die vernünftigere Erklärung ist.

- Wilder Penfield in The Mystery of the Mind: A Critical Study of Consciousness and the Human Brain, Princeton University Press, 1975

» Wilder Penfield

Nun gut: Soll ich dieses Bild also dahingehend interpretieren, dass ich die Frau auf ihre Spalte reduziere und diese sich dagegen wehrt? Dass dieser Protest nicht einfach nur verbal und emotional, sondern mit Hilfe gewaltiger Werkzeuge vorgebracht wird? Ach du lieber! Wie peinlich!

Nun ist ja bekanntlich die überwältigende Mehrzahl des Lebens auf dieser Erde geschlechtlicher Natur. Wir müssen uns also wohl fügen, und es darf nicht verwundern, dass dieser Teil menschlicher Existenz in der Kunst gehörig repräsentiert wurde. Die Darstellung nackter Frauen fängt mit der Steinzeit an und wird vermutlich niemals aufhören.

Ich werde wohl nicht vergessen, wie verblüfft ich damals über ein mittelalterliches Madonnenbild war, das eine enorme Kugelbrust präsentierte, so extrem, dass ich mich fragte, ob es so etwas überhaupt gibt - ich hatte diesbezüglich kaum Erfahrungen (manchmal bin ich verblüfft über meine Gedächtnisleistungen - spontan fiel mir der Name des Malers ein: » Fouquet, » Maria mit Kind).

Also selbst Maria wurde sexuell aufgeladen - von Adam und Eva und der griechischen und römischen Götterwelt ganz zu schweigen. So habe also auch ich eine ganze Menge nackter Frauen gemalt - diese ist nicht die erste. Selbst wenn ich die Inhalte wie Träume interpretiere, könnte es ja doch erotisch-sexuell interpretiert werden, da ja nicht jeder Traum von hehren Dingen handelt und gerade die Sexualität im Traumgeschehen nachweislich auftaucht.

Aber das Thema » Kastrationsangst ist eigentlich nicht meins - Verweigerung schon, aber natürlich wieder nicht in Träumen. Was könnte mir dieses Bild also sagen? Ich weiß es nicht. Es ist ja ganz furios gemalt, aber dazu will mir nichts einfallen. Bemerkenswert ist natürlich der Kringel, der aus dem Ellenbogen wächst und anscheinend nicht erklärt werden kann, aber der hilft mir auch nicht.

Ich komme natürlich auch nicht weiter, wenn ich vorgreife - mit diesem Bild assoziiere ich ein wesentlich größeres, acht Tage später entstanden, das aber keineswegs problematisch ist - sage ich mal so:  Nummer 100. Vielleicht sollte ich mal beide aufhängen, obwohl dieses Bild vermutlich zu klein ist für mein jetziges Szenario. Dafür müsste ich dann wohl ein intimeres entwickeln. Mal sehen.


No. 4 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973


Donnerwetter - das kleine Bild schlägt sich recht wacker! Sie ist ja übrigens ziemlich eingekastelt, und die Hand in der Mitte weckt durchaus auch Assoziationen zu einem Buch. Insofern befindet sie sich in guter Gesellschaft. Der Ausdruck des Gesichts und die rechte Hälfte passen aber nicht zur harmlosen Lektüre. Versuchsweise stellte ich mir vor, dass sie ihr linkes, also das obere Bein angezogen haben könnte, und zwar so, dass die Krebsschere den dazugehörigen Fuß bedeuten müsste - aber das will mir nicht recht gelingen.

Die Ähnlichkeit mit dem größeren Bild ist ohne Zweifel bemerkenswert. Dennoch ist der Inhalt ein völlig anderer. Die obige Darstellung ist harmlos und glaubhaft, die untere nicht. Auch im Vergleich mit der sitzenden Lesenden, die wenigstens entspannt tut, fällt der gequälte Ausdruck der kleinen Blauen auf. Und selbst auf die Entfernung bemerkt man die aggressive Klaue.

Nein, zu diesem Bild fällt mir nichts ein. Gefällt es mir wenigstens? Geht so. Auf die Entfernung wirkt es ein bisschen platt, in der » Großansicht kommen die malerischen Qualitäten ganz gut zum Ausdruck. Ich finde es schon bemerkenswert, wie schnell ich mich entwickelt habe. Man sieht auch, dass ich durchaus ein bisschen Farbe verbraucht habe - zwar nicht fingerdick, aber auch nicht extrem verdünnt, und das kommt dem Bild zugute. Das belastet aber auch die Geldbörse, der Materialverbrauch entwickelte sich zum Problem. Die Tatsache, dass ich eine alte Pappe als Malgrund gewählt habe, spricht schon für sich.

58 gefällt mir an dieser Stelle nicht so ganz; mal sehen, ob sich was Besseres findet.


No. 5 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973


Doll, das kleine Ding! Dagegen ist 93 langweilig. Der blickt einen selbst über diese Distanz ungeheuer intensiv an. Aber man darf nicht ungerecht sein. Wenn man sich die » Großansicht anschaut, ist der Genuss nicht mehr ganz so groß. 93 wirkt von nahem besser.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 10.11.2011


No. 6 » 93 28x56cm, 21.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 93 28x56cm, 21.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Das Schlafzimmer von » Jill Danyelle (interior design, art and wardrobe consulting) in » New York - ohne mein Bild natürlich.


No. 9 » 93 28x56cm, 21.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 9 » 93 28x56cm, 21.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Eine Szene aus dem » Château de Bagnolet aus der Serie » Hennessy Chateau - ohne Bild. So richtig vornehm und geschmackvoll kommt mir diese Szene nicht vor; man würde nicht unbedingt darauf kommen, dass man sich in einem Schloss befindet.


No. 12 » 93 28x56cm, 21.01.1974 Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 12 » 93 28x56cm, 21.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Die Küche des reichen New Yorker Finanziers, aus dessen Wohnung ich schon einige Eindrücke gezeigt habe, eingerichtet von » Michael S. Smith, publiziert im » Architectural Digest (siehe auch Kaminzimmer  92, Wohnzimmer  92, Vorzimmer  91, Eingang  99).

Das Gemälde hier ist anscheinend nicht von einem der großen Namen und wird im Begleittext nicht erwähnt, hingegen werden die Schöpfer beziehungsweise Verkäufer der Tischbeine (» Craig Van Den Brulle) und der Beleuchtungskörper an der Decke (» Ralph Lauren Home) genannt (für die Leser, die sofort genau das kaufen wollen - oder will man sie animieren, das zu tun?).

Auch mir fällt nicht ein, von wem dieses Gemälde sein könnte. Es handelt sich aber offensichtlich um einen der vielen Versuche, durch primitive Vereinfachung und aufgesetzte Naivität Eindruck zu schinden. Da die ganze Sammlung Museumsqualität haben soll, darf man davon ausgehen, dass auch dieses Gemälde eine hübsche Stange Geld gekostet hat und von manchen Fachleuten für museumswürdig erachtet wird.

Die Farbgebung ist extrem dürftig und dürfte einem Genießer schnell gewaltig auf die Nerven gehen, woraus man schließen kann, dass weder der Designer noch der Besitzer in dieser Hinsicht über verfeinerte Nerven verfügen. Aber diese Anspruchslosigkeit zeigt sich nicht nur an der Kunst, sondern auch an der Inneneinrichtung insgesamt. Die ganze Sitzgruppe wirkt erstaunlich geschmacklos, und passend dazu lassen die Tulpen ihre Köpfe hängen. Hat da keiner aufgepasst? Naja, jeder blamiert sich eben so gut er kann.


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No. 15 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982


No. 16 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 16 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft


No. 17 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 93 28x56cm, 21.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 17 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 93 28x56cm, 21.01.1974


No. 18 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976


No. 19 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 19 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975


No. 20 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975


No. 21 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 21 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975


No. 22 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 22 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973


No. 23 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973


No. 24 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 24 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974


No. 25 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 25 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973


No. 26 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 26 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973


No. 27 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 27 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973


No. 28 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 28 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973


No. 29 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 29 » 93 28x56cm, 21.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft


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   Breite No. 102     » Max     » 800 px     » 500 px      84x65 cm, Öl / Spanplatte
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180 cm - 71 inch

Nr. 102:  84x65 cm (34x26"), Öl / Spanplatte · 01.02.1974, Rückseite von » 99
     

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23.02.2011

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Die Rückseite von  Nummer 99, ebenfalls weiß beschichtete Spanplatte. Hier nun eine würdige alte Frau mit Blümchenkleid und Spitzenkragen im Sessel, bis unter die Achsel in eine Decke eingehüllt. Sie schaut ein bisschen nach innen. Ich kenne sie nicht. Damals hatte ich gar keinen Umgang mit alten Personen. *

Wieder musste ich mir die Frage stellen: Warum male ich so etwas? Man muss sich das mal vorstellen: Ich hatte nun acht Jahre lang Mathematik studiert und begriff mich als aufgeklärten, rationalen modernen Menschen. Niemand in meiner Umgebung machte so etwas, niemand hätte das verstanden.

Was wollte mir diese alte Frau sagen? Ihre Präsenz ist sehr beeindruckend, sie ist authentisch, wie man heute sagt. Diese Frau hat ein erfülltes Leben hinter sich mit allen Schwierigkeiten, die das so mit sich bringt.

Sie ist nicht unglücklich, aber doch ein wenig bekümmert. Das Leben ist nicht einfach und oftmals schwer. Wie komme ich junger Mensch mit knapp 26 Jahren dazu, so eine Person zu charakterisieren?

Freilich beschäftigte mich die Frage, was ich mit meinem Leben anstellen sollte, bereits seit etwa 10 Jahren, wobei ich sie für mich interessanterweise religiös formulierte: Was hat Gott mit mir vor? Warum bin ich auf dieser Welt? Was ist meine Aufgabe? Was macht mich einzigartig? Was kann ich, was niemand sonst kann?

Diese Fragen betrafen zunächst ganz profan meine Berufswahl. Mir war klar, dass ich aufgrund meiner Intelligenz und allgemeinen Anstelligkeit eine Vielzahl von Tätigkeiten würde ausüben können, und ich wollte sicherlich mein Leben nicht mit etwas verbringen, was ich am Ende bedauern würde, und sei es auch nur, weil es unerheblich und überflüssig gewesen wäre.

Der darin deutlich werdende Anspruch könnte als Überheblichkeit ausgelegt werden. Kurze Zeit später entschloss ich mich, Lehrer zu werden. Was würde es bedeuten, wenn ich am Ende meines Lebens diese Tätigkeit als unerheblich und überflüssig werden würde? Sind Lehrer überflüssig, ist ihre Tätigkeit unerheblich? Natürlich nicht, ganz im Gegenteil.

Lehrer sind unglaublich wichtig und ganz und gar nicht entbehrlich, aber in meiner Tätigkeit als Lehrer musste ich feststellen, dass ich mit dem Herzen nicht dabei war, dass mir die Lehre und Bildung junger Menschen durchaus ein wichtiges Anliegen war, aber nicht wichtig genug, jedenfalls nicht für meine Ansprüche, genauso wie meine Mathematik, die Mathematik, die ich in der Lage war zu machen, meinen Ansprüchen nicht genügte.

Soll ich das Bild in diesem Sinne verstehen? Als Mahnung, mein Leben nicht zu verderben, da ich auf dieses Leben am Ende würde zurückblicken und es werten müssen?

Auch dieses Bild habe ich nie aufgehängt. Es wird Zeit.


No. 1 » 101 41x52cm, 30.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 98 41x52cm, 25.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 1 » 101 41x52cm, 30.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 98 41x52cm, 25.01.1974


Es ist erstaunlich unscheinbar, trotz des prächtigen Rahmens. 98 habe ich ebenfalls einen neuen Rahmen spendiert, der mir besser gefällt. Mal sehen, wie sich 102 mit einem richtigen Kracher verträgt:


No. 2 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 2 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974


Kein Problem, oder? Naja, 102 hält sich schon, aber die Kombination ist nicht besonders erfreulich. Ich habe es mit einem zusätzlichen, kleineren Bild probiert, aber dann wird es zu viel. Für meinen Test reicht ja auch ein anderes großes, starkfarbiges Bild:


No. 3 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 50 37x29cm, 25.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 3 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 50 37x29cm, 25.11.1973


Hier habe ich nun gleich zwei genommen, mit 50 ein kleines, das durch einen gewaltigen Rahmen mächtig aufgeplustert wird, und mit 80 ein größeres, starkfarbiges, großflächiges, das vergleichsweise schlicht gerahmt ist. Das ganze Ensemble sieht ziemlich uneinheitlich und unharmonisch aus, aber jedes Bild für sich macht eine gute Figur, auch 102, sogar mit einem zurückhaltenderen Rahmen - und daraufhin wollte ich das Bild ja testen.


No. 4 » 32 62x92cm, 21.10.1973 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 50 37x29cm, 25.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 32 62x92cm, 21.10.1973 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 50 37x29cm, 25.11.1973


Noch ein Versuch, und wieder ist die Wand total überladen, aber insgesamt ist es doch ein deutlich harmonischerer Eindruck. 102 wird zwar ziemlich in die Zange genommen, kann sich aber ganz gut behaupten; es macht gar nichts, dass der Rahmen vergleichsweise einfach ist.

Der große Rahmen steht 32 sehr gut. So langsam kriege ich raus, wie man effektvolle Rahmen baut. Der Rahmen für 32 ist sehr wirkungsvoll und gefällt mir ausgezeichnet. Ich hatte ihn zunächst für 80entwickelt und seine Wirkung in diesem Zusammenhang genossen, aber 80 ist damit dann für dieses Ensemble zu groß, so dass 32 zu Ehren kommen konnte.

Ich glaube, ich sollte es noch sagen: Dieses Bild ist mir sehr lieb, obwohl es so trist und traurig ist und ich es nie aufgehängt hatte - zu dieser alten Dame kann ich doch eine Menge Gefühle entwickeln, wenn ich mich ihr mal widme. Das ist eigenartig, weil das Bild doch mit sehr einfachen Mitteln gearbeitet ist. Wie erklärt man sich das? Warum lassen einen beispielsweise manche Portraits kalt? Im Kommentar zu  Nummer 96 habe ich erwähnt, dass in dem kleinen Zimmer, in dem wir den » Jan Six von » Rembrandt sahen, noch ein weiteres Portrait von ihm zu sehen war, das Portrait der Mutter des Jan Six. Das war so ein kaltes Bild. Der Kontrast zum Portrait des Sohnes war enorm und unübersehbar. Beide Bilder sind vom selben Maler, aber welch ein Unterschied!

Meine ersten Einsichten über die Kunst hatte ich beim Betrachten von Madonnendarstellungen - von fünf thematisch gleichen Abbildungen auf einer Doppelseite, zweifellos alles Meisterwerke, war eine deutlich wesentlich besser, nämlich richtig gut. Auf die Frage, warum das so ist, vielmehr nichts Besseres ein als dass dieses Bild mit mehr als Meisterschaft gemalt wurde, nämlich mit Herzblut, oder man könnte auch sagen mit Leidenschaft, mit Engagement, mit persönlicher Anteilnahme. Warum sich so etwas durch Linien und Farben mitteilen lässt, ist natürlich ein Geheimnis, und wie man es macht, erst recht.

Es gibt natürlich auch kleine Tricks - was man nur in der größeren Ansicht erkennen kann. So habe ich die Streifen im Hintergrund und den Sessel mit dem Pinselstiel aus der Farbschicht wieder herausgekratzt. Picasso hat diesen Trick vermutlich nicht erfunden, aber gern eingesetzt, und ich habe ihn spätestens bei ihm kennengelernt.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 14.12.2011


No. 5 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. » marie claire Maison, ein modernes und rustikales Bauernhaus in den Niederlanden - ohne Bilder, es gibt in diesem Haus anscheinend keine.


No. 8 » 102 84x65cm, 01.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 8 » 102 84x65cm, 01.02.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Wohnzimmer von Bildhauer » Fredrik Wretman; das große Gemälde ist von Charles Frederick Reuterswärd, weitere Gemälde seien von Vater und Sohn Wretman und Thomas Olsson - kein Wort davon, daß die Lithografie von Picasso ist. Dabei ist dies doch der berühmte Endpunkt seiner Stier-Serie. Sollten sich die Redakteure von „sköna hem“ nicht auskennen? Nein, der Grund wird sein, dass dieses Bild einfach zu bekannt ist, als dass man es noch vorstellen müsste.

Ich habe mein Bild einfach an eine auffällige freie Stelle gehängt. Seltsam unbehaust, diese Wohnung. Schreiende, dissonante Farben, blutleere Beliebigkeit. Künstler sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.


No. 11 » 102 84x65cm, 01.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 11 » 102 84x65cm, 01.02.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Wieder eine große Wand ohne Bild. Mit Absicht: minimalistisch soll es sein. » Stadtwohnung in einem schicken Vorort von Paris. Ein altes Postamt wurde grundsaniert und restauriert. Aus der französischen Zeitschrift „Art&Décoration - LES BEAUX INTÉRIEURS ON UN SECRET“. Mit gefällt die Variante mit Bild besser. Es könnte hier aber vielleicht besser ein Querformat sein.


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  Museumsszenario   No. 103   Top   No. 101 Nachtrag Museumsszenario, 28.11.2012


No. 14 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 14 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982


No. 15 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft


No. 16 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 16 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975


No. 17 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 17 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975


No. 18 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975


No. 19 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 19 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973


No. 20 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974


No. 21 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 21 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974


No. 22 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 22 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973


No. 23 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974


No. 24 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 24 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973


No. 25 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 25 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973


No. 26 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 26 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973


No. 27 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 27 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973


No. 28 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 28 » 102 84x65cm, 01.02.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft


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   Breite No. 95     » Max     » 800 px     » 500 px      61x51 cm, Öl / Pappe
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180 cm - 71 inch

Nr. 95:  61x51 cm (25x21"), Öl / Pappe · 23.01.1974 - 24.01.1974
     

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17.02.2011

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»  Portrait de Sylvette David au fauteuil vert, 18.05.1954, 81x65cm · © Copyright Werner Popken. 
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Ob das der Pferdeschwanz ist, den ich geerbt habe? *

So habe ich für das Werkverzeichnis  Stürenburg 2007 formuliert, und heute weiß ich nicht, was ich damit gemeint haben könnte. Natürlich assoziiere ich die berühmte Serie Picassos zu dem Mädchen mit Pferdeschwanz, und vermutlich bezieht sich die Bemerkung darauf.

Die vollständige Serie Picassos habe ich erst vor ein paar Jahren kennengelernt; ein Bild daraus hatte ich jedoch im Kunstunterricht kennengelernt: »Portrait de Sylvette David au fauteuil vert. Es war eines der Beispiele, an denen deutlich wurde, dass der Kunsterzieher auch nicht recht wusste, warum das nun so bedeutend sein sollte. Und der Rest der Serie ist vermutlich aus ähnlichen Gründen der Öffentlichkeit vorenthalten worden - ein Trauerspiel für den berühmtesten Künstler des 20. Jahrhunderts.

Zwar hatte ich mir keine Gedanken darüber gemacht und hütete mich auch, am Übergenie Picasso vorlaute Kritik zu üben, bezüglich meines eigenen Bildes brauchte ich mich allerdings nicht zurückzuhalten und befand, dass es vielleicht furios gemalt sein mochte, aber dennoch nichts taugte. Es war eben eine Übung, auf billiger Pappe, es lohnte sich für mich nicht, mich länger damit zu beschäftigen.

An der Wand macht es erstaunlicherweise eine ganz ordentliche Figur:


No. 2 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 2 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974


Es bleibt nach meinem Gefühl aber eine formale Übung, es ist inhaltlich leer, im Gegensatz zum vorherigen Bild, das bei aller Naivität eine Menge Gefühl hat. Dieses Bild ist einfach nur verwirrt, genialisch zwar und viel professioneller, gewissermaßen abgebrüht und zynisch. Ganz wie das bewunderte Vorbild. Dekorativ vielleicht, mehr aber nicht.

Nachdem ich nun bei  Nummer 94 die Faszination der Rahmung entdeckt habe, muss ich das natürlich auch gleich in diesem Zusammenhang ausprobieren:


No. 3 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 3 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974


Erstaunlicherweise hält sich 95 immer noch gut. Soll wohl auch einen ordentlichen Rahmen bekommen, zum Beispiel so:


No. 4 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974


Oder lieber ein bisschen stärker?


No. 5 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974


So ein Rahmen macht mächtig was her und lenkt leicht davon ab, dass der Inhalt vielleicht nicht ganz so berauschend ist. Und jetzt legen wir mal richtig Gold auf:


No. 6 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974


Das ist noch nicht genug!


No. 7 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 7 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974


Na, wenn das jetzt nicht deutlich ist! Da hat der große Schinken aber ziemliche Mühe, sich bemerkbar zu machen. Wir können aber noch mehr:


No. 8 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 8 » 84 99x134cm, 09.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974


Um Gottes willen! Das erschlägt einen ja!

Diese Tricks sind alle uralt, so wie die Rahmenmuster und -techniken. Gerade die irrsinnige opulenten Renaissancerahmen, Ungetüme um winzige Bildchen, haben mir die Augen geöffnet und mich angeregt, es auch einmal so zu versuchen. Meine dicksten Rahmenleisten waren so etwa 10 cm breit, und bei einem Bild mit den Maßen 18x24cm heißt das, dass der Rahmen halb so breit ist wie das ganze Bild, und da die Rahmenleiste links und rechts, oben und unten verwendet wird, verdoppeln sich die Maße des Bildes - das macht schon was her.

Im letzten Beispiel haben wir praktisch einen Rahmen innerhalb eines Rahmens. Auch dieser Trick wird sehr gerne verwendet, insbesondere wenn man einen Rahmen hat, der zu groß ist. Man rahmt dann das Bild zunächst relativ zurückhaltend, fügt dann einen neutralen Ausgleichsgrund hinzu, und schließlich den eigentlichen Rahmen. Dabei kann man dann unten entsprechend zugeben oder zur Not oben abnehmen, ohne dass es unangenehm wirkt, und auf diese Weise auch Rahmen verwenden, die von den Proportionen her gar nicht passen.

Zusätzlich kann man mit diesem Trick auch noch verschiedene Stile mixen. Das ist hier nur sehr dezent angedeutet. Der schmale Goldrahmen ist von der Ornamentierung her deutlich anders gearbeitet als der Hauptrahmen. Komplexe Rahmenprofile sind ohnehin meist aus einzelnen Leisten zusammengesetzt, die in sich natürlich einzelne Elemente darstellen und durch den Anstrich, die Stuckierung, die Ornamentierung zusammengefasst oder auch abgesetzt werden können.

Wie bei Dekorationsarbeiten üblich, sind dabei der Fantasie kaum Grenzen gesetzt; insofern ist es erstaunlich, dass sich doch einige wenige Hauptrichtungen durchgesetzt haben. Sehr beliebt ist es, moderne Kunstwerke durch einen Innenrahmen mit betont billigen und einfachen Naturmaterialien, etwa naturbelassenem Rupfen, vom überladenen, durch Patina zusätzlich geadelten Goldrahmen abzusetzen.

Zufällig las ich einen Tag später in » Universitas aus dem Juli 1960 (15. Jahrgang, Heft 7) einen Aufsatz von Pierre Savi, Mitglied der Kulturabteilung der französischen Botschaft in Bonn, mit dem Titel „Pablo Picasso - sein Leben und Schaffen in den letzten Jahrzehnten“. Darin findet sich auch eine Würdigung der Portraits von Sylvette David:

1953 trennt er sich von Françoise. 1954 malt er 12 Interpretierungen von der jungen „Sylvette“, in denen Grau-Weiß-Blau-Harmonien eine, in seinem bisherigen Werdegang noch weniger bekannte, juvenile Haltung und Eleganz bilden.
a.a.O., Seite 745

Es ist nicht zu fassen, was sich „Fachleute“ alles an Schwachsinn erlauben. Durch ihre Autobiografie wissen wir seit 1964, dass nicht Picasso sich von Françoise getrennt hat, sondern umgekehrt sie von ihm - das konnte der Autor allerdings auch schon wissen, weil die gesamte Trennung sehr medienwirksam durch die Weltpresse gegangen war. Und die Portraits von Sylvette waren schlicht und einfach vergebliche Versuche, sie eifersüchtig zu machen.

Im übrigen kann ich beim besten Willen nicht erkennen, was der Autor mit seiner Würdigung sagen will. Und so geht es mir mit dem gesamten Aufsatz. Ein Schandfleck im gesamten Heft. Die Veröffentlichung war vielleicht politisch gerechtfertigt als Verbeugung gegenüber dem großen westlichen Nachbarn und als Beitrag zur Völkerverständigung und Wiedergutmachung - ich vermag nur nicht zu begreifen, warum eine Zeitschrift für Wissenschaft, Kunst und Literatur diesen politischen Dienst hätte erweisen sollen müssen.

Das Dokument ist auch insofern interessant, als sich hier jemand für Picasso stark macht, ohne dass Picasso etwas dafür hätte tun müssen. Die Maschine läuft von ganz allein.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 17.11.2011


No. 9 » 95 61x51cm, 23.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 9 » 95 61x51cm, 23.01.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Zugegeben, ein etwas gefährdeter Platz direkt über dem Herd; aber es gibt ja auch einen Spritzschutz, die Küche muss ja kein Saustall sein.


No. 12 » 95 61x51cm, 23.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 12 » 95 61x51cm, 23.01.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Die Fernwirkung ist auch nicht schlecht.


No. 15 » 95 61x51cm, 23.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » 95 61x51cm, 23.01.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Hier ist es vermutlich zu feucht - aber wenn man statt des Originals eine gleichgroße, möglichst gute Reproduktion aufhängt, schmückt es doch ungemein und der mögliche Schaden ist begrenzt.


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No. 18 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982


No. 19 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 19 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft


No. 20 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 95 61x51cm, 23.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 95 61x51cm, 23.01.1974


No. 21 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 21 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976


No. 22 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 22 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975


No. 23 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975


No. 24 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 24 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975


No. 25 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 25 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973


No. 26 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 26 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973


No. 27 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 27 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974


No. 28 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 28 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973


No. 29 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 29 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973


No. 30 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 30 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973


No. 31 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 31 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973


No. 32 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 32 » 95 61x51cm, 23.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft


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   Breite No. 107     » Max     » 800 px     » 500 px      101x123 cm, Öl / Hartfaser
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180 cm - 71 inch

Nr. 107:  101x123 cm (40x49"), Öl / Hartfaser · 13.02.1974, Rückseite von » 112
     

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An der Wand mit:  
» 120  » 124  » 125  » 152  » 153  » 154  » 155  » 156  » 157  » 158  » 159  » 160  » 161  » 163  » 164  » 165  » 166  » 167  » 168  » 169  » 170  » 171  » 175  » 177  » 178  » 179  » 180  » 181


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27.02.2011

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„Frühstück im Grünen“, zum Zweiten. Man sieht die Lust an der großen Fläche, die Freude über das gelöste finanzielle Problem, obwohl die Kosten für die Farbe immer noch drücken. Im Vergleich mit dem relativ großzügigen Farbverbrauch bei  Nummer 84 wird hier mit viel Lösungsmittel gearbeitet. Die grüne Vegetation erscheint daher eher als bewegte Fläche denn als Darstellung von Pflanzen. Erstaunlich ist die Ausdruckskraft der amorphen Figuren, denen man zum Beispiel das Geschlecht unmittelbar ansieht. *

Als ich dieses Bild jetzt wieder vor Augen bekam, war ich ganz überrascht über die Harmonie der Farben und Formen, über den Genuss, den die Augen haben. Ist das Malerei? Ist das Kunst? Ein Fest für die Augen? Es reizt mich natürlich, den Vergleich mit späteren Bildern anzustellen, die ich als Meisterwerke empfinde, aber andererseits möchte ich nicht vorgreifen, denn zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch nicht wissen, was später entstehen würde.

Das Thema muss wohl so verstanden werden, dass ich meinen eigenen Entdeckungen nicht traute. Natürlich habe ich immer wieder in meine Bücher hineingeschaut und versucht, von Picasso zu lernen. Ich weiß noch ganz genau, wie ich versucht habe zu verstehen, was er eigentlich mit seinen Variationen dieses Themas gemacht hat. Eines dieser Bilder ist besonders groß und auch besonders sorgfältig ausgeführt, und deshalb meinte ich, dass es sich dabei um ein Meisterwerk handeln müsse, an dem ich besonders viel lernen könnte. Heute sehe ich das anders, aber vermutlich ist dieses Bild unter dem Eindruck der Variationen Picassos entstanden. Es war nicht das letzte:  Nummer 140 greift das Thema noch einmal auf.

Nun wollen wir aber sehen:


No. 1 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 24 67x51cm, 04.10.1973 » 30 40x36cm, 16.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 1 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 24 67x51cm, 04.10.1973 » 30 40x36cm, 16.10.1973


Oh nein, dieser Rahmen passt ja gar nicht!


No. 2 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 24 67x51cm, 04.10.1973 » 30 40x36cm, 16.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 2 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 24 67x51cm, 04.10.1973 » 30 40x36cm, 16.10.1973


Schon besser.


No. 3 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 24 67x51cm, 04.10.1973 » 30 40x36cm, 16.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 3 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 24 67x51cm, 04.10.1973 » 30 40x36cm, 16.10.1973


Noch besser: Der Rahmen bietet einen besseren Kontrast und lenkt das Auge auf das Bild, wie es ja sein soll. Und nun noch die anderen Bilder wechseln:


No. 4 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 » 52 44x20cm, 25.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 » 52 44x20cm, 25.11.1973


Na, das ist doch eine Überraschung! Selbst 37 und 52 kann man aufhängen! Der Rahmen für 52 ist noch nicht ganz glücklich - mal sehen, ob ich da was Besseres bauen kann.


No. 5 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 » 52 44x20cm, 25.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 » 52 44x20cm, 25.11.1973


Naja, jetzt ist die Wand wieder brechend voll. Macht nichts, mir gefällt's.

Zurück zu 107: Dieses Bild hat etwas von dem an sich, was die französische Malerei zuweilen beschäftigt hat: Die Pastorale, die ländliche Idylle, das irdische Paradies, die wollüstige Entspannung, das anscheinend unschuldige Zusammensein der Geschlechter. Die Linienführung ist absolut sicher und perfekt, die farbliche Behandlung dünn (Armut), aber lebendig und harmonisch.

Irgendwie fehlt aber etwas, und das ist vermutlich wieder das, was ich „Herzblut“ genannt habe. Irgendwie ist es nicht mein Thema, nicht wirklich. Oder ist das einfach nur der Reproduktionseffekt - wenn ich mir die Reproduktion bildschirmfüllend anschaue, bin ich bei weitem nicht mehr so kritisch. Es geht eben doch nichts über das Original. Jede Reproduktion bedeutet einen Verlust, und wenn das Bild dann schließlich bis auf Briefmarkengröße verkleinert ist, kann man fast nichts mehr erkennen.

Der eigentliche Genuss bei der Betrachtung von Malerei ergibt sich ja gerade aus dem Zusammenspiel der Farben und der Bewegung des Pinsels, und beides leidet naturgemäß mit zunehmender Verkleinerung. Natürlich verlangt man von einem großartigen Gemälde auch eine entsprechende Fernwirkung - aber das ist eigentlich nicht ganz fair und diese wird von vielen großartigen Gemälden auch nicht erbracht. So wirkt die berühmte » Monat Lisa auf die Entfernung seltsam unscheinbar und man kann sich nicht erklären, wieso dieses Gemälde so überaus berühmt ist.

Überhaupt ist es ein Irrtum anzunehmen, der Zauber eines Gemäldes müsse oder könne sich unmittelbar erschließen und mitteilen. Im Zusammenhang mit  Nummer 56e habe ich erzählt, wie mein väterlicher Freund mich dazu brachte, 10 Minuten lang den » Mann mit dem Goldhelm anzuschauen, und welche Wirkung das auf mich hatte. An diese Erfahrung sollte ich mich doch immer wieder erinnern, oder?


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Nachtrag Wohnungsszenario, 16.01.2012


No. 6 » 107 101x123cm, 13.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 107 101x123cm, 13.02.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Aus » Lonny, » Wohnzimmer. Die Dimensionen des Originalbildes sind besser - mein Bild gibt dem Raum eine andere Dynamik.


No. 9 » 107 101x123cm, 13.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 9 » 107 101x123cm, 13.02.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Aus der Serie Apartment Therapy: » Sandra’s Luxurious Modern in Brentwood. Der Designer » Craig Olsen sollte den Charme der Wohnung entwickeln und für einen warmen modernen Look sorgen. Die Bewohnerin ist Agentin in der Unterhaltungsindustrie von Los Angeles. Nachdem ich mich nun mit dem Begriff „Art Instinct“ beschäftigt und sogar das » Buch erworben habe, fällt mir desto mehr auf, dass Innenarchitekten kein Verhältnis zur Kunst zu haben scheinen. Inwiefern soll es sich bei Kunst also um einen Instinkt handeln? Man braucht es nicht, weiß aber instinktiv, was man davon zu halten hat, wenn es einem über den Weg läuft?


No. 12 » 107 101x123cm, 13.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 12 » 107 101x123cm, 13.02.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Immer dasselbe Muster: Couchgarnitur mit Kissen, symmetrische Tischlampen, Couchtisch mit » Coffee Table Books. Und das bei einer echten Wohnung; ursprünglich soll diese Aufnahme ebenfalls bei » apartment therapy erschienen sein (Slogan: Saving the world, one room at a time).


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No. 15 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982


No. 16 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 16 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft


No. 17 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 17 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975


No. 18 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975


No. 19 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 19 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973


No. 20 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 105 122x94cm, 08.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 105 122x94cm, 08.02.1974


No. 21 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 107 101x123cm, 13.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 21 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 107 101x123cm, 13.02.1974


No. 22 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 22 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974


No. 23 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973


No. 24 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 24 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974


No. 25 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 25 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973


No. 26 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 26 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973


No. 27 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 27 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973


No. 28 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 28 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973


No. 29 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 29 » 107 101x123cm, 13.02.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft


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   Breite No. 89     » Max     » 800 px     » 500 px      37x47 cm, Öl / Nessel
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180 cm - 71 inch

Nr. 89:  37x47 cm (15x19"), Öl / Nessel · 16.01.1974
     

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An der Wand mit:  
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14.02.2011

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» Ianus, Vatikan · © Copyright Werner Popken. 
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Eine Art » Januskopf - der Typ hat keine guten Aussichten. In der einen Richtung Erschrecken und Alarmiertheit, in der anderen Angst und Entsetzen. *

Der echte Janus ist freilich von ganz anderer Natur, abgeklärt, zuversichtlich, er schaut in die Zukunft und in die Vergangenheit, und wie ich gerade eben aus der Wikipedia erfahre, ist er der Namensgeber des Monats » Januar, mit dem das Jahr beginnt.

Hier also ein Albtraum? Ja und nein, denn wieder glaube ich humoristische Untertöne erkennen zu können, etwa wenn ich den Blick zwischen dem Arm, dem Auge und der linken Gesichtshälfte wandern lasse. Dabei ist der Humor von einer anderen Art als bei Comics oder Karikaturen, wo der Betrachter sich am Entsetzen oder auch nur der Unlust des Dargestellten weiden soll. Es stellt sich eher eine Art mitleidige Belustigung ein.

Das ist ein merkwürdiges Bild, und wieder weiß ich nicht so recht, was ich damit anfangen soll. Am besten hänge ich es auf, mal sehen, wie es an der Wand wirkt.


No. 2 » 64 130x99cm, 22.12.1973 » 63 64x79cm, 16.12.1973 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 77 47x37cm, 01.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 2 » 64 130x99cm, 22.12.1973 » 63 64x79cm, 16.12.1973 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 77 47x37cm, 01.01.1974


  Ausschnitt · © Copyright Werner Popken. 
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So geht es vielleicht. Inzwischen habe ich ein sehr schönes System entwickelt, mit dem ich sehr leicht verschiedene Bilder ausprobieren kann (mit sogenannten Layers). Mit den richtigen Partnern sieht das Bild gar nicht schlecht aus.

Möglicherweise ein bisschen dünn, aber das ist bei dieser Simulation schwer zu beurteilen. Natürlich wirkt zentimeterdicke Farbe sehr sinnlich, aber die dünne Farbe auf der strukturierten Leinwand ist vielleicht auch nicht ohne Reiz. Ich fürchte, das kann man nur vor dem Original beurteilen.

Nun habe ich mich entschlossen, die Maße hinzuzufügen - das ist vielleicht nicht schlecht, man kann dann die Sache noch besser beurteilen. Dabei fällt auf, dass die letzten beiden Bilder die gleichen Maße haben, nur eine andere Ausrichtung.

Und das glaubt man nicht, denn 89 wirkt viel kleiner als  Nummer 77. Ich habe mich aber davon überzeugt, dass die Dimensionen tatsächlich identisch sind. Wenn man eines der beiden Bilder um 90° dreht und spiegelt, passen sie exakt übereinander. Es muss sich um eine Augentäuschung handeln.

» Ernst Gombrich könnte vielleicht etwas dazu sagen und dieses Phänomen erklären. Ich habe sein Buch » Kunst und Illusion zwar gelesen, aber nicht studiert. Erstens ist mir das Thema zu schwierig, und zweitens interessiert es mich nicht wirklich.

Kann ich es lassen, dem Bild unter die Haut zu kriechen, kriege ich es hin, es einfach so zu genießen, wie es ist, mich daran zu erfreuen, obwohl ich nichts dazu sagen kann, das Bild einfach gelten und wirken zu lassen und anzunehmen? Es fällt mir wirklich schwer.

In der » Großansicht erkennt man übrigens, dass auch der rote Bereich als Profil gelesen werden kann - man kann ein knopfartiges helles Auge ausmachen und wahlweise den einen oder anderen Bogen als aufgerissenen Mund lesen, vielleicht sogar beide zugleich. Ganz links schwimmt im dunkelgrünen Hintergrund noch eine violette Form, die ich gegenständlich nicht deuten kann.


No. 4 » 64 130x99cm, 22.12.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 77 47x37cm, 01.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 64 130x99cm, 22.12.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 77 47x37cm, 01.01.1974


No. 5 » 64 130x99cm, 22.12.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 58 60x40cm, 08.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 64 130x99cm, 22.12.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 58 60x40cm, 08.12.1973


Und noch einmal ein bisschen umhängen und die Wirkung mit anderen Bildern austesten: Auch mit  Nummer 38 kommt das Bild noch gerade eben zurecht, und auch mit  Nummer 58 geht es noch, obwohl es sich da schon ganz schön behaupten muss. Ich muss schon sagen, das finde ich sehr aufregend, hier einfach so die Bilder aufhängen zu können. Das bereitet mir viel Vergnügen.

38 wirkt so, als sei das Foto mit einer Spot-Beleuchtung aufgenommen worden. Das kommt ja auch noch hinzu: Die Ausleuchtung. Ob ich das auch simulieren kann? Hm, bin noch nicht zufrieden. O.k., ich lerne dazu - die Bilder in der unteren Version sind jetzt „beleuchtet“. Man muss genau hinschauen, um es zu bemerken. Wenn man aber im Grafikprogramm hin- und herschaltet, ist der Effekt sehr deutlich und beeindruckend.

Bei  Nummer 64 beispielsweise kann man deutlich sehen, dass die linke obere Ecke des Sessels viel heller ist. Bei 89 habe ich vielleicht ein bisschen übertrieben, wodurch das Gelb-Orange sich etwas zu Gelb verfärbt hat. Das ist natürlich bei der echten Beleuchtung auch ein Problem, und dann kommen eventuell noch Spiegelungen hinzu. Das ist bei einigen Lackbildern ziemlich problematisch. Farben sind überhaupt schwierig, unter anderem weil die Farbtemperatur des Lichts sehr schwanken kann und dann noch die Verfälschungen der verschiedenen Medien hinzukommen. Wenn ein Bild sehr von der Farbe abhängt, kann das sehr problematisch werden.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 06.10.2011


No. 6 » 89 37x47cm, 16.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 89 37x47cm, 16.01.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Aus einer » Serie der New York Times über Häuser zu 529.000 US-Dollar. Wie man sieht, eine alte Fabrik (in Chicago) ohne jegliche Isolierung, mit einfachen Mitteln kostengünstig aufgehübscht. Es wird dort im Winter empfindlich kalt.


No. 9 » 89 37x47cm, 16.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 9 » 89 37x47cm, 16.01.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Das ist das Werk der Innendekorateure Celerie Kemble & Anna Burke, publiziert im Online-Magazin » Lonny, gegründet von Designer Michelle Adams and Fotograf Patrick Cline.


No. 12 » 89 37x47cm, 16.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 12 » 89 37x47cm, 16.01.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. » 97qm-Eigentumswohnung, 395.000 EUR, in Göteborg, Baujahr 1878.


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No. 15 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976


No. 16 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 16 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982


No. 17 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 17 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft


No. 18 » 245 81x70cm, 29.11.1977  » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » 245 81x70cm, 29.11.1977 sold/verkauft » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973


No. 19 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 89 37x47cm, 16.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 19 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 89 37x47cm, 16.01.1974


No. 20 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975


No. 21 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 21 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975


No. 22 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 22 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975


No. 23 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973


No. 24 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 24 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974


No. 25 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 25 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973


No. 26 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 26 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973


No. 27 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 27 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973


No. 28 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 28 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973


No. 29 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 29 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft


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   Breite No. 100     » Max     » 800 px     » 500 px      69x169 cm, Öl / Spanplatte
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180 cm - 71 inch

Nr. 100:  69x169 cm (28x67"), Öl / Spanplatte · 29.01.1974, Rückseite von » 131
     

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An der Wand mit:  
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21.02.2011

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» Grand nu allongé, 06.06.1955, 80x190cm · © Copyright Werner Popken. 
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» Grand nu allongé aux bras croisés, 06.06.1955, 80x190cm · © Copyright Werner Popken. 
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» Grand nu allongé (Les voyeurs), 08.08.1955, 80x192cm · © Copyright Werner Popken. 
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Dies war ursprünglich unsere Wandtafel im Schlaf- und Arbeitszimmer. Wir hatten uns vorgestellt, dass wir hier zumindest die Generalprobe von Referaten abhalten würden. Aber das einzige Mal, wo wir etwas auf die Tafel geschrieben haben, war die Inbetriebnahme, der Test, ob man auf violettem Mattlack überhaupt schreiben kann. Man kann.

Ich habe also die Leiste, die zur Ablage der Kreide diente, entfernt, und dieses Prachtweib auf die Tafel geworfen. Eine Lesende. Der violette Hintergrund ist die Originallackierung. Muss ich betonen, dass ich eine solche Frau noch nie gesehen hatte? *

Aber wahrscheinlich habe ich Bilder von Picasso gesehen, die in mir gearbeitet und dann dieses Bild produziert haben. 1955 hat er eine Lesende gemacht (ein Portrait von » Jacqueline Roque), der meine Lesende doch ziemlich ähnelt.

Dabei hat er mit Tapetenresten gearbeitet, einem Trick, den er schon mehrfach angewandt hatte, unter anderem auch bei » Guernica. Und als er wusste, was er wollte (so bildete er sich das jedenfalls ein), malte er schnell noch die „endgültige“ Fassung.

Zwei Monate später wurde daraus dann eine Adaption des alten Themas » Susanna und die Alten, der lüsternen Greise, die eine unbescholtene junge Ehefrau erpressen wollen, damit sie ihnen zu Willen ist.

Alt war er ja nun wirklich schon, aber vermutlich immer noch ziemlich scharf, und in der Verlegenheit, eine Frau erpressen zu müssen wie die alten Knaben in der Bibel, war er vermutlich nie. Dafür hatte er Probleme mit Themen. Ein Maler, der nicht weiß, was er malen soll - das ist schon eine traurige Figur.

Und so hielt er sich dann an Themen anderer Maler, an deren Meisterwerke, mit denen er sich angeblich messen wollte. Der französische Botschaftsangestellte Pierre Savi, der unter dem Titel „Pablo Picasso - sein Leben und Schaffen in den letzten Jahrzehnten“ in » Universitas aus dem Juli 1960 (15. Jahrgang, Heft 7) über dessen spätes Schaffen schrieb, musste natürlich auch dazu etwas sagen:

Der nimmermüde Meister eröffnet zugleich eine Zeit freiausgelegter Kopien nach seinen Vorgängern: 1950 führt er eine nach El Grecos „Portrait eines Malers“ (Museum in Sevilla) inspirierte Arbeit aus, die das „Mondlicht“ des Meisters von Toledo widerspiegeln soll. 1954 unternimmt er eine Serie von 14 Variationen nach Delacroix' Gemälde „Die Frauen von Algier“! (Louvre, Paris). Die letzte ist die vollendetste, weil zugleich beste in der Zeichnung, trotz der behäbigen linearen Komposition. 14 Variationen großen Umfangs in 12 Monaten, und das nur als Zugabe mit 73 Jahren, ohne seinem Alter Zugeständnisse zu machen! Jüngst nahm er sich Velasquez als Vorbild und übertrug seinen „El-Tonto“ (Der Verrückte) in einen gesteigerten Ausdruck.
a.a.O., Seite 745

Ach du lieber! Welch bemühter Schwachsinn! Man merkt, wie er sich etwas abringt. Und zugleich wird der Meister hofiert und gefeiert. 14 Bilder in 12 Monaten - man denke! Sollte dieser Text etwa satirisch gemeint sein? Man könnte ihn jedenfalls so lesen.

Dafür, dass ich ein Anfänger war, finde ich mein Bild ganz fantastisch. Ich mag es wirklich sehr, aber ich habe es nie aufgehängt - die Wand, an der die Tafel hing, blieb frei. Ich weiß nicht warum - es hätte ja nahe gelegen, das Bild dort aufzuhängen. Vermutlich habe ich mich dafür geschämt. Ich möchte bei diesem Bild auch gar nicht nach einer tieferen Sinnschicht fragen - es ist einfach wunderbar gemalt. Wenn Picasso davon redete, für Brust eine Chiffre zu finden, dann finde ich, ist mir dies hier gelungen, viel besser als ihm. Beide Brüste sind einfach wunderschön, und auch der ganze übrige Körper gefällt mir sehr gut.

Es gibt natürlich Passagen, die weniger toll sind, etwa die Hand, auf die sie ihren Kopf aufstützt - die ist nicht ganz so überzeugend. Oder auch die andere Hand und der dazugehörige Unterarm. Der Oberarm und die Schulter sind wieder wunderbar, genauso wie die Hüfte, der Oberschenkel und die beiden Knie. Die Füße sind wieder etwas schwächer. Auch der Kopf gefällt mir ganz gut, und die Haare, und auch das Buch. Ihre rechte Brust ist nicht genau da, wo sie anatomisch eigentlich hingehört, aber bildnerisch gesehen ist der Platz perfekt. Die Frau liegt einfach ganz toll in diesem Rechteck.

Wer hätte gedacht, dass ich so etwas kann? Das ist ja gewissermaßen aus dem Stegreif hingeworfen, ganz offensichtlich aus dem Stand innerhalb weniger Minuten entstanden, das ist nicht lang und mühsam erprobt und entwickelt, sondern gewissermaßen spontan aus dem Handgelenk geschüttelt, ohne Vorzeichnung, ohne Studien, ohne Training, ohne Vorlage und ohne Naturstudium. Wie kann das sein? In diesem Alter hatte Picasso schon Tausende von Bildern gemalt, eine mehrjährige Ausbildung genossen, sich ausschließlich mit Kunst beschäftigt und mit Leuten umgeben, die sich ihrerseits ausschließlich mit Kunst beschäftigten. Ich kannte noch nicht einmal Leute, die sich für Kunst interessierten.

O.k., jetzt will ich das Bild aufhängen.


No. 4 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 27 32x24cm, 13.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 27 32x24cm, 13.10.1973


So allein auf der Wand ist es ein wenig einsam, aber es lässt auch nicht viel Platz für größere Bilder. Dann will ich mal  Nummer 27 eine Chance geben. Gefällt mir gut.

Der Rahmen von 100 ist ziemlich gut getroffen für eine Sorte Rahmen, die ich selbst gebaut und bei vielen großen Bildern eingesetzt habe. Einen Rahmen, wie ich ihn für 27 jetzt gewählt habe, habe ich hingegen noch nie besessen und könnte ihn auch nicht bauen.

Die Wirkung ist interessant: Der Rahmen lenkt natürlich die Aufmerksamkeit auf sich, so dass das Bild sich dem erwehren muss, und wenn es das kann, was für 27 kein großes Problem ist, wird dieses durch den Rahmen enorm geschmückt. Eine sehr interessante Erfahrung!

Und jetzt will ich im Vergleich dazu das mutmaßliche Vorbild sehen.


No. 5 »Grand nu allongé 80x190cm » 27 32x24cm, 13.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 »Grand nu allongé 80x190cm » 27 32x24cm, 13.10.1973


Für mein Alter und meine Ausbildung schlägt sich mein Bild recht gut, finde ich. Da sie beide so groß sind, kann man sie an dieser Wand natürlich nicht nebeneinanderhängen. Und  Nummer 27 schlägt sich ebenfalls ganz wacker. Den müsste ich mal mit einem Selbstportrait von » van Gogh konfrontieren - als ich darüber schrieb, war mir das noch nicht eingefallen.

Nun reizt es mich, 27 mit 39 zu kombinieren:


No. 6 » 39 70x120cm, 17.11.1973 » 27 32x24cm, 13.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 39 70x120cm, 17.11.1973 » 27 32x24cm, 13.10.1973


Auch nicht schlecht, merkwürdig. Da ist noch etwas Luft, da passt noch was hin, das ist etwas dünn (ich weiß, ich neige dazu, zu dicht zu hängen).


No. 7 » 39 70x120cm, 17.11.1973 » 17 58x45cm, 29.07.1973 » 27 32x24cm, 13.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 7 » 39 70x120cm, 17.11.1973 » 17 58x45cm, 29.07.1973 » 27 32x24cm, 13.10.1973


Donnerwetter! Sogar 17 kann man aufhängen! Ist zwar ein bisschen merkwürdig, aber nicht ohne Reiz. Doch ich schweife ab - es geht in diesem Kommentar ja eigentlich um 100, das sollte ich nicht aus den Augen verlieren. Interessant, dass mir der breite schwarze Rahmen auch in der Simulation gut gefällt.

» Tizian: Venus von Urbino
1538, 108x175cm · © Copyright Werner Popken. 
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» Giorgione: Schlummernde Venus
1508, 108x175cm · © Copyright Werner Popken. 
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» Ingres: Odalisque
1814, 91x162cm · © Copyright Werner Popken. 
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» Manet: Olympia
1863, 130x190cm · © Copyright Werner Popken. 
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Zurück zu liegenden nackten Frauen: Warum bearbeiten Maler dieses Thema? In meinem Fall muss ich wieder passen: Ich weiß nicht, warum ich dieses Bild gemacht habe.

Allgemein dürfte die Antwort lauten: Ganz offensichtlich, um die weibliche Schönheit zu feiern, die erotische Ausstrahlung, das mögliche sexuelle Versprechen, womit auf ein neues Thema übergeleitet wird, das der käuflichen Liebe - vor allem die berühmten erotischen Gemälde der Renaissance und des Barock können leicht als Kurtisanengemälde verstanden werden, wurden aber natürlich als Göttinnen präsentiert.

Doch welche Unterschiede tun sich hier auf! Der Blick der » Venus von Urbino von » Tizian zielt direkt auf die Bauchgegend. Dieses Bild beschwört die Sehnsucht nach der Glückseligkeit, die eigentlich gar nichts mit Sexualität zu tun hat, die der Natur nach vorübergehend ist, sondern mit der Sehnsucht nach Gott, nach der ewigen Glückseligkeit, die es angeblich im Paradies gab, die jeder vielleicht kurzfristig als Kind einmal erlebt hat, und sei es auch nur im Mutterleib, und die es im Himmel wieder geben soll.

Das Vorbild von » Giorgione, die Schlummernde Venus, ist demgegenüber vergleichsweise schlüpfrig, obwohl es auf den ersten Blick so scheint, als ob Tizian den Tatsachen mehr ins Auge blickt. Indem Giorgione die Venus schlummern lässt, trennte er sich von ihrer Sexualität und präsentiert den Körper dem männlichen Voyeur, er beraubt sie dadurch ihrer Göttlichkeit und beschmutzt sie damit. Tizian hingegen zeigt eine Frau aus Fleisch und Blut, die durch ihre Körperlichkeit göttlich wird und Göttlichkeit erfahren lässt.

Bei » Ingres' Odaliske steht die Verführung im Vordergrund; zu diesem Zweck hat der Meister den Körper extrem verzerrt. Der Rücken beispielsweise ist viel zu lang und wirkt geradezu grotesk, wenn man ihn ins Auge fasst, die Brust kann an dieser Stelle gar nicht so sichtbar sein, der nicht sichtbare Oberschenkel muss direkt aus dem Bauchnabel herauskommen.

Bei » Manets » Olympia ist die Reduktion auf das flüchtige sexuelle Abenteuer kommerziellen Charakters offensichtlich. Diese Frau ist kalt und vermutlich auch einsam und unglücklich. Die transzendente Sehnsucht, die bei Tizian im Vordergrund steht, ist hier einer kalkulieren Geschäftsmäßigkeit gewichen.

Es gibt natürlich noch viele weitere Bilder, die in dieser Tradition stehen, und die oben genannten Bilder von Picasso beziehen sich nicht direkt auf Tizian oder Giorgione, Ingres oder Manet, insofern ist der Vergleich nicht ganz angebracht. Die Ausgangsfrage war aber, warum Maler überhaupt nackte Frauen darstellen. Um direkte Pornographie, deren Zweck eindeutig ist und die durch diesen bedingt sind, handelt es sich ja nicht. Diese Bilder werden vermutlich kaum je als Onanievorlagen benutzt und eignen sich dafür vermutlich auch nicht.

Picassos Frauendarstellungen sind bekanntlich sehr häufig von extremer Grausamkeit und Hässlichkeit. Das kann man von seinem Portrait von Jacqueline als Lesende nicht behaupten. Es ist merkwürdig neutral, gefällig und dekorativ und fällt vor allem durch seine willkürliche Pflasterung des Bildes mit Mustertapeten auf, die er bei seinem zweiten Bild vom Tage fallengelassen hat zugunsten einer willkürlichen Verformung des Körpers, die an vielen Stellen nicht überzeugt.

Bei meinem Bild springt als erstes die spontane und energiegeladene Malweise ins Auge. Als nächstes bemerkt man die Selbstgenügsamkeit dieser Frau. Sie nimmt keinen Kontakt auf zum Betrachter und signalisiert in keinster Weise, dass sie jemanden braucht oder Kontakt wünscht. Im Gegenteil hat man den Eindruck, sie würde ziemlich unwirsch reagieren, würde man sie in ihrer Lektüre stören. Es ist eine mächtige Frau, eine, die eher zum Herrschen als zur Hingabe zu neigen scheint.

Es stellt sich natürlich die Frage, warum diese Frau, die keinen besonderen Bezug zu ihrer Sexualität zu haben scheint, sich dermaßen aufreizend in Szene setzt. Das ist ein Widerspruch, der ein Rätsel aufgibt. Könnte es sein, dass sie im Gegenteil einen mächtigen sexuellen Appetit hat, ihre Reize kennt und weiß, wie sie diese zu ihrem Vorteil einsetzt, dass sie sich einfach holt, was sie will und was sie braucht? Oder spekuliere ich hier mangels einleuchtender Einsichten einfach fröhlich drauflos? Wie auch immer, dieses Bild ist ganz diesseitig und ebenfalls Meilen entfernt von der Jenseitssphäre, die Tizian aufscheinen lassen konnte. Das macht ihn eben groß, und deshalb kommen die anderen an ihn nicht ran.

Jedenfalls stand und stehe ich den Bild ziemlich ratlos gegenüber und andere Betrachter wohl auch; nie hat jemand ein Wort darüber verloren, falls ich das Bild überhaupt mal gezeigt habe. Erfreulich ist natürlich auch, dass 100 sehr viel substantieller ist als 99. Ein echter Fortschritt, obwohl 99 als verkapptes Selbstportrait gelten kann, hier aber der Bezug zu mir unklar bleibt.

Wünschte ich mir eine solche Frau? Nicht dass ich wüsste. Hatte oder habe ich Angst vor solchen Frauen? Kommt mir ebenfalls unwahrscheinlich vor. Vielleicht war es doch Picasso, der sich hier äußerte, so wie Tagesereignisse sehr häufig in abgewandelter Form in Träumen erscheinen.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 05.12.2011


No. 12 » 100 69x169cm, 29.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 12 » 100 69x169cm, 29.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Das Schlafzimmer in » Angelika Taschens Domizil in Berlin: » The Selby is in your place (siehe auch  99). Macht nicht den Eindruck, als hätte sie regelmäßig einen Bettgenossen. Steht der Fernseher noch auf dem Karton, in dem er angeliefert wurde?

In Wirklichkeit hängt da natürlich nicht mein Bild, sondern ein etwas unglückliches, großformatiges Farbfoto eines bestimmt teuren, international bekannten Stars mit Anklängen an einen berühmten Fotografen, der ebenfalls zwischen Berlin und den Kalifornien gependelt ist. Selbst in der Verkleinerung kann man erkennen, dass zwei nackte Models im leeren » Louvre vor der » Mona Lisa posieren. Wie sinnig! Man beachte die Komposition!

» Helmut Newton hätte das besser hinbekommen. (Ich zweifle aber nicht daran, dass es beliebig viele Fachleute gibt, die das Gegenteil beweisen können. Fragt sich nur, was von solchen Ausführungen zu halten ist.)


No. 15 » 100 69x169cm, 29.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » 100 69x169cm, 29.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Matthew Millman für The New York Times (» A Live-Work Space in San Francisco): „Raveevarn Choksombatchai, a Thai-born architect and artist, lives and works in a 2,000-square-foot building in the SoMa area of San Francisco. The house's previous owner, a painter, opened up the interior to create a double-height studio.“ Die Bewohnerin ist Professorin und gibt ihr Können und Wissen weiter. Kann sie was? Sie nimmt an vielen Wettbewerben teil und gewinnt (beinahe).

Sehr anheimelnd. Wirklich originell und erfrischend. Eine kreative Leistung, die viel Geschmack zeigt (Ironie aus). Dieses Foto hat die Erläuterung: „The vintage Florence Knoll couch ($3,000) and the Bertoia Bird and Diamond chairs are from a now-defunct San Francisco store. The coffee table is made out of fragments of design projects: the top is a remnant of an outdoor installation called "EEL: Eliciting Ethereal Light" and the base is a model for a museum in Thailand.“ Ja, man muss gut vernetzt sein, dann bringt man es zu etwas.

Aber das ist mir alles noch viel zu trist. Ich hänge mal noch was auf, mal sehen, wie das wirkt.


No. 18 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 67 42x30cm, 23.12.1973  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » 89 37x47cm, 16.01.1974 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 67 42x30cm, 23.12.1973
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Na bitte, wird doch! Das sollte ich Angelika Taschen doch auch gönnen!


No. 19 » 65 42x30cm, 23.12.1973 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 66 42x30cm, 23.12.1973  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 19 » 65 42x30cm, 23.12.1973 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 66 42x30cm, 23.12.1973
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Besser.


No. 20 » 100 69x169cm, 29.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » 100 69x169cm, 29.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. » All this space in Surry Hills, Sydney! Mit eigenem Schwimmbad, Kino und Automuseum. Aber kein Bild an der Wand.

Der Entdecker würde darauf verzichten und das Anwesen ebenfalls mit Kunst bevölkern. Ein Kommentator wies auf den Widerspruch in der Ästhetik hin - einerseits non-materialistisch (Japanischer Stil, Hindu-Skulptur), dann aber wieder doch extrem protzig. Ist wohl so.


No. 23 » 100 69x169cm, 29.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 100 69x169cm, 29.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. » 1st option beschäftigt sich damit, Örtlichkeiten für Fotografen und Filmer zu schaffen; diese Küche wird als » littleworth, esther präsentiert, mit Fotos, die man sehr stark vergrößern kann, wirklich sehr eindrucksvoll. Statt meines Gemäldes hängt dort freilich ein Fernseher an der Wand. Ein Fernseher! Ach du lieber!

Um das Arrangement etwas realistischer zu gestalten, habe ich das Gemälde etwas gedämpft und verschattet; sonst hätte man annehmen müssen, dass es angestrahlt wird. Trotzdem wirkt es, für sich genommen, erstaunlich hell. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch eine entsprechende Korrektur bei dem vorherigen Wohnzimmer vorgenommen.


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  Museumsszenario   No. 101   Top   No. 99 Nachtrag Museumsszenario, 29.11.2012


No. 26 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 26 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982


No. 27 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 27 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft


No. 28 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 100 69x169cm, 29.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 28 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 100 69x169cm, 29.01.1974


No. 29 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 29 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975


No. 30 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 30 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975


No. 31 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 31 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975


No. 32 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 32 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973


No. 33 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 33 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974


No. 34 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 34 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973


No. 35 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 35 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974


No. 36 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 36 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973


No. 37 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 37 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973


No. 38 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 38 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973


No. 39 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 39 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973


No. 40 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 40 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft


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   Breite No. 103     » Max     » 800 px     » 500 px      72x73 cm, Öl / Spanplatte
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180 cm - 71 inch

Nr. 103:  72x73 cm (29x29"), Öl / Spanplatte · 05.02.1974
     

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An der Wand mit:  
» 37


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24.02.2011

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» Courbet: Der Ursprung der Welt
1866, 55x46cm · © Copyright Werner Popken. 
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Noch ein Werk auf Spanplatte; wieder eine lesende, nackte Frau, diesmal deutlich jünger und in einer etwas ungewöhnlichen Pose.

Wie ist es möglich, so etwas auf Anhieb, das heißt ohne Übung und ohne Modell, auf die Platte zu werfen?

Dies ist ja nicht mein erstes Bild mit ungewöhnlichen Körperhaltungen, die durchaus glaubhaft dargestellt sind. Man beachte zum Beispiel die Verkürzung der Füße!

An der Wand dann noch ein Cowboy, ein Plakat, das mit Heftzwecken befestigt ist. Eigentlich ist das ein unglaubliches Bild. Allein der Gesichtsausdruck und die dafür eingesetzten Mittel verblüffen. *

Das Verblüffendste ist natürlich die Sicht auf den Schambereich. Ich war mir dessen bis vor kurzem gar nicht bewusst, dass es sich hier um ein schwieriges Thema handelt. Am 21.03.2010 war der Artikel » Vulva Artikel des Tages in der deutschen Wikipedia und rief einen Sturm der Entrüstung hervor, wie man vermutlich heute noch auf der Diskussionsseite nachlesen kann. Als Illustration kam dabei natürlich auch das berühmte Gemälde » Der Ursprung der Welt von » Gustave Courbet zum Einsatz. Dieses Bild soll heute noch Skandale hervorrufen können.

Ich habe mir bei meinem Bild nichts gedacht und wäre nie im Leben darauf gekommen, dass man daran hätte Anstoß nehmen können. Angesichts der Freiheiten, die sich Picasso herausgenommen hatte, waren auf diesem Gebiet ja nun wirklich keine Tabus mehr zu verletzen, schien mir.

» Judy Chicago: The Dinner Party · © Copyright Werner Popken. 
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Aber vielleicht war ich auch einfach nur grenzenlos naiv. Acht Jahre später habe ich mit  Nummer 281 ein Bild gemalt, das man schwerlich anders verstehen kann als eine Frau, die sich selbst befriedigt. Aber auch das habe ich nicht zur Kenntnis genommen; eine Frau, die sich selbst befriedigt, existierte noch nicht einmal in meiner Vorstellung.

Oder vielleicht sollte ich nicht von Naivität sprechen, sondern von Unschuld. Ich war ja Zeitgenosse der feministischen Revolution, der Name » Judy Chicago und ihr Projekt oder Werk The Dinner Party ist mir seit damals ein Begriff. Ich bin nicht auf Provokation aus, ich will die Welt nicht verändern, ich will nicht berühmt werden, ich wundere mich nur. Und ich bin mit Sicherheit nicht pervers, sondern eher prüde, oder besser gesagt: unschuldig.

Am unteren Rand kann man Beschädigungen erkennen, parallel laufende Kratzer, die bei irgendeiner Transportaktion entstanden sind. Die Farbe haftet auf der Spanplatte natürlich nur oberflächlich. Sie haftet gut genug, um dauerhaft fixiert zu bleiben, davon bin ich inzwischen überzeugt, während einige Gemälde auf Hartfaserplatte inzwischen verloren sind, weil sich die Grundierung durch Veränderungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit im ungeheizten Lager von der geölten glatten Seite gelöst hat.

Nach der alten Dame nun der junge Frau - was spielt sich da eigentlich ab? Nehmen wir an, meine Seele spricht zu mir durch die Bilder: Was will sie mir jetzt sagen? Keine Ahnung. Vielleicht hänge ich sie erst einmal auf, das hat sich ja bewährt.


No. 3 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 3 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974


Auf die Entfernung wirkt dieses Bild nicht so besonders. 94 ist auch nicht gerade der Hit.

Sie liegt da wieder so selbstvergessen, aber diesmal hängt da der Cowboy an der Wand. Doll, wie einfach der dahingezaubert ist mit seinem großen Hut, dem Bart und den langen Haaren. So arg bequem kann die Stellung eigentlich nicht sein, selbst wenn man sich vorstellt, dass sie allerhand Polster im Rücken hat. Normalerweise müsste ihr eigentlich auch bald kalt werden, oder?

Nein, der Rahmen gefällt mir nicht, der ist zu klotzig.


No. 4 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974


Was ist das Skandalöse an Courbets Bild? Warum regen sich die Leute über Picassos derbe Darstellungen von Geschlechtsorganen nicht auf? Und was ist der Unterschied zu meinem Bild?

Courbets Bild ist sehr intim. Es zeigt den Anblick, den ein potentieller Liebhaber haben könnte, wenn er seine Angebetete bittet, ihr Hemd hochzuschieben. Es ist nicht die Ansicht, die ein Arzt haben würde; dazu zeigt die Frau zu viel und sie liegt viel zu entspannt. Es ist eigentlich auch nicht eine Situation, die einem Geschlechtsverkehr vorausgeht, es sei denn, die Frau wolle ihren Liebhaber reizen.

Der Betrachter, männlich oder weiblich, muss auf jeden Fall ein Voyeur sein, jemand, der auf die Distanz über die Augen Genuss und Erregung empfindet. Die äußeren Schamlippen sind wunderschön gestaltet und ein wenig geöffnet, eine innere lugt ein wenig hervor, was über die Augen taktile Empfindungen hervorbringt. Diese Partie ist wie auch die Schenkel von äußerstem Reiz - demgegenüber wirkt die Schambehaarung insgesamt wie billigste Requisite, eine Schande für das ganze Bild.

Oder sollte sein Modell eine Schambehaarung gehabt haben, die wie billige Requisite aussieht? An der Schambehaarung hat sich ja offenbar die gesamte Diskussion entzündet. Den Schambereich ohne Schambehaarung darzustellen war kein Problem. In meinem Fall mit den Scham selbst gar nicht dargestellt, nur die Beharrung und allerdings sehr deutlich der Anus, der bei Courbet aus anatomischen Gründen nicht sichtbar ist.

Ich glaube, das Bild verträgt eine weitere Rückstufung ganz gut:


No. 5 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974


Ja, so kommt die Wildheit dieser Frau wesentlich besser zur Geltung. Die ist nicht zivilisiert. Sollte man die vielleicht ganz ohne Rahmen aufhängen? Das habe ich noch nie gemacht.


No. 6 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974


Gar nicht schlecht. Das muss ich mal eine Weile auf mich wirken lassen.

Zurück zu meiner Diskussion: Ist dieses Bild so intim wie das von Courbet? Zweifellos nicht. Diese Frau ist beschäftigt, vermutlich liest sie. Vielleicht hat sie ihre Träume, vielleicht hat ihre Lektüre auch damit zu tun, aber mit dem Betrachter hat sie nichts im Sinn. Warum liegt sie dann so provokativ da?


No. 7 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 7 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 94 63x45cm, 22.01.1974


Selbst wenn ich 94 mit einem aufwendigen Rahmen herausputzen, hält 103 immer noch gut mit. Das Bild leidet natürlich unter dem sehr engen Farbspektrum und der Kontrastarmut. Bei näherer Betrachtung gewinnt es etwas durch die Pinselführung, die bei größerem Abstand nicht mehr wahrzunehmen ist.

Aber immer noch fällt mir nichts zu den Inhalt des Bildes ein. Was habe ich denn zu  Nummer 38a geschrieben? Tja, auch bei diesem Bild war ich ratlos und irritiert. Vielleicht muss ich es erst einmal dabei bewenden lassen.

Noch eine Frage: Kannte ich damals das Bild von Courbet? Ich glaube nicht. Ich bin mir sogar ziemlich sicher. War das Bild damals überhaupt schon der Öffentlichkeit bekannt?

Erst mit Lacans Tod 1981 tauchte das Bild wieder auf und gelangte zunächst wieder nach Frankreich. Im Brooklyn Museum in New York City wurde es 1988 dann erstmals öffentlich präsentiert. Seit 1995 wird es im Musée d'Orsay in Paris ausgestellt.
» Der Ursprung der Welt



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Nachtrag Wohnungsszenario, 17.04.2011


No. 8 » Courbet: Der Ursprung der Welt 55x46cm. 1866 » 103 72x73cm, 05.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 8 » Courbet: Der Ursprung der Welt 55x46cm. 1866 » 103 72x73cm, 05.02.1974


No. 9 » Courbet: Der Ursprung der Welt 55x46cm. 1866 » 103 72x73cm, 05.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 9 » Courbet: Der Ursprung der Welt 55x46cm. 1866 » 103 72x73cm, 05.02.1974


No. 10 » Courbet: Der Ursprung der Welt 55x46cm. 1866 » 103 72x73cm, 05.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 10 » Courbet: Der Ursprung der Welt 55x46cm. 1866 » 103 72x73cm, 05.02.1974


No. 11 » Courbet: Der Ursprung der Welt 55x46cm. 1866 » 103 72x73cm, 05.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 11 » Courbet: Der Ursprung der Welt 55x46cm. 1866 » 103 72x73cm, 05.02.1974


Erstaunlich: Je näher man kommt, desto mehr gewinnt mein Bild. Der Courbet wirkt aus der Ferne genauso wie aus der Nähe.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 24.12.2011


No. 12 » 103 72x73cm, 05.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 12 » 103 72x73cm, 05.02.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. » Mario Buatta Creates a Regal Residence for Aileen Mehle heißt die Reportage für Architectural Digest: The glamorous society columnist, known as Suzy, opens the door to her New York City apartment--a former ballroom revamped by her longtime friend and favorite decorator. Nicht mein Stil, alles zu bunt, zu voll, zu unruhig. Für mein Bild habe ich ein buntes Blumenstillleben abgehängt.

Mir gefällt dieses Bild inmitten der Sammlung von Spiegeln und Gemälden des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts sehr gut.

Die folgende Inszensierung ist das Gegenteil: cool, unterkühlt, kalt.


No. 15 » 103 72x73cm, 05.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » 103 72x73cm, 05.02.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Kommentar: Slava Balbek von » 2B Group schickte uns Bilder eines von ihnen eingerichteten » Penthouse in Kiew, Ukraine. Die Wohnung ist, wie das bei Designern so üblich ist, so gut wie kahl, enthält aber immerhin doch ein » Gemälde, über das ich kein Wort verlieren möchte. An dieser Wand jedenfalls hängt nichts; interessant ist die zweifache Perspektive, die dieselbe Wand völlig unterschiedlich wirken lässt.


No. 18 » 103 72x73cm, 05.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » 103 72x73cm, 05.02.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Vermutlich handelt es sich bei den riesigen Kieselsteinen um weiche Sitzgelegenheiten und Kissen.


No. 21 » 103 72x73cm, 05.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 21 » 103 72x73cm, 05.02.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Leseteil des Untergeschosses eines modernen Hauses für den Galeristen » Sean Kelly: » A Modern Hudson Valley Home, gebaut von » Toshiko Mori: „Für einen anspruchsvollen Bauplatz mit weitem Blick wünschten Galerist Sean Kelly und seine Frau ein Landhaus so kühn wie die Künstler, die er vertritt.“

Ja, der Mann versteht was von moderner Kunst! Entschlossen präsentiert er wichtige, anspruchsvolle zeitgenössische Kunst. Da kann nicht jeder kaufen, Geld reicht nicht - man muss den Anspruch aufgreifen und sich als würdig erweisen! Sein eigenes Haus beweist es.

Sofa (Kjærholm) und Wandlampe Antony (Serge Mouille), 50er Jahre; Bild Void (Gormley), davor ein Penguin Donkey Buchregal (Ernest Race) aus den 40er Jahren und eine afrikanische Skulptur.


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No. 24 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 24 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982


No. 25 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 25 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft


No. 26 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 26 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975


No. 27 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 27 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975


No. 28 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 28 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975


No. 29 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 29 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973


No. 30 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 103 72x73cm, 05.02.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 30 » 100 69x169cm, 29.01.1974 » 103 72x73cm, 05.02.1974


No. 31 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 31 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 99 84x65cm, 29.01.1974


No. 32 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 32 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973


No. 33 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 33 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974


No. 34 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 34 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973


No. 35 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 35 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973


No. 36 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 36 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973


No. 37 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 37 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973


No. 38 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 38 » 103 72x73cm, 05.02.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft


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   Breite No. 78     » Max     » 800 px     » 500 px      37x47 cm, Öl / Leinwand
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180 cm - 71 inch

Nr. 78:  37x47 cm (15x19"), Öl / Leinwand · 02.01.1974
     

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An der Wand mit:  
» 79


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07.02.2011

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Ein etwas impressionistisch angehauchtes Bid, im Gegensatz zu den vorherigen starkfarbigen Bildern nun überraschenderweise fast als Grisaille gearbeitet; als bunte Farbe taucht lediglich das Braun auf.

Der glatzköpfige Mann mit den langen Haaren, dem weißen Hemd und der Krawatte wirkt ganz modern in seinen pelzbesetzten Mantel. Der Bürgersteig, den er entlanggeht, wirkt trist und grau. Dieser Mann ist unfroh und auf der Hut.

Sollte ich darin ein Selbstportrait erkennen? In meiner Familie hat bisher noch niemand eine solche Glatze gehabt - aber angesichts der psychologischen Interpretation dürfte eine solche Einzelheit für diese Frage keine Rolle spielen. *

Es ist ja nun einfach unglaublich - wie komme ich dazu, ein solches Bild zu malen? Es wirkt wie eine Illustration, aber zu welcher Geschichte? Und diese Kleidung - der Pelz, der Kragen, die Krawatte! Kleider machen Leute, aber sie siedeln sie vor allem in einer bestimmten Zeit an. Dieser Mensch ist ein moderner Mensch.

Aber Pelzkragen waren doch gar nicht modern! Ich besaß keinen Mantel mit Pelzkragen und kannte auch niemanden, der einen solchen trug. Und diese Glatze und die langen Haare - auch die passen zur Zeit. Solche Haare konnte man damals schon sehen oder hätte sie vielleicht sehen können, aber ich kannte niemanden, auf den diese Darstellung zutreffen würde.

Selbst der Fenstergriff und die Fensterkonstruktion gehören einer bestimmten Epoche an und sind heute fast ausgestorben. Immerhin waren vermutlich die Fenster unserer Wohnung in Bielefeld-Quelle von dieser Art. Aber dies ist die Straße in einer Stadt, während wir an einer Landstraße wohnten und einen Vorgarten hatten. Bei uns lief niemand vorbei, und selten radelte jemand auf dem Radweg vor dem Hause.

Selbstverständlich habe ich keine Vorlage benutzt, etwa ein Foto aus einer Zeitung. Das Bild entsprang genauso meinem Kopf oder besser meiner Hand wie die anderen Bilder auch. Also muss es wohl wieder in Ermangelung einer besseren Hypothese psychologisch verstanden werden, wie ein Traum. Ich hetze also unglücklich durch unwirtliche Straßen.

Der Mann auf diesem Bild ist deutlich älter als ich es war, vielleicht 20 Jahre liegen dazwischen. Wenn das vorhergehende Bild Lebensangst oder besser Zukunftsangst ausdrückt, dann kann dieses vielleicht als Befürchtung verstanden werden. Würde ich in 20 Jahren unglücklich durch die Welt laufen, unglücklich mit mir selbst und der Welt, ohne meinen Platz gefunden zu haben?

Immerhin hat mich diese Frage beschäftigt. Was sollte ich mit meinem Leben machen? Etwa 10 Jahre früher war mir diese Frage erstmals bewusst geworden, ohne dass ich bis dahin eine Antwort hatte finden können. In Berlin hatte ich immer wieder gewitzelt, was ich alles machen und werden könnte: Friseur zum Beispiel, wenn ich Erika eine schöne Frisur gemacht hatte, Busfahrer wäre auch eine Option, schlimmstenfalls Straßenfeger.

Das war natürlich Unfug, das war mir klar, als Abiturient und Student würde ich so etwas aller Wahrscheinlichkeit nach nicht machen, aber was dann? Anscheinend war ich nicht davon überzeugt, der leidenschaftliche und geborene Mathematiker zu sein. Und auch die Aussicht auf ein Leben als Lehrer vermochte mich nicht wirklich zu begeistern. Irgendwie hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass diese Frage metaphysischer Art war.

Es ging nicht so sehr darum, den Lebensunterhalt zu verdienen als vielmehr, meine Aufgabe im Leben zu finden. Ich habe die Frage sogar in religiösen Begriffen formuliert: Was hatte Gott mit mir vor? Was wollte er, das ich in diesem Leben mache? Diese Wendung ist bedeutsam: Es ging nicht darum, was ich wollte, sondern was er wollte. Aber leider sprach er nicht mit mir. Ich hielt ihn ja sowieso für nicht existent, aber dann offenbar irgendwie doch.

Bei diesem Mann besten Alters fällt mir der Ausdruck „unbehaust“ ein. Dieser Mann hat seinen Platz im Leben nicht gefunden. Dieser Mann ist gottverlassen. Dieser Mann ist unglücklich, aber er kann es nicht zugeben. Er muss weitermachen, irgendwie.

An der Malerei habe ich diesmal nichts zu meckern. Ich finde es erstaunlich, wie virtuos dieser Typ in Szene gesetzt worden ist. Das könnte ich gar nicht. Überhaupt kann ich ja überhaupt nicht malen. Als Prestigeobjekt für das kulturbeflissene Bürgertum könnte ein solches Bild freilich nicht dienen. Dazu ist es viel zu unscheinbar, zu wenig malerisch.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 28.08.2011


No. 1 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 71 37x47cm, 30.12.1973  Siehe zu dieser Umgebung auch  » Nummer 10,  » Nummer 73.Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 1 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 71 37x47cm, 30.12.1973
Siehe zu dieser Umgebung auch  » Nummer 10,  » Nummer 73.
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No. 4 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 71 37x47cm, 30.12.1973  Siehe zu dieser Umgebung auch  » Nummer 11,  » Nummer 15,  » Nummer 22.Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 71 37x47cm, 30.12.1973
Siehe zu dieser Umgebung auch  » Nummer 11,  » Nummer 15,  » Nummer 22.
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No. 7 » 78 37x47cm, 02.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 7 » 78 37x47cm, 02.01.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


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No. 10 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 194 99x79cm, 08.09.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 10 » 610 72x100cm, 14.10.1985 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 194 99x79cm, 08.09.1974


No. 11 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 11 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976


No. 12 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 12 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982


No. 13 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 13 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft


No. 14 » 245 81x70cm, 29.11.1977  » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 14 » 245 81x70cm, 29.11.1977 sold/verkauft » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973


No. 15 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 78 37x47cm, 02.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 78 37x47cm, 02.01.1974


No. 16 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 16 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975


No. 17 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 17 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975


No. 18 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975


No. 19 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 19 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973


No. 20 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973


No. 21 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 21 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973


No. 22 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 22 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973


No. 23 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973


No. 24 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 24 » 78 37x47cm, 02.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft


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   Breite No. 92     » Max     » 800 px     » 500 px      85x65 cm, Öl / Wellpappe
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180 cm - 71 inch

Nr. 92:  85x65 cm (34x26"), Öl / Wellpappe · 20.01.1974
     

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An der Wand mit:  
» 100  » 101  » 102  » 103  » 104  » 105  » 106  » 107  » 108  » 109  » 110  » 111  » 112  » 113  » 114  » 115  » 116  » 117  » 118  » 119  » 120  » 121  » 122  » 123  » 124  » 125  » 126  » 127  » 128  » 129  » 130  » 131  » 132  » 133  » 134  » 135  » 136  » 137  » 138  » 139  » 140  » 141  » 142  » 143  » 144  » 145  » 146  » 147  » 148  » 93  » 94  » 95  » 96  » 97  » 98  » 99


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15.02.2011

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» Buste de matador IV, 16.10.1970, 89x65cm · © Copyright Werner Popken. 
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Dieses Bild ist auf einen Verpackungskarton gemalt. Daraus kann man schließen, dass mir die Materialkosten so langsam über den Kopf wuchsen. Das Bild  Nummer 91 ist zum Beispiel auch auf der » Rückseite bemalt, was die Kosten für den Malträger glatt halbiert.

Außerdem hatte ich mit Interesse zur Kenntnis genommen, dass auch Picasso wertlose Materialien wie Wellpappe als Malgründe benutzt hatte (z.B. » Buste de matador IV). Wenn der das konnte, sollte das wohl in Ordnung sein.

Die Figur selbst ist ebenfalls ohne das Wissen um die Malwut des greisen Picasso kaum zu verstehen, der zum Schluss gerne Flächen mit kindlichen Kringeln „belebte“, wie es sie in den Haaren zu beobachten ist. Das fühlte sich ebenfalls nicht so gut an. *

Irgendwie war die ganze Sache schrecklich willkürlich und beliebig; ich hatte das Gefühl, so hätte ich Fließbandarbeit machen können. Und in gewisser Weise hat Picasso ja auch Fließbandarbeit gemacht. Zwar unterscheidet sich jedes Bild von jedem anderen, aber im Grunde sind sie genauso auswechselbar wie identische Produkte vom Fließband, nichtssagend, bedeutend lediglich als von des Meisters eigener Hand gefertigt, Reliquien sozusagen.

» John Berger hatte sich in seinem 1963 veröffentlichten Buch The Success and Failure of Picasso (deutsch » Glanz und Elend des Malers Pablo Picasso) noch nicht vorstellen können, wie schlimm es mit ihm noch werden würde; er beklagte ja schon dessen Produktion der Fünfzigerjahre als vollkommen unangemessen.

Damals kannte ich das Buch vermutlich noch nicht und konnte mir sowieso kein Urteil erlauben, wollte das auch nicht; als junger Mensch ging ich naiverweise noch davon aus, dass ein solcher Meister, ein Übermeister sozusagen, ausschließlich Meisterwerke sondergleichen schaffen könne, dass Kritik in jedem Fall auf den Kritiker zurückfallen würde und dass es folglich an mir liege, seine übermenschliche Größe zu begreifen.

Das ist übrigens bis heute die Haltung der maßgeblichen Kunsthistoriker, die uns verkaufen wollen, dass gerade das Spätwerk ein Triumph sondergleichen sei.


No. 2 » 39 70x120cm, 17.11.1973 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 55 50x80cm, 05.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 2 » 39 70x120cm, 17.11.1973 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 55 50x80cm, 05.12.1973


Ein Versuch: Kann man dieses Bild aufhängen? Man kann wohl, die Frage ist nur, wie lange man es damit aushält. Es ist bunt, es ist plakativ, es ist absurd. Die beiden Bilder zur Rechten und zur Linken bilden einen willkommenen ruhigen Hintergrund, sie geraten nicht ins Hintertreffen, aber sie stehlen dem Hochformat nicht die Show, sondern unterstützen es sogar.

Die mäßigende und stützende Wirkung wird schnell deutlich, wenn man mit der nächsten Hängung vergleicht:


No. 3 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 55 50x80cm, 05.12.1973 » 90 50x60cm, 19.01.1974 »Buste de matador IV 89x64,5cm · © Copyright Werner Popken. 
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No. 3 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 55 50x80cm, 05.12.1973 » 90 50x60cm, 19.01.1974 »Buste de matador IV 89x64,5cm


Das ist jetzt ein bisschen viel: Der Picasso bringt auch noch Unruhe ins Spiel, und das Interieur wirkt gar nicht mehr so heimelig, sondern eher aufreizend. Das Stillleben kann dem kaum noch was entgegensetzen. Wenn man die beiden Hochformate vertauscht, wird die Sache auch nicht besser:


No. 4 »Buste de matador IV 89x64,5cm » 55 50x80cm, 05.12.1973 » 90 50x60cm, 19.01.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 »Buste de matador IV 89x64,5cm » 55 50x80cm, 05.12.1973 » 90 50x60cm, 19.01.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974


Das Interieur kann man aber auch nicht weglassen, dann fehlt da was. Habe ich denn nichts Vernünftiges, was die Situation retten könnte?


No. 5 »Buste de matador IV 89x64,5cm » 55 50x80cm, 05.12.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 »Buste de matador IV 89x64,5cm » 55 50x80cm, 05.12.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974


Das ist ja interessant! In diesem Zusammenhang bekommt  Nummer 88 eine ganz neue Wirkung. Hier ist dieses Bild der rettende Anker, das Schwergewicht, wo es doch vorher in anderem Zusammenhang eher blass wirkte.

 Die zwei Profile, verdeutlicht · © Copyright Werner Popken. 
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  Frontalansicht, vereinfacht · © Copyright Werner Popken. 
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  Drittes Profil · © Copyright Werner Popken. 
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So, nun hängt er. Er kann sich sehen lassen, und plötzlich sehe ich etwas völlig Neues, was ich vorher noch nicht gesehen hatte: Der Typ hat auch noch zwei Profilgesichter, eins ziemlich offensichtlich, das andere aber auch erkennbar. Ich habe ihn immer nur frontal gesehen und fand das verwirrend genug.

Die gegeneinander verschobenen Lippen sind dabei noch harmlos. Viel störender ist die trichterartige Struktur, die vom rechten Auge herunterhängt. Wenn man die beseitigt und die Lippen zusammenschiebt, sieht er schon ganz manierlich aus, fast vertraut.

Ganz besonders merkwürdig ist der weiße Fleck in der Mitte - und jetzt sehe ich noch ein Profil, aber das ist vielleicht ein bisschen weit hergeholt. Dieser weiße Fleck ist anhand der Reproduktion nicht weiter zu verstehen. Es scheint sich um weiße Farbe zu handeln, dieselbe, mit der auch die Rüschen gemalt sind und der Nasenrücken. Wenn man in der » Großansicht genau hinschaut, kann man etwas sehr ahnen, das man als geöffneten Mund interpretieren könnte, als Profillinie, die übermalt worden ist - und wenn man das erstmal entdeckt hat, erkennt man es sogar in der Verkleinerung.

Mit diesen vielen Gesichtern rückt dieser Typ jetzt ganz in die Nähe seines Vorgängers. Wo ich sie jetzt entdeckt habe, kann ich sie gar nicht mehr ausblenden.


No. 9 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 55 50x80cm, 05.12.1973 » 90 50x60cm, 19.01.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 9 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 55 50x80cm, 05.12.1973 » 90 50x60cm, 19.01.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974


Oder lieber so?


No. 10 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 55 50x80cm, 05.12.1973 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 90 50x60cm, 19.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 10 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 55 50x80cm, 05.12.1973 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 90 50x60cm, 19.01.1974


Nein, die vorige Hängung gefällt mir besser.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 04.11.2011


No. 11 » 92 85x65cm, 20.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 11 » 92 85x65cm, 20.01.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Aus der Serie » Plaid Rooms des » Architectural Digest, eingerichtet von » Marjorie Shushan. Ich habe das Bild ausgetauscht; da hängt eigentlich ein Bild, das an einen frühen Picasso erinnert: „Red Blouse“ (1931) von » Milton Avery. War mir unbekannt - in Amerika ist der wohl berühmt, siehe » Google. Anhand dieser Beispiele kann ich das nicht nachvollziehen.


No. 14 » 92 85x65cm, 20.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 14 » 92 85x65cm, 20.01.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Eine andere Ansicht des Wohnzimmers, das von Designer » Michael S. Smith für einen offensichtlich extrem reichen New Yorker Finanzier einrichten dürfte (siehe auch Küche  93, Vorzimmer  91, Eingang  99); die Bildunterschrift im Artikel des » Architectural Digest streicht heraus, dass im Vordergrund einer Skulptur von » Henry Moore zu sehen ist, ferner allerhand teures antikes Mobiliar. Wenn ich mich nicht täusche, kann man auf dem Couchtisch rechts hinten eine Skulptur von » Henri Matisse erkennen.

Merkwürdigerweise hängt über dem Kamin kein Gemälde, sondern ein Spiegel, in dem der unsägliche » Severini erscheint, als wäre er ein Bild. Daraus habe ich dann ein Passepartout für mein Gemälde gemacht. Das kommt viel besser.


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No. 17 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 17 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976


No. 18 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 18 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982


No. 19 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 19 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft


No. 20 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 92 85x65cm, 20.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 92 85x65cm, 20.01.1974


No. 21 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 21 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975


No. 22 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 22 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975


No. 23 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975


No. 24 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 24 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973


No. 25 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 25 » 91 80x61cm, 19.01.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973


No. 26 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 26 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974


No. 27 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 27 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973


No. 28 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 28 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973


No. 29 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 29 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973


No. 30 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 30 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973


No. 31 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 31 » 92 85x65cm, 20.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968 sold/verkauft


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   Breite No. 88     » Max     » 800 px     » 500 px      45x63 cm, Öl / Hartfaser
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180 cm - 71 inch

Nr. 88:  45x63 cm (18x25"), Öl / Hartfaser · 16.01.1974, Rückseite von » 156
     

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An der Wand mit:  
» 156  » 92


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12.02.2011

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Dieses Bild gefiel mir nie, und auch heute noch tue ich mich schwer damit. Wie gut, dass ich mich nicht in solche Ecken versteigen musste! Andererseits habe ich gelernt, dass sich mein Verhältnis zu einem Bild durchaus ändern kann. Vielleicht wird es mir eines Tages noch sehr gut gefallen, wer weiß? Vielleicht müsste ich mich nur etwas damit beschäftigen?

Außerdem habe ich eingesehen, dass es unerheblich ist, was ich persönlich von einem Bild halte. Ein anderer Betrachter wird mit Sicherheit völlig anders reagieren, und wenn diesem ausgerechnet dieses Bild am besten gefällt, dann ist das vollkommen in Ordnung. Wer bin ich, dass ich das in Frage stellen könnte?

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Da ich aber nun von der Vorstellung besessen war, alles einzuordnen, was ich produzierte, musste dieses unter „Beziehungsprobleme“ abgelegt werden. * Mit anderen Worten: Ich erkenne darin einen Mann und eine Frau, die in einer Auseinandersetzung verstrickt sind, jedenfalls aber miteinander kommunizieren.

Der Mann ist vermutlich leicht zu erkennen, die Frau etwas stärker verschlüsselt, um es vornehm auszudrücken. Damals hatte ich mich zwar schon viel mit Picasso beschäftigt, aber inzwischen kenne ich ihn gewissermaßen in- und auswendig. Und vor diesem Hintergrund finde ich die Erfindung des Frauengesichts durchaus bemerkenswert. So etwas findet sich bei ihm nicht, und er hat ja viel erfunden.

Darauf bilde ich mir nun nichts ein; ich will damit nur sagen, dass unverwechselbare, verblüffende, völlig originäre Erfindungen am laufenden Band gemacht werden, auch oder vielleicht gerade wenn man das gar nicht will. Picasso hat ja oft versucht, Bildlösungen durch systematische Versuche zu finden - die entsprechenden Vor-und Nebenarbeiten zu » Guernica sind ja allseits bekannt. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass er jemals auf diese Weise etwas gefunden hätte. Kreativität lässt sich anscheinend nicht erzwingen.

Die Interpretation als Zweipersonen-Stück ist insofern naheliegend, als man deutlich vier Augen unterscheiden kann: Zwei Punktaugen links, zwei Spiegeleiaugen rechts. Die Augenbraue und Nase des Mannes sowie sein Mund und Kinn sind nicht zu verfehlen; er ist nicht so sehr als Kombination von Frontal- und Profilansicht dargestellt, als vielmehr im Dreiviertelprofil.

Die Aufteilung in zwei Gesichtshälften bei ihr ist viel deutlicher, schon allein durch die Farbwahl. Aber besonders auffällig ist ihre ausgesprochene Hässlichkeit, die Distanz zu einer konventionellen Darstellung. Ihre Nase ist eher ein Rüssel, der Mund in der Profilansicht frontal dargestellt, aber nur die obere Hälfte, die untere fehlt, es sei denn man interpretiert die schräge Linie zum Kinn als Teil der Unterlippe. Diese Interpretation fällt leichter, wenn man einen Teil des Bildes in der Vorstellung oder real abdeckt.

War das vorherige Bild gewissermaßen bitterernst, so ist dieses ausgesprochen komisch. Zwischen den beiden Köpfen macht sich eine Pflanze ihren großen Blättern breit, ihre Haare scheinen eine Doppelfunktion als Kopfputz und Pflanze zu haben, und einen Augenblick könnte man denken, sie sei eine Pflanze. Die violette runde Form an ihrem Kinn, die dort so gar keinen Sinn macht, könnte eine Blüte sein, die zu der mittleren Pflanze gehört.


No. 2 » 33 95x81cm, 27.10.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 75 37x27cm, 31.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 2 » 33 95x81cm, 27.10.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 75 37x27cm, 31.12.1973


Bei dieser Zusammenstellung habe ich viel experimentiert und dabei meine Erfahrungen gemacht. Manche kleinen Bilder haben Probleme, sich auf die Entfernung zu behaupten. Auch diesem Bild fällt es schwer, seine Vorzüge über die Distanz auszuspielen, dazu sind die Konturen zu blass. Außerdem ist es nicht unwesentlich, welches Bild auf welcher Seite hängt. Aber das sind ja eigentlich Gemeinplätze, das sagt nicht unbedingt etwas über das einzelne Bild selbst aus.

Diese Ansicht ist für Bilder mittlerer Größe ganz nett; ein ganz großes Bild kann man hier gar nicht präsentieren, dazu müsste man weiter zurücktreten und die gesamte Wand zeigen. Also bin ich geneigt, bei Gelegenheit noch zwei weitere Szenarios zu basteln, eine intime Szenerie, die für kleinere Bilder angemessen ist, und eine Großansicht, um größere Bilder zeigen zu können. Obwohl dieses Bild eine nähere Distanz erfordert, schlägt es sich mit der getroffenen Auswahl aber doch ganz wacker; mit anderen Bildern zusammen macht es eine wesentlich schlechtere Figur. Doch urteilen Sie selbst:


No. 3 » 33 95x81cm, 27.10.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 77 47x37cm, 01.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 3 » 33 95x81cm, 27.10.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 77 47x37cm, 01.01.1974


No. 4 » 33 95x81cm, 27.10.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 4 » 33 95x81cm, 27.10.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 58 60x40cm, 08.12.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974


No. 5 » 33 95x81cm, 27.10.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 18 51x41cm, 30.07.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 5 » 33 95x81cm, 27.10.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 18 51x41cm, 30.07.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974


No. 6 » 33 95x81cm, 27.10.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 81 52x41cm, 05.01.1974 » 88 45x63cm, 16.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 33 95x81cm, 27.10.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 81 52x41cm, 05.01.1974 » 88 45x63cm, 16.01.1974


No. 7 » 33 95x81cm, 27.10.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 22 70x43cm, 28.09.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 7 » 33 95x81cm, 27.10.1973 » 38 80x70cm, 08.11.1973 » 22 70x43cm, 28.09.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974


No. 8 » 140 123x150cm, 18.04.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 8 » 140 123x150cm, 18.04.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974


No. 9 » 140 123x150cm, 18.04.1974 » 18 51x41cm, 30.07.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 9 » 140 123x150cm, 18.04.1974 » 18 51x41cm, 30.07.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974


No. 10 » 140 123x150cm, 18.04.1974 » 87 38x28cm, 16.01.1974 » 88 45x63cm, 16.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 10 » 140 123x150cm, 18.04.1974 » 87 38x28cm, 16.01.1974 » 88 45x63cm, 16.01.1974


No. 11 » 220 110x131cm, 04.07.1975  » 87 38x28cm, 16.01.1974 » 88 45x63cm, 16.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 11 » 220 110x131cm, 04.07.1975 sold/verkauft » 87 38x28cm, 16.01.1974 » 88 45x63cm, 16.01.1974


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Und was erzählt uns dieses Bild? Formal nutzt es Erfindungen, die im Kubismus gemacht wurden. Das ist ungeheuer bequem: Man malt einfach irgendetwas, ohne sich viel Gedanken machen zu müssen, ob das alles so seine Richtigkeit hat oder viel bedeutet. Das ist nicht das Problem des Malers, sondern des Betrachters. Und der Betrachter kann sich, wenn ihm dazu nichts einfällt, auf ästhetische Empfindungen zurückziehen. Was angenehm und erfreulich wirkt, kann ganz naiv genossen werden. Es muss nichts bedeuten.

Was soll beispielsweise der weiße Kreisausschnitt in der linken Bildhälfte bedeuten? Die braune Form dahinter könnte als Haarbüschel gelesen werden, die dunkelbraune Form, die sich an die Stirn anschließt, als Mütze, die braunen Flächen unterhalb des Kinns und des Kiefers als Kleidung, wobei der Kreisausschnitt links unten in der Ecke die Schulter andeuten würde. Aber was soll der weiße Kreisausschnitt?

Innerhalb dieser Fläche finden sich dann noch die vier Striche, die an einen Vogelfuß erinnern. Ungefähr an dieser Stelle müsste das Ohr sein, und oft wachsen bei Männern in zunehmendem Alter auch noch einzelne Haare aus dem Ohr, aber die Interpretation der angeschnittenen Kreisfläche als Ohr ist doch ziemlich weit hergeholt. Die Interpretation der roten Fläche als Gesichtshälfte fällt demgegenüber leichter, obwohl der gegenständliche Bezug auch nicht gerade naheliegend ist.

Wo aber gegenständliche Anklänge unübersehbar sind, werden konkrete Empfindungen ausgelöst, die vermutlich weitgehend objektivierbar sind. So dürfte die von mir identifizierte männliche Figur ganz allgemein als männlich angesehen werden, und höchstwahrscheinlich auch die andere Figur als weiblich. Man kann aber noch mehr sagen. Ich würde zum Beispiel das Alter der männlichen Figur auf 50 bis 60 Jahre ansetzen, vielleicht auch auf 70, da die Senioren heutzutage immer jünger werden. Und die weibliche Figur würde ich auf 40 bis 50 Jahre schätzen, also etwas jünger.

Das ist erstaunlich, derselbe Mechanismus liegt aber auch allen Karikaturen und Witzzeichnungen zugrunde. Mit simple Linien können sehr differenzierte Sachverhalte präzisiert werden, die unter Umständen mit Worten gar nicht erschöpfend beschrieben werden können. Farben sind demgegenüber wesentlich weniger aussagekräftig. Die Farbe ist sozusagen Zugabe, sie unterstreicht und unterstützt, sagt aber selbst nichts aus. Und in der Nacht sind alle Katzen grau, mit anderen Worten: Bei der Schwarz-Weiß-Wiedergabe geht wenig verloren, wenn die Linie sprechen darf. Ist aber die Linie belanglos und die Farbe der Hauptzweck, wird man den Verlust schmerzlich bemerken.


No. 13 » 220 110x131cm, 04.07.1975  » 87 38x28cm, 16.01.1974 » 88 45x63cm, 16.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 13 » 220 110x131cm, 04.07.1975 sold/verkauft » 87 38x28cm, 16.01.1974 » 88 45x63cm, 16.01.1974


Das Bild ist also kubistisch-unverbindlich, was das Drumherum angeht. Die Ausdruckskraft der beiden Persönlichkeiten und deren Beziehung hingegen ist einigermaßen klar. Der Mann ist betroffen - er fühlt sich verantwortlich und muss entscheiden und handeln. Die Frau steht für ihn im Hintergrund, er beachtet sie nicht, blickt durch sie hindurch. Sie hingegen ist auf ihn fixiert, sie beobachtet ihn spöttisch und abwartend, ist nicht bereit, sich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen, wird aber vermutlich trotzdem darüber urteilen wollen.

Du meine Güte! Das ist ja ein ganzer Sack voller Klischees! Sind das die geheimsten Ängste meiner Seele? Warum stellt sie sich als alten Mann dar, wenn dem so sein sollte? Aber hier bringe ich etwas durcheinander: Die Seelenkräfte gehören ja alle mir, nicht nur der alte Mann, sondern auch die Frau. Das bin alles ich, und es wäre sträflich, das nach außen zu projizieren oder in diesem Sinne zu verstehen.

Versuchsweise will ich es mal so formulieren: Da ist ein alter Mann in mir, der glaubt den Durchblick haben und die Verantwortung übernehmen zu müssen, ist aber gleichzeitig überfordert und deshalb angeschlagen, und zugleich gibt es die vitale weibliche Seite, die sich über diesen Anspruch mokiert und ganz unbeschwert abwarten kann, wie der männliche Teil scheitert. In diesem Sinne sind die Pflanzen einfach nur das blühende Leben, ohne Reflexion, ohne Sorgen und Bedenken.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 04.10.2011


No. 14 » 88 45x63cm, 16.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 14 » 88 45x63cm, 16.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Das Schlafzimmer sieht gestellt aus, soll aber angeblich aus einer echten Wohnung sein. Die kahle Wand mit den schrecklich unruhigen, ausgefressenen Birken würde mich wahnsinnig machen. Die Kommentare zu » Reader’s home - Ottawa digs zeigen aber, dass manche gerade darauf abfahren.

Ein Bild allein reißt das hier für mich noch nicht raus, obwohl es schon sehr schön kommt. Ob ich mal aus dem Vollen schöpfen soll?


No. 17 » 237 100x163cm, 09.05.1977 » 88 45x63cm, 16.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 17 » 237 100x163cm, 09.05.1977 » 88 45x63cm, 16.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Schon besser; ein bißchen unausgewogen.


No. 20 » van Gogh: Selbstbildnis 65x54cm. 1890 » 237 100x163cm, 09.05.1977 » 88 45x63cm, 16.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 20 » van Gogh: Selbstbildnis 65x54cm. 1890 » 237 100x163cm, 09.05.1977 » 88 45x63cm, 16.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Hm, ein bisschen viel vielleicht? Mal sehen. Nicht schlecht. Kann vielleicht nicht jeder vertragen, aber wer sich was echt Gutes gönnen will und ordentlich im Training steht ... Aber eins ist klar und nicht zu übersehen: die Tapete stört.


No. 23 » 88 45x63cm, 16.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 23 » 88 45x63cm, 16.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Ich habe das Bild dort aufgehängt, wo anscheinend ein Bild hängen sollte, jedenfalls gibt es dort wie an der gegenüberliegenden Seite eine Bildbeleuchtung; im Original hängt hier nichts.


No. 26 » 219 100x80cm, 03.07.1975 » 88 45x63cm, 16.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 26 » 219 100x80cm, 03.07.1975 » 88 45x63cm, 16.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Die Wand war mir sehr kahl, deshalb habe ich gleich noch ein Bild dazugehängt. Aber das reicht noch nicht, da ist eine Lücke - obwohl man natürlich die gesamte Wand beurteilen müsste. Na gut, ich habe gerade den Gauguin vor Augen, mal sehen, wie der sich macht.


No. 29 » 219 100x80cm, 03.07.1975 » Gauguin: Selbstporträt 45x38cm. 1893 » 88 45x63cm, 16.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 29 » 219 100x80cm, 03.07.1975 » Gauguin: Selbstporträt 45x38cm. 1893 » 88 45x63cm, 16.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Es scheint sich bei dieser Wohnung um einen Künstlerhaushalt zu handeln; das Bild ist der Serie » Factory entnommen und anscheinend in Paris entstanden.


No. 32 » 88 45x63cm, 16.01.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 32 » 88 45x63cm, 16.01.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. In derselben Wohnung. Warum der Künstler da kein Bild hingehängt hat, ist mir ein Rätsel.


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  Museumsszenario   No. 89   Top   No. 87 Nachtrag Museumsszenario, 03.12.2012


No. 35 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 35 » 558 70x50cm, 17.01.1985 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 225 78x65cm, 12.05.1976


No. 36 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 36 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982


No. 37 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 37 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft


No. 38 » 245 81x70cm, 29.11.1977  » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 38 » 245 81x70cm, 29.11.1977 sold/verkauft » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 22 70x43cm, 28.09.1973


No. 39 » 226 79x159cm, 17.05.1976  » 88 45x63cm, 16.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 39 » 226 79x159cm, 17.05.1976 sold/verkauft » 88 45x63cm, 16.01.1974


No. 40 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 40 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 217 129x103cm, 29.04.1975


No. 41 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 41 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975


No. 42 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 42 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975


No. 43 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 43 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973


No. 44 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 44 » 80 80x100cm, 03.01.1974 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 79 79x99cm, 00.01.1974


No. 45 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 45 » 38a 100x80cm, 11.11.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 36 100x79cm, 04.11.1973


No. 46 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 46 » 19 80x60cm, 01.08.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 37 80x60cm, 07.11.1973


No. 47 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 47 » 26 92x66cm, 06.10.1973 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 33 95x81cm, 27.10.1973


No. 48 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 48 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 20 66x131cm, 20.08.1973


No. 49 » 88 45x63cm, 16.01.1974 » 4a 210x130cm, 01.12.1968  · © Copyright Werner Popken. 
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   Breite No. 108     » Max     » 800 px     » 500 px      129x119 cm, Öl / Leinwand
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Alle Kunstwerke / all artwork © CC BY-SA

180 cm - 71 inch

Nr. 108:  129x119 cm (51x47"), Öl / Leinwand · 14.02.1974
     

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An der Wand mit:  
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27.02.2011

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Über dieses Bild, das vorletzte vor der Hartfaser-Periode, weil ich einigermaßen entsetzt, und zwar aus formalen und inhaltlichen Gründen. Der primitive Knacker liegt breit im Bett und schaut von oben auf die edle Frau herab, die sich auf dem Fußboden kauern muss - das war doch in meinem Selbstverständnis völlig unmöglich!

Und dann die Körperhaltung - nach den virtuosen Darstellungen komplizierter Verhältnisse mit Verkürzungen nun eine solche Blamage! Der aufgestützte Arm gebogen wie ein Gummischlauch, das Knie mit einer Spitze, das man Bretter damit spalten könnte, der Fuß gar völlig verkehrt angesetzt und undifferenziert dahingeschludert!

Die Hände sind ebenfalls kein Ruhmesblatt, der Körper irgendwie zugestrichen. Und die Frau geht auseinander wie ein Hefekuchen und ist von mehreren Blickwinkeln zugleich zu sehen; die anderen Einwände kann man übertragen.

Erst jetzt fällt mir auf, das der Ellenbogen des Mannes genau den unteren Fensterrahmen berührt, die Kniespitze wiederum den rechten. Das reißt die Sache aber nicht heraus. Außerdem ist der vordergründig überlegene Mann eigentlich der festen Persönlichkeit der Frau unterlegen, die sich ihm einfach verschließt.

Damit stellt sich die Szene als menschliches Drama dar, als Darstellung von Leid, Schmerz und Unglück, aber auch von Sehnsucht, von Kommunikationsproblemen, von Einsamkeit in der Zweisamkeit. Ein Teil des Bildes bleibt unbemalt und wird zur Zimmerwand. Auch eine Möglichkeit, Farbe zu sparen. *

Ich gebe zu, dass ich auch dieses Mal wieder einen Schock bekommen habe, als ich das Bild sah, und mich schämte. Aber beim erneuten Hinsehen dämmert mir, dass ich dem Bild vielleicht unrecht tue. Ich sollte ihm eine Chance geben und es aufhängen. Ob das geht? Ob dieses Bild auf diese Wand passt? Oder ob ich erst einmal eine neue Wand machen muss? Ja, jetzt ist es soweit.

Allerdings stimmt hier was nicht, wie ich merke: Laut Datenbank hat das Bild die Maße 129x119cm, und es handelt sich nicht um einen Übertragungsfehler, denn im handschriftlich geführten Werkkatalog steht 129x118,5cm. Da ich den aber erst viele Jahre später begonnen habe und dieses Bild schon kurz nach der Entstehung abgespannt und aufgerollt worden ist, muss offen bleiben, wie dieser Fehler zustande kommt.

Ich glaube nicht, dass ich das Bild beim Abspannen vermessen habe, und kann mich auch nicht erinnern, es bei der Anlage des Werkkatalogs wieder aufgerollt und vermessen zu haben. Jedenfalls ist das Seitenverhältnis der Reproduktion etwa 0,8, während das Seitenverhältnis der Maße etwa 0,9 beträgt. Diese sind also mit Vorsicht zu genießen, obwohl sie bis auf einen halben Zentimeter genau zu sein scheinen.

Und nun meine umgebaute Wand:


No. 1 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 51 70x80cm, 25.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 1 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 51 70x80cm, 25.11.1973


Gefällt mir. Mal sehen, was man damit anfangen kann. Aber irgendwie scheint mir diese Simulation doch zu hinken. So groß ist das Bild ja nun wieder nicht; es wirkt jetzt so groß wie ein großgewachsener Mensch. Nochmal nachmessen; der Clubsessel ist 91cm breit. Na klar: Ich habe das Bild 119cm breit gemacht, und dadurch ist es 145cm hoch geworden, mit Rahmen 175cm, und dann kommt noch der Abstand vom Fußboden dazu. Soweit stimmt das - also wird die Breite nicht stimmen, eher die Höhe. Das lässt sich korrigieren.


No. 2 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 51 70x80cm, 25.11.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 2 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 51 70x80cm, 25.11.1973


Ja, das ist besser.

Was fange ich mit dem Bild an? Realistisch ist es nicht, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind nicht festzustellen. Unser Bett war ganz flach und hatte gar kein Gestell. Ich hatte noch nie ein Bett mit einem Eisengestell, in meinem ganzen Leben nicht. Auch so eine gesteppte Decke habe ich nie besessen. Ich male also definitiv nicht das, was um mich herum ist, wie Picasso das zu tun pflegte.

Ich bin geneigt zu sagen: Malerisch hat dieses Bild so gut wie gar keine Qualitäten, aber wenn ich es mir anschaue, komme ich ins grübeln. Es leidet natürlich enorm unter der dünnen Malweise, die ja nicht nur durch meine finanziellen Verhältnisse bedingt war, sondern von verschiedenen Großmeistern wie » Matisse oder » Beckmann ja auch noch ausdrücklich behauptet worden war. Damals wohnte ich in Bielefeld und habe einmal in der Woche mehrere Stunden in der » Kunsthalle verbracht und dort insbesondere ein großes Gemälde von Beckmann (Mutter und Kind) studiert. Es ist tatsächlich sehr dünn gemalt, allerdings in vielen Schichten übereinander, wodurch eine gewisse Tiefe entsteht und das Bild kostbar wirkt. Hier ist alles alla prima gearbeitet.

Ganz bestimmt habe ich nicht mit Hilfe der Malerei über meine private Beziehung „reflektiert“. Vielmehr kann ich das Bild wie immer nur verstehen als eine Art Botschaft meiner Seele an mich, so wie man Träume als Botschaft der Seele verstehen kann, die ja auch nicht vom Träumer gestaltet werden, sondern ihm zustoßen. Schon immer hatten die Menschen das Gefühl, dass Träume nicht nur schwanger sind, sondern auch etwas zu sagen haben. Was hat das Bild also zu sagen?

Man könnte natürlich versucht sein, darin einen Spiegel zu erkennen, also meine Situation in der Beziehung zu sehen, mich mit dem Mann zu identifizieren, die Frau mit meiner Geliebten, die ich ganz zweifellos als meine Frau auffasste, auch wenn wir nicht verheiratet waren. Eine solche Gleichsetzung gilt allgemein als unzulässig. Stattdessen versucht man, zumindest in der analytischen Psychologie nach » C.G. Jung, sämtliche Figuren in Träumen oder Bildern auf den Träumer oder Maler zurückzuführen. Der Konflikt wäre dann ein Konflikt innerhalb meiner Seele, ein Konflikt, den ich mit mir selber ausfechte. Welcher Natur könnte dieser sein?

Ich fürchte, ich bin hier blind. Bei  Nummer 51 ist es mir ja noch gelungen, eine verständliche Botschaft zu entziffern. Aber hier? Vielleicht habe ich auch deshalb dieses Bild beiseitegetan.


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Nachtrag Wohnungsszenario, 22.01.2012


No. 3 » 108 129x119cm, 14.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 3 » 108 129x119cm, 14.02.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Bericht in » PLANETE DECO a homes world über eine Reportage in » Atlanta Homes & Lifestyles (siehe auch » 121) . Sie dreht sich um das Haus des Designers » Jimmy Stanton in Madison bei Atlanta in Georgia, USA, das eine lange und bewegte Geschichte hat.


No. 6 » 108 129x119cm, 14.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 6 » 108 129x119cm, 14.02.1974
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» Nachher/vorher: einblenden. Mitt Skeppsholmen (Sotheby's International Realty) bietet an: » Modernt renoverad med 9 m solbalkong, Apartment in Stockholm. Vergleichsweise nüchtern und kalt. Da nützt auch die Tapete nichts. Vielleicht sollte man die Trennwand weiß streichen. Sie wirkt hinter dem Bild etwas unruhig. Na ja, man müsste die ganz Wand weißen, aber das ist mir zu mühsam.


No. 9 » 108 129x119cm, 14.02.1974  Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme. · © Copyright Werner Popken. 
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No. 9 » 108 129x119cm, 14.02.1974
Ein Klick auf das Bild zeigt die Originalaufnahme.


» Nachher/vorher: einblenden. Im Haus eines Designers: » Arbeitszimmer von Daniel Romualdez, in seinem Wochenendhaus in Los Angeles (siehe auch » 109). Das Gemälde von » McDermott & McGough habe ich abgehängt, Tisch und Liege sind beide von Adnet, die Kissen sind mit einem David Hicks Stoff von » Lee Jofa, Teppich von » Rosemary Hallgarten.


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No. 12 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 12 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 289 146x130cm, 30.11.1982


No. 13 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982  · © Copyright Werner Popken. 
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No. 13 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 282 130x114cm, 15.10.1982 sold/verkauft


No. 14 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 14 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 214 103x130cm, 14.02.1975


No. 15 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 15 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 213 103x129cm, 04.02.1975


No. 16 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973 · © Copyright Werner Popken. 
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No. 16 » 201 108x80cm, 31.10.1974 » 108 129x119cm, 14.02.1974 » 64 130x99cm, 22.12.1973